Angespielt: The Elder Scrolls Online (Beta)

Gefechte mit fiesen Nekromanten, epische Kämpfe gegen Drachen oder Kriege gegen mächtige Daedra-Götter, welche Tamriel unter ihre unbarmherzige Herrschaft bringen wollen. Die Elder Scrolls-Reihe hat schon so manchen Spieler vor den Bildschirm gefesselt und nicht mehr losgelassen. Zu diesen Personen gehöre ich selbst, wie viele Stunden ich in Tamriel schon verbracht habe, möchte ich gar nicht erst wissen. Elder Scrolls Online soll ein weiterer Ableger der Elder Scrolls-Spiele werden. Mit dem von ZeniMax Online Studios entwickeltem Spiel will sich Publisher Bethesda Softworks auf die Bühne der MMO-Games begeben. Das Spiel wird am 4.4.2014 für den PC / Mac erscheinen und für die Xbox One und PS4 im Juni 2014 erhältlich sein. Ob das MMO die Fans der Serie zufriedenstellen kann, oder ob Bethesda sich mit diesem Konzept die Kundschaft vergrault, das erfahrt ihr hier.

 

Dynamik oder Trägheit? Freiheit oder Zwang?

Was waren denn die Stärken der bisherigen Elder Scrolls-Spiele. Fangen wir doch mit dem dynamischen Kampfsystem an. Dieses überzeugte nicht erst seit Elder Scrolls: Skyrim mit spannenden Schwertkämpfen, actiongeladenen Magier-Fehden oder hinterhältigen Assassinenangriffen. Ein Schlagabtausch war oft von taktischer Finesse geprägt. Man musste seine Schläge, Blocks oder Zauber immer gut timen, um nicht gleich zum Mittagessen für eines der vielen Monster zu werden. Wie sieht das denn nun bei Elder Scrolls: Online aus? Man könnte jetzt natürlich zwei Extreme erwarten. Auf der einen Seite das bisherige Kampfsystem der Serie oder auf der anderen Seite ein „Standard-MMO-Kampfsystem“, bei dem einfach die Skills des Charakters abgearbeitet werden und nach einer gewissen Cooldown-Zeit steht die Attacke wieder zur Verfügung. Ganz so einfach kann man es sich bei der Beschreibung dieser Mechanik nicht machen.

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Das Kampfsystem flutscht gut von der Hand und orientiert sich an Skyrim

 

In vielen MMOs kann eine Charakter-Klasse nur einen bestimmten Waffen- und einen bestimmten Waffentypen ausrüsten. Das beschränkt natürlich auch die Möglichkeiten des Spielers den Kampf zu gestalten, da er ja an wenige, durch die Ausrüstung bestimmte, Spielweisen gebunden ist. Hier kann Elder Scrolls: Online glänzen, da man mit jeder Klasse alle Waffen und Rüstungen benutzen kann und auch seine Fähigkeiten damit verfeinern kann, doch zu dem Skill-System später mehr. Hier kommt auch eine weitere Stärke der Elder Scrolls-Spiele zum Vorschein, nämlich die Freiheit, die dem Spieler gegeben wird, in der Charaktererstellung oder in vielen anderen Aspekten tun zu können, was man möchte. Man kann sich einen schwertkämpfenden, bogenschießenden Kampfmagier bauen oder als ein Kriegshammer schwingender Assassine durch die Spielewelt laufen. Man kann sich in dieser Hinsicht ziemlich austoben.

Aus welcher Sicht kämpft man denn? In vielen MMOs ist die Third-Person-Sicht der Standard. Sie bietet viel Übersicht und erleichtert es dem Spieler sich im Kampfgetümmel zurecht zu finden. In ESO (Elder Scrolls: Online) kann man seinen Charakter natürlich auch so steuern, das konnte man ja in fast jedem Teil der Elder Scrolls-Serie. Doch auch die altbekannte Egoperspektive ist bei ESO mit am Start. Man kann mit Hilfe des Mausrades stufenlos in die Egoperspektive hinein- oder auch wieder herauszoomen. Diese hat seit jeher in The Elder Scrolls für ein stimmiges Feeling gesorgt, man hat einfach das Gefühl gerade selbst durch den Dungeon zu laufen oder einen magischen Schlagabtausch zu führen. Zwar wurde diese Sichtweise erst nach Beschwerden der Fans eingefügt, doch sie hat ja letztendlich ihren Weg ins Spiel gefunden und das ist auch gut so. Sehen wir uns das Kampfsystem aber noch etwas genauer an.

