Unser Movie of the Year 2021

Das Jahr 2021 war für die gesamte Fernseh-, Kino- und Streaming Branche kein Zuckerschlecken. Vor allem Kinofilme mussten herbe Rückschläge in Kauf nehmen, durch diverse Schließungen und Wiedereröffnungen oder dadurch, dass die Hürde zu Pandemiezeiten ins Kino zu gehen, leider manchmal für viele etwas zu hoch schien. Da konnte es ganz schnell passieren, dass groß angekündigte Blockbuster an den Kinokassen floppten oder keine vergleichbaren Einspielergebnisse einfahren konnten. Böse Zungen würden deshalb behaupten 2021 wäre ein schlechtes Kinojahr gewesen. Es war nicht einfach, aber dennoch gab es Filme, Serien und andere Produktionen, die in uns Emotionen geweckt haben und auf schönere Zeiten hoffen ließen. Aus diesen Gründen haben wir es uns nicht nehmen lassen, herauszufinden, was die besten Erlebnisse dieses Jahr waren. Unsere Redakteur*innen im Bereich Movies erstellten jeweils ihre Top 5 an Kinofilmen, Serien und Specials, wobei jede einzelne Platzierung mit einem schönen emotionalen Text versehen wurde.

 

Alexander Weinstein


Meine Top 5 Movies im Jahr 2021
  1. Dune
  2. Arcane
  3. Tick Tick Boom
  4. Bo Burnham: Inside
  5. Spider-Man: No Way Home

Platz 5: Spider-Man: No Way Home

“Spider-Man: No Way Home” ist fast schon ein Platzhalter in meiner Liste. Als großer Marvel Fan hatte dieses Jahr wirklich so einige Perlen für mich dabei. Angefangen mit „Wandavision“ und den vielen anderen ausgezeichneten Serien, bis hin zu vier Kinofilmen aus dem MCU! Ich bin wahrscheinlich auch einer der wenigen die „Eternals“ richtig gut fanden und tatsächlich hatte ich den Gedanken anstelle von der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft, die neuen Halbgötter aufzulisten. Aber wo mich „Eternals“ technisch und auf der Kinogänger Seite überzeigen konnte, schaffte es Spidey mein Herz zu erobern. Und dabei ging er ziemlich unfair vor, wenn ich das so sagen darf. Gegen so viel Nostalgie und Fanservice kommt niemand an. Und doch als ich abends nach dem Kino zu Hause mein Erlebnis nochmal Revue passieren lassen hab, wurde mir mulmig zu mute. Der Film ist eigentlich total sinnfrei! Das Drehbuch und die Handlung sind super löchrig und viele Figuren verhalten sich entweder dumm oder überhaupt nicht gemessen an ihren bisherigen Erfahrungen im MCU! Aber dann dachte ich wieder an Andrew Garfield. Und schon war das mulmige Gefühl wie weggeblasen. Auch wenn es ich nicht verzeihen werde, dass all die Jahre alle auf Andrew Garfield rumgehauen haben, er sei ein schlechter Spider-Man und jetzt auf einmal lieben ihn alle wieder und wollen ein Ende seiner Trilogie… aber naja das ist das verrückte an „Spider-Man: No Way Home“. Es gibt so viele Sachen, die nicht so gut waren oder die mich aufgeregt haben (Freiheitsstatue mit Caps Schild? Schämt euch!) und trotzdem trifft mich der Film auf eine emotionale Weise, die sich nicht in Worte fassen lässt. Aber wahrscheinlich auch nur weil ich seit der 90er Cartoon Serie Feuer und Flamme für den Nerd Peter Parker bin.

 

Platz 4: Bo Burnham: Inside

Ich bin großer Fan von Bo Burnham. Seine Stage Persona ist mitunter das witzigste was Stand-Up Comedy hervorgebracht hat. Deshalb war ich wirklich aufgeregt als sein neues Netflix Special veröffentlicht wurde. Und dann habe ich es mir angeschaut…. Und die beste Beschreibung, die mir einfällt, wäre, das Special fühlte sich real an. Bo Burnham schilderte und teilte mit seinen Fans seine mentale Gesundheit während der Pandemie. Ich denke ich muss nicht erwähnen, dass es ganz vielen Leuten nicht optimal ging und immer noch so geht, weil Covid warum auch immer, nicht checkt was ghosten ist. Und dann kam Bo Burnham und hat einfach mal Real Talk geredet. Und auch wenn es kein Heilmittel war für all die Probleme gibt, so sorgte die Offenheit in seinen Texten dafür, dass man einerseits irgendwie verstanden wurde und andererseits war es die Ablenkung, welche man dringend gesucht hat. Außerdem sind die Songs der nackte Wahnsinn. Die sind so unglaublich gut gewesen, dass mir die Ohrwürmer gar nicht mehr aus dem Kopf gehen wollten. Selbst Tik Tok ist voll mit den Soundclips. Also Hut ab Bo und lass dir Zeit, gönn dir eine Pause, bevor du wieder etwas produzierst. Deine Fans werden so lange warten, wie sie müssen.

 

Platz 3: Tick, Tick… Boom!

