Angespielt: The Other 99 (gamescom 2016)

Angespielt: The Other 99 (gamescom 2016)

Das Hands-on zu The Other 99 war eines der wenigen, bei dem sich der Verantwortliche nur für mich selbst Zeit genommen hat und mich das Spiel so spielen ließ, wie ich es gerade für richtig hielt. Nebenbei erzählte er mir wichtige und interessante Dinge zum Spiel, die zur Situation passten. Doch an der Art der Präsentation erkannte man, in welch frühem Stadium das Spiel noch steckt. Seit wenigen Tagen ist The Other 99 als Early Access auf Steam erhältlich und entführt den Spieler auf eine abgeschottete mysteriöse Insel, auf der 99 andere Personen ums Überleben kämpfen. Was bietet das Survival Spiel? Welche Features erhoffe ich mir nach der Early Access Phase? Lest das alles und noch viel mehr in unserem Angespielt!

 

Der einzige Weg von der Insel führt durch die anderen 99

Nun, mit dieser Notiz vor Augen wachen wir mitten im Gebüsch auf. An unserem Handgelenk befindet sich ein digitaler Zähler, der zu Beginn die Zahl 99 anzeigt. Was das bedeutet? Die angezeigte Zahl ist die Anzahl der anderen noch lebenden Personen auf der Insel. Denn mit mir sind, wie ich feststelle, 99 andere Personen auf der Insel gelandet. Wie und warum, das gilt es herauszufinden und ist Zeil des Spiels. Das wirklich Coole am Spiel: Der Counter sinkt auch ohne mein Zutun. Während ich durch die Wildnis streife, piept meine Uhr zeitweise, um mir zu signalisieren, dass wir einer weniger auf der Insel sind. Wenig später begegne ich einer kämpfenden Gruppe Menschen und mache mich aus dem Staub. Die richtige Entscheidung: Denn nach wenigen Augenblicken piept meine Uhr zweimal auf. Hierbei wurde kleinlichst aufs Detail geachtet, denn jeder der Inselbewohner trägt eine solche Uhr mit der aktuellen Anzahl der Überlebenden. Überall auf der Insel sieht man kleine Lagerfeuer mit Personen, die sich an diesen wärmen. Andere Menschen streifen durch die Wildnis und halten Ausschau nach Nahrung und Wasser. Ein wirklich dicker Minuspunkt im Spiel ist die fehlende Interaktion mit den anderen „Gestrandeten“. Man kann keine Dialoge führen, wird direkt beleidigt und attackiert. Kommt man den Menschen zu nahe, sieht man schon wie diese ihre Waffe zücken, ohne zu wissen, was ich von ihnen möchte. Dabei sehe ich ab und an Grüppchen, die sich aus mehreren Überlebenden zusammengeschlossen haben. Wieso ist es denen möglich, miteinander zu kommunizieren und gemeinsam ums Überleben zu kämpfen, während ich als einsamer Eremit durch die Landschaft streifen muss? Auf der gamescom fragte ich deshalb den Design Director von Burning Arrow, Alex Barnes, ob es möglich ist, Allianzen mit anderen Leuten zu bilden. Herr Barnes versicherte mir, dass in dem Aspekt voll und ganz auf die Community gehört wird – möchte man in Zukunft Allianzen bilden können, so wird dies auch seinen Weg ins Spiel finden. Dies erklärt wohl auch den Early Access Status, da man das Spiel so gestalten möchte, wie die Spieler es haben wollen. Daumen hoch, davon können sich viele Entwickler eine Scheibe abschneiden!

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Was hat es mit diesen mysteriösen Zäunen auf sich?

 

Survival-Kit für Anfänger

Um uns während des Inselaufenthaltes über Wasser zu halten, müssen wir auf vier lebenswichtige Skalen achten. Die grüne Leiste repräsentiert den Hunger, den wir mit Dosenpfirsichen und anderem auf der Insel gefundenen Essen aufstocken können. Die Hunger-Leiste ist gekoppelt an unser maximales Leben: je mehr Hunger wir haben, desto weniger Leben haben wir. Dieses Leben repräsentiert die rote Leiste, ist diese leer, sind wir tot. Allerdings regenerieren wir uns nur bei voller Ausdauer, der gelben Leiste. Ausdauer wird bei Kämpfen und Sprinten verbraucht und regeneriert sich bei Nichtbenutzen. Gekoppelt ist diese Leiste an die letzte, blaue Leiste, die den Durst repräsentiert. Sind wir durstig, müssen wir gefundene Wasserflaschen leeren. Achtet man auf diese vier Leisten, sollte das Überleben auf der Insel zum Kinderspiel werden. Wenn da nicht die Kämpfe mit anderen Inselbewohnern wären… Trifft man auf andere Menschen, wird man direkt von diesen attackiert. Entweder rennt man, oder steigt per Tastendruck in den Kampf ein. Die Kampfmechanik ist seeeehr simpel, passt allerdings zum Stil des Spiels: Ihr könnt euch während des Kampfes bewegen, blocken und schlagen. Aufgeladene Attacken verbrauchen mehr Ausdauer, hauen euren Gegner allerdings schneller aus den Latschen. Für mich kam der Kampf in der Konsolenfassung einfacher als mit Maus und Tastatur vor, da es doch sehr schwer ist, mit der Maus im rechten Augenblick zu schlagen. Per Knopfdruck und Richtungsangabe war dies in mit einem Xbox Controller deutlich einfacher als mit der Maus, weshalb die Kämpfe sich deutlich kürzer gestalteten. Die Kämpfe bestehen bei mir in der PC-Fassung auf dreimal zuschlagen, dann durch die Gegend laufen, um meine Ausdauer aufzuladen, dann wieder aus dreimal zuschlagen und so weiter und so fort, bis einer von beiden als Sieger dasteht. Die Animation beim Kampf muss noch überarbeitet werden, da mein Gegner manches Mal zurückgeworfen wurde, obwohl ich gar nichts gemacht habe. Generell sehen die Animationen noch nicht sauber aus, was sich an der frühen Phase des Spiels bemerkbar macht.

