Top of the Decks Spezial – Das Schlachtfeld 2.0

Der Schlachtfeld-Modus in Hearthstone hat ein so gewaltiges Update verpasst bekommen, dass es in der Community bereits als Schlachtfeld 2.0 bezeichnet wird. Aus diesem Anlass bieten wir euch ein kleines Top of the Decks-Spezial, in welchem wir die neuen Diener und ihre Interaktionen unter die Lupe nehmen, analysieren jeden Dienerstamm und besprechen auch die neuen Features, die mit dem Patch 21.2 dazugekommen sind.

 

Ein Panda betritt das Schlachtfeld

Das Schlachtfeld hat sich komplett verändert, altbekannte Regeln gelten nicht mehr. Habe ich in der letzten Top of the Decks-Ausgabe noch davon gesprochen, wie übermächtig doch der Grauselhurz in Zusammenarbeit mit den Tokens ist, so spielt er nun lediglich eine kleine Nebenrolle. Er ist immer noch sehr stark, keine Frage, aber im Moment liegt der Fokus von übermächtigen Aspekten an anderen Stellen.

Der Patch 21.2 entfernt 37 alte Diener und ersetzt sie durch 37 neue. Fast alle Dienerstämme haben dadurch einen großen Ruck in ihrer Spielweise erhalten und die Hierarchie hat sich deutlich verändert. Hinzu kommen Gameplay-Elemente wie eine längere Zeit für die Züge 3-9, ein Schadenslimit von 15 bis der erste Spieler ausscheidet und ein neues Schlüsselwort „Rache“, erstmals exklusiv für den Schlachtfeld-Modus. Vor allem das Schadenslimit sorgt für Kontroversen, denn obwohl man zu Beginn nicht durch einen übermächtigen Gegner mit 30 Schaden früh rausgeworfen werden kann, so verschiebt sich das Powerscaling einfach in spätere Züge. Außerdem kann man das Limit auch dazu ausnutzen, ein Powerleveling zu betreiben ohne zu befürchten, rauszufliegen. Perfekt ist das Schadenslimit zudem deshalb nicht, da es viele Spieler gibt, die eine Lobby verlassen und das Limit damit aufheben. Da muss Blizzard vielleicht nochmal nachjustieren.

Ebenfalls neu dazugekommen sind zwei Helden, von denen aber nur einer einen Einfluss auf das Spiel hat, das aber gewaltig. Cariel Roame ist eher eine Heldin, die ein wenig in Vergessenheit geraten wird. Ihre Heldenfähigkeit wird vor allem mit längerem Verlauf der Runden eher schwächer, da er keinen großen Impact auf das Spielfeld nimmt. +1/+1 ist im aktuellen Meta einfach nicht der herausragendste Buff. Meister Nguyen hingegen ist ein Held, den man immer sofort nehmen sollte, wird er einem angeboten. Der Pandare ist mit seiner Heldenfähigkeit, in jeder Runde eine von zwei anderen Heldenfähigkeiten zu entdecken, der wohl flexibelste Held im Spiel und erlaubt so für viele unterschiedliche Spielweisen. Allein wenn man nur einmal kurz Renos oder Gustavs Heldenfähigkeit ausleihen kann, macht es das schon wert. Es ist statistisch einfach unmöglich, dass einem für eine komplette Runde nur schlechte Heldenfähigkeiten angeboten werden. Es wird immer wieder etwas dabei sein, was einem weiterhilft und so ist Nguyen auf jeden Fall einer der stärksten Helden im Spiel.

 

Top of the Decks: Die Stämme

Wildtiere

Es gibt einen neuen Herrscher auf dem Schlachtfeld und dabei handelt es sich um einen kleinen, süßen Frosch, der auf einem Eichhörnchen reitet. Der Springfrosch nimmt im Moment das komplette Meta auseinander und brachte beizeiten sogar das Spiel zum Absturz. Nach ein paar Hotfixes ist das zwar kein Problem mehr, seine Fähigkeit sorgt jedoch bei größeren Ausmaßen immer noch für Lags. In Kombination mit dem Monströsen Ara und Baron Totenschwur springt er von Wildtier zu Wildtier und boostet nicht nur mit seinem Todesröcheln, der Effekt stapelt sich auch immer mehr. Dazu kommt noch der Reanimierende Klapperer, der dauerhaft Wiederkehr verleiht.