Ich war schon immer ein großer Fan was musikalische Einlagen in Filmen angeht. Dieser Mix passt für mich. Vielleicht ist Disney Schuld und die ganzen Filme haben mich seit Kindertagen geprägt bzw. kaputt gemacht. Beispielsweise habe ich „The Greatest Showman“ drei Mal im Kino gesehen und unzählige Male als Stream. Die Lieder habe ich sogar zum Sport gehört, die waren ja auch verdammt gut. Und wie schon einmal kurz erwähnt, bin ich ein Riesenfan von Andrew Garfield. Als ich dann gesehen habe es kommt ein Musicalfilm mit Andrew Garfield, nun ja was soll ich sagen? Der musste gesehen werden. Und er hat mich voll überzeugt und mir nochmal vor Augen geführt, was für ein genialer Darsteller Andrew Garfield einfach ist. Nach dem Film musste ich einfach Google befragen nach allem was es noch so herauszufinden gibt, über Jon Larson. Die Lieder sind in der Masse vielleicht etwas schlechter als bei „The Greatest Showman“ aber was solls. Die Schauspieler*innen sind großartig, die Figuren so realistisch und emotional dargestellt, wie es nur geht und die Geschichte können alle nachvollziehen, die auch schon mal verloren ihrem Traum nachgejagt haben. Die Kritik, dass es seltsam ist die Aids-Lage in den USA aus Sicht eines weißen Heterosexuellen Menschen zu erzählen, muss man glaub ich hinnehmen. Das war nicht perfekt gelöst. Aber wenn man sich dessen bewusst ist und den Film auf die Geschichte von Jonathan Larson beschränkt, sieht man die Stärken. Am besten hat mir die Erzählweise gefallen, wie Jon den Film erzählt, während er eigentlich seine Aufführung hat. Bzw. die Erzählung seine Aufführung darstellt.

 

Platz 2: Arcane

Die beste Serie, die ich dieses Jahr gesehen hab, muss „Arcane“ sein. Daran führt kein Weg vorbei. Ein Freund von mir hat in unseren Gruppenchat das Intro Lied von Imagine Dragons reingeschickt und ich war direkt eingenommen. Das Lied ist der Hammer und das dazugehörige Intro, wahrscheinlich das Beste, welches ich jemals erlebt habe. Ich habe wirklich bei jeder Folge das Intro komplett durchgehört. Und da war ich bestimmt nicht der Einzige. Eigentlich habe ich keine Berührungspunkte mit dem „LOL“ Universum. Ich habe die Spiele nur ausprobiert und das nie länger als zwei oder drei Tage. Aber die Serie, die hat mich nicht losgelassen. Der ganz eigene Animationsstil, passt so gut, dass ich nicht verstehen kann, warum vorher niemand sowas in die Richtung probiert hat. Klar da steckt ein Unternehmen mit massiv viel Geld dahinter aber trotzdem. Die Actionszenen sehen super wuchtig aus, die Figuren sind selbst in der deutschen Synchro richtig gut gesprochen, alle Figuren haben total realistische Persona und handeln dementsprechend. Selbst mit den „bösen Antagonisten“ fühlt man mit und das nicht auf die erzwungene Art und Weise. Auch wenn es eine Sci-Fi-Fantasy Geschichte ist, hat man das Gefühl, sie ist in vielerlei Hinsicht näher an der Realität dran als viele andere Serien. Und habe ich schon erwähnt, wie unverschämt gut alles ausschaut? Im Grunde genommen kann man sie als Entwurf einer perfekten Serie lesen.

 

Platz 1: Dune

Die Nummer 1 vergebe ich 2021 an „Dune“. Was soll man über „Dune“ noch sagen? Denis Villeneuve hat meiner Meinung nach etwas Unglaubliches geschafft. Er hat für ein sehr kompliziertes und teilweise anstrengendes Franchise, den perfekten Kino Einstieg gefunden. Alles von den Kulissen, über die Kostüme, bis hin zu den Effekten und dem Sounddesign, alles hat gepasst und war stimmig. Die lange Liste an Schauspieler*innen, die man in jeder Szene wiederfinden kann, spielen ebenfalls überaus überzeugend. Bevor ich ins Kino ging, war mir schon bewusst, dass der erste Teil mehr eine Einführung in das Geschehen darstellt und das ein zweiter auf dem Weg ist. Dadurch hatte ich kein Problem, dass der ganze Filme quasi eine einzige Exposition darstellt. Für andere könnte genau das der größte Kritikpunkt sein. Aber für mich war „Dune“ etwas, was ich lange gebraucht habe. Ein Weltraum-Epos, welcher mich umhaut. Und ein bisschen war es auch das, was ich mir von der neuen Star Wars Trilogie erhofft hatte. Nach dem Kinobesuch habe ich angefangen die Bücher zu lesen, Foren durchzuforsten, Wikipedia Einträge zu lesen und die älteren Film und TV-Version zu suchen. Selten hat es ein Film geschafft mich so von einem ganzen Franchise zu überzeugen, aber „Dune“ hat mich gekriegt. Für mich war „Dune“ genauso wie Kino sein muss. Ein grandioses Erlebnis, an dem ich am Ende in meinem Sitz saß und wünschte der Film wäre noch nicht vorbei.

 

Meine Gurke des Jahres 2021:

Red Notice

Für mich ist die Gurke des Jahres der Netflix Hit „Red Notice“. Hit bezieht sich hier nur auf die gezählten Streams. Denn die waren wirklich beeindruckend. Da sieht mal was drei der derzeit angesagtesten Schauspieler*innen, Ryan Reynolds, Dwayne The Rock Johnson und Gal Gadot, erreichen können. Was sie nicht erreicht haben, ist einen überzeugenden oder sogar guten Film zu produzieren. Und ein bisschen ist „Red Notice“ ein Sinnbild für Hollywoods Glaube, Marketing würde reichen, um einen guten Film zu produzieren. Die Probleme des Films sind ganz schön vielzählig. Da hätten wir zu einem die Handlung. Der Film weiß irgendwie nicht genau was er sein möchte. Ist es ne Buddy Komödie? Ein Gangster Film? Ein Film mit einer großen Schatzsuche? Oder einfach nur ein bisschen Action und seichte Unterhaltung. „Red Notice“ versucht das alles und mehr zu sein, schafft aber nichts davon. Und der Twist am Ende? Als Idee interessant, in der Umsetzung vollkommen daneben. Und das liegt vielleicht an den Figuren und Schauspieler*innen. Ich bin ein Fan von Ryan Reynolds. Und dass er seit „Deadpool“ nur noch die gleiche Figur spielt, ist insoweit in Ordnung, da ich die Figur gut finde. Aber wie das Drehbuch Gal Gadot verhunzt, ist wirklich frech. Eine so klasse Schauspielerin spielt eine so nervige, unnötige und belanglose Person, wie ich sie seit Jar Jar Binks nicht mehr gesehen hab. Und der gute Dwayne? Naja, er spielt auch einfach sich selbst, was ok ist. Der Erfolg gibt ihm Recht, manche scheinen diese Persona zu mögen. Aber daneben gibt es keine Figur, die auch nur ansatzweise eine Rolle spielt. Und das am Ende dann ein zweiter Teil angeteast wird, setzt dem Ganzen die Krone auf. Ich hoffe, dass entweder ein zweiter Teil nie erscheint oder dass sie es einfach besser machen, mit dem Geld, dass in den Sand gesetzt wird.


