Unser Game of the Year 2021

Wieder ist ein Jahr vorbei und erneut mussten wir leider aufgrund der Pandemie viele Verschiebungen und unausgereifte Titel über uns ergehen lassen. Nichtsdestotrotz haben wir uns innerhalb der Redaktion hingesetzt und unsere jeweiligen Top 5 zusammen getragen, um das Game of the Year 2021 zu küren. Bei der Entscheidung haben wir auf unser Punktesystem zurückgegriffen, welches sich in den letzten Jahren bewehrt hat. Für alle, die zum ersten Mal dabei sind eine kurze Erläuterung: Jedes Spiel, das es bei einem unserer Redakteure*innen auf die Top 5 geschafft hat, erhält entsprechend seiner Platzierung Punkte. Der erste Platz erhält 5 Punkte, der zweite 4 usw. Diese werden addiert und das Spiel mit den meisten Punkten erhält den Titel “Game of the Year” und wird mit dem entsprechenden Award ausgezeichnet. So viel zum Punktesystem. Ohne weitere Vorrede stellen wir euch nun unsere Highlights des vergangenen Jahres vor. Viel Spaß!

 

Alexander Schürlein

Meine Top 5 Games im Jahr 2021
  1. Final Fantasy XIV: Endwalker
  2. Pathfinder: Wrath of the Righteous
  3. NEO: The World Ends with You
  4. Tribes of Midgard
  5. Kena: Bridge of Spirits

Platz 1: Kena: Bridge of Spirits

Bei Kena handelt es sich wohl um DEN Überraschungshit des Jahres. Mit dem knuffigen Pixar-Look, den umwerfend-fluffigen Rot und einer emotionalen Geschichte schlich sich der Indie-Titel der Spieleschmiede Ember Lab in das Herz vieler Spieler*innen. Und auch, wenn es zuweilen etwas das Gefühl vermittelte, mehr und größer zu sein, als es war, hatte ich mit Kena: Bridge of Spirits großen, wenn auch kurzweiligen, Spaß. Seine spielerischen und erzählerischen Schwächen machte das Projekt mit einer riesigen Portion Charme einfach wieder wett.

 

Platz 2: Tribes of Midgard

Mit Tribes of Midgard kommen wir zur nächsten Indie-Überraschung meiner Top 5. Der Wikinger-Multiplayer kommt mit einer bunten Mischung aus verschiedenen Genres daher und mixt sie zu einem gelungenen Spielerlebnis für bis zu zehn Menschen, die sich bauend, kämpfend und sammelnd ihre eigene Saga aufbauen und sich ihren Weg zurück über den Bifröst verdienen. Zwar baut sich nach einiger Zeit eine gewisse Routine auf, die jedoch gut überwunden werden kann, wenn man das Spiel so genießt wie es gedacht ist: Mit Freunden.

 

Platz 3: NEO: The World Ends with You

Knapp 14 Jahre nach Erscheinen des ersten Teils erschien mit NEO nun das Sequel zu einem Franchise, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Mit einer mitreißenden Story, sympathischen Charakteren, innovativen Kampfsystem und einem peppigen Soundtrack gehört auch der Nachfolger definitiv zu meinen Lieblingsspielen im Jahr 2021. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, gekoppelt mit ein, zwei Prisen Witz und einem Gameplay, dass mich auch nach einiger Zeit wieder zum Controller greifen lassen wird.

 

Platz 4: Pathfinder: Wrath of the Righteous

Ähnlich wie meine Plätze 4 und 5 läuft auch Platz 2 unter dem Motto „Es muss nicht immer AAA sein“.  Mit Pathfinder: Wrath of the Righteous erschien dieses Jahr nun schon der zweite Ableger der Pen and Paper Adaptionen aus dem Hause Owlcat Games. Selten hat mich ein Rollenspiel so mitgerissen und gefesselt wie Pathfinder: Wrath of the Righteous. Die Liebe und der Detailreichtum, den die Spieleschmiede hier in diese Masse an Spiel gegossen haben, hat mich ehrlicherweise etwas überwältigt. Nicht selten musste ich mich dabei ertappen, wie ich mich in längeren Spielsessions verlor, als ich eigentlich geplant hatte. Hier wurde so ziemlich alles richtig gemacht, um einen Fan des klassischen Rollenspiels und des gleichnamigen Pen and Papers glücklich zu machen – eingeschlossen auch mich.

 

Platz 5: Final Fantasy XIV: Endwalker

Mein absolutes Highlight dieses Jahr ist mit Abstand die nun vierte Erweiterung von Final Fantasy XIV. Mit Endwalker fand eine uns nun schon viele Jahre begleitende Saga ihr würdiges, episches und treffendes Ende. Was für eine Achterbahn der Gefühle! Das Storytelling ist seit jeher eine der größten Stärken des immer beliebter werdenden MMORPGs aus dem Hause Square Enix und der bisher gesteckte, schon sehr hohe Maßstab wurde damit abermals übertroffen. Wer hier jetzt denkt: „Jaha! Aber eine Erweiterung ist ja kein ganzes Spiel!“ mag zwar Recht haben, dennoch führt genau diese Erweiterung dazu, dass FF XIV für mich dieses Jahr ohne Zweifel mein persönliches Game of the Year ist – aus vielerlei Gründen. Sei es die sich kontinuierlich verbessernde Qualität des Spiels in sämtlichen Belangen, die herzliche Community, der Umgang mit der momentanen Loginbelastung – Square Enix macht hier im Vergleich zu anderen MMOs vieles sehr richtig und deshalb ist FF XIV mit Endwalker für das Jahr 2021 definitiv mein Game of the Year.


 

Christian Koitka

Meine Top 5 Games im Jahr 2021
  1. Halo Infinite
  2. Psychonauts 2
  3. Deathloop
  4. Age of Empires 4
  5. Hitman 3

Platz 1: Halo Infinite

Die erzählerische Brücke zu Teil 5 ist fragwürdig, die offene Welt bietet sehr generische Aktivitäten, verschiedene Biome (Dschungel, Sümpfe, Eiswüsten etc.) sucht man vergeblich und der Koop-Modus fehlt zum Start. Warum es trotzdem auf Platz 1 landet? Ein besseres Gunplay wird man im gesamten Genre kaum finden! Die Story hält bei Laune und lässt mich erneut tief in die Lore abtauchen. Die Freiheiten zur Erkundung der Welt und meine UNSC-Soldaten auf meinen Warthog oder Scorpion zu scheuchen, um dann für Chaos in gegnerischen Außenposten zu sorgen macht so unglaublich viel Spaß, dass Halo Infinite es dann doch irgendwie auf Rang 1 schafft. Ich hoffe ich muss zukünftig nicht wieder so lange auf dich warten, Chief.

