Bleeding Edge – Test zum punkigen Team-Brawler

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Bleeding Edge - [Xbox One]
  • 4V4 Team-Brawler: Erleben Sie einen einzigartigen Multiplayer, der Kombinationsmechanik mit dynamischer Third-Person-Action verbindet
  • Um sich den Sieg zu sichern sind gutes Teamwork, Synergie und Strategie gefragt
  • Wählen Sie aus hunderten von kybernetischen Mods aus, um Ihr Build vollständig an Ihren Spielstil anzupassen
  • Nutzen Sie ihre Umgebung zu Ihrem Vorteil mit tödlichen Arena-Gefahren und gewinnen Sie die Oberhand in Momenten des Chaos
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Releasedatum: 24. März 2020

Genre: Team-Brawler

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Xbox Game Studios

Plattformen: Xbox One, Microsoft Windows

Ninja Theory wagt mit Bleeding Edge einen mutigen Schritt ins heiß umkämpfte Hero-Shooter-Genre. Das durch großartige Titel wie Hellblade: Senua’s Sacrifice bekannt gewordene Entwicklerteam nutzt dafür seine Stärken in Punkto Third-Person Schwertkampf und wählt für ihre Version, der mittlerweile ausgelasteten Formel, einen auf Nahkampf ausgerichteten Fokus. So zieht ihr in Bleeding Edge mit Schwertern, Katanas und Äxten in die Schlacht, um euch gegenseitig die Birnen einzuschlagen. Eingerahmt wird das Ganze von einem schrillen Artstyle und überzeichneten Helden. Inwiefern diese Herangehensweise aus der Masse der hochkarätigen Konkurrenz hervorstechen kann und ob Bleeding Edge auf lange Sicht eine Zukunft hat, erfahrt ihr in unserem folgenden Test.

 

Unter dem Radar

Dass Bleeding Edge am 24. März 2020 erscheinen würde, habe ich persönlich erst am Anfang dieses Jahres erfahren und das, obwohl sich der Titel zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren in Entwicklung befunden hat. Grund dafür war wohl hauptsächlich das so gut wie nicht existierende Marketing in Kombination mit den großen Blockbustern, die uns im März erwarten sollten. Neben einem Doom Eternal, Nioh 2 oder Animal Crossing: New Horizons bliebt nur wenig Aufmerksamkeit für einen verhältnismäßig kleinen, aber dafür ambitionierten Titel in einem prominent besetzten Genre. Trotzdem baute sich bei mir in der kurzen Zeit eine gewisse Vorfreude für Ninja Theory’s Hero-Brawler auf, denn Third-Person Nahkampf-Aktion im Stile eines Overwatch versprach genau meinem Geschmack zu entsprechen. Und so setzte ich mich am vergangenen Dienstag freudig an meinen heimischen PC, lud mir Bleeding Edge herunter und stürzte mich ins Getümmel. Knappe 30 Stunden Spielzeit später stehe mit gemischten Gefühlen da. In gewisser Weise ist mir Bleeding Edge mit seiner schrullig abgedrehten Art ans Herz gewachsen und konnte mich mit seinem erfrischenden Ansatz abholen – insbesondere im Bezug auf das Kampfsystem hat Ninja Theory eine Glanzleistung abgeliefert. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Dieser Faktor, der einen von Runde zu Runde motiviert, einsaugt und nicht mehr loslässt. Jeder, der schon einmal ein kompetitiv ausgerichtetes Spiel gespielt hat, wird wissen, was ich meine. Doch warum kommt dieses Gefühl nicht auf?

 