Lukas Hesselmann


Meine Top 5 Movies im Jahr 2021
  1. Last Night in Soho
  2. Spider-Man: No Way Home
  3. Cruella
  4. Don’t Look Up
  5. Gunpowder Milkshake

Platz 5: Gunpowder Milkshake

Trotz Corona war 2021 ein ausgesprochen gutes Kinojahr. Vor allem die zweite Jahreshälfte lockte mit einigen Knallern ins Kino. Apropos Knaller: Wohl kaum ein Film verdient diese Bezeichnung 2021 mehr als Gunpowder Milkshake. Durch die Verschiebung von John Wick Kapitel 4 ins Jahr 2023 müssen Fans knallharter Action und Shoot-Outs noch ein Jahr länger auf Keanu Reeves neue Paraderolle warten. Bis dahin dient Gunpowder Milkshake aber als perfekte Überbrückungskost. Ein knallharter Actionthriller und der verdiente fünfte Platz für mich in diesem Jahr. Eine honorable Mention an dieser Stelle ist übrigens Boss Level, der ebenfalls mit harter und kreativer Action überzeugen kann. Im direkten Vergleich mit Gunpowder Milkshake zieht er dann jedoch den Kürzeren.

 

Platz 4: Don’t Look Up

Die letzte Woche im Jahr 2021 brachte aus Filmsicht die wohl größte Überraschung und den größten Flop mit sich: Matrix Resurrections und Don’t Look Up. Matrix 4 ist dabei die große Frechheit, Don’t Look Up die wohl beste Satire des Jahres. Im Netflix-Streifen mit Topbesetzung geht es um einen Kometen, der auf die Erde zurast und sie beim Auftreffen zerstören wird. Zwei Wissenschaftler, gespielt von Jennifer Lawrence und Leonardo DiCaprio weisen zwar mehr als eindeutig auf die Gefahr hin, werden aber von der Politik und der Öffentlichkeit kaum ernst genommen. Gerade im Corona-Jahr 2021 ist der Film wie ein Schlag in die Magengrube. Uns bleibt das Lachen im Halse stecken, weil wir merken, dass alle noch so großen Absurditäten auf dem Bildschirm, gar nicht so absurd sind, sondern viel mehr eine leichte Überspitzung der aktuellen Gesellschaft darstellen. So muss Satire sein!

 

Platz 3: Cruella

Das eigentliche Highlight 2021 besteht aus geöffneten Kinos! Endlich können wir wieder mit Popcorn und Nachos auf der großen Leinwand unserem Hobby frönen. Im Mai des vergangenen Jahres öffneten die Lichtspielhäuser hierzulande wieder ihre Pforten und konnten mit Cruella direkt einen Disney-Kracher der Extraklasse zeigen. Vielleicht war es die Euphorie, dass die Kinos wieder geöffnet hatten – oder aber Cruella ist ein wirklich guter Film. Für mich ist es zweiteres. Cruella ist zwar ein bisschen lang, kann jedoch mehr als vortrefflich unterhalten. Emma Stone als Antiheldin ist eine Wucht und trägt dieses humorvolle, aber auch emotionale Abenteuer. Ich freue mich schon jetzt auf den bestätigten zweiten Teil.

 

Platz 2: Spider-Man: No Way Home

Wie? Spider-Man ist nicht auf dem ersten Platz gelandet? Nein, denn tatsächlich konnte mich ein Film in diesem Jahr noch mehr überzeugen als die wirklich gelungene Rückkehr der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft. No Way Home bietet in erster Linie Fanservice per excellence – und erzählt dabei eine wirklich coole Geschichte. Klar, die Story mag auch ihre Makel haben, passt aber wunderbar in dieses knallige Popcorn-Kinoevent. Einen größeren Hype-Film gab es dieses Jahr wohl kaum. Und das Tolle daran ist, dass No Way Home diesem Hype standhalten konnte. An dieser Stelle seien dann noch ein paar honorable Mentions erwähnt, die es nicht in meine Top 5 geschafft haben, aber dennoch einen Blick wert sind: Im Horrorsektor hätten wir da Candyman und A Quiet Place 2. Wer es lustig mag, schaut sich A Suicide Squad oder Free Guy an und wer auf besondere Epik im Kino steht, sollte Dune auf sich wirken lassen. Alles gute und starke Filme, doch die Krone gebührt 2021 einem anderen Streifen.

 

Platz 1: Last Night in Soho

Last Night in Soho ist nicht nur das neuste Werk von Kultregisseur Edgar Wright, sondern auch mein Film des Jahres 2021. Und ich weiß, dass viele beeindruckende Werke hier gar keine Erwähnung gefunden haben – doch auch der Pile of Shame musste 2021 natürlich anwachsen. The French Dispatch, The Last Duell, Tick Tick … Boom!, Pig, Nomadland oder Stillwater sind nicht vergessen, sondern nur aufgeschoben! Kommen wir aber zurück zu meinem Sieger: Last Night in Soho ist ein Edgar-Wright-Film durch und durch. Das bedeutet, dass vor allem Musik eine große Rolle spielt. Ganze Szenen sind auf den Takt der Musik geschnitten. Die Atmosphäre ist so unfassbar dicht, dass man mit der Hauptfigur ins London der Vergangenheit einzutauchen scheint. Last Night in Soho ist beileibe kein rundum perfekter Film, doch eine Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen wird. Ich wurde von keinem Film 2021 so mitgerissen, wie von diesem Mystery-Thriller-Crime-Mischmasch.