Wie funktionieren zum Beispiel die Zauber? Also, erstmal die grundlegenden Bestandteile. Unser Charakter kann ganz normal angreifen und blocken. Unsere Blocks müssen wir gut timen, nämlich dann wenn einer unserer Gegner einen starken Angriff durchführt und zum Schlag ausholt. Wenn wir einen solchen Schlag blocken, dann wird unser Gegner für kurze Zeit benommen und ist uns ausgeliefert. Wir können auch mit unserem Schild einen Schlag austeilen, während unser Gegner seine Attacke „auflädt“, danach ist unser Feind ebenfalls kurz gelähmt. Wie unser Gegenüber, so können auch wir starke Attacken benutzten, sollten wir ein anderen Kämpfer mit einer solchen Attacke erwischen, während er benommen ist, dann wird er sogar zu Boden geworfen. Ihr könnt mit oder ohne Schild kämpfen, mit zweihändigen Waffen oder auch mit Zauberstäben, das ist eure Entscheidung. Zauberstäbe und die Bögen sind natürlich eher für den Fernkampf geeignet und so müssen wir auch im Team unsere Waffe geschickt wählen und überlegen, mit welcher Kombination wir dem Team am meisten helfen können. Die Kämpfe gestalten sich im allgemeinen ziemlich dynamisch.

 

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Die Kämpfe gegen die vielen Monster machen einen heiden Spaß. Sind aber nicht immer einfach.

 

Jetzt aber endlich zu den Zaubern. Unsere Magicka-Leiste bestimmt wieviele Zauber wir beschwören können. Diese haben nicht einfach nur einen Cooldown, sondern wir können sie so oft hintereinander casten wie wir wollen, bis dann irgendwann unser Magicka aufgebraucht ist. Das ist für Elder Scrolls-Veterane nichts neues, jedoch für ein MMO eher ungewöhnlich. Genauso können wir unseren Charakter spezielle Fähigkeiten mit oft benutzen Waffentypen erlernen lassen. Wenn wir oft mit einem Schwert und Schild kämpfen, dann können wir einen besonderen Schwertangriff erlernen, der besonders viel Schaden verursacht. Hier kommt dann unsere Stamina-Leiste zum Einsatz. Stamina wird nicht nur durch Rennen verbraucht, sondern auch für die eben erwähnten Attacken benötigt. Im Klartext heißt das, so wie unsere Zauber Magicka (in vielen anderen Spielen auch Mana genannt) benötigen, um gecastet werden zu können, so verbrauchen unsere speziellen Angriffe Stamina.

 

ESO UI

Links unten befindet sich die Magicka-Leiste. Rechts unten ist die Stamina-Leiste angesiedelt.

 

Jede Klasse hat dann auch noch besonders mächtige Zauber. Diese „Ultimate Abilities“ können aber nicht wie normale Zauber benutzt werden, das heißt sie verbrauchen kein Magicka. Stattdessen müssen wir Finesse-Punkte sammeln. Das machen wir, indem wir an Kampfhandlungen teilnehmt. Sobald wir genug Finesse gesammelt haben, ist unser Charakter bereit Verwüstung und Verzweiflung unter die Linien der Feinde zu bringen. So kann beispielsweise ein Sturmatronarch für eine gewisse Zeit herauf beschworen werden oder unser Spieler verwandelt sich für ein paar Sekunden in ein drachenähnliches Wesen mit Flügeln aus lodernden Flammen, das in die Luft fliegt um mit einem verheerenden Angriff vom Himmel zu fallen. Diese Attacken sind gut inszeniert und sehen sehr schön aus.

Ein weiteres nettes Feature sind die Waffenwechsel. So kann unser Charakter ab einem bestimmten Level seine Primärwaffe über eine Schnelltaste während des Kampfes wechseln. Damit können wir uns an wechselnde Umstände in einem Kampf flexibel anpassen. So haben wir im Nahkampf ein paar Feinde besiegt, jedoch steht ein Bogenschütze auf der anderen Seite eines Flusses und bearbeitet uns mit seinen Pfeilen. Dann können wir einfach und schnell zu unserem Bogen wechseln und den miesen Gegner abschießen. Oder der Healer unser Gruppe ist gestorben, dann können wir zu einem Heilungs-Stab greifen und unsere Kameraden unterstützen.

