Brauchen wir wirklich Spiele-Flatrates / Pässe?

Microsoft möchte mit dem Xbox Game Pass eine neue Ära in der Videospielgeschichte einläuten. Denn ab diesem Jahr werden auch alle First-Party-Titel direkt zum Release über die Flatrate ohne Mehrkosten spielbar sein. Was es in der Filmbranche mit Netflix schon lange gibt, wird in Kürze auf der Xbox One Familie in Form einer Videospiel-Flatrate für neue Ansätze auch in unserer Videospielbranche sorgen. Deshalb die Frage: Brauchen wir wirklich Spiele-Flatrates / Pässe? Ist es nicht schöner, die Spiele entweder im Regal stehen oder online gekauft zu haben und sicher zu sein, dass man sie auch ohne Abonnement jederzeit spielen kann?

 

Marcos Meinung

Die eigenen Exklusivtitel mit dem Game Pass gleich zu Release anzubieten, ist ein mutiger Schritt. Allerdings auch kein allzu großes Problem für Microsoft, da der Konzern erstens über mehr Kapital verfügt, um sich das erlauben zu können. Zweitens hat die Xbox nicht gerade eine große Auswahl an neuen First Party Titeln in der Pipeline. Für Sony wäre dieses Format deutlich schwieriger (mehr Exklusivtitel, weniger Kapital, um Verluste durch fehlende Verkäufe auszugleichen). Playstation Now geht ja bereits ebenfalls in die Richtung Spiele-Flatrate, aber zu einem recht hohen Preis und nur in Form von Streaming. Diese Dienste, ob nun von Sony, Microsoft oder EA, sind eine interessante Option, alle haben aber noch ihre eigenen Schwachpunkte. Sei es nun Streaming, mangelhafte Auswahl oder die finanzielle Seite. Aktuell ist keine der Möglichkeiten für mich interessant, ich bevorzuge meine Spiele Oldschool auf einer Disc, ohne die Gefahr, dass es plötzlich aus dem Angebot verschwindet. Darüber hinaus besteht das Problem, dass man die Spiele nicht besitzt. Bei Lizenzproblemen könnten Titel einfach so verschwinden und solche Fälle gab es schon mehrfach. Auch sollte man die Seite der Einzelhändler nicht vergessen, denn wer kauft noch Spiele im Laden, wenn er für einen Zehner die Spiele frei Haus bekommt. An dieser Front wird es wohl noch große Probleme geben. Sammler, zu denen ich mich selber zähle, werden ohnehin nicht auf dieses Modell aufspringen, denn Downloads und Streams kann man sich nicht ins Regal stellen.

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Pantens Meinung

Das ist meiner Meinung nach ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bekommt man für knapp 10 € im Monat Zugang zu allerhand spielenswerten Titeln. Das klingt im ersten Moment echt super und ist es ja grundsätzlich auch. Aber von der anderen Seite betrachtet, bezahlt man für etwas, was man eigentlich nicht besitzt und die Auswahl der Titel ist begrenzt. Wenn ich von Anbieter A ein Abo habe, Anbieter B aber das Spiel anbietet, welches ich gerne spielen möchte, so bleibt mir nur die Möglichkeit ein weiteres Abo abzuschließen. Immerhin hat Anbieter B ja noch andere coole Spiele im Portfolio. Jetzt sind es schon 2 Abos zu je 10 €. Ergo bezahl ich im Jahr 240 € dafür, dass ich mit anderer Leuten Spiele spielen darf. Für das Geld kauf ich mir lieber übers Jahr verteilt die Titel, die mich auch wirklich interessieren. Zumal ich dann einen ganz anderen Bezug dazu habe. Aber früher oder später wird dieses Bezahlmodell gang und gäbe sein. In anderen Multimedia Bereichen, wie Video und Musik, ist das schon ein fest integriertes Modell. Amazon und Netflix als Beispiel. Dies sorgt auch für die Publisher und Entwicklerstudios für geregelte Einnahmen. Dennoch bin ich der Meinung, dass das auf länger Sicht Videospielen eher schadet. Damit würden auch die Retailversionen langsam verschwinden und damit auch die Sammlereditionen. Ob ich ein Spiel besitze oder es nur „ausleihe“ ist meiner Meinung nach ein großer Unterschied.

