Angespielt: Blackguards 2 (Preview)

Hallo liebe Leser, kurz nach Skilltree Saga dürfen wir uns schon wieder in das Das Schwarze Auge Universum begeben. Diesmal aber nicht als strahlender Held, der sich voller Motivation und Nächstenliebe von Goblins vermöbeln lässt, sondern in der Rolle einiger mehr oder minder zwielichtigen Gestalten. Nein, wir spielen keine Anwälte, Vertreter oder Versicherungsmakler. Ich schreibe natürlich über Daedalics Fortsetzung zu dem am 22. Januar 2014 erschienenen Blackguards. Mit Blackguards versuchten sich Daedalic zum ersten Mal an dem Genre des Rollenspieles und wollten ein klassisches Spielprinzip im Stil alter Titel, wie zum Beispiel Shadowrun oder Arcanum wiederbeleben. Dies gelang ihnen recht gut, auch wenn sich die Meinungen der Spieler über Blackguards spalteten. Mit Blackguards 2 versucht sich Daedalic jetzt erneut und verspricht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben und auf die Wünsche der Spieler einzugehen, um das definitive Blackguards Spiel zu liefern. Wie ich dazu stehe, erfahrt ihr in meinem “Angespielt”.

Miau

Unser pelziger Freund blickt keiner erfreulichen Zukunft entgegen. Wir im übrigen auch nicht.

 

Pfui Spinne!

In Blackguards 2 schlüpfen wir in die Rolle von Cassia von Tenos, deren Rolle es ist in den Kerker, gesteckt zu werden. Die Gründe dafür werden uns in einer komplett gezeichneten und hervorragend deutsch vertonten Sequenz berichtet. Diese erste Szene gibt ebenfalls Einblick in das doch recht düstere Setting, in dem wir uns diesmal befinden. Ich würde Blackguards 2 in das Subgenre der Dark Fantasy einordnen. Während uns jetzt also erzählt wird, warum wir im Kerker sitzen, wohnen wir der Ermordung eines unschuldigen und fluffigen Kätzchens bei. Für mich als Katzenbesitzer und Gutmenschen war die Sequenz schon recht hart, zeigte mir aber ungeschminkt die unbarmherzige Situation, in der sich Cassia befindet. Hier sind wir nun, allein, verängstigt, in einem schmutzigen Loch unter der Erde. Gesellschaft leistet uns nur ein menschlicher Wachhund und eine Horde Corapien. Corapien sind recht große, hässliche und giftige Spinnen, die gerne an Cassia knabbern möchten. Nach dem ersten, eher ernüchternden, Gespräch mit unserem Wärter schauen wir uns jetzt um und entdecken, dass wir ebenfalls einige Waffen dabei haben und wir das Kerker-Labyrinth erkunden können. Auf einem dieser Erkundungstrips kommen wir in den Besitz eines Buches, in dem Cassia ab sofort die Flucht vor der Realität sucht. Es vergeht eine Menge Zeit in der Cassia neben dem Lesen und ihren Selbstgesprächen immer mehr von den Corapien und deren Gift zugesetzt wird und dadurch langsam aber sicher dem Wahnsinn anheimfällt, oder vielleicht auch nicht? Nein, nein, nein! Das Spiel ermöglicht uns hier auch darüber zu entscheiden, ob Cassia lieber lesen oder mit sich selber über Wahnsinn debattieren soll. Mehr Zeit vergeht. Die lange Gefangenschaft, die Einsamkeit und die garstigen Spinnen kommen Cassia, nicht gut zustehen. Ihr Gesicht schwillt an, ihr Geist schwindet und selbst die Spinnen ignorieren sie mittlerweile. Irgendwann beschließt unsere Heldin ein letztes Mal zu fliehen was ihr auch durch Hilfe einer Corapie und eines im Kerker auf der Flucht befindlichen Schurken gelingt. Nach der Flucht beginnt Cassia damit die Haupthelden aus dem ersten Blackguards um sich zu scheren und baut langsam eine Armee aus Söldnern auf, um sich ihren Platz in der Welt wiederzuholen. Damit beginnt jetzt also Blackguards 2.

Kiste

You shall not pass! Das Ende der Mission ist sehr nahe.

 

I fought the law and the law won

Dieses Angespielt hätte fast nicht das Tageslicht erblickt. Grund dafür war eine frustrierend schwere Mission relativ zum Anfang des Spieles, in der man mit Naurim und der restlichen Truppe vor Kopfgeldjägern fliehen musste. Ich habe etwa 3 Tage benötigt, um diese Mission zu bewältigen und meine Maus beinahe als Streitkolben in den Bildschirm geschlagen. Bei sämtlichen Anläufen wurde mein Team entweder überrannt, ein Charakter wurde eingekesselt oder irgendeine der Fallen ging nach hinten los. Da ich aber ein Spieler der alten Garde bin, habe ich mich dadurch nicht vom Spiel abgewendet, sondern das Schlachtfeld zu meinen Gunsten genutzt. Weniger Frust resistente Zeitgenossen hätten sich jetzt wohl bei Steam über das Spiel ausgekotzt und es runter gewertet wie nur menschenmöglich. Nach ruhigem Durchatmen und einigem Planen bestand ich die Mission dann  doch noch, nach etwa 15 Minuten. Das Team wurde aufgeteilt, Fallen strategisch genutzt, Wege blockiert und Feuer gelegt. Hiermit wurde dann auch die größte Hürde im Spiel genommen. Man lernt das Schlachtfeld zu nutzen und das richtige Planen seiner Züge. In den späteren Kämpfen hatte ich dann weniger Probleme und konnte mich auch ans Plündern der Schätze machen, ohne Angst um dem Abschluss des Kampfes haben zu müssen. Hier ein Video zu besagter Mission:

 

Fast Forward

Hier wird uns die Geschichte erzählt und die Ladezeiten verkürzt.