Essentiell für die Kombination ist auch die Rattenmeute, denn der Effekt vom Springfrosch springt auch auf Diener über, die durch Todesröcheln herbeigerufen werden und so entsteht eine chaotische Kettenreaktion, die euer gesamtes Spielfeld in den dreistelligen Wertebereich drückt. Andere neue Diener wie der Fahlschuppenkrokolist und die Kanalratte tun nur ihr Übriges, um die Wildtiere an die Spitze der Nahrungskette zu hieven. Dazu kommt noch der Vogelfreund, der vor allem in den frühen Runden extrem wertvoll sein kann, da Rache (1) ein geschenkter mehrfacher Boost ist. Wer aktuell die Möglichkeit hat, Wildtiere zu spielen, der spielt auch Wildtiere.

 

 

Drachen

Als der Springfrosch noch für den Hotfix entfernt wurde, waren die Drachen die Meister des neuen Patchs. Ganz mit rechten Dingen ging es hier jedoch auch nicht zu, denn eine fehlerhafte Interaktion sorgte dafür, dass ein bestimmter Diener extrem skaliert werden konnte. Die Welpenschmugglerin ist eine Dienerin, die man SOFORT kauft, wenn man Drachen spielen möchte. Da sie bei einem Angriffs-Boost einem Drachen Lebenspunkte dazugibt, gibt es etliche Möglichkeiten, eure Drachen zu stärken. Kalecgos ist immer noch eine Macht, nun mehr als je zuvor und wenn ihr als C’Thun Drachen spielt, ist es sowieso Game Over.

Mit Feuerkralle, dem Ungezähmten funktionierte die Schmugglerin jedoch nicht richtig und so gab sie ihm exponentiell viel Leben, wenn er sich durch andere Drachen seine Werte erhöhte. Mittlerweile ist der Bug gefixed worden, die Drachen mit ihrer Schmugglerin sind aber immer noch recht mächtig. Prestors Pyrobrut kann nun Gottesschilde leicht entfernen, der Begehrte Personaldrache bufft noch mehr und Tarecgosa behält diesen Buff und andere Buffs aus den Kämpfen auch nach dem Kampf. Dazu kommt mit der Mutierenden Chromaschwinge einer der besten 1 Stern-Diener, der natürlich ebenfalls von der Welpenschmugglerin profitiert. Nachdem der Glitch entfernt wurde, gilt für Drachenspieler weiterhin: Kalecgos finden und gewinnen, außer ihr heißt C’Thun.

 

 

Mechs

Kennt ihr noch die Heilige Makrele? Dieser Murloc-Diener war so gefährlich, da er mit einer zweiten Makrele den Gottesschild jonglieren konnte. In Kombination mit Gift war es einfach zu stark und wurde nach einiger Zeit entfernt. Nun ist sie in Form der Heiligen Mechkrele wieder zurück, allerdings diesmal als Mech. Also ist Gift von der Liste gestrichen, stark ist dieser Diener trotzdem. Ob ihr es glaubt oder nicht, sie ist jedoch nicht der Ankerpunkt einer starken Mech-Komposition. Das wäre dann der neue 6 Sterne-Diener Omegabrecher.

Nicht nur dient er als ein weiterer Reset für euren Deflekt-o-Bot, er bufft auch das ganze Feld, wenn nicht genug Platz für seine 6 Minibots ist. Das dürfte leicht zu bewerkstelligen sein. Auch hier gilt: Mit einem Baron Totenschwur heißt es ganz schnell GG. Dazu kommen noch der Welp-o-Tron, ein ganz ordentlicher 1 Stern-Diener, der Schmierbot mit Gottesschildinteraktion und der Mechanopanzer, der mit Rache ein wenig Extraschaden austeilt. Rache ist ein gutes Schlüsselwort für Mechs, da diese viele kleine Diener generieren, die schnell sterben und so den Rache-Effekt oft nutzen können.

