Warcraft 3: Reforged – Das Spiel hinterm Shitstorm

Immer wieder Ärger mit Blizzard. Der jüngste Aufreger über den stark kritisierten Entwickler ist, wie jeder weiß, WarCraft 3: Reforged. Doch ist das Spiel wirklich so schlecht, oder hat es nur mit dem Imageproblem seines Entwicklers zu kämpfen? Dieser Frage gehen Tobi und ich mal nach und haben es einfach selber ausprobiert. Viel Spaß beim Lesen.

 

Pantens Meinung

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich hin und her gerissen. Einerseits kann ich die Aufregung voll und ganz nachvollziehen. Blizzard hat eine Menge versprochen und einfach nicht eingehalten. Das ist nicht die feine Art. Wir haben anfangs einige Probleme gehabt, ein einfaches 1-vs-1 Match zu starten. Mit einigen Tricks hat es dann doch noch funktioniert. Komfortabel geht aber anders. Als unser Match dann lief, kam jedoch auch recht schnell dieses wärmende Nostalgie-Gefühl auf und wir haben uns beide sehr schnell ins Spiel vertieft. Das für Blizzard typische Schere-Stein-Papier-Prinzip funktioniert auch heute noch einwandfrei. Der Editor funktioniert nach ein wenig Eingewöhnung auch recht gut. Die Tatsache, dass die Spieler automatisch ihre Recht an ihren selbst erstellten Maps und Modi automatisch abtreten, ist zwar wirtschaftlich betrachtet nachvollziehbar, hat aber dennoch einen faden Beigeschmack. Auf der anderen Seite bekommt man aber auch ein episches Abenteuer spendiert. Vor allem der Singleplayer-Modus überzeugt durch die neuen Charaktermodelle und die vielen Details (NPC-Tiere explodieren immer noch, wenn man lange genug auf sie klickt). Die Videos sind zwar nicht neu, können sich aber immer noch sehen lassen und verursachen noch keinen Augenkrebs. Auch nach 18 Jahren bekomme ich Gänsehaut, wenn ich mir das Intro anschaue. Wer sich von der Vorgeschichte des Remakes und der aktuellen Firmenpolitik Seitens Blizzard nicht abschrecken lässt und Bock drauf hat, bekommt mit Warcraft 3: Reforged ein episches Abenteuer geliefert. Denn Warcraft 3 ist meiner Meinung nach immer noch einer der größten Meilensteine in der Geschichte der Videospiele!

Pantens Schafe

Hauptsache die Schafe platzen.

 

Max’ Meinung

Warcraft 3: Reforged ist in vielerlei Hinsicht eine Enttäuschung. Seien es die falschen Versprechungen von Blizzard, der Umgang mit den Klassik-Spielern oder die generell dürftige Qualität dieses sogenannten Remakes. Aber diese Themen haben wir bereits zur Genüge in unserem Test zu Warcraft 3: Reforged besprochen und wenn ich ehrlich bin, vergisst man all diese Skandale schnell, wenn man sich im Spiel befindet. Egal ob in den weiterhin grandiosen Story-Missionen oder eben dieser 1-vs-1 Partie gegen Tobi, Warcraft 3 begeistern mich auch in dem Gewand eines halbgaren Remakes. Das grundlegende Spielkonzept raubt einem ab der ersten Sekunde den Atem: Basen-Bau, Karte erkunden, Held aussuchen, Expansionen planen, die richtigen Einheiten rekrutieren, Helden aufwerten – purer Stress. Aber gerade dieser Stress spornt einen wahnsinnig an, denn all das „geniale“ Geplane und hektische Geklicke soll ja letztlich die Schlacht entscheiden, oder? Lieber Item XY für meinen Paladin oder doch das Andere? Und welche Fähigkeiten sind nochmal die Besten? Verdammt, ich brauche mehr Gold und war das eben eine Armee von Tobi am Kartenrand?! Dieser kleine Auszug aus meiner Gedankenwelt soll euch zeigen, wie wenig Auswirkung die Kritikpunkte auf das Spielgefühl haben. Warcraft 3 ist und bleibt einfach ein geniales Spiel und beweist auch noch im Jahr 2020, warum es den Titel „Meilenstein“ verdient hat. Einzelne Aspekte des MOBA-Genres scheinen durch und das RTS-Gameplay ist zeitlos. Andererseits zeigt das aber auch, dass es nicht unbedingt ein Warcraft 3: Reforged gebraucht hätte, um das noch einmal erleben zu dürfen. Denn am ursprünglichen System hat das Remake nichts verändert und die schmucken Animationen und neuen Charaktermodelle spielen für mich nur eine untergeordnete Rolle. Denn natürlich sind diese schön anzusehen, aber im Eifer des Gefechts ist es mir relativ egal, ob ich einen grobschlächtigen Polygonenhaufen in die Schlacht schicke oder einen hübsch ausmodellierten Paladin. Und trotzdem bin ich Warcraft 3: Reforged dankbar. Dankbar dafür, dass es mich dazu gebracht hat wieder Warcraft 3 zu spielen und ich dieses Stück Videospiel-Geschichte noch einmal erleben durfte. Und natürlich auch dankbar dafür, dass es mir die Gelegenheit beschert hat Tobi haushoch zu schlagen. Aber Spaß beiseite, diese kleine Partie hat mein hohes Ansehen von Warcraft 3 bestärkt und mir gezeigt, dass es auch durchaus Grund für gibt Blizzard für Reforged zu danken.

Kampfszene auf Warcraft 3

Das Battle of the Basterds war ein Witz gegen unsere Schlacht!

 

Unser Fazit

Ich denke bei den Meinungen von Tobi und mir werdet ihr schnell merken, dass wir uns im Grunde genommen einig sind, was die Qualitäten von Warcraft 3: Reforged angeht. Die DNA des Remakes ist pures Gold, welches auch nach fast 20 Jahren immer noch glänzt wie am ersten Tag. Die Umsetzung des Remakes ist angerostetes Eisen, welches zwar an manchen Ecken glänzt und insgesamt seinen Zweck erfüllt, aber nichts mit dem einstigen Standard von Blizzard zu tun hat. Trotzdem hatten wir im 1-vs-1 gegeneinander eine Menge Spaß, konnten in Erinnerungen schwelgen und uns erzählen, wie genial es ist, mal wieder die Story von Warcraft 3 erleben zu dürfen. Also Butter bei die Fische: Nostalgiker kommen bei Warcraft 3: Reforged voll auf ihre Kosten, Skandal hin oder her. Neulinge sollten dem Ganzen unserer Meinung nach eine Chance geben, denn so etwas wie Warcraft 3 habt ihr sicherlich noch nie gespielt. Blizzard solltet ihr aber so oder so die Meinung geigen, denn sowas darf nicht noch einmal passieren!

World of Warcraft: Chroniken Schuber 1 - 3 II: limitiert auf 222
  • 600 Seiten - 21.01.2020 (Veröffentlichungsdatum) - Panini Verlags GmbH (Herausgeber)

 

Maximilian Apel
Geschrieben von
Unity. Precision. Perfection.

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