F1 22

Test zum (orientierungslosen?) Rennspiel-Primus

F1 22 im Überblick

Online Multiplayer

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Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Angebot
F1 22 PS4 | Deutsch
  • SAISON, REGELN: Fahre in F1 22 mit Wagen einer Ära der Formula 1
  • DEFINIERTES RENNGESCHEHEN: Übernimm die Kontrolle über ihr virtuelles F1-Erlebnis mit immersiven und kinoreifen Boxenstopps, Einführungsrunden und mehr
  • F1 LIFE: Fröne dem Glanz und Glamour der Formula 1
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung

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Releasedatum: 01. Juli 2022

Genre: Rennspiel

USK: ab 0 Jahren freigegeben

Publisher: Electronic Arts

Plattformen: PC, Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series

Rennsport-Nerds aufgepasst, in F1 22 können wir uns endlich wieder hinter das Formel 1-Cockpit klemmen und Siege einfahren. Der mittlerweile zweite Ableger unter Publisher EA Sports steht vor einer großen Aufgabe. Schließlich stand die Formel 1 vor eine der größten Regeländerungen der letzten Jahrzehnte, wodurch sich die Autos stark verändert haben. Konnte Codemasters das gänzlich neue Fahrgefühl denn aber ordentlich umsetzen? Unser Test klärt auf, ob der Titel die nötigen PS auf die Strecke bringen kann.

 

Es lebe der Lifestyle

In unserer Releasevorschau haben wir bereits die Neuerungen des Spiels angesprochen. Und damit wird man auch direkt zu Beginn des Spiels konfrontiert. Mit F1 Life erschafft man sich eine eigene kleine Wohnung mit eigenen Möbeln und sucht sich dann ein Supercar aus, welches man sich dann in die Bude stellt. Warum das alles? Naja, das habe ich auch noch nicht herausgefunden. Denn mehr als Kosmetik ist F1 Life tatsächlich nicht und lädt dank zahlreicher Möbelstücke zu Käufen von Ingame-Währung ein. So handelt es sich bestenfalls um ein nettes Gimmick, für mehr reicht es dann aber doch nicht aus um mich zu begeistern. Da hilft es auch nicht, dass ich mir das Regal aussuchen kann, in dem meine gesammelten Trophäen stehen. Also schnell weiter zum nächsten Feature.

F1 22

F1 Life klingt spannend, ist es aber nicht.

 

Schuster, bleib bei deinen Leisten

Das bereits erwähnte Supercar ist, anders als der Rest, jedoch nicht nur kosmetischer Natur. Mit denen können wir auch auf die Strecke und Herausforderungen abschließen. Die sind allerdings äußerst unkreativ. Entweder müssen wir eine durchschnittliche Mindestgeschwindigkeit erreichen oder beim Driften Punkte sammeln. Das Ganze ist zwei, drei Mal unterhaltsam, danach verkommt diese Neuerung aber eher ebenfalls zum Gimmick. Zudem fühlen sich die Fahrzeuge auch einfach nicht sonderlich griffig an. Wer Forza Motorsport, Gran Turismo oder auch Asetto Corsa gespielt hat, der wird nämlich weniger Spaß an der Umsetzung der Supercars haben. Es ist natürlich absolut richtig, dass sich das Fahrgefühl deutlich von dem der F1-Boliden unterscheiden muss. Jedoch muss ich aufgrund der Erfahrungen in anderen Simulationen hier etwas Kritik walten lassen. Das geht besser.

F1 22

Wer auf Supercars steht, sollte diese aber lieber in anderen Spielen fahren.

 

More of the same?