 

Platz 2: Psychonauts 2

An Kreativität und Ideenreichtum kommt dieses Jahr nichts an Psychonauts 2 vorbei. Auch nach mehreren Stunden denkt man sich: „Jetzt haben sie aber ihr Pulver verschossen“, und schwupps werde ich eines besseren belehrt. Double Fine begeistert mit einem tollen Level Design, spaßigen Gameplay und wahnsinnig viel Humor. Okay, die Story ist durchschnittlich und viele Charaktere bleiben blass. Aber so wirklich ins Gewicht fällt das nicht, da ständig so viele Dinge im Spiel passieren, dass ich kaum Zeit habe mich an irgendwelchen Sachen zu stören. Psychonauts 2 hat bleibt mir definitiv im Gehirn. schmunzel

 

Platz 3: Deathloop

Eine 10/10? Nein. GOTY-Anwärter? Nein, zumindest nicht bei mir. Aber ein verdammt tolles Spiel ist es definitiv. Die Shooter-Mechanik funktioniert erstklassig und der Gameplay-Loop greift mit seiner Loop-Mechanik (haha Wortspiel…) wunderbar ineinander. Die Maps sind hervorragend gestaltet und laden auch zum mehrfachen erkunden ein. Die coolen Fähigkeiten komplettieren ein grandioses Shooter-Gefühl. Jetzt noch ein besseres Storytelling, mehr Charaktertiefe und mehr eigenes Kombinieren der Zusammenhänge und ich hätte den vielen Lobeshymnen zugestimmt. Somit reicht es „nur“ für Platz 3.

 

Platz 4: Age of Empires 4

Dieses Spiel ist mehr als nur ein RTS-Spiel. Age 4 ist ein Weckruf und eine Wiederauferstehung des ganzen Genres. Seit Jahren warten wir nicht nur auf ein neues Age of Empires, sondern auch auf ein AAA-RTS. Hoch war die Erwartungshaltung, aber genauso groß ist meine finale Begeisterung. Die altbekannten Age-of-Empires-Mechaniken wurden beibehalten, aber durch viel individuellere Fraktionen, einen tollen Burgenbau und eine extrem liebevolle Kampagne bereichert. Danke Microsoft, danke Relic! Ein kleiner Traum ist wahr geworden.

 

Platz 5: Hitman 3

Hitman 3, Forza Horizon 5 oder das von mir gerade erst angespielte Guardians oft he Galaxy? Obwohl ein Vergleich unmöglich scheint, fällt meine Wahl auf den kahlköpfigen Profi-Killer. Nicht weil der Rest schlechter ist, sondern weil es bereits vielerorts im Rampenlicht steht. Hitman 3 dagegen geht (leider) zu sehr unter. Dabei bekommt man als Stealth-Fan eine derart spaßige Sandbox mit nahezu endlosen Möglichkeiten an die Hand, durch die man das Spiel bei jedem Durchlauf immer wieder neu erlebt.


 

Fabian Konschu

Meine Top 5 Games im Jahr 2021
  1. Mass Effect Legendary Edition
  2. Jurassic World Evolution 2
  3. Little Nightmares II
  4. Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba – The Hinokami Chronicles
  5. Guilty Gear -Strive-

Dieses Jahr fiel mir die Top 5 Liste nicht leicht. Aber das lag nicht daran, dass ich mich nicht entscheiden konnte. Das Spielejahr 2021 hat mich schlicht und einfach nicht wirklich abgeholt. Klar gab es wieder tolle Games. Als ich jedoch kurz innehielt und mal überlegt habe, welches Spiel für mich überhaupt das Spiel des Jahres ist, da fiel mir spontan nichts ein. Ein wenig ist das aber auch meine eigene Schuld. 2021 habe ich viele Games nachgeholt und dadurch sind hochgelobte Titel wie Deathloop oder It Takes Two an mir vorbeigegangen. Dennoch möchte ich euch hier die Games präsentieren, die mich 2021 begleitet haben. Wie im vergangenen Jahr haben es auch dieses Mal zwei Kampfspiele auf meine Plätze 5 und 4 geschafft. Den Anfang macht Guilty Gear -Strive-. Ich bin großer Fan von Arc System Works und auch diesmal haben sie ein gelungenes Fighting Game auf den Markt gebracht. Besonders das Kampfsystem und der Look vom neusten Guilty Gear Teil sind top-notch. Die Auswahl an Charakteren zu Beginn fand ich allerdings so mickrig, dass ich das Game nicht so lange gespielt habe, wie das für mich bei Fighting Games eigentlich so üblich wäre. Etwas mehr bei der Stange hat mich da Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba – The Hinokami Chronicles gehalten. Zwar kommt es vom Kampfsystem nicht an das von Guilty Gear -Strive- ran, aber die Story vom Anime ist gelungen inszeniert und Entwickler CyberConnect 2 hat uns im Laufe des Jahres sogar mit zusätzlichen Charakteren versorgt – kostenlos!

Auf Platz 3 befindet sich Little Nightmares II. Das Spiel hätte ich bei meiner Auflistung beinahe vergessen, da es bereits Anfang des Jahres erschienen ist. Das wäre eine Schande gewesen. Denn Little Nightmares II ist ein atmosphärisches Jump ‘n’ Run mit einem einzigartigen Look. Besonders das Gegnerdesign ist so unbehaglich, dass es mir kalt den Rücken runterläuft. Platz 2 konnte sich bei mir Jurassic World Evolution 2 sichern. Ich stehe auf Aufbauspiele und auf Dinosaurier sowieso. Dass mich das Game allerdings so begeistern würde, hätte ich auch nicht gedacht. Es bietet ein komplexes Wirtschaftssystem und eine riesige Auswahl an Dinos, die auch noch detailliert dargestellt werden. Generell muss ich sagen, dass die Grafik von Jurassic World Evolution 2 wunderschön ist. Der erste Platz spiegelt nochmal wider, was ich vom Spielejahr 2021 halte. Es ist nämlich ein Remaster. Die Rede ist von der Mass Effect Legendary Edition. Ich zähle die original Mass Effect Trilogie zu meiner absoluten Lieblingsreihe. Besonders Mass Effect 2 ist für mich der Heilige Gral unter den Videospielen. Ich würde nicht so weit gehen und behaupten, dass das Remaster irgendetwas Besonderes wäre. Es ist einfach das, was es ist: Meine Lieblingstrilogie in noch hübscher.

