Die magischen Klänge von Yōko Shimomura – Die Frau hinter den Melodien von Kingdom Hearts

Als Komponistin einer Vielzahl von Videospielsoundtracks hat sich Yōko Shimomura seit jeher einen Namen gemacht. Ob als musikalische Untermalung bei Final Fantasy XV oder den beliebten Xenoblade Chronicles – an ihr kommt man nicht vorbei, wenn man über epische Arrangements in der Welt der digitalen Spielkultur spricht. Vor allem ist sie aber durch ihre Arbeit an allen Melodien rund um die Kingdom Hearts Reihe bekannt. Umso mehr bietet es sich an, anlässlich der nahenden Veröffentlichung von Kingdom Hearts: Melody of Memory, die sagenumwobene Komponistin und ihre Werke etwas näher unter die Lupe zu nehmen.

 

Wie alles begann…

Yōko Shimomura wurde in der Präfektur Hyōgo in Japan am 19. Oktober 1967 geboren und entwickelte schon früh ihre Leidenschaft für Musik, vor allem für ausgeklügelte Klavierstücke. So begann sie bereits in jungen Jahren Unterricht zu nehmen und komponierte schon bald durch reines Improvisieren ihre ersten eigenen Stücke. 1988 machte sie ihren Abschluss als Hauptpianistin am Osaka College of Music und wollte ursprünglich danach vorrangig Klavierlehrerin werden. Das jedoch alles etwas anders kam, als gedacht, können wir heute förmlich spüren und hören.

Denn Shimomura war nicht nur seit jeher unglaublich leidenschaftliche Musikerin, sondern auch Gamerin. Deshalb entschied sie sich dazu ein paar ihrer Arbeitsproben an verschiedene Videospielunternehmen zu senden, die an der Universität rekrutierten. Schlussendlich war es die Firma Capcom, die sie zu  einem Vorstellungsgespräch einlud und ihr daraufhin eine Anstellung anbot. Ihre Familie und ihre Lehrer waren bestürzt, da Videospielmusikkomponisten nicht sehr respektiert wurden und sie nicht verstehen konnten, warum sie, nachdem sie ihr eine so teure Musikschule bezahlt hatten, so einen Job annehmen würde. Dennoch entschied sie sich für den Job bei Capcom und begann so ihre Karriere als Soundtrack-Ikone.

 

Über die Epik aus japanischer Feder

Während ihrer Anstellung bei Capcom wirkte sie an 17 verschiedenen Soundtracks mit, bei denen sie mehr und mehr Titel übernehmen durfte. Ihr wohl bekanntester Soundtrack aus dieser Zeit dürfte zu Street Fighter II gehören, bei welchem alle bis auf drei Stücke aus ihrer Feder stammten. 1989 erschien ihre erste eigene Soundtrack-Album Veröffentlichung Final Fight auf einem Sammelalbum zu mehreren Capcom-Spielen. 1993 wechselte sie dann zur damaligen Firma Square, welche wir heute als Square Enix kennen, um Musik für das Videospielgenre komponieren zu können, welches ihr besonders am Herzen liegt und wofür wir sie heute kennen und lieben: Rollenspiele.

Dort war 1994 ihr erstes Projekt der OST zu dem Rollenspiel Live A Live. Während sie in den Folgejahren an den kultigen Tönen für Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars arbeitete, ging sie zeitgleich eine Zusammenarbeit mit Komponistin Noriko Matsueda ein, um die futuristische Untermalung für das Strategie-Rollenspiel Front Mission zu schreiben, obwohl es eigentlich nicht ihr Herzensgenre war. In der folgenden Zeit zauberte sie für mehrere Spiele der Firma ihre ikonischen Melodien, unter anderem z.B. für Parasite Eve und Legend of Mana, welche erstmalig auch Gesangstücke beinhalteten.

Den Wendepunkt ihrer Karriere als Videospielkomponistin bringt jedoch ohne Zweifel der von ihr komponierte Score für das im Jahr 2002 erschienene Kingdom Hearts mit sich. Das Spiel und sein Soundtrack verkauften sich weltweit über vier Millionen Mal. Ihr eigens für das Projekt geschaffener Soundtrack wurde vielfach ausgezeichnet und als eines der großen Highlights des Spiels bezeichnet. Das Titellied Dearly Beloved wurde sogar als viertbestes Rollenspiel-Titellied aller Zeiten eingestuft und geehrt. Dem Soundtrack folgten zwei Alben mit reinen Klavier-Arrangements und insgesamt 12 volle Soundtracks für die komplette Kingdom Hearts Franchise mit all seinen Ablegern. Doch damit sollte ihr Teil der Legende rund um die Welten und Schlüsselschwerter noch lange nicht zuende geschrieben sein.

 

Eine Hommage an die Kunst von Yōko Shimomura – Kingdom Hearts: Melody of Memory

Schaut man sich das kommende Projekt innerhalb der Kingdom Hearts Franchise genauer an, liegt der Gedanke nahe, dass es sich hierbei nicht nur um eine spaßige Erfahrung der etwas anderen Art handelt. Vielmehr scheint es vor allem Yōko Shimomuras Werke ehren zu wollen, die seit jeher den gesamten Werdegang der Reihe begleiten und Fans in aller Welt immer wieder auf’s Neue begeistern. Ihre Klänge sind eines der Herzstücke des Videospielerlebnisses rund um Sora und seine Freunde und die verschiedenen Disney-Welten.

Für Melody of Memory werden altbekannte Titel teils neu arrangiert und aufgelegt. Die neue Version zur allseits beliebten Titelmelodie Dearly Beloved ist sogar bereits auf YouTube zu hören. In diesem Ableger übernehmt ihr die Rollen altbekannter Charaktere und reist begleitet von den mehr als 140 Liedern aus der Feder Yōko Shimomuras, durch alte Erinnerungen. In rhythmusbasierten Kämpfen schlagt ihr euch euren Weg durch Herzlose, Niemande und viele andere bekannte Feinde. Epische Bosskämpfe erwarten euch ebenfalls und natürlich wieder ein Haufen an tiefschürfender Story. Das Spiel erscheint am 13. November 2020 für Playstation 4, Xbox One und die Nintendo Switch.

 

Und, wie sehr fiebert ihr dem Spiel entgegen? Braucht ihr auch bereits neues Futter für eure Ohren aus der Feder von Yōko Shimomura? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!

Kingdom Hearts Melody of Memory (Nintendo Switch)
  • Erlebe die Geschichte von KINGDOM HEARTS mit einem komplett neuen Kapitel
  • Über 140 Lieder und 20 Charakteren
  • Spiele alleine, zusammen im Ko-op-Modus oder kämpfe online im Mehrspielermodus

 

Alexander Schürlein
Geschrieben von
Kämpft als Krieger des Lichts gegen die Galear.

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