Angeschaut: Spellforce – Conquest of Eo (gamescom 2022)

Wer wie ich nie genug von Spellforce bekommen kann, wird sich über die Ankündigung von Spellforce: Conquest of Eo wahrscheinlich ziemlich gefreut haben. Zwar bekommen wir noch kein Spellforce 4, aber der Ableger verspricht uns trotzdem viel von der Welt Eo zu zeigen. Auf der gamescom 2022 hatte ich die Möglichkeit mir das Gameplay mit Entwickler Jan Wagner vom Studio Owned by Gravity anzuschauen und ihm einige Fragen zu stellen.

 

Baut Spellforce: Conquest of Eo eine Brücke von Teil 3 zu Teil 4?

Bei dem neuen Spellforce wird es sich um einen Ableger der beliebten Serie handeln. Allerdings soll sich die Geschichte hier in das große Ganze einfügen. Spellforce: Conquest of Eo soll ca. 100 Jahre nach Spellforce 3 spielen, aber noch vor der Konvokation. Kenner der vorherigen Teile ahnten schon am Ende von Teil drei, dass sich der nächste Teil der Reihe bestimmt mit dem Aufstieg des Zirkels und der großen Zerstörung von Eo beschäftigen könnte. Den Aufstieg des Zirkels scheint man jedoch zu überspringen, denn in Spellforce: Conquest of Eo ist der Zirkel bereits eine feste Größe, der in die Geschicke der Länder eingreift.

Aber auch falls ihr so gar keiner Ahnung von der ziemlich komplexen Geschichte der Spellforce Reihe habt, müsst ihr euch keine Sorgen machen. Zwar wird es viele Anspielungen geben und Veteranen der Reihe werden Vieles wiedererkennen, aber auch Neueinsteiger sollten keine Schwierigkeiten haben, der Geschichte zu folgen. Denn diese ist recht einfach erzählt: Ihr seid ein Magier in Ausbildung. Euer Meister hat versucht das Allfeuer, eine verbotene Form der Magie, zu kontrollieren und wurde vom Zirkel dafür vernichtet. Ihr seid euch der Gefahren bewusst, tretet jedoch in die Fußstapfen eures Meisters und zieht in dessen Magierturm ein. Soweit so einfach.

Für mich als absoluten Spellforce Fan ist es natürlich super die vielen Anspielungen und altbekannte Orte und Charaktere zu sehen. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte rund um den Zirkel weiter ausgebaut worden wäre und nicht einfach mal eben 100 Jahre übersprungen werden. Trotzdem finde ich den Ausgangspunkt von Spellforce: Conquest of Eo durchaus interessant. In meinem Gespräch mit Jan Wagner merkte ich außerdem auch seine Liebe für das Spellforce Universum, sodass ich dennoch guter Dinge bin, was die Geschichte des Spiels anbelangt.

Da die Entdeckung des Allfeuers eine zentrale Rolle spielen wird und gerade das einer der Auslöser für die Konvokation war, erscheint es nicht weit hergeholt, dass Spellforce: Conquest of Eo den dritten Teil mit einem möglichen Teil vier verbinden könnte. Auf diese Frage wollte oder konnte mir Jan Wagner keine Antwort geben, schließlich entwickelte auch nicht sein Studio, sondern Grimlore Games Spellforce 3. Wir dürfen also gespannt sein, wie es hiernach mit Spellforce weitergeht.

 

Zwischen Strategiekarte und Strategiekämpfen

Viel Zeit verbringen werdet ihr auf der Strategiekarte. Dort könnt ihr einen Großteil von Eo erkunden. Ausgangspunkt soll dabei die Hohenmark sein, welche man in ihrer zersplitterten Version schon in Spellforce 2: Shadow Wars bereist hat. Aber auch Nortander und bekannte Orte aus dem dritten Teil sollen sich dort finden lassen. So werdet ihr also Gebiete der Orks und Menschen sehen, auch mit der eindrucksvollen Stadt Siebenburg. Auf Nachfrage musste mich der Entwickler jedoch leider enttäuschen. Der Wald von Finon Mir, dem Reich der Elfen, ist nicht im Spiel zu sehen. Trotzdem hat die Karte einen enormen Umfang und soll auch vollends erst nach mehreren Spieldurchgängen erkundet sein. Zum Glück sieht sie ziemlich hübsch aus.

Prominent auf der Karte reckt sich auch euer Magierturm in die Höhe. Zumindest, wenn ihr ihn etwas ausbaut. Euer Turm dient euch nämlich als Operationsbasis, in dessen Einflussgebiet ihr auch Rohstoffe abbauen könnt. Mit den Ressourcen werden dann neue Gebäude bzw. Räume gebaut und der Turm Stück für Stück erweitert, was sich auch optisch bemerkbar macht. Im Turm werden auch eure Soldaten ausgebildet oder beschworen, die ihr für den Kampf braucht.