 

Dämonen

Richtig angewendet mischen die Dämonen ganz oben mit, obwohl sich Wildtiere und Drachen gerade gegenseitig die Köpfe einschlagen. Der Ungeduldige Verkünder ist nicht mal ein Dämon und kann auch außerhalb einer Dämonen-Komposition angewendet werden, um Diener zu generieren und Gold zu gewinnen. Doch die Diener, die er mit Rache hervorbringt, sind nun mal Dämonen und so bietet sich früh das Potential, oft zu mehreren Triples zu kommen. Der Impulsive Trickser und der Widerliche Wichtel sind nicht die besten Early Game-Diener, doch im Mittelfeld und im späteren Verlauf finden sich die wahren Dämonen-Juwelen. Kathra’natir ist der neue etwas abgeschwächte Mal’Ganis, nachdem dieser das Schlachtfeld verlassen hat. Doch richtig interessant wird es erst im 5- und 6 Sterne-Metier.

Der Unersättliche Ur’zul kann extrem schnell an massive Werte gelangen, indem man Dämonen durchwechselt, um ihn zu boosten. Da er aber automatisch Spott hat, muss man sich vor giftigen Dienern in Acht nehmen. Die Hungrige Teufelsfledermaus ist das Ass im Dämonen-Ärmel. All eure Dämonen fressen einen Diener aus der Taverne und erhöhen so ihre Werte. Einziger Haken: Einfrieren und Diener für die nächste Runde aufbewahren ist nicht mehr. Wenn man also auf ein Triple abzieht, dann sollte das im aktuellen Zug geschehen, sonst wird der Diener gefressen. Nimmt man das in Kauf, dann wachsen eure Dämonen in ungeahnte Höhen.

 

Murlocs

Die Murlocs haben ihre Giftflosse verloren und sind somit ein wenig schwieriger zu einer guten Truppe zusammenzusetzen. Der Ersatz heißt Geheimflosse des SI:7 und vergiftet nicht direkt. Vielmehr müsst ihr mit Rache arbeiten, was euch aber immerhin erlaubt, mehrere Diener in einem Zug zu vergiften. Dazu muss die Geheimflosse aber auf dem Feld bleiben. Ist auf jeden Fall ein bisschen komplexer geworden, eure Murlocs zu vergiften. Da ist es vielleicht erst einmal besser, in den niedrigen Tavernenstufen zu bleiben, um eure Murlocs zu buffen.

Der Salzschuppenmacho eignet sich dafür perfekt und wenn euer Feld schon mit Murlocs voll ist, wird die Muckiflosse extrem stark. Die Murlocs haben definitiv ihre Werkzeuge, eine echte Gefahr zu werden, sie müssen nur richtig angewandt werden. Eines dieser Werkzeuge ist der Fischwerfer, der aber wohl einer der schwächeren 6 Sterne-Diener ist. Zwar kann man auch einen Murloc in der Taverne golden machen und ihn dann kaufen, aber selten lohnt sich das und so konzentriert man sich lieber auf andere Aspekte.

 

Elementare

Für Elementare lautet die Devise weiterhin: Bufft die Diener in der Taverne und wechselt sie stetig durch. Neben Katastrophenkoch Nomi fungiert nun auch die Grelle Lichtbrut als Tavernen-Buffer. Der Smogger hingegen fungiert wie eine Mini-Ausgabe von Mini-Ragnaros, ein Mini-Mini-Ragnaros sozusagen. Der Wiederverwertungsgeist macht das Rotieren der Taverne einfacher und so entsteht eine Art Buff-Fließband, wie es bereits mit Nomi gut funktioniert hat.

Es ist also im Grunde alles beim Alten bei den Elementaren, leider haben sie jedoch Leutnant Garr verloren, der gegen Ende eine riesige Mauer werden konnte. Stattdessen gibt es den Meister der Wirklichkeiten, der zwar selbst kein Elementar ist, aber durch sie ihre Werte erhöhen kann. Elementare sind aktuell nicht der Stamm, auf den man gezielt hinarbeitet.

