Mit Lies of P kam Mitte September 2023 ein neues Soulslike auf den dieses Jahr gut gefüllten Gaming Markt. Zwischen den großen Titel wie Baldurs Gate 3, Starfield und dem Soulslike-Dauerbrenner Elden Ring, stellt sich die Frage, warum ihr euch für Lies of P entscheiden solltet. Wir gucken uns einmal genau an, ob sich das Spiel mit seiner düsteren Version von Pinocchio von anderen Soulslike abheben kann.
Eine gewohnt düstere Welt
In unserem Test von Lies of P, bei dem es übrigens unseren Award erhielt, fiel Redakteur Maarten auch direkt die düstere und melanchonische Welt auf. Das sind wir von Soulslike ja gewöhnt, man denke an die ausgemergelten Gestalten aus Elden Ring, von den spinnenartigen riesigen Händen ganz zu schweigen. Auch Indie Soulslike wie Thymesia setzten stets auf eine dem Untergang geweihte Welt. Lies of P macht hier nicht allzu viel anders. Man bewegt sich in einer Stadt fort, in denen wilde Puppen und irre Menschen randalieren. Von der normalen Bevölkerung ist nicht mehr viel übrig. Im Grunde also nichts neues.
Wer hingegen etwas heraussticht ist der zu spielende und namensgebende Protagonist P. Nich nur, dass er damit einen eigenen Namen hat, sein Aussehen ist festgelegt. Mit seinem hübschen Porzellan Gesicht fällt P dabei gegenüber den sonst kantigen oder frei erstellbaren Soulslike Protagonisten auf. Während ihr bei Elden Ring einfach nur irgendein Tarnished seid, hat P eine Verbindung zu den Hauptcharakteren, die festgelegt ist. Dadurch kann sich der Spieler natürlich keine eigene Geschichte für seinen Charakter überlegen. Aber so manchem Spieler dürfte die straffere Erzählung gefallen.
Gezwungen in den Nahkampf
Neben der Story interessieren uns in einem Soulslike natürlich vor allem die Kämpfe. Die sehr schweren Kämpfe. Lies of P ist dabei keine Ausnahme. Wer Kommentare auf Social Media gelesen hat weiß, dass bereits der erste Boss bei vielen Spielern für einigen Frust gesorgt hat. Aber das ist zu erwarten. Während man sich in Elden Ring dann aber mit Fernkampfwaffen oder Magie abhelfen konnte, gibt es mit P nur den Nahkampf. Gut, ihr könnt ein paar Gegenstände werfen und manche Spezialattacken haben hohe Reichweite. Im Grunde seid ihr aber in klassischer Soulslike Manier im Nahkampf unterwegs. Außerdem legt das Spiel einen hohen Wert auf den perfekten Block, ganz wie in Sekiro.
Lies of P unterscheidet sich von seinen Kollegen daher größtenteils durch den mechanischen Arm von P, die sogenannte Legionswaffe. Damit können zb. Gegner per Haken rangezogen werden oder auch verschiedene Geschosse abgefeuert werden. Die Waffe hat aber pro Rast nur eine stark limitierte Anzahl von Angriffen zur Verfügung. Was hingegegen ein trauriges Alleinstellungsmerkal darstellt ist die nicht ganz so fehlerfreie Kampfperformance. Einige Spieler berichten von unstimmigen Hitboxen oder Beleuchtungsproblemen, die gepaart mit dem schwierigen Gegnern stören. Zudem bewegen sich Bossgegner seltsam ruckhaft, sodass es selbst für erfahrene Spieler schwierig ist, ihre Bewegungen nach gewisser Zeit vorrauszusehen.
Genug Neues für alte Spieler?
Ist Lies of P also so anders, dass es sich lohnt zuzugreifen? Klares Jain. Jeder der schon einmal ein Soulslike gespielt hat wird sich hier gut zurecht finden und vom Spielsystem nicht sonderlich überrascht sein. Mit seinen linearen Karten, die nur zu festgelegten Punkten in der Story begangen werden können, seid ihr spielerisch zudem nicht so frei, wie es Elden Ring zuletzt vorgelegt hat. Und auch wenn alles sehr hübsch aussieht, gibt es nichts, was einen so richtig aus den Socken haut. Auch die Kämpfe habt ihr so schon mal erlebt und das was anders ist, ist im Grunde nicht positiv anders.
Womit Lies of P am meisten aus der Riege der Soulslike herraussticht ist sein Protagonist P. Im Laufe des Spiels verändert er sich und wird, je nach euren Entscheidungen, auch immer menschlicher. Bester Indikator ist dafür die Katze im Hotel, die sich mit genug Menschlichkeit von ihm streicheln lässt. Aus genannten Gründen lohnt sich das Spiel also hauptsächlich für zwei Spielertypen: Zum einem die, die besonders schwere Spiele lieben und sich hier an den Bossen mit ihren unvorhersehbaren Movesets versuchen möchten. Zum anderen Spieler die Wert auf eine gut erzählte Geschichte legen und sich vom Gameplay dabei nicht abschrecken lassen.
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