 

Meine Gurke des Jahres 2021:

Zu viel Fanservice

Müsste ich einen Film zur Gurke des Jahres 2021 benennen, wäre das mit Sicherheit Matrix Resurrections. Ganz so einfach wollte ich es mir aber nicht machen. Daher habe ich überlegt, was mich an diesem Film so gestört hat und ob ich dieses Etwas noch in anderen Filmen 2021 finden kann. Und tatsächlich bin ich fündig geworden: Matrix 4 strotzt nur so vor Fan-Service. Nun könnte man sagen, dass Spider-Man: No Way Home genau das auch macht, doch da möchte ich entgegnen: Ja, aber die Dosierung ist nicht so extrem. Spider-Man liefert den Fans genau das, was sie sehen wollen, erhält sich dabei aber eine eigene Identität. Der aktuelle Spider-Man, gespielt von Tom Holland, entwickelt sich zum Beispiel weiter, leidet und muss folgeschwere Entscheidungen treffen. Matrix Resurrections macht das nicht und erzählt nicht nur eine völlig überflüssige Geschichte, sondern ertrinkt dabei noch in überflüssigen Selbstreferenzen und Wiederholungen aus alten Filmen. Dem Film fehlt dabei die eigene, neue Identität. Ein ähnliches Schicksal ereilt Resident Evil: Welcome to Raccoon City. Vom Stil und der Optik müsste der Film eigentlich Anklang bei Resi-Fans finden. Doch leider versteht es der Film nicht, wie Fanservice zu dosieren ist. Die Macher werfen einfach ALLES in den Resident-Evil-Topf, was bei drei nicht auf dem Baum ist – Sinn hin oder her. So passiert es dann, dass mehrere Spiele in einen knapp zweistündigen Film gepresst werden und am Ende kaum noch etwas Sinn ergibt. Weniger Fanservice wäre auch hier mehr gewesen. Für kommende von Fans heiß erwartete Projekte wünsche ich mir mehr Mut zum Scheitern. Die Vorlage oder die Wünsche der Fans einbeziehen, aber dabei nicht blind auf Sinn und Verstand pfeifen. Traut euch etwas Neues und bietet den Fans genau die richtige Dosis Service!


Julia Dohm


'Meine Top 5 Movies im Jahr 2021
  1. Spider-Man: No Way Home
  2. Encanto
  3. Tick Tick Boom
  4. Eternals
  5. Ghostbusters: Legacy

Platz 5: Ghostbusters: Legacy

Last but not least: Ebenfalls ein Film, den ich im Vorfeld gar nicht so auf dem Schirm hatte. (Viele unverhoffte Überraschungen auf dieser Liste.) Ich erinnere mich daran, dass ich vor drei oder vier Jahren mit meiner Schwester alle Ghostbusters-Filme hintereinander gesehen haben und wir beide sehr enttäuscht vom zweiten Teil waren (und über den 2016er sprechen wir nicht). Als ich dann gesehen habe, dass ein neuer Teil rauskommt, war ich sehr skeptisch. Zum Glück war diese Skepsis völlig unbegründet und statt einer weiteren schlechten Kopie des Originals sah ich mir eine liebevolle Hommage an, die ihre Hausaufgaben gemacht hatte. Im Vordergrund steht das erste Mal ein komplexer weiblicher Charakter, der Thema Familie ist in jeder Minute präsent und der Film trieft nur so vor Easter Eggs und cleveren Anspielungen. Rundum macht der Film einfach Spaß. Und das Ende war so unerwartet schön, dass ich mir das ein oder andere Tränchen verdrücken musste. Mit meiner Schwester ist auf jeden Fall schon ein weiterer Ghostbusters-Filmeabend geplant, diesmal allerdings nur mit dem Original und Legacy.

 

Platz 4: Eternals

…und natürlich hat es ein zweiter Marvel-Blockbuster auf meine Liste geschafft (aber im Ernst, wen überrascht das schon?) Allzu viel möchte ich gar nicht sagen, denn wir haben schon im Podcast zwei Stunden lang in aller Ausführlichkeit darüber geredet, warum der Film ein Meisterwerk ist. Die für mich wichtigsten Punkte zusammengefasst: Es fühlt sich nicht an, wie ein epischer „Schaut mich an, ich bin Superheld und das ist meine Geschichte“ MCU-Film (nicht, dass daran etwas schlimm wäre, aber es ist eine erfrischende Abwechslung, von der ich nicht wusste, dass ich sie gebraucht habe). Es geht um eine Gruppe Individuen, die unheimlich divers aufgestellt ist. Verschiedenste Hautfarben, Geschlechter und sexuelle Orientierungen tauchen hier gleichermaßen auf und niemand steht etwas mehr im Fokus als andere wegen einem dieser Attribute. Die Hauptprotagonistin ist eine nicht-weiße Frau. Der Antagonist ist der konventionelle straight white male. (Und einfach der Flex, Richard Madden zu casten und ihn zum Bösewicht zu machen… grandios.) Wir sehen das erste Mal explizit (!!!) einen homosexuellen Charakter und bekommen sogar einen Einblick in dessen Familie. Harry Styles. Der Film ist im Grunde eigentlich ein Liebesbrief an die Erde und die Menschheit und es wird einem ganz warm ums Herz beim Schauen. Chloé Zhao führt Regie und diese Frau versteht etwas von ihrem Handwerk – Eternals ist vielleicht der schönste Marvel-Film aller Zeiten. Dane Whitman will eine Giraffe sein. Der große Konflikt des Films ist eigentlich eine Metapher für die Abtreibungs-Debatte und positioniert sich ganz klar auf der Pro-Choice-Seite. Ich könnte stundenlang weitermachen. Tu ich aber nicht. Stattdessen geh ich vielleicht noch mal ins Kino.