 

Kevins Meinung

Ein Abomodell wie Netflix für Videospiele halte ich generell für eine interessante und gute Idee. Bereits Netflix hat damit den Film und vor allem den Serienmarkt ordentlich durcheinandergewirbelt. Auf dem Videospielmarkt gibt es mit Playstation Now, EA Access und nun Xbox Game Pass auch die ersten Versuche. Bei den drei Angeboten gibt es jedoch diverse Vor- und Nachteile. Die Vorteile liegen klar auf der Hand ich kann aus einer großen Auswahl an Spielen einfach ein gewünschtes Spiel jederzeit spielen. Jedoch variiert das Spieleangebot sehr stark bei den drei Diensten, da sie vor allem ihre eigenen Spiele und einige Third Party Titel anbieten. Mit dem Xbox Game Pass geht Microsoft nun den mutigen Schritt und wird dort alle eigenen Spiele auch gleich zum Launch anbieten. Dies macht das Angebot schon einmal deutlich attraktiver als bei den anderen Diensten, bei dem vor allem ältere Spiele im Angebot sind. Auch mit dem drum herum scheint alles zu passen. Denn mit 10 Euro im Monat stimmt der Preis und das man auch einfach einen Code erwerben kann und keine Kreditkarte oder Ähnliches braucht, macht die Nutzung kundenfreundlich und einfach. Auch das man die Spiele nicht streamen muss, sondern auf seine Festplatte herunterladen kann, macht das Spielen auch Gamern in ländlicheren Gegenden einfacher. Ich denke das auf kurz oder lang die Zukunft in solchen Diensten liegt und auch bei den Videospielen kein Weg drum herum führt. Solche Dienste kommen vor allem auch den kreativen Entwicklern zugute, denn wenn Microsoft damit Erfolg hat, dann können sie mehr Geld einnehmen und dies sinnvoll in neue Projekte stecken, um so ihr Portfolio mit gutem Content zu erweitern. Studios, bei denen dann das Geld investiert wird, können dann hoffentlich frei und ohne Erfolgsdruck, Spiele entwickelt werden. Das liegt dann daran, dass die Entwickler nicht zwingend auf die Verkaufszahlen achten müssen, sondern nur dafür sorgen müssen das die Abozahlen steigen. Ein Problem sehe ich jedoch noch nämlich, dass es zu viele solche Angebote geben könnte. Wenn jeder große Publisher wie Ubisoft, EA, Activision/Blizzard, Sony Microsoft seinen eigenen Dienst anbietet, dann wird das wohl zu keinem Erfolg führen. Wenn jedoch zum Beispiel Sony und Microsoft auf ihren Plattformen solch ein Dienst einführen und die anderen Publisher davon überzeugen können, ihre Spiele auch dort zu veröffentlichen, dann kommt das vor allem uns Gamern zugute. Aber bislang ist dies nur Wunschdenken, der jedoch mit dem Xbox Game Pass bereits seinen Anfang genommen haben könnte.

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Tobias Meinung

Spotify, Deezer oder Apple Music haben die Musikindustrie innerhalb von nur wenigen Monaten revolutioniert. Dies ging an den Publishern in der Videospielbranche natürlich nicht einfach spurlos vorbei. Deshalb gesellen sich immer mehr Streaming-Dienste, Spiele-Flatrates oder Pässe zu den normalen Spielen. Ob das nun aber die Revolution des Spielmarkts darstellt, kommt letztendlich auf das Angebot und die Art der Umsetzung an. Ein reiner Streaming-Dienst, wie etwa das PlayStation Now, ist zwar ganz “nice to have”, allerdings setzt dieser auch eine gute Internetverbindung voraus. Außerdem dürfen die Server nicht überlastet sein, damit der Spielspaß nicht schwindet. Dienste, welche Zugriff auf eine Bibliothek zum Download geben, sind hingegen ziemlich gut und stellen einen Mehrwert dar. So können Spiele ausprobiert werden, die man nicht unbedingt direkt kaufen wollte. Neben der technischen Umsetzung sollte aber auch der Preis stimmen. Mehr als 15€ im Monat darf so ein Dienst schlichtweg nicht kosten, damit es sich für den Spieler auch lohnt, seine Spielesammlung im Regal links liegen zu lassen. Für mich persönlich ist solch ein Dienst eine geniale Ergänzung zum normalen Kauf und wird sicherlich für viele Zocker eine gute Alternative zum Vollpreistitel sein. Ich bin gespannt, welche Publisher sich noch in den Bann ziehen lassen und ihren eigenen Dienst starten.

 

Eure Meinung zu den Spiele-Flatrates / Pässen

Jetzt sind wir auf eure Meinung gespannt. Was ist eure Meinung zum Thema Spiele-Flatrates / Pässe? Hinterlasst uns gerne ein Feedback in den Kommentaren.

 

Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
hofft stillgeheim, dass er als "neuer Stefan Raab" eine Show wie TV Total zurückbringt und moderiert.

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