Angespielt: Chivalry 2 Tenosian Invasion (Public Test)

Vor fast genau einem Jahr veröffentlichten die Entwickler:innen von Torn Banner Studios den zweiten Teil ihrer mittelalterlichen Schlachten-Simulation und begeisterten sowohl die treue Fanbase, als auch eine nicht zu unterschätzende Schnittmenge Genre-Ferner-Interessierter, die sich mal gehörig mit Schwert und Morgenstern die Rüben vermöbeln wollten. Chivalry 2 schaffte es einsteigerfreundlich genug zu sein, um dem Teils unerfahrenen Publikum befriedigende Fratzenprügeleien zu bescheren, bot jedoch gleichzeitig genügend Tiefgang für die wahren Meister:innen des Schwertes.

Am 12. Juni 2022 steht für Chivalry 2 der offizielle Steam-Release vor der Haustür, nachdem es zuvor nur über den Epic Game Store verfügbar gewesen war, nebst der obligatorischen Konsolen-Ableger. Viel wichtiger ist dabei jedoch das Tenosian-Invasion-Update, dass die Veröffentlichung auf Valves-Plattfrom gebührend feiern soll. Vier neue Karten, eine komplett neue Fraktion und die Einführung berittener Streitigkeiten für Pferdeliebhaber:innen – das Update scheint ein Komplettpaket zu sein und beendet eine länger anhaltende Dürreperiode in Sachen neuer Inhalte. Im Rahmen eines öffentlichen Testdurchlaufs konnten wir uns in der vergangenen Woche in den Sattel schwingen und die tenosianischen Wüstenlandschaft erkunden, um für euch in Erfahrung zu bringen, ob die neuen Inhalte etwas taugen. Und soviel schon einmal vorneweg: Torn Banner Studios haben wieder einmal ihr Händchen für die epische Inszenierung mittelalterlicher Schlachtfelder bewiesen und ein überraschend intuitives, berittenes Kampfsystem kreiert.

 

Puls im Ohr

Beginnen wir direkt mit der wohl größten Stärke des Tenosian-Invasion-Updates, den neuen Karten. Da diese aufgrund ihres Aufbaus zudem kaum von etwaigen Launch-Problemen geplagt werden dürften, können wir an dieser Stelle ohne Hintergedanken schwärmen. Junge, wenn die Entwickler:innen von Torn Banner Studios etwas drauf haben, dann ist es die lupenrein, epische Inszenierung ihrer Team-Objektive-Karten! Wenn ihr aus voller Kehle schreiend – beziehungsweise angestrengt den “Kampfschrei”-Button drückend, aber das klingt nicht so epochal – über das Dünenmeer auf die Tore der feindlichen Stadt zurennt, wird sich zwangsweise das vegetative Nervensystem eures Körpers melden und euer Herz zum Pochen bringen. Angefangen bei den brachialen Einstiegssequenzen und aufgehört bei den kreativen Zielen, die es pro Karte zu erfüllen gibt, jeder Frame scheint Epicness zu schreien. Dabei grenzen sich insbesondere die weitläufigeren ersten Phasen der beiden neuen Karten deutlich von dem bisher Gewohnten ab, da sie durch die Einführung des berittenen Kampfs anders aufgebaut wurden. Interessanterweise scheint eben dieser Aufbau dazu zu führen, dass intimere Scharmützel zwischen wenigen Spielern das Schlachtfeld dominieren, was wir als entschieden als Pluspunkt verbuchen. Und mal ehrlich, wie befriedigend ist es bitte, mit einer Kanone in eine Horde heranstürmender Schwertkämpfer zu ballern? Gut richtig, es dürfte befriedigender sein, als der “Beballerte” den Kanonier einen Kopf kürzer zu machen.

Am meisten hat uns ein Abschnitt gefallen, in dem sich die beiden Schlachtparteien am Ende einer breiten Brücke entgegenstehen und versuchen, die Stellung des jeweils anderen mit ihrer Kavallerie zu durchbrechen. Auffallend bei diesem Szenario ist das vielschichtige Kartendesign, da ihr selbstverständlich auch unterhalb der Brücke vorankommen und eventuell einen Überraschungsschlag landen könnt. Aber auch das generelle Wüsten-Setting erscheint unserer Meinung nach gelungen umgesetzt und liefert eine willkommene Abwechslung zu den sonst eher mitteleuropäischen Umgebungen der bisherigen Karten. Die beiden neuen Team-Deathmatch-Karten wissen auf ähnliche Weise zu überzeugen, auch wenn sie durch die eher eindimensionale Grundausrichtung nicht mit den hochkomplexen Objektive-Karten konkurrieren können.