 

Meine Gurke des Jahres 2021:

Liefersituation der Next-Gen-Konsolen

Die Gurke des Jahres ist für mich die weiterhin desaströse Liefersituation der Next-Gen-Konsolen. Klar: Schuld daran trägt die Pandemie. Aber sowohl Sony als auch Microsoft hätten schon zum Release der Konsolen härter gegen Scalper vorgehen müssen. Ich bin jedenfalls nur noch genervt und schaue auch gar nicht mehr aktiv nach Nachschüben. Entweder, die Situation entspannt sich endlich wieder und alle die möchten, können eine PlayStation 5 oder Microsoft X bestellen oder ich hole mir dann halt die PlayStation 6, wenn wir die 85. Corona-Welle hinter uns haben.


 

Maarten Cherek

Meine Top 5 Games im Jahr 2021
  1. Psychonauts 2
  2. Metroid Dread
  3. New Pokémon Snap
  4. Life is Strange: True Colors
  5. Ocean’s Heart

Und ehe man sich versieht ist das Jahr bereits wieder um. Wenn das so schnell geht, wie soll ich denn da meine Pläne, mehr Spiele zu zocken, eigentlich umsetzen? Naja, immerhin habe ich es geschafft, ein paar Titel zu spielen und ein Großteil davon hat mir auch sehr gut gefallen, so dass es mir zumindest nicht schwer fällt, eine Top 5 zu erstellen. Als erstes möchte ich euch von einem kleinen Indiespiel namens Ocean’s Heart berichten, was es bei mir auf Platz 5 schafft. Es handelt sich um einen wunderbaren 2D-Zelda-Klon mit viel Abenteuer und Erkundung. Es sieht wahrhaftig aus wie ein Gameboy-Zelda, vor allem an Minish Cap erinnert mich das Spiel. Es hat so ziemlich alles zu bieten, was ein gutes Zelda ausmacht: Gefährliche Dungeons mit kniffligen Rätseln und spannenden Kämpfen, belebte Städte und eine nicht allzu wichtige aber dennoch charmante Geschichte. Mein Geheimtipp für dieses Jahr. Den vierten Platz belegt Life is Strange: True Colors. Es ist zwar etwas kurz, erinnert aber viel  mehr an den ersten Teil, als es Teil 2 noch getan hat. Die Superfähigkeit wird diesmal clever eingesetzt und die Geschichte ist mal wieder spannend und mitreißend, vor allem in den letzten Kapiteln. Gemeinsam mit dem DLC Wavelengths haben wir hier ein absolut zufriedenstellendes Adventure bekommen. Auf das Treppchen schafft es New Pokémon Snap. Mannomann, ist dieses Spiel süß. Das Railshooter-Gameplay ist zwar vielleicht nicht für jeden etwas, aber es hat seinen ganz besonderen Reiz, die Pokémon in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Und zwar 1000 mal besser als in der Naturzone von Schwert und Schild, wo sie nur stumpf durch die Gegend latschen. Hier LEBEN die Pokémon richtig und es ist eine wahre Freude, sich auf die Jagd nach dem perfekten Schnappschuss zu begeben.

Ebenfalls eine wahre Freude war Metroid Dread, welches bei mir in diesem Jahr den zweiten Platz belegt. Obwohl ich das Metroidvania-Genre eigentlich liebe, habe ich bislang noch kein einziges Metroid-Spiel durchgespielt. Dread hat dies geändert. Es ist einfach das Genre in Perfektion, was klar sein sollte, da es ja auch nach der Spielereihe benannt wurde. Es hat mit so gefesselt, dass ich es zu 100 % durchspielen musste. Dazu bringen mich nur Spiele, in die ich mich wirklich verliebt habe. Und so ist es auch mit meinem Game of the Year. Seit dessen Ankündigung war mir eigentlich klar dass das Jahr, in dem Psychonauts 2 erscheint, mein Spiel des Jahres bereits feststeht. Und so kam es auch, denn dieses Spiel ist einfach perfekt. Also gut, vielleicht hat es ein paar kleine Schwächen im Gameplay, aber die Kreativität alleine verdient alle Preise dieser Welt. Das dieses Spiel bei den Game Awards komplett leer ausging, ist schlichtweg eine Frechheit. Es ist ein wunderbarer Beweis dafür, dass der 3D-Platformer mit Collectathon noch nicht ausgestorben ist, wenn man es vernünftig macht.

 

Meine Gurke des Jahres 2021:

Activison Blizzard

Zu guter Letzt muss ich auch noch eine Schattenseite in der Gaming-Industrie eingehen, die vor allem in diesem Jahr wohl an keinem vorbeigegangen sein sollte. Um es kurz zu fassen: Nicht nur sind die Sexismus-Vorfälle bei Blizzard und Activision höchst verachtenswert, auch die Tatsache, dass hochrangige Personen davon wissen aber schlichtweg nicht handeln, treibt mir die Kotze hoch. Es ist anzunehmen, dass es nicht nur bei Blizzard/Activision so zugeht und in diesem Sinne MUSS einfach etwas passieren. Ich hoffe innigst, dass alle Fälle dieser Art schnell aufgedeckt werden und den Opfern ihre Gerechtigkeit zugetragen wird.


 

Marco Schmandt

Meine Top 3 Games im Jahr 2021
  1. Marvel’s Guardians of the Galaxy
  2. Returnal
  3. Ratchet & Clank: Rift Apart

Platz 1: Marvel’s Guardians of the Galaxy

​Returnal wäre in diesem Jahr mein Game of the Year gewesen, wenn nicht Guardins of the Galaxy dazwischengekommen wäre. Die Promo zu diesem Titel hat das Spiel wie eine mittelmäßige Lizenzverwertung anmuten lassen. Witze in den Trailern funktionierten nicht und das Gameplay erinnerte optisch stark an das enttäuschende Marvel’s Avengers. Als ich das Spiel dann aber selber spielen konnte, haben mich die Story und die Charaktere immer mehr in ihren Bann gezogen. Das Gameplay war zudem dankbarerweise nicht dem von Avengers ähnlich und hat mir viel Spaß gebracht. Obwohl ich die Filme wirklich mochte, sind die Spielversionen der Guardians nun meine Lieblingsversion des Teams. Und auch Nebencharaktere wie Mantis sind hier einfach hervorragend getroffen. Die Dialoge sind super und die Jokes funktionieren im Kontext auch wie man es erwartet. Zusammen mit dem exzellenten Soundtrack bekommt man ihr ein nahezu perfektes Gesamtpaket, dass ich so nicht erwartet hätte.

 

Platz 2: Returnal

Housemarque war schon in der Vergangenheit für seine extrem coolen Twin Stick Shooter bekannt. Mit Returnal haben sie sich erstmals daran versucht eine volle Story einzubringen. Und das ist ihnen meisterhaft gelungen. Die Story bewegt sich zwischen Mystery, Horror und Science Fiction. Die Rogue LIke Action ist hart und fordert einiges von Spieler*innen, belohnt aber auch mit jeder Menge Adrenalin wenn man endlich eine harte Passage gemeistert hat. Für mich war Returnal in diesem Jahr ein echtes Highlight und definitv der Beweis, dass Housemarque mehr kann als nur Arcade Games.