Wenn wir schon beim Spiel in der Gruppe sind, dann bleiben wir doch kurz. Es gibt nämlich ein weiteres Feature, das die Kämpfe der Gruppe noch interessanter macht. Wenn wir einen Synergie-Zauber gecastet haben, dann können unsere Teamkollegen einen Effekt aktivieren, der den Zauber noch stärker werden lässt und somit zum Beispiel mehr Schaden zufügt oder Flächenschaden verursacht. Ein nettes Feature. Das soll es aber erstmal zum Kampfsystem gewesen sein.

 

Der Daedroth ist schon seit je her einer der stärkeren Gegner in The Elder Scrolls. Früh im Spiel sollten wir ihn umgehen.

Der Daedroth ist schon seit je her einer der stärkeren Gegner in The Elder Scrolls. Früh im Spiel sollten wir ihn umgehen.

 

Welchen Zauber schalte ich als nächstes frei?

Eine bereits erwähnte Stärke der Elder Scrolls-Spiele ist die Freiheit des Spielers. Das beginnt schon bei der Charaktererstellung. Wir können zwischen verschiedenen Rassen, mit jeweils unterschiedlichen Vor- und Nachteilen, wählen. Dabei sind die alle bisher vertretenen Rassen vorhanden. Nun ja, also fast alle. Den die Kaiserlichen (eine Menschen-Rasse) kann man nur wählen, wenn man bereit ist mindestens 20€ mehr für die sogenannte Imperial-Edition hinzulegen. Diese Edition enthält noch ein paar Extras mehr, ob das den Aufpreis wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Kaiserlichen wird man später auch im Shop freischalten können. Die Wahl der Rasse hat dann auch schon Auswirkungen auf das spätere Spiel. Denn jede Rasse ist einer Fraktion zugeordnet. Insgesamt gibt es drei Verschiedene, den Ebenherz-Pakt, den  Aldmeri-Bund und das Dolchsturz-Bündnis. Jede Fraktion hat ihr eigenes Startgebiet und natürlich auch unterschiedliche Quests. Das erhöht den Wiederspielwert von ESO ungemein. Jeder, der das Spiel vorbestellt, kann mit jeder Rasse allen Fraktionen beitreten. Wir könnten uns auch gut vorstellen, dass man sich diese Option später auch im offiziellen Shop kaufen kann.

Aber jetzt zurück zur Charaktererstellung. Wir könnt das Aussehen unserer Figur nach Belieben verändern. Körperstatur, Größe, Gesichtszüge, Haare, Tattoos, die Möglichkeiten sind sehr groß und wir können uns hier austoben. Nachdem wir diese Einstellungen vorgenommen haben, müssen wir uns für eine Klasse entscheiden. Oha, das könnte einem eingefleischten Elder Scrolls-Fan jetzt sauer aufstoßen. Diese sind es nämlich gewohnt, ihre Fähigkeiten und Skills komplett frei zusammenzustellen. Aber in einem MMO kann dieses System leider nicht so umgesetzt werden. Wenn man ein bisschen nachdenkt, dann kann man die Entscheidung der Entwickler schon verstehen. Denn wenn jeder Spieler einen Allround-Kämpfer erstellen kann, dann ist der Ansporn im Team zu spielen dahin.

 

Werden mir jetzt Fesseln angelegt?

Aber keine Sorge, wir finden ZeniMax Online Studios hat dieses Problem gut gelöst. Das Ganze läuft nämlich so ab. Wir wählen eine der vier Klassen, wenn wir unseren Charakter erstellen. Drachenritter (Dragonknight), Templer (Templar), Nachtklinge (Nightblade) und Zauberer (Sorcerer) sind die verfügbaren Klassen. Was jede einzelne Klasse mit sich bringt, werden wir dann in unserem Test oder in einem Special genauer erörtern. Jede Klasse hat dann wiederum drei klassenspezifische Fertigkeiten-Kategorien (Skill-Trees). In vielen MMOs müssten wir uns ab einem bestimmten Level für einen dieser Skill-Trees entscheiden. Die Entwickler haben das aber sehr schön gelöst und geben den Fans wieder eine große Portion Freiheit zurück. (Bei dieser Gelegenheit können wir auch über das Erfahrungspunkte- und Levelsystem reden) Mit einem Skill-Point können wir eine Fähigkeit freischalten. Sei es nun ein Zauber unserer Klasse oder eine besondere Attacke mit einer unserer Waffen. Wenn wir nun diesen Zauber (dieser ist ja einem der drei Skill-Trees zugehörig) in unsere Hotkeys aufnehmen, dann können wir in dieser Fertigkeiten-Kategorie Erfahrungspunkte sammeln und aufleveln.

