Gewalt in Videospielen

Gewalt in Videospielen

Gewalt in Videospielen. Sehr oft ist dies auch Thema in den Medien und der Presse. Meistens wird lauthals nach Verboten solcher Inhalte verlangt. Die Frage ist aber: wieso? Dies soll kein politisch angehauchter Bericht werden, aber vielleicht können wir das Ganze ja etwas genauer unter die Lupe nehmen.

 

Töten für das Gute?

Gewalt in Videospielen gibt es überall. Mir fällt auf Anhieb nur das Spiel Flower von Sony ein, das keine Gewalt beinhaltet. Ansonsten finden wir überall Gewalt. Und wo fängt Gewalt eigentlich an? Ist nicht auch Pokémon auf die eine oder andere Weise brutal? Ich meine, wir fangen tier-ähnliche Wesen und hetzen sie dann in einen Kampf gegen andere Pokémon. Oder wie sieht es aus, wenn wir in Rollenspielen vermeintlich heroische Taten vollbringen? Wir töten, im Namen von Gerechtigkeit, aber wir töten. Man könnte argumentieren, dass Orks oder andere Monster töten eben ein Übel für das größere Wohl ist, aber letztendlich sind sie ebenfalls Lebewesen und wir bringen sie um.

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Pokémon-Kämpfe sind auch kein Zuckerschlecken.

 

Kriegssimulation hin oder her – wie sieht es mit Filmen aus?

Am größten ist der Aufschrei, wenn wir uns in die Welt der Kriegssimulationen bewegen. Call of Duty und Battlefield sind hier wohl Vorreiter. Sie werden immer realistischer und brutal sind sie allemal. Mir fällt nur auf, dass neue Releases wie im November 2015 Star Wars: Battlefront nicht so großes Aufsehen erregen. Warum? Weil die Star Wars Saga als Filme in der Gesellschaft akzeptiert sind? Dennoch ist Battlefront ein Shooter wie er im Buche steht. Was mich zum nächsten Punkt bringt. Gewalt in Filmen wird weitaus mehr toleriert als in Games. Ich habe meiner Meinung nach schon Schlimmere Dinge in Filmen gesehen, als teilweise in Videospielen. Und bei mir verhält es sich im Prinzip so: die Personen in Games sind nur Pixel, die Personen in Filmen werden von echten Menschen dargestellt und das finde ich weitaus schlimmer und näher an der Realität als Gewalt in Videospielen.

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So real sieht Battlefield mittlerweile aus – und trotzdem: bloß ein Videospiel.

 

Videospiele basierend auf wahren Begebenheiten – gibt es so etwas?

Es gibt sicher kontroverse Inhalte in manchen Games. Ich denke an das Spiel Hatred, was letzten Sommer auf den Markt kam. Es gab einen riesen Aufschrei in den Medien, danach wurde fast gar nicht mehr darüber berichtet. Es wurde in Deutschland natürlich aus dem Steam Shop entfernt. Aber aus welchem Grund? Weil man wahllos durch die Straßen ziehen und Menschen töten kann? Es ist ja ein fiktiver Amoklauf zugegebenermaßen. Aber meiner Meinung nach geht es bloß darum, dass man ein Videospiel, in dem man Amoklaufen kann, nicht duldet. Aber könnte man es nicht auch so sehen, dass es einfach den Abgrund der Menschheit aufzeigt? Wie viele Amokläufe gab es in den letzten Jahren? Man könnte Videospiele doch endlich auch mal als Kunst bezeichnen. Dann wäre Hatred nichts anderes als eine Darstellung basierend auf realen Ereignissen.

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Ein Amoklauf, wie er wohl häufig in der Realität auch schon vorgekommen ist.

