Angespielt: World of Fishing

Angespielt: World of Fishing

Meine Mama ist 69 Jahre alt. Die einzigen Videospiele, mit denen sie sich beschäftigt, sind gelegentliche Runden Bowling auf der Wii und ein oder zwei Browserspiele. Eines dieser Browserspiele heißt Free Aqua Zoo, in dem sie Fische angelt und diese in einem Aquarium bewundern oder sie auf einem Markt verkaufen kann. Nun sollte man meinen, dass ein vollwertiges Angel-MMO besser ist als solch ein kleines Browsergame. Wir haben World of Fishing für euch angespielt und sagen auch, ob dies hier der Fall ist.

 

Tolle Charaktere (Nicht wirklich)

Wie bei jedem MMO wählt ihr am Anfang euren Charakter. Hier stehen euch aber je sechs vorgefertigte Charaktere per Geschlecht zur Verfügung. Diese unterscheiden sich allerdings nur vom Äußerlichen und ihrer Hintergrundgeschichte, die im Spiel natürlich eh unwichtig ist. Was die Attribute angeht, so macht die Wahl des Charakters keinen Unterschied, alle drei (!!!) Attribute sind zu Beginn auf 50, 10 Punkte könnt ihr bereits am Anfang noch auf Stärke, Konzentration und Ausdauer verteilen. Stärke beeinflusst dabei, wie viel Schaden ihr Fischen zufügt, Konzentration wirkt sich unter anderem auf eure Einholgeschwindigkeit aus und die Ausdauer legt fest, wie lange es dauert, bis ihr erschöpft seid. Habt ihr euren Charakter erstellt (wobei „erstellen“ hier wirklich sehr hoch gegriffen ist), geht es ans Angeln.

nat games world of fishing 1

So sehen Angler aus…ja genau…

 

Am Haken

Lasst es mich zu Beginn dieses Absatzes sagen: Ich habe mich zu Tode gelangweilt. Das mag vielleicht daran liegen, das Angeln nicht wirklich mein Lieblingshobby ist, aber ich behaupte, dass selbst Hardcoreangler mit diesem Spiel nicht ihre helle Freude haben werden. Ihr habt also euren Charakter erstellt und tuckert nun mit eurem eigenen Bötchen aufs Meer hinaus. Dort könnt ihr an jeder Stelle anhalten und eure Angel auswerfen. Beißt ein Fisch an, wird das an eurem Sinker angezeigt. Ist dieser komplett unter Wasser, dann müsst ihr schnell die Maus gedrückt halten und über den Bildschirm ziehen. Dann beginnt der „Kampf“ mit dem angebissenen Fisch. Haltet ihr die Maus gedrückt, holt ihr eure Angel ein, manchmal müsst ihr jedoch loslassen, da die Leine sonst reißen könnte. Wenn ihr noch genug ausdauer habt, könnt ihr auch mit der Maus ziehen und dem Fisch so ein wenig zusätzlichen Schaden zufügen oder in für kurze Zeit betäuben. Habt ihr den Fisch eingezogen, könnt ihr in entweder freilassen, wenn er nicht euren Ansprüchen genügt, oder ihn in euren Fischtank packen. Von dort könnt ihr ihn später entweder verkaufen oder in euer Aquarium packen. Das war es dann auch schon, was dieses Spiel euch zu bieten hat. Nein, ich verarsche euch nicht. Ihr fahrt in der Gegend rum und angelt verschiedene Meereslebewesen. Natürlich gibt es auch Quests, die ihr annehmen könnt, aber wie soll man da auch Abwechslung reinbringen. Natürlich lauten die Ziele „Angel 3 Exemplare von diesem Fisch“, oder „Angel 10 Fische an einem Tag“, oder „Angel diesen Fisch mit diesem besonderen Köder“. Von Langzeitmotivation kann hier nicht die Rede sein. Belohnungen erhaltet ihr meist in Form von Shells, der Währung von World of Fishing. Mit dieser könnt ihr neue Köder, Erfrischungen für euren Charakter und neue Unterwasserkameras kaufen. Manche Sachen im Shop lassen sich jedoch nur durch Perlen erwerben, zum Beispiel Gesamtpakete mit seltenen Inhalten oder neue Klamotten. Doch Perlen werdet ihr nicht im Spiel finden. Na, wollt ihr raten, was ihr dafür tun müsst? Richtig, ihr müsst auf der Website von World of Fishing echtes Geld dafür ausgeben. Wenn es tatsächlich Leute gibt, die dies tun, dann halte ich es mit einem Zitat von Mr. T: „I pity the fool!“

nat games world of fishing 3

Angelspaß sieht anders aus

 

2005 hat angerufen, es will seine Grafik zurück

Ich bin nicht der größte MMO-Spieler. Die Einzigen, an die ich mal Hand angelegt habe, sind die Free-to-Play-Titel Silkroad und Metin 2. World of Fishing hat mich direkt an diese Spiele erinnert. Klar, es ist auch Free to Play, aber dass es sich grafisch auf dem Niveau eines 2005 erschienenen Spiels befindet, ist nicht so selbstverständlich. Ganz ehrlich, dieses Spiel ist einfach hässlich. Besonders, wenn man mit der Unterwasserkamera einen Blick riskiert. Eigentlich sind Unterwasserwelten immer wunderbar anzuschauen, aber hier bietet sich euch eine graue, leblose Welt mit eckigen Kanten. Die Fische sehen auch nicht so toll aus, auch wenn man diese durchaus voneinander unterscheiden kann. Wäre World of Fishing wirklich 2005 erschienen, würde ich nicht so hart mit ihm ins Gericht gehen.

nat games world of fishing 2

Ach schaut euch doch nur mal diese wunderbare Unterwasserlandschaft an…

 

Fazit:

Wenn sowohl Angeln als auch Videospiele eure Hobbys sind, dann trennt diese in diesem Fall lieber voneinander. World of Fishing ist nicht das Spiel, was ihr sucht. Es gibt deutlich bessere Alternativen, was Angelvideospiele angeht. Selbst das Browsergame, welches meine Mutter spielt, dürfte euch mehr Spaß machen. Langweiliges Gameplay, repetitive Quests und schlechte Grafik machen World of Fishing zu einem der schlechteren Angelspiele. Geht lieber in der realen Welt angeln.

 

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Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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