Style over Substance

Fangen wir dafür ganz vorne an. Zu Beginn werdet ihr in diverse kurze Tutorials geworfen, die euch die grundlegenden Spielmechaniken erklären und euch grob auf das teambasierte Vier gegen Vier Helden-Gekloppe vorbereiten. Dazu gibt es noch eine Videosequenz, die die “Story” von Bleeding Edge skizziert: Quietschbunte Cyberpunk-Zukunft, Augmentierungen, poppige Musik und übercoole Charaktere, die sich diese Augmentierungen anschrauben, um damit in Arena-Kämpfen gegeneinander anzutreten. Warum fragt ihr euch? Weil’s cool ist, sagt einer der spielbaren Helden unverblümt in die Kamera. Nicht wirklich. Natürlich braucht ein kompetitiv ausgelegtes Spielprinzip keine umwerfende Hintergrundgeschichte, solange das Gameplay stimmt, aber nervig sollte sie dann doch nicht sein. Letztlich sah ich mich dazu gezwungen, die Charaktere im Spiel stumm zu schalten, weil ich das super coole Sprüchegekloppe einfach nicht mehr hören konnte. Aufgrund der etwas detaillierten Steckbriefe punktet jedoch der ein oder andere Held mit interessanten Ansätzen. Mein Lieblingscharakter, Kulev, ist zum Beispiel ein ehemaliger Cambridge Professor, der sich im Voodoo-Kult verloren hat. Aufgrund dieser Faszination hat er seinen Geist “digitalisiert” und in den Körper einer giftigen Roboter-Schlange implantiert – so oder so ähnlich. Bleeding Edge versucht mit kurzweiligen und überzeichneten Charme zu punkten, schafft es allerdings nicht Charaktere zu etablieren, die ernsthafte Sympathie erwecken. Das schadet einem Hero-Brawler wie diesem besonders in der Hinsicht, dass es dem Spieler erschwert wird einen Helden zu finden, mit dem er sich identifizieren kann. Fehlt diese Verbundenheit zu den Helden, fehlt auch die Motivation, das Gameplay bestimmter Kämpfer perfektionieren zu wollen.

 

Ordentlicher Umfang

Sobald man die Tutorials absolviert und die knappe Geschichte von Bleeding Edge aufgesaugt hat, eröffnet sich schon der gesamte Umfang des reinen Multiplayer-Spiels. Ihr könnt zunächst im Dojo gegen computergesteuerte Gegner üben oder euch direkt mit menschlichen Gegenspielern messen. Dafür stehen euch zwei Spielmodi auf fünf arcadigen Maps zur Verfügung. Beide dieser Modi fokussieren sich auf Objektives. Im Objective-Control-Modus müsst ihr Kontroll-Punkte einnehmen und halten, wobei manche dieser Punkte von Fallen umgeben sind, die ihr zu eurem Vorteil nutzen könnt. Der Power-Collection-Modus spielt sich recht ähnlich. Bei diesem Modus habt ihr die Aufgabe Energiezellen zu sammeln und an bestimmten Punkten abzugeben. Diese Punkte teilen sich jedoch beide Teams, sodass die Abgabezonen zum Kriegsgebiet werden. Obwohl beide Modi recht ähnlich klingen, spielen sie sich in der Praxis angenehm unterschiedlich und sorgen auf ihre eigne Art und Weise für spannende Gefechte. Besonders die facettenreichen Umgebungen der wenigen Karten, gespickt mit Fallen, erhöhten Positionen und Co. sind den Entwicklern von Ninja Theory großartig gelungen und lassen die geringe Anzahl vergessen. Generell gibt es in Sachen Umfang nur wenig zu meckern, insbesondere da Bleeding Edge mit 30 € kein AAA-Vollpreistitel ist.

 

Der harte Kern

Doch was wäre ein Hero-Shooter ohne seine Helden. Jeder der 11 Helden und Heldinnen ist direkt spielbar und teilt sich gemäß des Ansatzes in drei verschiedene Klassen auf: Damage, Support und Tank. Dass diese drei Rollen angemessen ausgefüllt werden, ist auch in Bleeding Edge dringend erforderlich, um Erfolg zu haben. Am effektivsten scheint sich bisher die Kombination aus zwei Schadens-Charakteren und jeweils einem Tank- und Support-Helden zu spielen. Solltet ihr das Glück haben in einer solchen Gruppe spielen zu dürfen, offenbart sich die mit Abstand größte Stärke von Bleeding Edge: Die intensiven Nahkampfgefechte im Team. Dank einer knackigen Steuerung, wuchtigen Fähigkeiten und einer ordentlichen Prise Bombast, werden die Vier gegen Vier-Kämpfe in den kleinen Arenen zu wahren Feuerwerken. Voraussetzung dafür ist jedoch zum einem eine annehmbare Helden-Komposition und zum anderem, dass ihr als Team zusammen bleibt. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, kommt selten Spielspaß auf, da ihr alleine kaum etwas gegen eine Gruppe von Gegenspielern ausrichten könnt. Das kann schnell frustrieren und kommt leider viel zu häufig vor. Auch die vergleichsweise simpel gehaltenen Fähigkeiten der einzelnen Helden haben ihre positiven und negativen Auswirkungen. Positiv ist zweifelsohne, dass ihr nicht sekundengenau mit Abklingzeiten haushalten müsst und recht einfach Angriffskombinationen aus dem Hut zaubern könnt. Jeder Charakter hat dabei seine eigene Kombo aus mehreren leichten und schweren Angriffen, eine Handvoll Fähigkeiten und natürlich eine Ultimate. Dazu kommen noch einige Bewegungsoptionen, wie das obligatorische Springen oder ein Ausweich-Dash samt Ausdauerleiste, der euch im Kampf die nötige Mobilität verschafft. Negativ ist dabei jedoch, das der fehlende Tiefgang dieses Ansatzes auf die Langzeitmotivation drückt. Hunderte Stunden des Trainings mit eurem Lieblingshelden werden eure Gewinnrate nur marginal verbessern, Dinge wie Teamplay und -aufstellung bleiben der entschiedene Faktor, egal wie gut ihr seid. Natürlich gilt das auch für vergleichbare Titel wie Overwatch, in Bleeding Edge erscheint das Konzept allerdings noch einseitiger zu sein. Tadellos gestaltet sich hingegen das reine Gameplay. Schwert- und Axthiebe besitzen ein angenehmes Trefferfeedback und dank automatischer Zielerfassung geht dabei nur selten die Übersicht flöten. Auch die wenigen Fernkampf-Helden wie ZeroCool oder Kulev profitieren von dieser simplifizierten Steuerung. Alternativ könnt ihr Ziele mit dem rechten Stick wechseln, was flüssig von der Hand geht.