 

Super Mario ist auch nicht ohne

Ich erinnere mich noch gut, wie viele Verfilmungen von 9/11 aus dem Boden sprossen. Sollte man solche Filme dann nicht auch verbieten? Nein, sie dienen zum Entertainment der Menschheit, man geht ins Kino und schaut sich popcorn-fressend an, wie Amerika Ziel eines tragischen Terrorangriffs wird.  Hier wird nichts zensiert, oder vom Markt genommen. Aber gut, ich schweife ab. Meiner Meinung nach ist Gewalt ein Bestandteil von Videospielen. Es ist außerdem (leider) Teil der Menschheit. Man braucht sich nur auf der Welt umsehen. Und ganz ehrlich, es fängt bei Spielen an, die man aufgrund ihrer poppigen Farben etwa sofort als Kinderspiele tituliert. Wie Super Mario. Machen wir uns nichts vor. Auch Mario tötet und in Mario Kart bombardiert man sich gegenseitig mit blauen, stacheligen, oder roten Panzern um den ersten Platz zu erreichen.

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Na, wenn das mal nicht nach Gewalt aussieht…

 

Videospiele spielen = potentieller Psychopath!

Es gibt Dinge, die müssen nicht unbedingt sein. Als ich damals GTA V spielte und zu der Szene kam, wo ich einen anderen Menschen quälen musste, um in der Story weiter zu kommen, wurde mir auch anders. Ich wollte es nicht tun, aber das Spiel ließ mir keine andere Wahl. Letztendlich war mir aber klar, dass es nur ein Spiel ist und niemand wirklich zu Schaden kam. Und nur weil ich virtuell diese Szene durchlebte, gehe ich jetzt nicht auf die Straße und suche mir einen Menschen aus, den ich quälen oder abschießen kann. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Leider wird so etwas immer wieder in den Medien behauptet und da zweifle ich doch echt manches Menschen Verstand an. Gewalt hat es immer gegeben, schon im Mittelalter – was sage ich, schon als der Mensch gerade mal gelernt hatte, aufrecht zu gehen. Haben Videospiele damals etwa Einfluss darauf genommen, dass sich verschiedene Sippen, Länder, oder wer auch immer bekriegt haben? Ich glaube kaum. Demnach finde ich es lächerlich, wenn – besonders – bei Amokläufen, Videospiele immer und immer wieder durch den Dreck gezogen werden. Nur weil der Täter eventuell ein paar Videospiele spielte. Das tut doch mittlerweile auch jeder. Seit neuestem gehören ja auch Mobile Games in die Welt der Videospiele und ich bin fest davon überzeugt, dass jeder irgendein Mobile Game spielt. Und sei es nur Candy Crush, oder Hay Day. Wer weiß, vielleicht gibt es in naher Zukunft mal eine Gewalttat, wo der Täter seine ganze Schule abknallt, nur weil diese ihm nicht bei ein paar Aufgaben in Farmville geholfen haben. /Ironie. Verbietet demnächst doch bitte auch jede Serie und jeden Film, wenn Gewaltdarstellung so schlimm ist. Das Wort Doppelmoral ist alles was mir dazu einfällt.

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Wer immer schon einmal Zahnarzt sein wollte, dessen Traum wurde in GTA V in dieser Szene wahr.

 

Fazit:

Ich denke, wenn es keine Gewalt in Videospielen gäbe, egal in welcher Form, gäbe es überhaupt keine Videospiele. Und bitte bedenkt, dass Gewalt breitgefächert ist. Sie kann in Form von Pokémon Kämpfen, oder in Gestalt eines italienischen Klempners, oder eben als heroischer Held in einem RPG auftreten. Damit ist nicht einmal ein Bruchteil der Möglichkeiten abgedeckt. Ohne Gewalt könnten wir uns bestenfalls mit Spielen wie Flower, oder Journey die Zeit vertreiben. Beide haben ihren Charme, aber auf Dauer würde es doch etwas einseitig. Ich jedenfalls bin froh, dass wir Zugriff auf Videospiele jeglicher Art haben, auch wenn ich im realen Leben Gewalt verabscheue. Aber das ist ja das Schöne an Games: sie sind eben nur ein Haufen Pixel.

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Nadine Staschko
Ehemalige Redakteurin von NAT-Games.

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