Irgendwie ein schwieriger Einstand oder? Ja, auch die Menüpunkte und Optionen innerhalb der Menüs gleichen den Vorgängern in nahezu jeder Hinsicht. Innovation oder gar ausgefallene Modi vermisse ich. Da wo mein Herz aber schlägt ist sowieso der Karrieremodus. Auch hier haben wir erneut die Möglichkeit das gegebene Fahrerfeld zu nutzen, oder sogar einen eigenen Rennstall zu gründen. Alternativ könnt ihr auch eine Koop-Kampagne starten und mit Freund oder Freundin als Team auftreten. Auch hier gilt: Kennen wir schon. Wir haben die gleichen Strukturen, die gleichen Menüs, die gleichen Funktionen. Noch immer bauen wir unsere Komponenten aus, um das Fahrzeug zu verbessern. Allerdings müssen wir dieses Jahr auch ohne den Story-Modus auskommen. Dieser soll zwar irgendwann wieder zurückkehren, doch dieses Jahr müssen Fans von Rennsport-Seifenoper verzichten. Schade. Doch halt, ich hab was gefunden. Eine Neuerung! Das Trainingsprogramm vor einem Rennen konnte man entweder selbst spielen oder komplett auslassen. Nun aber könnt ihr ein Schnell-Programm auswählen, um gezielt einzelne Trainingsprogramme simulieren zu lassen. Wem das Training grundsätzlich zu trocken ist, der bekommt hier nun auch eine sehr effiziente Möglichkeit Programme per Simulation bestmöglich zu nutzen.

F1 22

Die größte Neuerung findet sich auf der Strecke. Die Autos haben ein neues Design spendiert bekommen.

 

3, 2, 1 – Start!

Naja, drumherum gibt es also eher Stillstand, anstatt Highspeed. Im Fußball würde man sagen: Entscheidend ist aufm Platz. Und das Gleiche gilt im Prinzip auch für F1 22. Denn hier hat sich tatsächlich einiges getan. Zunächst beginnt das Renn-Spektakel nun mit der berühmten Einführungsrunde. Hier hat man die Möglichkeit die Reifen auf Temperatur zu bekommen, um möglichst gut zu starten. Außerdem kann man so nochmal ein besseres Gefühl für die Strecke bekommen. Nächste Herausforderung: Genau in die Startbox stellen. Das Ziel ist es natürlich, so weit vorne wie möglich zu stehen, ohne eine Strafe zu bekommen. Ein kleine Anzeige kann euch dabei aber helfen. Diese Kleinigkeit macht das Spiel für mich nochmal immersive, ohne dabei zu langweilen. Dann kommen auch schon die ersten Meter unter Rennbedingungen und als jemand, der mit den letzten Teilen mehrere hundert Stunden Zeit verbrachte hat, war ich äußerst überrascht.

F1 22

Die Einführungsrunde gibt die Basis für einen guten Rennstart.

 

F1 22 spielt sich tatsächlich frischer

Ich hätte nicht geglaubt, dass sich der Unterschied in der Fahrweise so deutlich anfühlt. Wenn ihr die Vorgänger der letzten Jahre kennt, werdet ihr sofort merken, wie anders sich der neueste Teil fahren lässt. Den Autos wurden neuen Reglements auferlegt, sodass sich die Bauweise von vorigen Boliden unterscheidet. Das führt zu einer anderen Aerodynamik, was sich aber auch fahrerisch sofort bemerkbar macht. Generell hatte ich das Gefühl, dass der neue Ground Effect sich hier besonders spürbar macht. Zudem hatte ich eine viel stärkere Immersion, da sich das Ruckeln im Fahrzeug deutlich authentischer anfühlt. Ja F1-Fans werden sofort an das Bouncing denken. Nein, das gibt es hier nicht. Vielmehr fühlen sich die Autos so an, wie sie von der FIA eigentlich auch gedacht waren. In den vorigen Teilen lagen die Autos immer ruckelfrei und glatt wie auf einem Baby Popo. Insbesondere in der Cockpit-Ansicht ist das aber sehr entscheidend für das Spielgefühl.

F1 22

Die neuen Autos sehen nicht nur anders aus, sie fahren sich auch anders als zuvor.

 

F1 22 wird interaktiv

F1 22 fühlt sich auf der Piste einfach (erneut) sehr gut an. Neu, aber doch irgendwie vertraut. Und auch wenn das Spielgefühl sich sehr unterscheidet, so schafft es Codemasters dennoch wieder ein enorm spaßiges Gameplay auf die Räder zu stellen. Aber eine Neuerung gibt es dann doch noch. Und zwar fallen die Boxenstops interaktiver aus. Per Quicktime Event gilt es im richtigen Moment von der Boxengasse in die Box einzubiegen. Wie gut euer Timing ausfällt, entscheidet über eure Zeit beim Boxenstop. Nicht nur das, auch können beim Reifenwechsel nun Fehler unterlaufen. Das passiert glücklicherweise eher selten, bringt aber trotzdem mehr Realismus ins Geschehen. Auf der Strecke weiß das neue Formel 1 also einmal mehr zu überzeugen und präsentiert sich stärker denn je. Die Veränderung am Auto sind also nicht nur optischer Natur, sondern spiegeln sich auch wie erhofft im Handling wieder. Daumen hoch!