Dieses System des „Auflevelns“ setzt eine weitere Stärke der Elder Scrolls-Reihe, zwar mit einem anderen Mechanismus, aber mit fast dem gleichen Effekt, um. Wenn man in Skyrim (beispielsweise) oft mit Schild und Schwert gekämpft hat, dann ist man auch in der zugehörigen Fähigkeit im Level aufgestiegen. So wurden die Fähigkeiten des Charakters immer durch die Spielweise des Spielers beeinflusst. In ESO funktioniert das mit den EXP (Erfahrungspunkte / Experience-Points). Wenn wir zum Beispiel einen Bogen ausgerüstet haben und  EXP sammeln, dann steigen wir auch in der Bogen-Kategorie im Level auf. Wie wir schon sehen können, erreichen wir den selben Effekt, wenn wir mit einer Waffe kämpfen, dann leveln wir die entsprechende Fertigkeit auch auf.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Skill-Systems ist auch, dass wir die Skill-Trees nicht von unten nach oben durcharbeiten müssen. Außerdem können wir unsere Skill-Points frei zwischen den drei Skill-Trees verteilen. Das heißt, wenn uns der erste Zauber in einer Kategorie nicht gefällt, wir aber unbedingt einen anderen, stärkeren Zauber freischalten möchten, dann können wir den, im Skill-Tree weiter unten angesiedelten, Zauber einfach auslassen. Wir müssen nur den jeweiligen Level in der Kategorie erreicht haben. Wie bereits erwähnt, können wir in allen Kategorien gleichzeitig aufsteigen, solange wir einen Zauber in unsere Hotkeys eingepflegt haben. Je mehr Zauber einer bestimmten Kategorie wir in der Hotkey-Leiste aufgenommen haben, desto schneller leveln wir in dieser Kategorie auch auf.

Im Klartext heißt das, der Spieler ist nur an seine Klasse gebunden und kann sich innerhalb dieser auch austoben, wie es ihm beliebt (Sogar alle drei „Ultimate Abilities“ können gleichzeitig erlernt werden, aber nur eine kann auf die Hotkeys gelegt werden). Man kann also keinen Blitze schleudernden Schattenkrieger (Assassinen) bauen, aber die Freiheit innerhalb der Klasse ist doch ein guter Kompromiss, wie wir finden.

 

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Das Skill-Menü ist sehr übersichtlich. Sogar die verschiedenen Gilden bieten uns neue Fähigkeiten, wenn wir im Rang innerhalb der Gilde aufsteigen.

 

Was gibt es denn sonst noch so?

Nun ja. Da wäre noch ein Feature, das mit Loot und den Quest-NPCs (Non-playable characters) zusammenhängt. Diese sind nämlich beide spielergebunden. Das bedeutet, man kann unseren Loot nicht klauen oder wichtige Dialoge wegklicken. Dadurch geht vielleicht das „Wir-Gefühl“ der Gruppe ein bisschen verloren, dafür kann aber jeder die sehr gut erzählten Quests in ihrer vollen Gänze erleben. Jeder bekommt beispielsweise auch einen fairen Anteil, je nach Beteiligung am Geschehen, des Loots nach einem Bosskampf. Etwas, das leider noch nicht so gut funktioniert, sind die Händler im Spiel. Es gibt Händler für Crafting, Rüstungen, Waffen usw. Leider sind diese zu teuer. Die Preise sind im Vergleich zum Einkommen, zum Beispiel durch Quests, viel zu hoch. Die Gegenstände, die wir als Loot finden, sind entweder besser oder die Artikel des Händlers bieten für den hohen Preis keine großartige Verbesserung der Stats.

 

Ich will meine eigenen Waffen schmieden!