 

Platz 3: Ratchet & Clank: Rift Apart

Insomniac arbeiten wirklich auf Hochtouren und hauen einen Titel nach dem anderen raus. Mit Ratchet & Clank: Rift Apart haben sie erstmals eindrucksvoll gezeigt, was die PS5 drauf hat auch wenn man das Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat. Rift Apart hat das Duo in einem wirklich spaßigen und optisch großartigen Erlebnis zurückgebracht. Ich hatte eine großartige Zeit mit Ratchet und Clank und den Neuzugängen Rivet und Kit.

 

Meine Gurke des Jahres 2021:

Activision

Auch wenn es in den letzten Jahren immer mehr Berichte aus der Gaming Branche in Bezug auf ungeliche Bezahlung, Diskriminierung, Belästigung und dergleichen gab, hat Activision sich als solide Spitze des Eisbergs etabliert. NIcht genug, dass all die genannten Probleme existieren, hat sich unter Bobby Kotick von Morddrohungen, sexueller Belästigung und mehr so ziemlich alles abgespielt. Und das natürlich ungestraft. Kotick selbst hat die Morddrohung ausgesprochen und in kürzere Vergangenheit sogar einen Statement einer Mitarbeiterin gefälscht. Zudem droht man Mitarbeitern indirekt mit Konsequenzen wenn diese sich aktiv für eine Gewerkschaft stark machen. Es gibt viele Firmen wie Ubisoft die ebenfalls mit diesen Dingen zu tun haben, aber man kann wohl sagen das Activision aktuell alles tun um sich die Spitze der miesesten Arbeitgeber in dieser Branche zu sichern. Und eine Leitung die auch noch zu jemandem wie Kotick hält, verdient es ebenso wie er deren Job zu verlieren.


 

Jennifer Engelhardt

Meine Top 5 Games im Jahr 2021
  1. Deathloop
  2. Resident Evil Village
  3. Halo Infinite
  4. Marvel’s Guardians of the Galaxy
  5. Kena: Bridge of Spirits

Ein weiteres Jahr innerhalb der Pandemie neigt sich dem Ende. Ein weiteres Jahr, das uns beweist was für ein wohltuender Zeitvertreib digitale Medien doch inmitten eines ausgangsbeschränkten Alltags sein können. Ein weiteres Jahr in dem ein Virus entscheidet, dass es doch besser wäre wenn das ein oder andere Videospiel erst im nächsten Jahr erscheint. Ja, ein weiteres Jahr voller Ausnahmen, Unbeständigkeit, gar Regelosigkeit, die scheinbar fast nur durch eine Konstante gebrochen wird: Unsere Top 5.

So unoriginell ein Zeitreise-Plot zunächst auch anmuten lässt, so unaufregend charakteristisch Environmental Storytelling für Bethesdas Arkane Studios auch sein mag und so unpopulär Konsolenexklusivität bei Third-Party-Entwicklern schon immer war, Arkanes actionreicher Shooter Deathloop kämpfte sich nicht nur unmittelbar in mein phlegmatisches Herz sondern gleichermaßen auch an die umso glorreichere Spitze meiner persönlichen Top 5 2021. Mit seinem charismatisch-überspitzten Arkane-Look, dem freiheitlichen Gameplaykonzept und dem Zwang zur eigenständigen Aufarbeitung der Story erschafft man hier nicht nur ein unverbrauchtes Spielerlebnis sondern vielmehr einen einzigartigen Synergieeffekt, der sich eben nicht nur technisch wie Next-Gen anfühlt.

Mit Resident Evil Village und Halo Infinite schaffen es ebenfalls zwei Fortsetzungen bereits etablierter IPs mit einem äußerst selbstsicheren, fast schon zu anmaßenden Hechtsprung, auf die aktuelle Konsolengeneration – auf Kosten der grafischen Qualität übrigens auch auf die alte Hardwareriege. Beide Spiele haben dabei noch etwas Entscheidendes gemeinsam: sie schaffen es trotz ehemaliger Tiefschläge zurecht die Vorherrschaft in ihrem Genre zu bilden, jederzeit bereit mutig genug zu sein übermäßig Fanservice einzusetzen und gleichzeitig klug genug es doch nicht im Übermaß auszuleben, was kurzerhand ihre Positionierung in dieser Auflistung mehr als rechtfertigt.

In all dem Trubel überraschte auch Square Enix’ Guardians of the Galaxy nach dem Live-Service Debakel The Avengers aus dem vergangenen Jahr die Marvel Fangemeinde und bewies unter anderem wie einfach es doch sein kann eine gehässige und verbitterte Hobby-Cholerikerin wie mich langfristig zu besänftigen – und das keinesfalls mit vollkommen problembefreiten Gameplayelementen oder seiner technischen Brillanz sondern mit viel Herz und Hoffnung. Ein durchaus ähnliches Gefühlschaos provozierte im September dann das Action-Adventure Kena Bridge of Spirit, das ebenso überraschend aber mit deutlich weniger Altlasten im Gepäck seine Platzierung in meinen Top 5 einnimmt. Ein Spielerlebnis zwischen einem knuffigen Pixar-Look,  liebevoller Charaktere sowie einer schwermütigen, ja fast destruktiven Geschichte und seines fordernden Gameplays – ein Spiel, das wahrlich in seiner eigenen Diskrepanz zuhause ist, verdient so viel mehr als nur die zweiwöchige Aufmerkeitsspanne der Öffentlichkeit. Vielleicht ist es auch genau das was es hier braucht, ein Jahr fernab von Schnelllebigkeit, von Vergesslichkeit, eben ein Jahr ganz ohne Regeln.

 

Meine Gurke des Jahres 2021:

Sexismus- und Diskriminierung in der Gaming Branche


 

Lukas Runde

Meine Top 5 Games im Jahr 2021
  1. Plants vs. Zombies: Schlacht um Neighborville
  2. Pokémon Strahlender Diamant / Pokémon Leuchtende Perle
  3. Mario Party Superstars
  4. Diablo 2: Resurrected
  5. Monster Hunter Stories 2

Vorne weg: Die Top 5-Spiele des Jahres 2021 rauszusuchen war schwieriger, als zunächst erwartet. Das liegt zum einen daran, dass eine große Anzahl an Spielen, auf die ich mich persönlich sehr freue, erst nächstes Jahr erscheint und zum anderen, dass mich viele Titel aus vergangenen Jahren immer noch bei Laune halten. Da wären zum Beispiel Super Smash Bros. Ultimate, Animal Crossing: New Horizons, Overwatch oder For the King, die ich auch in 2021 rauf und runter gespielt habe. Nichtsdestotrotz habe ich meine persönliche Top 5 aufgestellt, mit einer kleinen Ausnahme bei meiner Nummer eins.