F1 22

Beim Boxenstop müsst ihr nun im richtigen Moment in die Box einbiegen, um einen schnell Reifenwechsel hinzulegen.

 

Die Sache mit der Last-Gen

Das Spiel zur Königsklasse präsentiert sich also vorrangig auf der Strecke mit (cleveren) Neuerungen. Abseits gibt es wenig Neues zu entdecken. Aber auch aus technischer Sicht gibt es keine besonderen Vorkommnisse. Das Spiel basiert auf der altbekannten Engine und sieht damit auch exakt gleich aus, wie seine Vorgänger. Auch die 4K Auflösung ist bereits seit Jahren etabliert, nicht zuletzt dank Xbox One X oder PS4 Pro. Da man hier weiterhin die alte Konsolen-Generation hinter sich her schleppt, bleibt eine Weiterentwicklung leider stehen. Immerhin hat die träge Menü-Musik ausgedient. Wie auch in anderen EA Sports Spielen unterlegt man nun die Menüs mit bekannten Tracks. Die sind natürlich am Ende Geschmackssache, jedoch ist mir das am Ende lieber, als die sterile Musik, die wir bis dato immer zu hören bekamen. Zudem muss Heiko Wasser, die Formel 1-Stimme von RTL den Staffelstab weiterreichen. Neu an Board ist der Sky-Kommentator Sascha Roos. Der hört sich, anders als bei den Übertragungen, allerdings etwas angestrengt an und es wirkt insgesamt sehr abgelesen und etwas unnatürlich. Da ist noch Luft nach oben.

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F1 22 PS4 | Deutsch
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  • F1 22
    Fazit zu F1 22

    F1 22 lässt gleichermaßen Raum für Euphorie, als auch für Kritik. Zwar gibt es mit F1 Life einen neuen Modus, doch Spaß hat man hier nur, wenn man sich für rudimentäre, virtuelle Dekorationen begeistern kann. Da helfen auch nicht die neuen Supercars, die sich eigentlich bei der Konkurrenz auch viel geschmeidiger fahren lassen. Codemasters scheint hier irgendwie einen falschen Fokus gesetzt zu haben. Warum ich trotzdem hin und weg bin? Weil sich der neueste Ableger spürbar anders auf der Strecke anfühlt, als die Spiele der letzten Jahre. Die neuen Regeln und Autos sind hier nicht nur Fassade, sie liefern auch tatsächlich ein frischeres Spielgefühl. Die Einführungsrunde und interaktiven Boxenstops sind dazu eine gelungene Ergänzung. Wer also einzig auf mehr (sinnvollen) Umfang gehofft hat, schaut ein wenig in die Röhre. Wer allerdings auf ein spielerisch frisches Formel 1 gewartet hat, der kann beherzt zugreifen. Und ich kann auch versichern: Selbst nach gut 20 Stunden nutzt sich das neue Fahrgefühl nicht ab. Für Langzeit-Spaß ist damit trotz der bekannten Modi gesorgt.

    Christian Koitka, Redakteur

Positiv:

Erneut riesiges Lizenzpaket
Neue Reglements und Strecken-Updates integriert
Deutlich frischeres Fahrgefühl
Mehr Interaktion (Einführungsrunde und Boxenstop)
Spürbar verbesserte Präsentation

Negativ:

Welchen Sinn soll F1 Life bitte haben?
Die neuen Supercars fahren sich eher mäßig
Die Mikrotransaktionen nerven

Ab in die Sammlung?

Motorsport-Fans können unbesorgt zugreifen, denn F1 22 fährt sich weltmeisterlich. Wer auf mehr Umfang gehofft hat, sollte allerdings nochmal eine Nacht drüber schlafen.

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00
christian
Geschrieben von Christian Koitka
The guy who loves videogames
1 Kommentar

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