 

Piraten

Es existiert aktuell nur eine lohnenswerte Zusammenstellung von Piraten und das ist weiterhin die Kombination aus der Freitbeuterin, Schreckensadmiralin Eliza und enweder Khadgar oder Baron Totenschwur. Auch die Neuzugänge ändern daran nichts, denn sie sind jetzt nicht wirklich überragend, da sie kaum direkte Auswirkungen auf eure Piraten haben, sondern eher dafür sorgen, dass eure Hand voller wird. Der Trotzige Schiffsbauer ist nicht mal selbst ein Pirat und für seinen Effekt einfach zu schwach. Der Salzige Schmuggler gibt euch eine Münze, die Neugierige Plünderin gibt euch alle zwei Züge einen goldenen Diener.

Peggy Morschknochen funktioniert gut mit solchen Karten, da sie euren Piraten immerhin einen kleinen Buff bringt, wenn ihr eine Karte auf die Hand nehmt. Und Tony Zweihauer mit der höchsten Rache im Spiel, nämlich fünf, macht zwar einen Piraten golden, aber die Umsetzung ist nicht besonders einfach. Wenn ihr jedoch einen Weg findet, mit Tony eure Eliza golden zu machen, dann lohnt sich der Aufwand, denn diese Piratin ist als goldener Diener, nun ja, gold wert. Piraten halten sich im Moment etwas zurück und warten geduldig auf ihr Comeback.

 

Stacheleber

Stacheleber sind die Verlierer des neuen Patchs. Sie sind noch ein relativ neuer Stamm und so sah man bei Blizzard wohl keine Notwendigkeit, die Spielweise zu verändern oder viele neue Diener einzubringen. Lediglich der Edelsteinspalter ist neu dazugekommen. Doch Stacheleber haben nur zwei Diener, die mit Gottesschild hantieren und so wird es schwierig, da die Interaktion zu fördern. Klar kann man immer die Selbstlose Heldin verwenden, aber ob sich der Edelsteinspalter dafür lohnt, ist fraglich.

Immerhin könnt ihr ihn in anderen Zusammenstellungen kurz verwenden, um eure Gottesschilde auszunutzen und ein paar Blutedelsteine zu farmen. Es ist schon interessant zu sehen, dass die Stacheleber bei ihrer Einführung das Schlachtfeld überrannt haben und jetzt fast zu den schwächsten Stämmen gehören. Die Dornenruferin wurde zudem entfernt und so sind sie aktuell nicht besonders spielbar. Die Stacheleber brauchen dringend Verstärkung.

 

Und was sonst noch?

Was hat sich denn sonst noch so verändert? Nun, wie bereits erwähnt sind 37 Diener gestrichen worden, darunter zwar viele ohnehin nicht besonders nützliche, aber auch einige Fanfavoriten. So verlieren die Piraten mit der Tidenschnitter und Extremangler Nat Pagle (den wir hier bei NAT-Games natürlich besonders cool finden) einiges an Meme-Potential. Außerdem verliert die Menagerie mit Mythrax einen wichtigen Baustein und die Spott-Spielweise muss in Zukunft auf den Herold der Qiraji verzichten. Es kamen noch zwei weitere neutrale Diener hinzu, der Aufkeimende Gründaumen und der Hexenschwingenmatrone. Beides sind Diener, die in bestimmten Situationen kurzzeitig nützlich werden können, jedoch nicht das Spielgeschehen alleine entscheiden werden. Die Hexenschwingenmatrone funktioniert immerhin ähnlich wie der Ungeduldige Verkünder, aber mit Kampfschrei-Dienern. Dämonen und damit die Chance auf viele Triples zu sammeln ist jedoch etwas wertvoller.

Alles in allem hat Patch 21.2 aber einen extrem frischen Wind auf das Schlachtfeld gebracht, jedoch ist davon auszugehen, dass Blizzard nochmal ein wenig nerfen und buffen muss. Der Springfrosch ist ein extrem lustiger Diener, aber neutral betrachtet ist er viel zu stark und muss ein wenig abgeschwächt werden. Wir als Spielerschaft haben unsere Schlüsse, welche Diener und Helden zu stark und welche zu schwach sind. Wir sind gespannt, welche Schlüsse Blizzard zieht und wie die nächste Version vom Schlachtfeld 2.0 aussehen wird.

 

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!
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