 

Platz 3: Tick Tick Boom

Für mich sehr überraschend kam dieses Jahr Tick Tick Boom, ein Film nach dem gleichnamigen semi-autobiographischen Musical von Jonathan Larson. Larson, der Erschaffer des revolutionären Musicals Rent, wird bis heute als einer der wichtigsten Einflüsse auf den Broadway der letzten paar Jahrzehnte gehandelt. Als Tribut an ihn ist in diesem Jahr Tick Tick Boom exklusiv auf Netflix erschienen. Unter der Regie von Lin-Manuel Miranda, der ja selbst eine Broadway-Größe ist, und mit Andrew Garfield in der Rolle des Jonathan Larson ist hier eine wunderschöne Adaption eines Musicals entstanden, von dem ich als relativer Newbie in der Szene bisher noch gar nichts gehört hatte. Die Handlung dreht sich um Larson selbst, der als Kellner in New York arbeitet und nebenbei versucht, sein erstes eigenes Musical fertigzustellen. Mit dem Wunsch, das vor seinem dreißigsten Geburtstag zu schaffen, setzt er sich selbst unheimlich unter Druck und er findet sich in einem Wirbelwind aus Problemen wieder. Muss er seinen Durchbruch wirklich noch wie seine Idole in seinen Zwanzigern schaffen oder ist später okay? Kann er Kompromisse in seiner kreativen Arbeit eingehen, um damit den Menschen in seinem Umfeld entgegenzukommen? Kann er zum Beispiel weg aus New York ziehen, damit seine Freundin Susan ein Jobangebot annehmen kann? Oder wie sein bester Freund Michael sein Licht unter den Scheffel stellen, dafür aber endlich gutes Geld verdienen? Was heißt es eigentlich, einen Traum zu haben und wo muss man bei der Umsetzung dieses Traums, dieser Vision, Grenzen setzen?

Tick Tick Boom kam für mich aus dem Nichts und hat mich wirklich getroffen, auf die bestmögliche Art und Weise. Als jemand, der selbst gern in den Künsten arbeiten möchte, sind viele der Sorgen Larsons etwas, in dem ich mich selbst wiederfinden kann und das hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt. Zwischen Humor und Ernst, Beziehungsdrama und der Arbeit im Diner, komplizierten Freundschaften und der Musik ist hier ein mitreißendes Musical entstanden, das einen als Zuschauer*in vollkommen gefangen nimmt und bis zum Ende festhält. Einen großen Teil macht natürlich auch die Musik aus, die in jeder Situation einfach perfekt ins Geschehen passt und einem noch Tage später im Ohr ist. Larson wusste eben ganz genau, was er tat und Andrew Garfield hat, zu meiner großen Überraschung, eine wirklich gute Performance im Aufnahmestudio hingelegt. Generell ist Garfield die perfekte Besetzung für diese Rolle und wird, wenn ich richtig informiert bin, sogar für einen Oscar in Erwägung gezogen. Meiner Meinung nach hat er den absolut verdient.

 

Platz 2: Encanto

Für einige vielleicht unerwartet, für die, die mich kennen eigentlich ganz klar: Encanto hat mit Spider-Man um den ersten Platz in dieser persönlichen Top 5 gerungen. Ich bin seit meiner Kindheit riesiger Disney-Fan und als dann noch bekannt wurde, dass Lin-Manuel Miranda an der neuesten Produktion aus dem Hause Disney mitgewirkt hat, war die Freude groß. Und das absolut berechtigt. Meiner Meinung nach ist Encanto nicht nur einer der besten Filme des Jahres, sondern einer der besten Disney-Filme der letzten paar Jahre. Im Fokus steht Mirabel, ein junges Mädchen, das als einzige in ihrer Familie nicht mit einer magischen Gabe ausgestattet worden ist und sich deshalb nicht zugehörig oder nicht gut genug fühlt. Doch dann liegt es an ihr, die Magie zu bewahren und sie muss sich mit der dunklen Vergangenheit ihrer Familie auseinandersetzen.

Natürlich ist Encanto ein unheimlich schöner und witziger Kinderfilm. Aber gleichzeitig ist er auch so, so viel mehr als das. Nicht nur, dass das erste Mal eine lateinamerikanische Familie im Vordergrund steht, auch die eigentlichen Themen des Films sind viel ernster, als er auf den ersten Blick vermuten lässt. Im Grunde geht es um Trauma, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und wie es schließlich verarbeitet und überwunden werden kann und muss, um in eine bessere Zukunft blicken zu können. Jedes Mitglied der Familie Madrigal ist ein unheimlich gut ausgearbeiteter Charakter und auch die, die keinen Solo-Song oder eigenen B-Plot haben, sind eindeutig viel komplexer als sich im Film zeigen lässt und am Ende wünscht man sich, jede*r einzelne hätte mehr Screentime bekommen. (Disney, wo bleibt die Spin-Off-Serie??) Geschmückt ist das Ganze mit grandiosen Songs, die allesamt absolutes Ohrwurm-Potenzial haben. Rundum ein perfekter Disney-Film, der für mich sofort ein Comfort-Movie geworden ist. (Ob ich ihn mir schon viel zu oft auf Disney+ angesehen habe? Absolut.)

 