 

Platz 1: Plants vs. Zombies: Schlacht um Neighborville

Mein persönliches Gaming-Highlight des Jahres 2021 ist Plants vs. Zombies: Schlacht um Neighborville. An dieser Stelle werden einige von euch sicher stutzig werden und sagen „Schlacht um Neighborville ist doch ein alter Hut und kam bereits 2019 raus“ – das stimmt, aber nicht für mich. Als notorischer Nintendo-Fanatiker besitze ich weder eine Playstation, noch eine Xbox und keinen Gaming PC. Alles was mir bleibt, ist meine geliebte Nintendo Switch und für die erschien der Helden-Shooter erst im März 2021. Plants vs. Zombies hat mich definitiv gut unterhalten in diesem Jahr. Aber ich habe auch nichts anderes erwartet, immerhin ist dieses Spiel wie Overwatch, nur mit Sonnenblumen, Mais und 80er-Jahre Zombies. Was soll da schon schief gehen?

 

Platz 2: Pokémon Strahlender Diamant / Pokémon Leuchtende Perle

Ja, die Remakes haben es geschafft. Was soll ich tun, es ist halt Pokémon. Die kleinen Taschenmonster haben einfach einen besonderen Platz in meinem Gaming-Herzen und das verzeiht kleine Fehler gerne. Vor allem, weil ich mit den Original-Editionen Diamant und Perle nostalgische Kindheitserinnerungen verbinde. Ich weiß heute noch wie aufgeregt ich war, Pokémon zum ersten Mal auf dem Nintendo DS zu spielen. Und auch wenn mich der dauerhaft aktivierte EP-Teiler und die fehlende Option einen Schwierigkeitsgrad zu wählen nervt, bietet vor allem die Top 4 samt Champion Cynthia eine Herausforderung, die ich so schon lange nicht mehr in einem Pokémon Spiel gesehen habe.

 

Platz 3: Mario Party Superstars

Platz Nummer Drei geht für mich an das beste Couch-Koop-Partyspiel des Jahres. Mario Party Superstars besinnt sich auf die Stärken der frühen Mario Party-Generation und das in einem schönen Look. Auch wenn Mario Party Superstars bei weitem kein perfektes Spiel ist, kann man es dennoch guten Gewissens auf jedem Spieleabend mit Freundinnen und Freunden anschmeißen und weiß, dass man eine gute Zeit haben wird.

 

Platz 4: Diablo 2: Resurrected

Losgelöst von allem, was Blizzard in diesem Jahr vergeigt hat, hat es Diablo 2: Resurrected in meine persönliche Top 5 geschafft. Denn das Remaster hat es geschafft, mein Interesse für das Diablo-Franchise zu wecken und das zurecht. Diablo 2: Resurrected ist eine fantastische Neuauflage eines genreprägenden Meisterwerks geworden.

 

Platz 5: Monster Hunter Stories 2

Monster Hunter Stories 2 erschien im Sommer 2021 für die Nintendo Switch und die Trailer zu diesem Spiel ließen mein Pokémon-liebendes Herz höher schlagen. Denn MHS 2 konnte alles sein, was sich Pokémon in den letzten Jahren nie getraut hat. Eine schöne, offene Welt, herausfordernde Kämpfe, clevere Kampfmechaniken und ein gut funktionierender Online-Multiplayer. Obwohl es mich letztendlich weniger gepackt hat, als zunächst erwartet, hat sich Monster Hunter Stories 2 den fünften Platz durchaus verdient.

 

Meine Gurke des Jahres 2021

Blizzard Entertainment

Bei der Gurke des Jahres führt für mich in diesem Jahr kein Weg an dem Spiele-Entwickler Blizzard Entertainment vorbei. Neben all den Schwierigkeiten rund um Blizzards Spiele (Serverprobleme bei Diablo 2: Resurrected oder alles was mit Overwatch 2 zu tun hat) steht der riesige Sexismus-Skandal des Unternehmens an erster Stelle. Sorry Blizzard, ich hoffe ihr berappelt euch im nächsten Jahr.


 

Maximilian Apel

Meine Top 5 Games im Jahr 2021
  1. It Takes Two
  2. Halo Infinite
  3. Chivalry 2
  4. Monster Hunter Rise
  5. Outriders

Platz 1: It Takes Two

Der würdige Gewinner der diesjährigen Game of the Year Awards und auch mein persönliches Game of the Year – mit gigantischem Abstand. Ich kann ohne zu übertreiben behaupten, dass mir It Takes Two einen der schönsten Abende im Jahr 2021 beschert hat. Und das nicht nur aufgrund der wahnwitzig abwechslungsreichen Spiel-Mechaniken, der witzigen Mini-Spielchen, der herzerwärmenden Story oder dem urkomischen Buch der Liebe. Nein, vor allem die grundlegende Prämisse des Couch-Koop, macht It Takes Two für mich zu einer einzigartigen Erfahrung. Nicht nur, dass es seit einem gefühlten Jahrzehnt diese Funktion überhaupt anbietet, It Takes Two IST diese Funktion, nutzt sie sowohl für Gameplay, als auch für Storytelling.  Ihr schlüpft nicht nur in die Rollen der Figuren, ihr werdet zum Teil zu dieser Figur, zickt euren Mitstreiter an, liegt euch in den Armen oder starrt erschrocken auf den Bildschirm. Danke Josef Fares, you fucking nailed it!

 

Platz 2: Halo Infinite

Der König ist zurückgekehrt! Vorab möchte ich gleich betonen, dass ich mich in meinen Lobeshymnen auf den Multiplayer von Infinite beschränke, da ich in Sachen Kampagne sehnsüchtigst auf den Koop-Modus warte. 343 Industries haben es endlich geschafft ihrem kniffligen Auftrag gerecht zu werden: Halo den Sprung in die aktuelle Dekade zu verhelfen. Halo Infinite ist Halo in Reinform, nur moderner, knackiger, hübscher, bombastischer. Ab der ersten Sekunde habe ich mich zu Hause gefühlt und gesalzene Schellen verteilt. Und letztlich hätten sich Microsoft und 343 keinen besseren Zeitpunkt zum Launch ihres Shooter-Juwels aussuchen können. In einem Monat, in dem das neue Battlefield katastrophal vor die Wand gefahren wird und das neue Call of Duty mit gähnender Innovationslosigkeit glänzt, rauscht Infinite wie ein frischer Wind durch den November und konnte sich eine beachtliche Spielerbasis sichern. Und ja der Battle-Pass und das Fortschrittssystem sind Grütze, allerdings haben die Entwicklerinnen schon jetzt bewiesen, dass sie das Feedback ihrer Fans ernst nehmen und schnellstmöglich reagieren. Und ganz davon ab pfeife ich auf solcherlei Dinge solange das Gameplay so extrem poliert und süchtigmachend ist.