 

Bei Tairach! Sind das noch Ladezeiten?

Ich muss es leider ansprechen. Wie schon im ersten Blackguards sind sie auch, im Moment noch, in der aktuellen Version des 2.Teiles vorhanden – Ladezeiten aus der Hölle. Vor einem Kampf können schon bis zu zwei Minuten vergehen. Ein Teil der Wartezeit wird zwar mit wieder hervorragend gesprochenen Informationen zur Mission überbrückt, aber ich dachte hin und wieder schon das Spiel sei abgestürzt oder gefreezed, da einfach nichts passierte. Auch im Kampf, vor allem beim Anwenden von Skills oder Zaubern können 10 Sekunden vergehen, bevor diese ausgeführt werden. Das reißt einen leider sehr aus dem Spielerlebnis und wirkt sehr unfertig. Hoffen wir, dass das Endprodukt ohne diese zeitfressenden Schnitzer daherkommt. Hier ein Video dazu:

 

Die Wachen haben keine Chance!

 

Hauen und Stechen

Das Kampfsystem von Blackguards 2 macht aber so gut wie alles richtig. Runde um Runde, Zug um Zug, arbeiten wir uns durch die Battle-Maps, lösen Fallen aus, umgehen Gegner, fackeln sie mit Zaubern ab oder überwältigen einen nach dem anderen durch taktische Finesse. Unser Team wechselt in den Kämpfen immer mal, meist haben wir aber einen unserer Haupthelden und einige Söldner zur Verfügung. Man sollte also auch wirklich jeden immer richtig aufleveln und ausrüsten, um nicht unvorbereitet und haushoch unterlegen in eine neue Situation geworfen zu werden. Wer den ersten Blackguards gespielt hat, wird sich sofort zurechtfinden. Ganz nach dem Motto: Never change a running system haben Daedalic am Kampfsystem nichts geändert.

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Skilltree Saga für die Großen

 

Level Up!

Nach jedem Kampf erhalten wir AP, die wir dann in einen von vielen Skilltrees investieren können. So gibt es eine Menge an zaubern die gelernt, Waffen die gemeistert oder Spezialfähigkeiten, die es zu trainieren gibt. Bei Cassia steht uns die Entwicklung komplett offen, der Rest der Gruppe hat schon einen Build in eine bestimmte Richtung, den man aber auch nach eigenen Wünschen weiter ändern oder ausbauen kann. Mit genug punkten kann dann also auch der Magier mit einem Zweihänder und schwerer Rüstung in der Mitte des Kampfes um sich schlagen oder euer Schurke einen Zauber zum Kopieren seiner selbst erlernen. Viel ist möglich und auch alles führt zum Sieg. Ein großes Lob geht auch wieder an die Ausrüstung der Charaktere und die Tatsache, dass jedes Stück das Äußere der Helden ändert.

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Zubaran wird nicht sonderlich ernst genommen.

 

Großes Kino

Die Geschichte und deren Erzählung ist aber wieder das Beste an Blackguards 2. Hier sieht man die Adventure Wurzeln von Daedalic. Lange, sehr gut vertonte Gespräche, eine ausgefeilte Geschichte über Wahnsinn und Verrat machen Lust auf mehr. Eine dunkelbunte Gruppe an Charakteren, die alle keinen Platz in einem Happy-Go-Lucky Rollenspiel verdient hätten und sich auch gerne mal beleidigen oder allgemein nicht leiden können, sorgt für eine lebhafte Dynamik. In diesen ohne Frage besten Momenten erinnert mich Blackguards 2 sehr an meine alte Liebe Baldurs Gate 2. Es wird gescherzt, gehasst, geplänkelt und trotzdem steht das Endziel im Vordergrund. Mit Cassia haben wir auch mal wieder einen etwas anderen Protagonisten, dessen Beweggründe und Entscheidungen nicht immer mit unseren eigenen übereinstimmen, durch das sehr gute Writing aber trotzdem motivieren. Ich erwähnte schon mehrfach die gute Vertonung. Ich erwähne es noch ein letztes Mal. Die deutschen Sprecher machen alle einen sehr guten Job, die Dialoge sind glaubhaft, nichts wirkt wie einfach nur abgelesen. Wie in den Daedalic Adventure Spielen ist auch in Blackguards 2 jede Rolle gut gewählt und umgesetzt wurden. Die Musik des Spieles ist nie störend und passt sich gut, an die jeweilige Situation in der wir uns befinden, an.

Fazit

Blackguards 2 hat noch Schwachpunkte, die aber hoffentlich bis zum fertigen Release getilgt werden. Die Ladezeiten müssen gekürzt werden, die Schwierigkeitsanstiege zu Beginn des Spieles können sehr abschrecken, das HUD könnte optimiert werden, aber ansonsten ist das Wesentliche: Story, Charaktere und Kampf schon sehr gut und macht Lust auf mehr. Ich würde meine Prognose für die Endwertung aktuell zwischen 75 und 90 Prozent legen. Ich freue mich auf jeden Fall auf ende Januar und den Rest der Abenteuer von Cassia, Naurim und Crew.

Jens Peterle
Geschrieben von
Ehemaliger Redakteur von NAT-Games.

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