Weihnachten 2006 war weiß, schneeweiß – Die wirklich wahre Geschichte wie ich meine Nintendo Wii bekam

Mein allerliebstes Weihnachtsgeschenk? Liebe, Gesundheit, Familienglück? Schwachsinn. Abseits von den zahlreichen Gutmenschen-Antworten, wartet die Wahrheit! Die Wahrheit in Form von teuren Konsumgütern, Elektro-Artikeln und die mein Privatleben sehr stark beeinflussenden Videospielen. Das beste Geschenk gibt es in meiner vergangenen Weihnachtsgeschichte nicht. Es gibt aber viele gute. Neben dem Gameboy und so ziemlich allen Pokémon-Ablegern für Nintendos mobile Endgeräte, bleibt vor allem die Nintendo Wii als eines der wohl schönsten weihnachtlichen Präsente meiner persönlichen Festtagsgeschichte zurück.

Der ein oder andere wird jetzt aufgrund des mittlerweile verschmähten Casual-Rufes der stationären Heimkonsole in schelmisches Gelächter ausbrechen, aber ob ihr’s glaubt oder nicht: Die Wii war zum Release eine kleine Revolution! Bewegungssteuerung zu Hause vor dem eigenen Fernseher? So etwas war technisch und spielerisch abseits von allem, was ein 13-jähriges Mädchen sich je hätte vorstellen wollen. Und Nintendo machte es möglich! Nur schade, dass ich nicht die einzige war, die sich den Release des Gamecube-Nachfolgers so sehr herbeigesehnt hatte…

 

8. Dezember 2006

Meine Mutter, ein Elektronikfachmarkt und 10 Minuten bis zur Eröffnung. Die Zustände vor dem Laden ähnelten dem vor einem Apple Store, an jenen Tagen an dem mal wieder eines der neuen überteuerten mobilen Devices auf den Markt kam, nur mit dem Unterschied, dass es hier tatsächlich um etwas ging. Dann öffneten sich die Pforten. Ich kann nur aus Erzählungen berichten wie es da ausgesehen haben muss, aber die Schlacht von Jakku  soll wohl ein Witz gegen die ambitionierten Eltern gewesen sein, deren makelloses Weihnachtsfest von dem glücklichen Lächeln ihrer konsumsüchtigen Kinder abhing. Und meine Mum war eine von ihnen.

Es wurde gedrängt, geschubst, gerannt und geflucht. Menschen in der puren Angst mit leeren Händen nach hause zu kommen und das weihnachtliche Ambiente schon vor dem heiligen Abend für den verwöhnten Nachwuchs zu zerstören. Meine Mama lief. Lief den Anweisungen von Mitarbeitern folgend, die sich vorausschauend schon in die Gänge positioniert hatten, um die aufgeregte Masse auch ja in die richtige Richtung zu lenken. Und dann war da plötzlich der heilige Gral in Form von zahlreichen aufeinander gestapelten weißen Kartons mit der schlicht-pathetischen Aufschrift Nintendo Wii.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar: Nicht jeder der sich gerade verschwitzt, mit letzter Kraft durch die Menschenmassen kämpft, wird mit einer vollgepackten Plastiktasche und einem imposant-zufriedenen Grinsen den Laden verlassen dürfen. Jeder der es dann doch schaffte und die letzten Meter zum weißen Traum zurückgelegt hatte, umklammerte das Paket mit einer solchen Hingabe als befände man sich in der nächsten Zombie-Apokalypse und die Wii sei die einzige Möglichkeit um das menschliche Desaster zu überleben. Keine Freunde. Jeder für sich. Der Kampf um leben und Leben ohne die Wii.

Wie viele Verluste man an diesem Tag zu beklagen hatte, ist leider nie an die Öffentlichkeit gelangt. Aber es werden wohl einige gewesen sein. Meine Mutter jedenfalls umklammerte die erste Nintendo Konsole, die sie zugreifen bekommen hatte und flog cineastisch mit einem eleganten Sprung in Zeitlupe über den Rest der heranstolpernden Masse und landete gekonnt mit einer Dreipunkt-Landung auf einer freien Fläche außerhalb. Mit meiner Wii.  Jedenfalls habe ich mir das so immer vorgestellt. Wahrscheinlich aber lag sie einfach in Fötus-Haltung auf dem Boden des Elektronikfachmarktes mit meinem weißen Schatz in ihren Armen und hat gewartet bis alles vorbei war. Egal wie es war. Sie hatte Sie. Ein Geschenk, das wohl mit dem aufwendigsten Kauf meines respektive ihres Lebens zusammenhängt. Danke Mama!

Und wo ich war, fragt ihr ? In der Schule natürlich, wie jedes 13 jährige Mädchen mit dem privilegierten Mindset “Mama regelt schon”.

P.S. Jaja und dann kam die PlayStation 5. Aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal…

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Geschrieben von Jennifer Engelhardt
Mein Pokédex ist cooler als dein iPhone.
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