Platz 1: Spider-Man: No Way Home

Diese Entscheidung ist mir, entgegen meiner eigenen Erwartungen, echt nicht leicht gefallen und eine ganze Zeit lang haben mein Platz eins und mein Platz zwei um diese Position auf dem Siegertreppchen gekämpft. Schlussendlich hat aber doch der neue Spider-Man gewonnen, denn sind wir mal ehrlich: Der Film war das absolute Highlight meines Jahres, auf das ich mich monatelang gefreut habe. In einer perfekten Komposition aus Nostalgie und dem klassischen MCU-Feeling ist es den Marvel Studios gelungen, einen fast perfekten Superhelden-Film zu machen. No Way Home hat alles, von einem komplexen Protagonisten über Bösewichte, mit denen man mitfühlt und einigen der besten Nebencharaktere, die ich im MCU seit langem gesehen habe. Ned und MJ sind die perfekte Ergänzung für einen Peter Parker, der nicht mehr weiß, wo oben und wo unten ist, nachdem ihm durch Mysterios Video der Boden unter den Füßen weggerissen worden ist. Doctor Strange ist wie gewohnt als die Stimme der Vernunft zu sehen, allerdings emotionaler und mitfühlender als in Infinity War und sich durchaus bewusst, dass Peter noch ein Kind ist, das mehr Trauma durchgemacht hat, als irgendjemand das jemals tun sollte. Und Tante May… puh, mir kommen die Tränen. Dazu kommen dann noch die Cameos aus den älteren Spider-Man-Filmen, bei denen es mir im Kino ganz warm ums Herz geworden ist. Insgesamt schließt No Way Home die erste Holland’sche Spider-Man-Trilogie perfekt ab und somit auch die Origin-Story des MCU-Peters. Und ja, es gibt das ein oder andere kleine Logik-Loch, aber bei einem so gigantischen Film mit dermaßen großem Einfluss auf das MCU-Geschehen ist das auch schon fast zu erwarten gewesen – besonders, da wir jetzt endlich den ersten Einblick ins Multiversum bekommen haben (wenigstens in einem Film). Ich könnte noch viel, viel mehr zu No Way Home sagen, aber mein Punkt ist eigentlich: Trotz ein paar kleiner Schwächen haben die Marvel Studios meine Erwartungen doch noch übertroffen und dieser Film war für mich ein fast perfekter Abschluss des Kino-Jahres 2021.

 

Meine Gurke des Jahres 2021

Der Shitstorm rund um Marvel’s Eternals

Für diese Entscheidung habe ich sehr lange gebraucht, vor allem, da ich eigentlich größtenteils sehr gute Film- und Kinoerlebnisse hatte. Und an die Filme, die mich dann enttäuscht haben, hatte ich von vornherein gar keine so großen Erwartungen. Nach langem Hin und Her habe ich mich also dazu entschlossen, etwas anderes zu meiner Gurke des Jahres zu küren: Nämlich das durchweg durchwachsene Feedback zu Marvel’s Eternals. Bereits vor dem Startwochenende trudelten die ersten Kritiken ein, die enttäuscht von dem größten Flop in der Geschichte der Marvel-Studios sprachen und auch die Stimmen, die nach Release laut wurden, bestätigten diese Meinung. Lennart und ich haben bereits in der entsprechenden Podcast-Folge darüber gesprochen, aber ich sage es gern noch einmal: Dieser Film hat nicht den weißen, heterosexuellen cisgender-Mann als Zielgruppe. Das ist ganz eindeutig. Ein riesengroßer Teil der negativen Kritiken kam allerdings genau von diesem Klientel. Und genau hier liegt das Problem: denn Eternals war ein grandioser Film. Nur eben nicht das, was eben diese Gruppe von einem Marvel-Film kennt und hier auch sicherlich erwartet hat. Anstatt allerdings zu sagen „Hey, dann muss ich eben etwas über den Tellerrand hinaus schauen und meinen Horizont erweitern“ lautete der Konsens „Ist ein scheiß Film.“ Komplett unberechtigt, natürlich. Das hat mir (und vielen, vielen anderen Fans) nur mal wieder deutlich aufgezeigt, dass sich etwas in der Filmwelt ändern und dass mehr Raum für Repräsentation geschaffen werden muss. Mehr Jobs für nicht weißte, nicht männliche, nicht heterosexuelle und nicht cisgender Menschen in der Filmindustrie sind notwendig und stellen eine Bereicherung dar – wie wir in Eternals eindeutig gesehen haben.

Also, lange Rede, kurzer Sinn: Diese Reaktion auf einen Film, der meiner Meinung nach einer der besten Marvel-Filme jemals war und eine erfrischende Abwechslung zum gewohnten „Explosion! Boom! Schaut euch den tollen Helden an!“ bot, hat mich echt enttäuscht. Für mich eine wahre Gurke.


Lennart Hoffmann


Meine Top 5 Movies im Jahr 2021
  1. Nomadland
  2. Eternals
  3. Minari
  4. Ghostbusters Legacy
  5. Dune

Platz 5: Dune

Kommen wir zu einem der größten Blockbuster des Jahres, Dune. An den Kinokassen sehr erfolgreich, dennoch nicht ohne Kritiker, und das zurecht. Man merkt dem Film an, dass er nur einen Teil der Geschichte erzählt, und mindestens einen weiteren Film braucht. Doch ein zweiter Teil ist bereits angekündigt, und irgendwann werden wir diese Filme, ähnlich wie Herr der Ringe oder andere Reihen, nur noch als Ganzes betrachten. Bis dahin können wir uns an Dunes grandiosen Bildern und seiner Aufgabe erfreuen. Denn während die meisten Kinos hierzulande viele Monate geschlossen waren, und immer mehr Filme auf diverse Streamingdienste verschoben wurden, wurde die Frage immer lauter, ob die Stunde des Kinos geschlagen hätte. Auch ich habe mir diese Frage gestellt, und Dune hat diese Frage mit einem deutlichen Nein beantwortet. Solange es Filme wie Dune gibt, die offensichtlich fürs Kino gemacht wurden, können wir Filmfans uns sicher sein, dass das Kino nicht verschwindet. Danke Dune.

 

Platz 4: Ghostbusters: Legacy

Ghostbusters: Legacy folgt dem beliebten Trend, alten Filmreihen neues Leben einzuhauchen. Und anders als manch anderer Versuch ist es hier ein voller Erfolg. Ein wunderbar erfrischender Spin zu einem altbekannten Format, steht auch hier eigentlich etwas anderes im Mittelpunkt. Den Kern des Films bildet nämlich die Familiengeschichte um Egon Spengler, einen der originalen Ghostbuster, und seine Nachfahren. Zu sehen, wie diese anfangs so komplizierte und zerrüttete Familie mithilfe der Geschichte der Ghostbusters wieder zusammenfindet ist eines der schönsten Filmerlebnisse des Jahres, und gerade in so schwierigen Zeiten wie jetzt eine herzerwärmende Abwechslung.