 

Platz 3: Chivalry 2

Im April diesen Jahres erschien mit Chivalry 2 ein Multiplayer-Titel den ich vorab so gar nicht auf dem Schirm hatte. Dunkel meinte ich mich an Artikel über den Vorgänger zu erinnern und generell schon einmal von diesem Genre gelesen zu haben, von wirklich exzessiver Vorfreude kann man allerdings nicht sprechen. Dann kam der Launch-Trailer und es ward um mich geschehen. Am Tag der Veröffentlichung stürzte ich mich in die Schlachten und tue das seit dem regelmäßiger als ich es von mir selbst erwartet hätte. Chivalry 2 liefert im Grunde eine Art von Battlefield Atmosphäre im Mittelalter-Gewand, plus einem 20fach höheren Gewaltgrad und ich liebe es. Dutzende Waffen, mehrere Klassen, erstklassige Szenarien und eine Schlacht-Atmosphäre die ihres gleichen sucht. Am Anfang wunderte ich mich noch über die Taste, die mich einen Kampfschrei ausstoßen lässt, mittlerweile hämmere ich diese Taste wie ein Besessener während ich die Köpfe meiner Gegner mit meinem Hammer einschlage. Dabei ist vor allem das Kampfsystem der Star. Die Entwicklerinnen haben eine angenehme Balance aus Komplexität und Einsteigerfreundlichkeit gefunden, die eure Fähigkeiten belohnt, aber auch keiner hirnlosen Runde zum Spaß im Wege steht. Falls ihr also schon immer einmal von einem Battlefield mit Schwertern, Speeren und diesen verdammten Bogenschützen geträumt habt, greift zu!

 

Platz 4: Monster Hunter Rise

Mit Monster Hunter Rise hat sich Nintendo einen wahren Kassenschlager für die Switch sichern können und eine endlos wirkende Durststrecke für Handheld-Monster-Jäger beendet. Mich hat jedoch weniger die Wahl der Plattform überzeugt, auch wenn ich nicht traurig war, diesen Titel gemütlich auf dem Sofa spielen zu können. Nein, vielmehr begeistern mich an Rise die Seilkäfer. Mit diesem neuen Gameplay-Kniff hat mich die Monster Hunter-Serie endlich und nachhaltig am Haken. Bis dato gehörte ich nämlich zu der Fraktion Spieler, die alles feierten, was diese Reihe zu bieten hat, abgesehen vom behäbigen Gameplay. Und bevor ihr mit Tomaten werft, weise ich auf die Subjektivität dieser Aussage hin. Ich bin ein begeisterter Soulsborne-Spieler und furchtbar vor eingenommen. Monster Hunter Rise konnte diesen Vorurteils-Panzer jedoch endlich brechen. Dass das restliche Spiel mit seinen herrlich organischen Biomen, dem großartigen Monster-Design und dem verboten genialen Craftig-System über jeden Zweifel erhaben ist, brauche ich nicht weiter auszuführen. So wirklich wirklich durchstarten werde ich jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach erst auf dem PC. Die Switch Version braucht sich zwar besonders im Handheld-Modus nicht zu verstecken, an größeren Bildschirmen werden die Schwächen allerdings schnell deutlich.

 

Platz 5: Outriders

Das Looter-Shooter-Genre hat für mich als ewigen Destiny-Veteran einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig begegne ich jedem Neuankömmling skeptisch, immerhin hat mich meine unendliche Hass-Liebe zu Destiny gelehrt, dass dieses Genre meist für eine Fülle an Enttäuschungen steht, gespickt mit wenigen genialen Suchtfaktoren. So war ich auch Outriders eher skeptisch gegenüber eingestellt, eine Einstellung die sich nach den ersten Gameplay-Trailern nicht änderte. Third-Person-Geballer in offensichtlich generischen Umgebungen, genre-typisch flache Story, ein klassischer Looter-Shooter. Aber Moment mal. Habe ich da gerade einen Perk an einem blauen Item gesehen? Einen Perk der die Dauer einer Fähigkeit fast verdoppelt? Auf Level 7?! Ich möchte klarstellen, dass ich Outrides als Gesamtwerk betrachtet nur eingeschränkt als Kandidaten für eine Game oft he Year-Liste sehen. Das Progression-System halte ich allerdings für bahnbrechend und so landet Outriders auf dieser Liste. Die Verrückten bei People Can Fly sind allen Ernstes auf die Idee gekommen Ausrüstungsgegenstände ab der ersten Spielminute interessant zu gestalten. Level 4 Stiefel mit krassen Werten und spürbaren Verbesserungen an den Fähigkeiten? Na klar! Das erste Epic auf Level 6, welches ich am liebsten nie wieder ablegen würde? Warum nicht. Du willst das Rüstungsteil wirklich nie wieder ablegen? Kein Problem, du kannst deine Lieblingsperks vom Rüstungsteil lösen und auf jedes neue draufschrauben, egal ob Legendär, Episch oder Selten. Noch nie hat mir das initiale Aufleveln in einem Looter-Shooter mehr Freude bereitet. Vom Startpunkt an liefert Outriders eine Erfahrung, für die euch Destiny und Co. dutzende Stunden Vorarbeit leisten lassen. Leider konnte mich das Endgame von Outriders nicht wirklich überzeugen, sodass nach ca. 40 Stunden Schluss war. Aber diese 40 Stunden hatten es in sich – und machen mich noch skeptischer für kommende Looter-Shooter!

 

Gurke des Jahres

Bobby Kotick

Das Gaming-Jahr 2021 wurde wie kein anders von Skandalen und Enthüllungen rund um den dahinterliegenden Arbeitsmarkt dominiert. Allen voran Activision Blizzard, die sich nach einer Welle von erschreckenden Aufdeckungen vor Gericht verantworten müssen. Aber auch andere Branche-Größen, wie Ubisoft, EA oder Bungie gerieten in die Kritik, nachdem Angestellte die teils desaströsen Arbeitsverhältnisse öffentlich machten. Menschen die psychisch krank werden, Menschen deren Existenzen in Gefahr sind, Menschen die sterben. Und während sich ein Teil der genannten Unternehmen darum bemüht, echte Veränderungen in die Wege zu leiten, thront Bobby fucking Kotick CEO von Activions Blizzard weiterhin an der Spitze des Konzerns und streicht Tantieme in Millionenhöhe ein. Der Mann der diesen Vorgängen als Verantwortlicher zugeschaut hat. Der Mann der eine Abteilung nach der anderen ausdünnt und sich gleichzeitig obszöne Summen auszahlt. Natürlich bin ich mir bewusst, dass nicht eine Person allein für die maroden Zustände innerhalb der Branche verantwortlich gemacht werden kann, allerdings wäre der Rücktritt dieser Figur ein echtes Zeichen für den Wandel!