Wer keine Lust hat den Händlern sein hart verdientes Geld in den Rachen zu schieben, der kann sich selbst Items craften. Es gibt insgesamt sechs Berufe, oder Crafting-Klassen. Diese wären Versorgen, Schmieden, Alchemie, Verzaubern, Schreinerei, Schneiderei. Um einen Beruf zu erlernen, können wir Crafting-Punkte vergeben. Wir haben die Möglichkeit unsere Punkte wahlweise auf alle Berufe zu verteilen, oder uns auf ein oder zwei bestimmte Berufe zu konzentrieren, um dann zum Meister in diesem Fach zu werden. Mit diesem System können wir uns entweder neue Tränke, Rüstungen oder Waffen bauen. Aber auch unsere bereits vorhandenen Gegenstände verbessern und verfeinern. Die Mounts in ESO haben ein ähnliches Problem wie die Händler. Sie sind zu teuer. Das bisschen Geld, das wir für erfolgreiche Quests bekommen, reicht bei weitem nicht aus um uns in den diversen Stallungen ein Pferd zu kaufen. Wenn wir dennoch mal einen Mount ergattert haben, dann können wir unseren tierischen Freund alle 24 Stunden mit drei verschiedenen Zutaten füttern. Hafer (oats), Äpfel (apples) und Weizen (wheat) stehen uns zur Verfügung und sorgen dafür, dass unser Mount entweder in Traglast, Geschwindigkeit oder Ausdauer (Stamina) auflevelt. Die Steigerung eines Attributs ist permanent und summiert sich immer weiter auf.

Pferde sind zu Beginn des Spiels ein sehr teurer Spaß.

Pferde sind zu Beginn des Spiels ein sehr teurer Spaß.

 

Wo bin ich den überhaupt unterwegs?

Was hat den die Elder Scrolls-Reihe noch ausgezeichnet? Ganz genau… Die riesige, lebendige Spielewelt. Was bietet uns denn jetzt ESO? Die ESO-Welt ist groß, größer, am größten. Es gibt viel zu erkunden (Das Erkunden bringt uns sogar extra EXP). Sie ist mit Leben gefüllt, so sehen wir immer wieder wilde Tiere, wie Hasen, Füchse, Affen oder Frösche, durch die Landschaft streifen. Es laufen uns Händler auf der Straße entgegen und an vielen Stellen können wir völlig unerwartet eine Quest finden. Wir haben einfach Lust die Welt zu erforschen und mit den NPCs zu interagieren. Das ist nicht zuletzt den vielen, unterschiedlichen Landschaften zu verdanken. Vom verschneiten Skyrim, über das idyllische Cyrodiil mit seinen weiten Feldern und Wiesen, bis hin zum düsteren Blackmarsh, welches die sumpfige Heimat der Argonier-Echsen ist. Die Entwickler haben wieder einmal viel Liebe und Mühe in die Spielewelt und auch in die Quests gesteckt.

 

Quests… bitte mehr davon!

Ach ja, die Quests in The Elder Scrolls. Bisher lag in der Serie der Fokus ja weniger auf der Hauptquest, sondern auf den vielen kleinen Quests, die wir irgendwo in der Welt gefunden haben und welche eigentlich immer eine interessante Geschichte vermittelt haben. Wie sieht das denn jetzt in ESO aus? Die Hauptquest ist sehr schön und spannend erzählt. Besonders die Egoperspektive kommt der Stimmung und dem Flair sehr zugute, denn dadurch haben wir das Gefühl gerade höchstpersönlich in der Welt zu stehen und Gespräche zu führen oder Konversationen zu lauschen. Die Entwickler arbeiten auch sehr intensiv mit dem Sound und der Musik, um die Geschichte fesselnd rüber zu bringen. So ertönt ein bombastisches „Inception-Horn“, während gleichzeitig die gigantischen Ketten eines „Dunklen Ankers“ des Daedra-Fürsten Molag Bal auf den Boden aufschlagen. Für alle, die das “Inception-Horn” nicht kennen.