Die Kämpfe sind rundenbasiert und finden auf extra Karten statt. Die Karten, die ich sehen konnte, haben mir auch richtig gut gefallen und sahen je nach Gebiet unterschiedlich aus. Dort steuert ihr eure Truppen, die meist aus kleinen Einheitenverbänden bestehen, aber nicht sonderlich groß sind. Groß sind hingegen manche Einheiten wie Wyvern oder Konstrukte. Jede Einheit hat dabei verschiedene Fähigkeiten und drei feste Aktionspunkte, die entweder für Angriffe oder für Bewegung eingesetzt werden können. Wird eine Einheit angegriffen, so kann sie direkt zurückschlagen, was aber pro Gegenangriff einen Aktionspunkt kostet.

Die Kämpfe an sich sahen spannend aus und ich kann mir anhand der Präsentation vorstellen, dass es dort auch eine gewisse taktische Tiefe geben wird. Schade fand ich hingegen, dass nur wenig Einheiten in einer Armee auf der Karte zusammen gesteuert werden können. Diese können sich dann auch nicht wie in Total War als Verstärkung in einem Kampf unterstützen. Somit kann man, auch wenn man mit fünf Trupps zusammen steht, nur jeweils einen in die Schlacht führen. Ich bin gespannt, wie mir das im fertigen Spiel gefallen wird.

 

Bekannte Assets mit neuem Spielgefühl

Ein kleiner Negativpunkt sind für mich leider die gewohnten Assets gewesen. Ja, es ist einerseits schön, die bekannten Icons von Spellforce 3 zu sehen. Aber bei einem neuen Spiel hätte ich nicht erwartet, so viele davon direkt zu erkennen. Die neuen Artworks sind hingegen richtig schön, davon hätte ich mir auch im Spiel etwas gewünscht. In der Präsentation waren auch nur noch wenige Platzhalter zu sehen, sodass sich vielleicht noch etwas ändert. Ich hoffe sehr, das Spiel legt nicht nur alte Assets mit etwas neuen Gameplay auf.

Gut gefallen hat mir jedoch das System mit dem Magier, den man spielt. Man sieht sich selber zwar nicht als Einheit in den Schlachten, aber man steuert alles und greift in die Welt mit seinen Truppen und Zaubern ein. Das schnöde Kämpfen überlässt man eben den Soldaten, während man sich selbst um seine Experimente und Forschung kümmert, um das Allfeuer zu entdecken. Hier kann man auch zwischen verschiedenen Grundtypen wählen. In der Präsentation war das der Nekromant. Dieser kann mit Leichenteilen und Seelen neue Untote für die Armee erschaffen. Laut Jan Wagner gibt es jedoch einige Grundtypen wie den Weißmagier oder den Alchemisten, die wiederum andere Einflussmöglichkeiten und eigene Rezepte haben.

Somit wird Spellforce: Conquest of Eo wahrscheinlich ein ganz anderes Spielgefühl als die bisherigen Teile bieten. Der Entwickler versicherte mir auch den hohen Wiederspielwert aufgrund verschiedener Entscheidungsmöglichkeiten und Gegnern. So wird man je nach Spieldurchgang von je drei Zirkelmagiern in unterschiedlicher Zusammensetzung konfrontiert. Außerdem soll man je nach Forschung andere Zauber und auch Helden mit eigener Geschichte für seine Truppen freischalten. Ich jedenfalls bin ganz guter Dinge und freue mich schon, es selber spielen zu können. Bislang ist leider noch kein Datum der Veröffentlichung bekannt.

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  • Angeschaut: Spellforce – Conquest of Eo (gamescom 2022)
    Fazit zu Spellforce: Conquest of Eo

    Spellforce ist bei mir wirklich eine Herzensangelegenheit. Und auch wenn ich mit den Entscheidungen zur Story nicht ganz glücklich bin, freue ich mich stets auf mehr Inhalte zu der Welt von Eo. Warum man jetzt gerade die interessante Geschichte um den Aufstieg des Zirkels überspringt, nachdem er am Ende von Spellforce 3 so stark angeteasert wurde, lässt mich etwas ratlos zurück. Trotzdem bin ich bereit für neue Abenteuer und freue mich schon darauf, mit meinem Magierturm durch die Hohenmark zu fliegen. Denn ja, man wird ihn mit genug Mana einfach abheben lassen und versetzen können. Ob mir die Kämpfe dann wirklich gefallen, ob zu viele Assets einfach nur kopiert wurden und ob die Geschichte wirklich der Bringer ist, da lasse ich mich überraschen. Fest steht, dass das, was ich gesehen habe, auf ein wirklich gute Spiel hindeutet, gerade wenn man Fan der Reihe ist. Außerdem möchte ich Jan Wagner dafür danken, dass er mir die zahlreichen Fragen, die ich hatte, so geduldig beantwortet hat!

    Tobias Mehrwald, Redakteur und Lektor
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Geschrieben von Tobias Mehrwald
entkommt in unter fünf Minuten aus der Unterwelt.
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