 

Ein Blick in die Zukunft

Trotz einiger Mängel in der eindimensionalen Präsentation oder fehlender Langzeitmotivation, kann Bleeding Edge in den richtigen Partien unglaublich viel Spaß machen. Ihr solltet den Hero-Brwaler also aufgrund meines Gemeckers auf keinen Fall als Fehlschlag abstempeln – er hat Potential. Leider steht und fällt ein Titel dieser Art mit einer florierenden Community, die für neue Anstöße sorgt und Strategien entwickelt. Die Zukunft von Bleeding Edge scheint nach aktuellem Stand diesbezüglich unter keinem guten Stern zu stehen. Selbst am Launch-Tag, hielt sich die Anzahl der Spieler stark in Grenzen, von den desaströren Zuschauerzahlen auf Twitch ganz zu schweigen. Im Schnitt schauen den wenigen Streamern von Bleeding Edge gerade einmal 2000 Interessierte pro Tag zu, der “Spitzenwert” liegt bei 30.000 am Launch-Tag – Tendenz sinkend. Und der offizielle Subreddit-Account bringt es aktuell auf 4.800 Mitglieder. All diese Zahlen lassen die Hoffnung auf ein langzeitiges Bestehen von Bleeding Edge schwinden. Dementsprechend solltet ihr euch ranhalten, wenn ihr Interesse daran habt, das Spiel auszuprobieren. Natürlich werdet ihr in den kommenden Wochen noch lange keine Probleme haben, genügend Mitstreiter für eine Partie zu finden, ob das jedoch in einigen Monaten möglich sein wird, wage ich zu bezweifeln.

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Positiv:

Knackige Nahkampf-Aktion
Fördert Teamplay
Anfängerfreundlich
Maps voller Fallen
Solider Helden-Pool

Negativ:

Keine richtige Spieltiefe
Keine Langzeitmotivation
Kein Ranglisten-Modus
Gewöhnungsbedürftiger Style
Mods sind schwer freizuspielen
  • Bleeding Edge
    “Irgendwie werde ich aus Bleeding Edge nicht schlau. Ninja Theory soll ganze sechs Jahre an ihrem Hero-Brawler gebastelt haben und doch ist mir der Titel erst seit wenigen Monaten ein Begriff. Die Gameplay-Mechaniken wirken zwar dementsprechend poliert und sind im Anbetracht der kleinen Größe des Entwicklerstudios durchaus beeindruckend, auf lange Sicht motivierenden Tiefgang sucht man jedoch vergeblich. So kommt es, das sich Bleeding Edge für mich eher wie eine erfrischende Abwechslung angefühlt hat, die zwar angenehm war, aber an die ich mich in einem Jahr kaum noch erinnern werde. Das ist besonders schade, da die elektrisierenden Schwertkämpfe, die facettenreichen Karten und das Zusammenspiel im Team Potential und viel Liebe zum Detail erkennen lassen. Bleeding Edge ist schrill, laut, übertrieben cool und kurzweilig. Nicht mehr und nicht weniger.”
    Maximilian Apel, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Solltet ihr den Xbox Live Game Pass besitzen oder dringend eine Abwechslung im Hero-Shooter-Genre suchen, schlagt zu, solange ihr noch könnt. Erwartet bloß nicht mehr als ein kleines erfrischendes Multiplayer-Spiel für zwischendurch.

Maximilian Apel
Geschrieben von
Unity. Precision. Perfection.

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