 

Platz 3: Minari

Auch Minari ist nicht gerade das, was heutzutage Mainstream Kino ist. Und auch im Fall von Minari ist das sehr schade. Denn dieser Film erzählt eine wunderbare Geschichte über Familie, die Probleme von Einwanderern, und die eigene kulturelle Identität. Auch hier haben wir einen Film, der bei den Oscars stark vertreten, jedoch nicht so erfolgreich war. Dennoch ist auch dieser Film über eine Familie von koreanischen Einwanderern in den USA und ihrem Traum vom American Dream absolut sehenswert.

 

Platz 2: Eternals

Kommen wir von einem Einzelstück zum größten aktuellen Franchise, nämlich Marvel. Wieder einmal haben wir es mit einem Werk von Chloé Zhao zu tun, und wieder einmal zeigt sie, warum sie eine der besten Regisseurinnen ist. In einer so etablierten Reihe wie dem MCU etwas Neuartiges zu schaffen ist keine leichte Aufgabe, und auch wenn bestimmt nicht alles glatt gelaufen ist, ist es ihr dennoch gelungen. Eternals ist ein erfrischender Gegenvorschlag zu dem, was wir inzwischen von einem Superheldenfilm erwarten. Eine weit gespannte Geschichte über eine Gruppe und ihre Beziehungen, die fast schon zufällig alle unsterblich sind und Kräfte besitzen, bei denen selbst die Avengers dumm gucken. Längst nicht für jeden etwas, für mich jedoch eine willkommene Abwechslung von der inzwischen altbekannten Formel.

 

Platz 1: Nomadland

Zwischen all den Blockbustern und Franchises, die auch 2021 stark gefüttert wurden, ist mein bester Film des Jahres das genaue Gegenteil. Chloé Zhaos minimalistisches Meisterwerk ist bei den Oscars vollkommen zurecht als Bester Film ausgezeichnet worden. Es ist eine Rückbesinnung auf das, was im Film alles möglich ist. Und zwar nicht durch das, was gezeigt oder gesagt wird, sondern durch das, was eben nicht passiert. Es ist jedem selbst überlassen, die Lücken zu füllen. Und obwohl es eigentlich nicht viel zu sehen gibt, keine tiefgründigen Dialoge, nicht mal eine groß erkennbare Handlung, ist es dennoch, oder auch genau deswegen, einer der packendsten Filme, die ich 2021 gesehen habe. Definitiv einen Blick Wert für alle, die diesen Film noch nicht gesehen haben.

 

Meine Gurke des Jahres 2021

Review bombing von Eternals

Review bombing ist mittlerweile eine verbreitete Praxis der Fangemeinden, Entwickler oder Filmstudios wissen zu lassen, was sie von ihren Entscheidungen halten. Leider ist diese manchmal sinnvolle Herangehensweise im Fall von Eternals komplett missbraucht worden. Schon vor Kinostart war bekannt, dass es in Eternals nicht nur den ersten offen schwulen Superhelden, sondern auch einen Kuss zwischen ihm und seinem Partner zu sehen geben wird. Was eigentlich ein starkes Zeichen sein sollte führte jedoch dazu, dass noch vor Filmstart viele…..sexuell nicht sehr progressive Menschen dem Film mit schlechten Reviews regelrecht bombardierten. Dabei machten sie nichtmal einen Hehl aus ihrer Motivation oder der Tatsache, dass sie den Film gar nicht gesehen haben. In einem Jahr, in dem Filme wie eben Eternals oder auch Venom große Schritte zu einer längst überfälligen Repräsentation nicht nur, aber auch von LGBTQ getan haben, ist solch ein rückständiges Verhalten absolut fehl am Platz. Homophobie hat in unserer Gesellschaft nichts verloren, und deshalb ist dieses Armutszeugnis viel zu vieler Menschen meine Gurke des Jahres.


Fabian Konschu


Meine Top 5 Movies im Jahr 2021
  1. Dune
  2. Der Rausch
  3. Spider-Man: No Way Home
  4. The Suicide Squad
  5. Zack Snyder’s Justice League

Während 2021 recht wenig Games erschienen sind, die mich wirklich vom Hocker gehauen haben, zog es mich dafür umso öfter ins Kino. Wobei der erste Film in meiner Liste gar nicht erst in die Kinos kam. Die Rede ist von Zack Snyder’s Justice League – mein Platz fünf. Der original Justice League Film von 2017 war für mich eine herbe Enttäuschung. Zwar ist die neue Version von Snyder bei weitem nicht perfekt, aber die Inszenierung und die Stimmung im Film haben mich als großer Comic-Fan begeistert. Wenn ich die Wahl zwischen DC und Marvel Comics habe, entscheide ich mich in der Regel für Ersteres. In Sachen Filme hatte aber Marvel stets die Nase vorn. Aber auch mein vierter Platz beweist, dass es bei DC funktionieren kann. The Suicide Squad war so abgedreht, so humorvoll und so voll von Quatsch, dass ich den ersten Schund-Teil von 2016 glatt vergessen habe. An einen Marvel-Knaller kamen die beiden Filme aber meiner Meinung nach nicht ran: Spider-Man: No Way Home. Wie erkläre ich meinen dritten Platz, ohne zu spoilern? Sagen wir es so: Meist gehe ich einfach gut unterhalten aus einem Marvel-Film. Ab und an fühle ich mich sogar etwas ergriffen, wie zum Beispiel in Avengers: Endgame. Spider-Man: No Way Home bohrte aber noch einmal tiefer. Ein Muss für Spider-Man Fans.

