Angespielt: Daymare – 1994 Sandcastle (Demoversion)

Nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne mit anschließendem Release im September 2019 steht nun der zweite Teil der Daymare-Reihe der Inverder Studios in den Startlöchern. Das ursprünglich aus einem Resident Evil Fan-Remake entstandene Third-Person-Game setzt dabei auf die alt bewährten Stärken des Survival-Horror-Genres. Aus der Over-the-Shoulder-Perspektive stellen sich Spieler:innen den typischen Survival-Mechaniken, wie schwer zu tötenden Feinden und kniffligen Rätseln. Ob und wie sich Daymare: 1994 Sandcastle von seinem geistigen Vorbild unterscheidet und wie es sich bewährt, konnten wir in einer einstündigen Demo testen.

 

Tod, Blut und Gemetzel

In der Rolle von Dalila Reyes stehen wir als Spezialagentin im Dienst der Sondereinheit H.A.D.E.S.. Zusammen mit unserer Einheit untersuchen wir die trostlosen, labyrinthischen Tiefen eines Militärforschungszentrums. Zu Beginn der Demo betreten wir die Einrichtung auf der Flucht vor den furchterregenden und tödlichen Kreaturen, die dort ihr Unwesen treiben. Vom Rest unseres Teams getrennt, setzen wir alles daran, dieses wiederzufinden. Ausgestattet sind wir mit zwei verschiedenen Schusswaffen sowie mit dem Frostgriff. Dieser ist mit flüssigem Stickstoff gefüllt und ermöglicht es uns Gegner für eine gewisse Zeit einzufrieren. Da wir auf der Suche nach unserer Einheit einigen begegnen, erweist sich der Frostgriff von besonderem Nutzen. Eifrig kämpfen wir uns durch aggressive Feinde, nur um unsere Einheit schließlich in Stücke gerissen aufzufinden.

Neben den Kämpfen haben wir auch einige Rätsel zu meistern. Auch hier spielt der Frostgriff eine tragende Rolle. So sind doch zwei von drei gezeigten Rätsel und Hindernisse darauf ausgelegt, mittels des flüssigem Stickstoffs Flammen zu löschen oder überhitzte Geräte einzufrieren. Hoffentlich hat die Vollversion hier wesentlich mehr Abwechslung zu bieten, als klicken, drauf halten, fertig. Nicht mal mit dem flüssigen Stickstoff mussten wir haushalten, da praktischerweise ein Stickstofftank in direkter Nähe des Rätsels stand. Auch ein Kombinationsrätsel war in der Demo zu finden, doch auch dieses lies zu wünschen übrig. Um den Lift wieder in Gang zu bringen, galt es, die richtigen Symbole in die Schaltkreise einzufügen. Dafür mussten zwei ineinander greifenden Platten in der richtigen Reihenfolge zurecht gedreht werden. Doch gab es stets nur die vorhandenen Symbole in einem Abstand von zwei Slots zurecht zu drehen. Weder kombinatorisch, noch von der geistigen Anforderung her knifflig, schade!

 

Daymare: 1994 Sandcastle

Die verlassene Anlage wirkt stets düster und unheilvoll.

 

Daymare: 1994 Sandcastle hat noch sehr viel zu tun

Fangen wir mit dem an, was Daymare bereits richtig macht. Es sieht nicht nur schön aus, es ist auch atmosphärisch top. Auf der Suchen nach unserer Einheit streifen wir durch dunkle Gänge und Hallen einer verlassenen Militärstation. Diese sind durchaus bedrohlich und wir haben permanent das Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke eine der grusligen Kreaturen hervorspringt und uns nach dem Leben trachtet. Tatsächlich verzichtet das Spiel dabei bisher gänzlich auf Jump-Scares. Das Gänsehaut-Gefühl wird einzig und allein durch Grafik und eine bedrohliche Hintergrundmusik erzeugt und das macht es umso schauriger. Leider endet die Liste der Pluspunkte hiermit bereits. Kommen wir also zu den Punkten, die eindeutig noch Verbesserungsbedarf haben.

Zwar ist der Titel grafisch top, doch nutzt all die schöne Grafik nicht mehr viel, wenn sie sich nicht ruckelfrei spielen lässt. Selbst auf den niedrigsten Grafikeinstellungen ist es nicht möglich, ruckelfrei durch die Demo zu kommen. Besonders wenn wir mit Dalila sprinten müssen oder mehr als einem Gegner gegenüberstehen bricht die Bildrate vollständig ein. Dazu kommt das schlechte Balancing, wodurch Kämpfe schier unerträglich werden und das auf dem normalen Schwierigkeitsgrad. Herausfordernde Kämpfe sind zwar durchaus wünschenswert und mit Blick auf das geistige Vorbild Resident Evil etwas, das zu erwarten war, doch dass der schwächste Gegnertyp, auch bei Kopfschüssen, etwa anderthalb Magazine der Schrotflinte frisst und wahrscheinlich trotzdem erneut aufsteht, kann so nicht gewollt sein. Da sich die Kämpfe, zumindest die aus der Demo, auch nicht umgehen oder vermeiden lassen, sorgen sie binnen kürzester Zeit für Frust.

Außerdem reagieren Gegenstände, mit denen ihr interagieren könnt, erst, wenn man direkt darüber, davor oder im Fall von Türen beinahe mittendrin steht und sie direkt ansieht. Beabsichtigt man also gefundene Munition aufzuheben, muss man sich direkt darauf stellen und auf den Boden schauen, ansonsten funktioniert es nicht. Das stört den Spielfluss ungemein und ist zusätzlich unglaublich lästig. Gemessen an der Demo steht dem Entwicklerteam vor Fullrelease also noch eine große Menge an Arbeit bevor. Dennoch ist deutliches Potenzial zu erkennen, sodass die derzeitigen Mängel hoffentlich noch behoben werden und wir doch noch eine bereichernde Alternative zur Resident Evil-Reihe bekommen.

 

 

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  • Daymare: 1944 Sandcastle
    Fazit zu Daymare: 1994 Sandcastle

    In der Demo überwogen leider die negativen Aspekte des Spiels. Dennoch ist durchaus Potenzial da und deutlich erkennbar. Sofern die Entwickler es schaffen, die schwerwiegenden Mängel zu beheben, insbesondere die Performance- und Balancingprobleme, ist es definitiv einen erneuten Blick wert. Vorausgesetzt man stört sich nicht an der Tatsache, dass die Monologe der Hauptfigur wirken, als seien sie von einem Teenager geschrieben, da man in einer Minute mindestens sechsmal “fuck”, “fucking” oder “Fucker” zu hören bekommt.

    Vivien Ziermann, Redakteurin
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Geschrieben von Vivien Ziermann
Redakteurin im Bereich: Games, Movies
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