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Der will mich doch nicht halbnackt attackieren?

 

Fast wie Urlaub

Während meiner Erkundungstouren auf der Insel entdecke ich wirklich viele Notizen. Egal, ob in Papierform oder als Kreidezeichnungen, wirklich überall sieht man kleine Smileys, Liebesschwüre und andere teils nützliche Notizen. Auch auf der Übersichtskarte der Insel entdecke ich von mir gezeichnete Notizen, um mich an vergangene entdeckte Orte zu erinnern. Denn manches Mal enthält so eine Notiz einen Hinweis auf einen Ort, den man erst später aufsucht oder bereits besucht hat. So entdecke ich beispielsweise einen verschlossenen Turm, doch wo der passende Schlüssel ist oder ob ich diesen überhaupt betreten kann, finde ich erst später heraus. Ein anderes Mal finde ich einen Schlüssel für einen umzäunten Bereich, in dem ich eine wertvolle Waffe finde. Bisher ist die Materialien- und Waffenliste eher mau. Bisher habe ich eine Axt und eine Rohrzange im Spiel gefunden, deren Qualität mit der Zeit sinkt. An Materialen finde ich bisher nur die Dinge, die ich benötige, um ein Boot herzustellen. Allerdings ist es noch nicht möglich, im Spiel zu Craften – Wählt man diesen Reiter aus, wird man mit einem Coming Soon begrüßt. Wann es das Feature ins Spiel schafft, werden wir in baldiger Zukunft herausfinden. Was zur Insel passt und was man überhaupt nicht vermisst, sind die fehlenden Tiere. Denn überall auf der Insel sind Kameras und abgezäunte Bereiche, die einen erahnen lassen, dass etwas Höheres im Spiel sein muss. Wahrscheinlich wurde für dieses kranke Szenario irgendeine Insel ausgesucht und diese so präpariert, dass man sich genüsslich abschlachten kann. Grafisch fällt die Erkundungstour eher schlecht als recht aus – die Texturen laden erst spät nach, obwohl sie nicht nach erster Sahne aussehen. Zu allem Überfluss wollte ich über eine kleine Ruine springen, steckte dann aber in der Ruinenwand fest. Auch nach mehrmaligen Sprintversuchen und Springen gelang es mir nicht, meinen Weg aus der Wand zu bahnen. Dann lade doch das Spiel neu, sagt ihr? Tja, damit kommen wir wohl zum größten Manko des Spiels, was es bisher gibt: Man kann das Spiel zwar neu laden, allerdings gibt es keine Speicherfunktion. Das heißt, ihr müsst das Spiel innerhalb von mehreren Stunden durchspielen, ansonsten dürft ihr nochmal von vorne beginnen. Wirklich schade, da ich mir diese Funktion in diesem Moment herbeigewünscht habe.

 

Fazit:

Man merkt The Other 99 an, dass es sich in einer wirklich seeeehr frühen Phase befindet. Das Spiel wirkt in allen Aspekten sehr roh. Nicht wie Mett oder Sushi, was roh noch lecker ist, nein – eher wie rohes Ei. Dass das Spiel zu Beginn lange lädt, ist leider nicht gerechtfertigt. Neben der Speicherfunktion fehlen mir Errungenschaften, die sich mit der Plattform Steam anbieten würden. Allerdings ist das Konzept des Spiels wirklich geil und man merkt, wie viele Gedanken sich die Entwickler mit dem Spiel gemacht haben. Zu beachten ist zudem, dass das Entwicklerteam aus nur vier Personen besteht und das was sie bisher geleistet haben, eine Mordsarbeit gewesen sein muss. Wenn das Spiel nicht mehr in Kinderschuhen steckt, sondern durch die Community gereift und gewachsen ist, würde das Fazit vermutlich anders ausfallen, als es jetzt ist. Potenzial hat The Other 99 allemal, aber in dem jetzigen Stadium, in dem es sich befindet, macht es allenfalls wenige Stunden Spaß. Liebes Burning Arrow-Team, bitte gebt Gas mit der weiteren Entwicklung, denn in geraumer Zeit kann das Spiel zu etwas Großem werden!

 

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Jasmin Paskuda
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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