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Fight Club – China und Tencent verlieren gegen Fans

Kaum ein Film ist so ein wichtiger Bestandteil der heutigen Popkultur wie David Fincher’s „Fight Club“. Für manche fast schon eine Art Bibel für filmische, aber auch gesellschaftskritische Inszenierungen, verliert niemand ein schlechtes Wort über den legendärsten Film der 90er. Nur Tencent wagte eine Bearbeitung der Bibel und verlor auf ganzer Linie.

 

Chinas Zensur gegen das Ende von „Fight Club“

Tencent Video, der chinesische Streamingdienst, erlangte die Möglichkeit „Fight Club“ den eigenen Abonnenten auf die Bildschirme zu bringen. Jedoch änderte man vor allem das starke Ende des Films, wodurch ein ganz anderes Narrativ entstand. Kleine Spoilerwarnung für einen Film der mittlerweile 23 Jahre auf dem Buckel hat: Der finale Kampf zwischen dem Protagonisten und Tyler geht zu Gunsten des Protagonisten aus, jedoch kann er die Zerstörung des globalen Finanzsystems nicht mehr aufhalten. Er beobachtet die androhende Anarchie mit seiner Freundin Marla aus den Fenstern eines Wolkenkratzers. Danach erscheinen noch einige geschnittene Bilder, in denen man kurz den Penis eines Mannes sieht. Aufgrund der strengen Zensurregelung in China musste die gesamte Szene gestrichen werden. An dessen Stelle gab es eine Schwarzblende mit dem Text, dass die Polizei das Schlimmste verhindern konnte. Tyler wird daraufhin in eine „Irrenanstalt“ verwiesen. So viel zur Auflösung

 

Chinas erste Niederlage im Kampf um künstlerische (Un-)Freiheit

Dass Filmliebhaber und Fans sowas nicht ohne Gegenwind hinnehmen würden, damit hatten Tencent und China anscheinend nicht gerechnet. Selbst im Landesinneren gab es einen immensen Aufschrei aufgrund der übertriebenen Zensur. Chinas Regierung sieht vor, dass am Ende eines Films, die Kriminellen festgenommen werden müssen. Warum können wir uns an dieser Stelle denken. In Folge des großen Unmuts beschloss Tencent die Endszenen wieder aufzunehmen. Bis auf den Penis und andere Sexsequenzen, die gibt es weiterhin nicht zu sehen. Aufgrund der olympischen Spiele und Putin steht die chinesische Regierung im Rampenlicht der globalen Öffentlichkeit. Dieser Zug die Zensur eines Films ein wenig zurückzuschrauben, lässt sich wohl auf genau dieses Rampenlicht zurückführen. Hollywood und Co. wird aber wahrscheinlich weiterhin die Zensur über sich ergehen lassen. Dafür scheint der chinesische Unterhaltungsmarkt zu lukrativ.

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Quelle: TheWrap

Titelbild: 20th Century Fox

Alexander Weinstein
Hat den Kesselflug in weniger als 10 Parsec geschafft

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