 

Vivien Ziermann

Meine Top 5 Games im Jahr 2021
  1. Ratchet and Clank: Rift Apart
  2. Lost in Random
  3. Little Nightmares 2
  4. Alan Wake Remastered
  5. Biomutant

Als aller Erstes sei gesagt, dass viele große Titel dieses Jahr (wie Resident Evil 8, Returnal oder Guardians oft he Galaxy) nicht in meiner Liste vorkommen, da ich bedingt durch die unterschiedlichsten Umstände, angefangen von einem recht späten Erwerb der PS5 über eine sehr stressige, arbeitsreiche Zeit bis bin zu einer ernsten Verletzung des Handgelenks inklusive Operation, nicht dazu kam mich den großen AAA-Erscheinungen zu widmen. Nichtsdestotrotz gab es auch für mich einige Highlights in diesem Jahr.

Mit Abstand auf Platz 1 steht Ratchet and Clank: Rift Apart. Witziger Weise hatte ich überhaupt keine Ahnung was ich von diesem Spiel erwarten sollte, da mir dieses Franchise praktisch unbekannt war. Aktiv hätte ich mir das Spiel wohl auch nie gekauft, doch wie der Zufall so spielt, hat der Kauf einer PS5 nach 30 Minuten bangen und immer wieder neue Bundles in den Warenkorb legen ausgerechnet mit Ratchet und Clank geklappt. Dadurch hatte ich die seltene Gelegenheit völlig unvoreingenommen und ohne Erwartungen an ein neues Spiel heranzugehen und wurde regelrecht vom Hocker gehauen. Auch der 2. Platz war für mich leicht zu belegen. Als kleinerer Indie-Titel weiß sich Lost in Random eindeutig zu behaupten. Als großer Tim Burton Fan spricht mich allein die Grafik und der Animationsstil, die eindeutig an seine Werke erinnern, deutlich an. Außerdem erzählt es eine herzliche Geschichte in einer skurrilen Welt mit noch skurrileren Charakteren. Allein das Ende lässt ein wenig zu wünschen übrig, doch das schmälert die Qualität der Geschichte nicht, in der so viel Herz und Mühe steckt, dass sie ihres Gleichen sucht. Mein Platz 3 geht an Little Nightmares 2. Auch hier bekommt man von einem doch recht kleinen Titel unglaublich viel geboten. Die Rätsel des düsteren Jump-and-Runs sind in dieser Fortsetzung für meinen Geschmack allerdings etwas zu simpel ausgefallen. Nicht ganz bis aufs Treppchen und damit auf Platz 4 schaffte es Alan Wake Remastered. Als Stephen King Fan war es mir eine wahre Wonne den Klassiker nun endlich auch auf der Playstation erleben zu dürfen. Last but not least steht Biomutant auf Platz 5. Das niedliche Open-World-Abenteuer hat eindeutig einen unglücklichen Start. Die ersten Spielstunden sind leider unglaublich zäh und erfordern allerhand Geduld. Doch wenn man sich durch die ersten Hürden gekämpft hat, versteckt sich hier ein wirklich spaßiges Abenteuer mit einem nur allzu präsenten Thema.


 

Yvonne Engelhardt

Meine Top 5 Games im Jahr 2021
  1. Halo Infinite
  2. Deathloop
  3. Psychonauts 2
  4. Persona 5 Strikers
  5. Lost Judgment

Platz 1: Halo Infinite

Nunmehr sechs Jahre mussten doch tatsächlich ins Land ziehen bis unser aller Lieblings-Spartan erneut zur MA5B greift und das Universum einmal mehr vor seinem sicheren Untergang rettet – lasst es mich direkt vorwegnehmen: Das lange Warten hat sich gelohnt! Halo Infinite ist unbestreitbar ein Must-Play für alle Shooter-Enthusiasten – allem voran in einem Jahr, in dem die großen Genre-Giganten Call of Duty und Battlefield eine so derbe Bruchlandung hinlegten, dass man ihnen schon fast unterstellen möchte, sie verneigen sich ehrerbietend vor ihrem König. Das durchweg gelungene Gunplay, die brillante Optik und das nostalgische Halo-Gefühl machen allein den Multiplayer zu einer wahren Balletorgie mit ordentlich Suchtpotenzial. Nagut, der Kampagne fehlt noch immer ein vernünftiger Koop-Modus und ja, über die Sinnund Zweckhaftigkeit der Open World lässt sich sicherlich streiten. Und vermaledeit nochmal, auch einige technische Patzer trüben mitunter das Bild eines glattpolierten AAA-Titels. Aber: Halo Infinite erstrahlt aller Versäumnisse zum Trotz in einem frischen neuen Gewand und mit gewaltigem Nostalgie-Faktor. Ein kleiner Service-Tipp zum Schluss: Dank vollständiger Game-Pass-Integration und Free2Play-Modell für den Multiplayer war die Einstiegshürde nie geringer.

 

Platz 1: Deathloop

Wer hätte nach Bethesdas kryptischer Ankündigung im Jahr 2019 auch nur im entferntesten gedacht, dass aus dem Comic-Shooter Deathloop ein solches Meisterwerk erwächst? Zugegeben, das innovative Spielkonzept und die undurchsichtige Kommunikation machten es im Vorfeld eher schwierig, das Gesamtwerk vollständig zu erfassen – der Wow-Effekt war nicht zuletzt dadurch aber umso größer: Wer Deathloop als reinen Shooter oder gar als ein ‘Dishonored 3’ abtut, der wird dem einfallsreichen Spielkonzept nicht auch nur im Ansatz gerecht. Arkane liefert uns hier einen wilden, originellen Mix aus Rätseln, spannenden Actionsequenzen und einer verwobenen Storyline, der sich in seiner Gesamtheit herrlich unverbraucht anfühlt. Die komplexe und zugleich durchdachte Zeitschleifen-Mechanik zog mich unaufhaltsam in ihren Bann und spuckte mich erst wieder aus als auch mein Alter-Ego Cole den Loop endlich durchbrochen hatte. Damit bleibt mir nur zu sagen: Knapp an Platz 1 vorbei, aber auch nur deshalb, weil der König der Konsolen-Shooter seinen rechtmäßigen Platz an der Spitze beansprucht hat. Spielt Deathloop UND die trying!