Mein zweiter Platz tanzt etwas aus der Reihe, denn er ist keine Comic-Verfilmung. Der Rausch von Thomas Vinterberg. Eine Gruppe Lehrer, die ein Experiment wagen: den Alkoholpegel oben halten, um so glücklicher und selbstbewusster durchs Leben zu gehen. Dass das nicht ewig gut gehen kann, war absehbar. Doch der Film schafft es dabei dem Thema Alkohol eher neutral und nüchtern (no pun intended) zu begegnen und sowohl Licht- als auch Schattenseiten des Sorgenbechers zu veranschaulichen. Insbesondere der Cast in der Rausch macht hierbei einen guten Job – Mads Mikkelsen ist aber auch einfach ein hervorragender Schauspieler. Der Film des Jahres wurde allerdings ein anderer Film für mich: Dune. Ich habe den Eindruck, dass wir nur noch selten wirklich neue und originelle Filme bekommen. Dune ist so eine Ausnahme. Wirklich jede einzelne Schauspielerin und jeder einzelne Schauspieler tragen diesen Film. Sei es Timothée Chalamet, Zendaya, Stellan Skarsgård oder Rebecca Ferguson – sie alle passen genau auf ihre Rollen. Und dann noch diese bildgewaltigen Szenerien. Noch nie sah Wüste schöner aus. Denis Villeneuve ist meiner Meinung nach der beste Regisseur unserer Zeit. Ich glaube, Dune könnte der Beginn eines epischen und monumentalen Film-Franchises sein.


Vivien Ziermann


Meine Top 5 Movies im Jahr 2021
  1. Dune
  2. Antlers
  3. Free Guy
  4. Conjuring 3
  5. Malignant

Leider konnte ich auf Grund der geltenden Corona-Verordnungen auch in diesem Jahr nicht alle Highlights der filmischen Inszenierung genießen, weshalb Titel wie Spiderman: No Way Home oder James Bond nicht in meiner Liste auftauchen werden. Dennoch gab es auch bei mir Filme, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Spoiler-Alarm, die Liste wird recht Horror-lastig.

Los geht’s Malignant. Besonders interessant an diesem Horrorstreifen fand ich das Konzept der multiplen Persönlichkeiten. Leider ist das Ende ein wenig misslungen, weshalb es nur für Platz 5 gereicht hat. Auch auf Platz 4 hat es ein Horrorfilm geschafft, und zwar Conjuring 3. Als Fan der Reihe habe ich mich sehr auf den neuen Teil gefreut und die erste Hälfte des Films hat meine Erwartungen voll erfüllt. Leider hat die Qualität gen Ende zunehmen abgenommen, was den Gesamteindruck geschmälert hat. Auf den 3. Platz hat es Free Guy geschafft. Zwar war ich anfangs recht skeptisch, da die Vergangenheit gezeigt hat, dass man Videospielverfilmungen mit Vorsicht zu genießen hat. Doch als die Kernaussage des Films deutlich wurde, habe ich zunehmen Gefallen an ihm gefunden. Meiner Ansicht nach hat er sehr viel Witz und Charme, zusammen mit einer gehörigen Portion Nostalgie hat er sich den 3. Platz mehr als verdient. Natürlich hat es auch ein Horrorfilm aufs Treppchen geschafft. Den 2. Platz hat sich Antlers gesichert. Dieser doch eher unbekannte Titel hat meine Erwartungen weit übertroffen. Er hatte ein spannendes und interessantes Konzept, kam beinahe ohne jegliche Jump-Scares aus und sorgte doch für jede Menge Gänsehaut. Die Vergabe des 1. Platz ist wohl wenig überraschend, denn er geht an Dune. Mit interessanten Charakteren, guten Effekten und einer spannenden Geschichte ist dieser Titel ein klasse Auftakt und eine gute Einführung in eine spannende neue Welt. Tatsächlich war er für mich so gut gelungen, dass ich mir direkt die Buchvorlage zum Film besorgt und verschlungen habe.

 

Selten war die Entscheidung so knapp wie dieses Mal!
Unser Movie of the Year 2021 geht an….

Und das Ergebnis aus unserer Redaktion steht fest. “Dune” hat sich in einige Top 5 Listen von uns reingemogelt und fährt deshalb als Erstes ins Ziel ein und ist unser Movie of the Year 2021. Neben den Oscar-Verleihungen ist das wohl die größte Ehre, die einem Unterhaltungsmedium zuteilwerden kann. Als unumstritten kann man die Wahl vielleicht nicht bezeichnen. Nicht alle würden zustimmen, wenn jemand in den Raum werfen würde, “Dune” sei das Beste was 2021 zu bieten hat. Natürlich lässt sich nicht darüber streiten, dass wenn es um die technische Inszenierung, das Design und den Sound geht, “Dune” eine wahre Meisterleistung der Filmkunst darstellt. Aber trägt das auch in andere Bereiche über, wie dem Drehbuch und der schauspielerischen Leistung? Womöglich nicht so ganz und dafür lassen sich bestimmt viele gute Argumente hervorbringen. Dennoch würde ich sagen, lässt sich die Wichtigkeit und Präsenz von “Dune” für die Kinobranche nicht verneinen.

Eine so gewaltige, fantastische und epische Geschichte ähnlicher Ausmaße, gab es schon lange nicht mehr. Zwar handelt es sich hier nur um den Einstieg in den Epos und das mag einige Leute gelangweilt oder auch enttäuscht in die Kinositze fallen lassen, aber gleichzeitig ist eine Art Hoffnungsschimmer und Versprechen. Ein Versprechen, dass bald ein zweiter Teil mit einem noch viel spektakulären Erlebnis auf uns wartet, aber auch ein Versprechen ans Kino und an die Kinogänger*innen. Man braucht sich keine Sorgen machen, denn selbst zu Pandemie Zeiten, wird es Menschen geben, die uns mit monumentalen Abenteuern einnehmen möchten. Und wenn “Dune” für genau das stehen soll, dann hat Denis Villeneuve es verdient, sich den NAT Preis für den besten Film des Jahres abzuholen.

Movie 2021

Dune
  • Amazon Prime Video (Video on Demand)
  • Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac (Schauspieler)
  • Denis Villeneuve (Regisseur) - Jon Spaihts (Autor) - Mary Parent (Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

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Tobias
Geschrieben von Tobias Liesenhoff
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