Aber nicht nur die Hauptquest fesselt uns. Auch die schon erwähnten, kleinen Quests sind mit viel Hingabe gemacht worden. Viele der Quests ziehen dann auch einen ganzen „Quest-Strang“ hinter sich her und hören nicht nur nach einer Mission auf. Die Geschichten sind toll erzählt und wir haben wirklich Interesse die Hintergründe einer Mission zu ergründen und wollen weiterspielen. Eine typische Elder Scrolls-Situation, die wir genauso erlebt haben. Wir laufen auf der Straße und wollen eigentlich zum Zielort einer anderen Quest laufen, als wir einen Soldaten mit einer offensichtlich verletzten Person entdecken. Wir sprechen die Beiden an. Es wird uns erzählt, dass ihr Dorf von einer bekannten Banditengruppe angegriffen und verwüstet wurde. Und schon haben wir eine neue Quest-Kette entdeckt und wollen natürlich nachsehen, was in dem Dorf passiert ist. Was auch einen großen Teil zur ESO-Atmosphäre beiträgt, sind die NPCs. Die Charakterzüge der Quest-NPCs, aber zum Beispiel auch von Händlern, sind sehr gut gezeichnet. Man hat das Gefühl sich mit echten Personen zu unterhalten und vergisst, dass man eigentlich nur mit einem Computer spricht. So lässt ein NPC ab und zu abfällige, jedoch unterschwellige, Kommentare zu der Politik der heimischen Führung fallen. Auf den ersten Blick denkt man sich nichts dabei, doch als später herauskommt, dass genau dieser NPC Teil einer Verschwörung ist, lässt uns das schmunzeln. Nach dem Motto, habe ich mir doch schon gedacht, dass mit dieser Person irgendetwas nicht stimmt. Auch die Aufgaben der Quest gestalten sich recht abwechslungsreich und werden immer sehr schön in die Geschichte der Quest eingebunden. Natürlich haben wir auch die MMO-typischen, „sammle fünf Pflanzen“-Aufgaben, aber wie schon gesagt, diese werden eigentlich immer schön in die Story eingearbeitet. Ansonsten wird es selten langweilig. Mal müssen wir, mit Wasser aus einem Brunnen, im Feuer gefangene Dorfbewohner retten und gleichzeitig fiese Banditen besiegen, oder auch einen Detektiv á la Sherlock Holmes spielen.

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Die NPCs und Quests konnten mehr als überzeugen.

 

Wie sieht’s denn aus?

Die Grafik kann sich sehen lassen. Mit maximalen Grafikeinstellungen sieht ESO sehr schön und atmosphärisch aus. Tolle Texturen, gelungene Schatteneffekte und schöne Animationen lassen die Welt sehr stimmig rüber kommen. In Sachen Detailreichtum und stimmungsvoller Umgebung kann ESO zwar nicht an Skyrim heranreichen, ist aber wie gesagt sehr ansehnlich. Was auch positiv anzukreiden ist, man kann die Grafik sehr genau einstellen. So kann man die Einstellungen extrem herunterschrauben, um das Spiel auch auf schwächeren PCs flüssig spielen zu können. Sehr löblich wie wir finden.

 

Hier dann noch die minimalen Systemanforderungen für PC:

Betriebssystem: Windows XP 32-bit

Prozessor: Zweikernprozessor 2,0 GHz oder vergleichbar

Arbeitsspeicher: 2 GB RAM

Festplattenspeicher: 60 GB freier Speicherplatz

Grafikkarte: mindestens 512 MB RAM und Unterstützung für DirectX 9.0 (NVIDIA GeForce 8800, ATI Radeon 2600 oder besser)

Sound: DirectX-kompatible dedizierte Soundkarte

 

Wie man schon sehen kann, benötigt ESO ca. 60 GB Festplattenspeicher. Da muss so manches, bereits installiertes Spiel dran glauben und deinstalliert werden. Alles hat eben seine Vor- und Nachteile.

Die Grafik kann sich sehen lassen.

Die Grafik kann sich sehen lassen.

 

Der Schluss… na endlich!

Puh… das war aber ein aufregender Ausflug in die Welt von Tamriel. Ich hoffe, dass ich einen recht guten Einblick in die Welt von Elder Scrolls Online bieten konnte. Nicht nur ich, sondern vermutlich  auch alle anderen Elder Scrolls-Fans freuen sich sicher schon auf den 4.4.2014 und können es kaum erwarten Tamriel mit ihren Freunden unsicher zu machen. Wer noch kein Spiel der Elder Scrolls-Reihe gespielt hat, der sollte ESO auf jeden Fall eine Chance geben und einen Blick riskieren. Leider muss ich mich jetzt verabschieden, denn der Daedra-Fürst Molag Bal besiegt sich eben nicht von allein.

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Geschrieben von Thomas Solzic
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.
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