 

Einem geschenkten Gaul…

Kommen wir zum Elefant im Raum, den Pferden. Die Umsetzung berittener Kämpfe in einem mittelalterlichen Action-Spiel wie Chivalry 2 ist so alt wie das Genre selbst und mindestens genauso verhasst. In Vorbereitung auf diesen Artikel, hatten wir einmal nachforschen wollen, wie ein solches System in vergleichbaren Titel wie Mordhau umgesetzt wurde und Heiland, wir wussten nicht das Pferde auf so viele Arten und Weisen beleidigt werden können. Den Entwickler:innen von Torn Banner Studios dürfte eben dieser Hass bekannt gewesen sein, als sie sich für eine Implementierung von Kavallerie entschieden haben und wie es scheint haben sie gebührendes Fingerspitzengefühl bewiesen. Denn neben einer technisch gesehen sauberen Umsetzung der behuften Säuger, scheinen sie auch im Spielgefüge von Chivalry 2 nicht aus der Reihe zu tanzen. Zwar bieten sie ihren Reitern klare Vorteile im Kampf gegen unberittene Kontrahenten, diese sind jedoch keine leichte Beute und können sich entsprechend wehren, da das grundlegende Kampfsystem weiterhin Anwendung findet. Einzig ein Treffer mit der Lanze erweist sich in jedem Fall als tödlich. Allerdings könnten Fußsoldaten auch hier mit ein wenig Übung effektiv ausweichen.

Auch in Sachen Spielgefühl halten wir die Pferde für gelungen. Auf dem Schlachtfeld ist ihre physische Präsenz spür- und das Donnern der Hufe hörbar. Im Sattel erweisen sich die Tiere zwar etwas sperrig, insgesamt hätten wir uns aber über eine aalglatte GTA-Steuerung gewundert und werten die leicht erschwerte Manövrierbarkeit als authentisch. Nach wenigen Minuten im Sattel, hatten wir das Gefühl unser Reittier unter Kontrolle zu haben und uns auf den Kampf konzentrieren zu können. Schade ist bislang noch die Verteilung der Möglichkeit ein Pferd im Kampf reiten zu können. Nach jedem Tod in einem Karten-Abschnitt, in dem es Pferde gibt, habt ihr die Chance das Angebot zu erhalten auf einem Pferd zu spawnen. Bislang war jedoch für uns noch nicht ersichtlich, wem diese Chance wann gewährt wird, sodass es durchaus vorkommen kann, dass ihr mehrere Runden in Folge ohne Gaul in die Schlacht müsst. Hier wäre uns etwas mehr Transparenz lieb gewesen.

Chivalry 2

Einer solchen Reiterschaft steht man als Fußsoldat nur ungern gegenüber.

 

… schaut man nicht ins Maul

Wie durch unsere dezenten Überschriften vielleicht ersichtlich sein dürfte, erscheint das Tenosian-Invasion-Update ohne jegliche Zusatzkosten für bisherige Besitzer von Chivalry 2. Entsprechend könnte Kritik jeder Art schnell als Pingeligkeit gewertet werden, von welcher wir uns klar distanzieren möchten. Zumal wir an den gezeigten Inhalten im Grunde genommen nichts auszusetzen hatten. Torn Banner Studios haben mehr von dem geliefert, was wir im vergangenen Jahr lieben gelernt haben und sich gleichzeitig getraut berittene Auseinandersetzungen in ihr Spiel zu integrieren. Klar könnte man jetzt meckern, dass die neue Fraktion im Grunde genommen nur ein Reskin der bestehenden Fraktionen darstellt und ja, auch die beiden Team-Deatchmatch-Karten werten unserer Meinung nach das Spielgefühl nicht sonderlich auf. Dennoch sprechen wir hier von einer ordentlichen kostenfreien Inhaltserweiterung, die sich so manch anderer Entwickler teuer bezahlen lassen würde. Teufel, wir leben in Zeiten in denen andere Publisher so eine Inhaltserweiterung als einen dritten Teil vermarktet hätten! Also ziehen wir an dieser Stelle den Ritterhelm vor Publisher Tripwire und den Entwickler:innen von Torn Banner Studios und freuen uns auf den 12. Juni 2022, wenn Chivalry 2 mitsamt der Tenosianischen Invasion bei Steam einzieht.

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  • Chivalry 2 Tenosian Invasion
    Fazit zu Tenosian Invasion

    Das Tenosian Invasion-Update verspricht mehr von dem, was Fans von Chivalry 2 an der Mittelalter-Schlachten-Simulation lieben, was mich dazu bringt, diesen Abschnitt dafür zu nutzen, Leser:innen, die über diesen Artikel gestolpert sind und noch keine Erfahrungen in diesem Genre gesammelt haben, den Kopf zu waschen. Falls sich jemals etwas in euch geregt haben sollte, als die Rohirrim die Felder des Pellenor gestürmt haben oder als ihr gemeinsam mit Orlando Bloom gezittert habt, als er die Mauern von Jerusalem verteidigte, dann empfehlen wir euch ohne jegliche Einschränkung Chivalry 2. Ihr werdet es nicht bereuen!

    Maximilian Apel, Redakteur
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Maximilian Apel
Geschrieben von Maximilian Apel
Unity. Precision. Perfection.
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