 

Platz 3: Psychonauts 2

In diesem von Corona gebeutelten Jahr, in dem sich die Auswirkungen der Pandemie auf die Spielebranche nochmals ganz deutlich zeigten, blieben allem voran AAA-Projekte nicht von Verschiebungen verschont. Dass sich gerade 2021 dann aber einige kleinere Spieleperlen als Überraschungshits entpuppten und es locker mit ihren großen Brüdern aufnehmen konnten, war für mich eine absolute Wohltat! Ob nun das awardträchtige Koop-Abenteuer It Takes Two, das hochgelobte Keena: Bridge of Spirits oder eben das bisweilen unscheinbare Psychonauts 2 – Gerade Letzteres hat sich mit seiner geballten Power an detailverliebten 3D-Welten, seinen unsagbar charmanten Charakteren und einer Prise feinstem, schwarzen Humor in mein Herz und damit auch auf mein GotY-Treppchen 2021 gespielt. Sicherlich fallen die Platforming-Passagen bisweilen unpräzise aus und auch die technische Präsentation könnte etwas mehr State of the Art sein. Aber geschenkt! Psychonauts 2 spielt sich wie eine Fernsehserie zu frühen Super-RTL-Zeiten, die eben ganz genau weiß wie sie auch das Erwachsene-Publikum abholen muss. BesitzerInnen eines GamePass haben ohnehin keine Ausreden mehr sich dieses Kleinod – ach, was sag ich – ausgewachsenen Edelstein nicht anzuschauen, denn wer hier nicht reinspielt, hat entweder keinen Sinn für Videospiele oder ein steinernes Herz wie der alte Grantelbart.

 

Platz 4: Persona 5 Strikers

Auch Persona 5 Strikers fällt für mich in diesem Jahr ein wenig in die Kategorie “Überraschungshit”: Denn obwohl das Spin-Off gameplayseitig die beliebte Persona-Formel aushebelt und sich gänzlich auf Echtzeit-Action fokussiert, bleibt die DNA der Rollenspiel-Serie auch in Strikers unverkennbar. Auf einem von Musou-Games nur so überfluteten Markt ist Strikers erfrischenderweise ein Genre Vertreter, der nicht einfach nur wie wild nach Musou schreit, sondern sich auch einmal furchtlos zurücknimmt. Wenngleich man nicht an die Raffinesse und spielerische Brillanz der Hauptreihe heranreicht, kann der Titel gerade im Bereich Design, Story und Charaktere klar zu seinem großen Bruder aufschließen. Kurzum: Strikers ist ein absolutes Must-Play für Fans von Persona 5 und sollte in keiner Sammlung fehlen.

 

Platz 5: Lost Judgment

Last but not Least, darf natürlich auch Lost Judgment in meiner persönlichen Top 5 nicht fehlen. Nach dem erfrischend neuen Yakuza: Like A Dragon im letzten Jahr folgen die Ryu Ga Gotoku Studios mit dem actiongeladenen Detektiv-Abenteuer einmal mehr ihrer altbewährten Formel aus brachialen Echtzeitkämpfen, abgedrehtem Humor und jeder Menge Open-World-Klamauk. Lost Judgment ist ein gelungener Nachfolger des mindestens ebenso gelungenen 2018er Yakuza-Spinoffs, das auch ohne die direkte Nähe zu Kazuma Kiryu und dem Tojo Clan wunderbar funktioniert. Wer ohnehin eine gewisse Affinität für japanischen Kitsch oder das Yakuza-Franchise per se hat, der wird an diesem Brett nicht vorbeikommen. In diesem Sinne: “yorosiku onegaisimasu!”

 

Meine Gurke des Jahres 2021

Activision Blizzard

Die Diskriminierungs- und Sexismusdebatte in der Videospielbranche – ausgelöst durch die unglaublichen Skandale bei Activision Blizzard – hat im vergangenen Jahr vermutlich einen Großteil der Spiele-Highlights überschattet – und zumindest in meiner Wahrnehmung sogar das omnipräsente “Große C” wiederholt aus dem Rampenlicht verdrängt. Traurig genug, dass solche Vorfälle in 2021 überhaupt noch eine Rolle spielen müssen – umso größer sind allerdings meine Hoffnungen, dass wir diese Ungerechtigkeiten in einer vermeintlich so aufgeklärten Branche endlich in den Griff bekommen!

 

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Nach der Punktevergabe steht der Gewinner fest!
Unser Game of the Year 2021 wurde….

Game of the Year

Nach einem kontroversen Halo 5 und einer größeren Verschiebung ist der Master Chief zurück. Das Microsoft Aushängeschild begibt sich wieder ins Getümmel und besucht dabei den Zeta Halo. Dort liegen jedoch, wie sich schnell herausstellt, einige Geheimnisse verborgen, die den Chief auch mit seiner Vergangenheit konfrontieren. Zudem ist Welt so offen wie nie zuvor. Der Mix aus weitläufigen Arealen und teils auch schlauchigen Passagen ist eine tolle Mixtur zweier Stärken aus vorangegangen Spielen. Auch ist das Gunplay so gut wie noch nie, was unter anderem am neuen Greifhaken liegt, der eine noch tiefere spielerische Komponente einbringt. Noch nie war es so spaßig Grunts und Brutes zu jagen!

Dazu hält die interessante Geschichte die Spannungskurve hoch und einmal mehr werden wir in die Welt von Halo gesogen. Da kann man auch mal verzeihen, dass die Tastenbelegung der Fähigkeiten total Banane ist oder dass die „offene Welt“ in ihrer Art wenig innovativ ist und auch jegliche Vielfalt an Biomen vermissen lässt. Denn: Halo Infinite macht einfach unglaublich viel Spaß! Wer dann noch nicht genug hat, kann sich in den kostenlosen Multiplayer stürzen, der dank erneut tollen Map-Designs auch für viele Stunden unterhalten kann. Damit ist Halo Infinite unser verdienter Sieger und unser Game oft he Year 2021.

Angebot
Halo Infinite - Steelbook® Edition – Xbox Series X and Xbox One
  • Halo Infinite ist ab dem 08.12.2021 um 19:00 Uhr (CET) spielbar
  • Halo Infinite (Steelbook Edition) feiert die Rückkehr einer der kultigsten Spiele-Franchises in einem limitierten Sammler-Metallgehäuse
  • Halo Infinite bietet auf der Xbox One und neueren Konsolen ein fantastisches Erlebnis mit atemberaubender 4K-Grafik und ein erstklassiges plattformübergreifendes Spiel
  • Werden Sie zur Legende: Die legendäre Halo-Serie kehrt mit der bislang umfangreichsten Master Chief-Kampagne und einem bahnbrechenden kostenlosen Multiplayer-Erlebnis zurück
  • Bestellen Sie Halo Infinite vor, um den Zeta Sky-Rüstungs-Skin sowie das Auserwählten-Emblem und das Namensschild zu erhalten

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

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Tobias
Geschrieben von Tobias Liesenhoff
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