You Die: Du lebst noch 24 Stunden

Kritik zur Wish-Version von Countdown

Titelbild & Copyright: © Tiberius Film

 

Neue Filme sind immer eine Wundertüte: Manchmal sind es überraschende Perlen und manchmal echte Zeitverschwender. Gerade das Horrorgenre ist in den jüngsten Jahren leider eher durch Masse als durch Klasse aufgefallen. Klar, zwischendurch gibt es immer wieder erfreuliche Überraschungshits, doch meist fallen vermeintliche gruselige Neuerscheinungen mit den immer gleichen Klischees und Maschen auf – und entsprechend durch.

Nun ist You Die – Du lebst noch 24 Stunden erschienen und wir müssen und als Gruselfans die Frage aller Fragen stellen: Ist der Film ein Kleinod, das uns das Fürchten lehrt, oder schreien wir am Ende nur vor Frust und nicht aus Angst? Unsere Kritik beantwortet Euch genau diese Frage!

 

Die Story von You Die – Du lebst noch 24 Stunden

Es geht schon mit der Geschichte los… You Die – Du lebst noch 24 Stunden handelt von einer App, die den Namen “You Die” trägt. Ihr dürft nun dreimal raten, was mit den Menschen passiert, die diese App auf ihrem Handy haben. Richtig, sie sterben in den nächsten 24 Stunden. Der einzige Ausweg aus der Misere besteht darin, dass sie die tödliche Applikation auf einem anderen Gerät installieren und das Todeslos so weitergeben. Der Studentin Asia passiert genau das. Sie findet die Kamera-App, mit der Tote sichtbar werden, auf ihrem Handy und hat nun einen Tag Zeit, ihr Leben zu retten. Klingt vertraut? Tatsächlich ist die Idee einer todbringenden App nicht neu. Aber dazu gleich mehr, denn die Verbindung zum inhaltlich sehr ähnlichen Countdown ist ein wenig komplexer als zunächst gedacht.

 

Unsere Kritik zu You Die – Du lebst noch 24 Stunden

Wo fangen wir nur an? You Die ist ein wirklich schlechter Film und ein noch schlechterer Horrorfilm – aber von Anfang an. Widmen wir uns erst einmal der inhaltlichen Ähnlichkeit zu Countdown aus dem Jahr 2019. In diesem Film ging es um eine App, die den Besitzern ihr Todesdatum vorhersagt. Läuft der Countdown ab, sterben die Handybesitzer. Das klingt ja wie You Die!!! Da wurde wohl fleißig geklaut. Ja und nein, denn gedreht wurde You Die tatsächlich schon 2018, also VOR Countdown. Veröffentlicht wurde You Die aber erst 2021, also NACH Countdown. Wie hier am Ende von wem abgeguckt wurde oder ob die Parallelen eher zufällig sind, lässt sich inzwischen nicht mehr wirklich sagen. Und ganz streng genommen sind beide Filme eh nur Weiterentwicklungen von The Ring – aber wir schweifen ab.

 

Gruselgäääähn

Nachdem wir also geklärt haben, wer sich von wem wie hat inspirieren lassen (oder auch nicht), können wir uns ja nun anschauen, ob die drei Regisseure (!), die diesen Film zu verantworten haben, ein gutes Werk geschaffen haben. Wir könnten das jetzt schnell abhandeln und sagen, nein, schreien: NEIN!! – aber wir sezieren You Die lieber Stück für Stück und erklären euch, warum jede Minute mit diesem Film eine absolute Verschwendung wäre.

Wie wir schon oft aufgezeigt haben, kann Horror entweder über eine gute Atmosphäre oder über einfache Jumpscares transportiert werden. You Die macht nichts davon. Jumpscares sind nämlich dann besonders effektiv, wenn man nicht wirklich damit rechnet. Bei You Die ist jeder, und wir meinen wirklicher JEDER, Erschrecker vorhersehbar. Hier gibt es nichts, was uns überrascht, schockiert oder herausfordert. Und das gilt nicht nur für die Erschrecker, sondern im Prinzip für alles an You Die. Überraschungen, spannende Twists sind nicht vorhanden. Wer schon einmal einen Horrorfilm dieser Art gesehen hat, weiß schon worauf es hinausläuft. Horror? Fehlanzeige!

 

Billig, aber nicht im guten Sinne

Dass Filme und gerade Horrorfilme nicht zwangsläufig ein hohes Budget brauchen, um ein Erfolg zu werden, haben Streifen wie Blair Witch Project oder Paranormal Activity eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Diese Filme zeigen sehr gut, wie man aus wenig sehr viel machen kann. You Die hat diesen Billig-Faktor auch – aber nicht so wie die genannten Vergleichsfilme, die ihre limitierten Möglichkeiten zu ihrem Vorteil nutzen. You Die ist einfach nur so billig gemacht. Die Schauspieler agieren auf unterem Mittelmaß, die Kameraführung wirkt wie aus einem Studentenfilm und die Effekte stammen scheinbar aus der Parallelklasse der Studentenfilmer. Natürlich fängt jeder einmal klein an und nicht jeder Film kann auf dem technischen Niveau eines Avengers: Endgames sein. Dennoch sollte euch bewusst sein, dass euch ein Film auf Low-Budget-Niveau erwartet, wenn ihr You Die guckt – warum auch immer ihr das tun solltet.

 

Abschließende Worte

Was hat You Die denn nun am Ende zu bieten? Leider nicht viel. Die Idee eines tötenden Mediums kennen wir besser aus The Ring und sogar aus dem mittelmäßigen Countdown. Die Effekte sind unterirdisch, die Kameraführung ist nicht wirklich gut, die Schauspieler wirken lustlos und Grusel kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Gerade jetzt zur Wiedereröffnung der Kinos gibt es sicherlich Filme, die man eher sehen sollte als You Die. Eine Empfehlung können wir leider für niemanden so wirklich aussprechen…

 

Informationen zu You Die: Du lebst noch 24 Stunden

  • Originaltitel: You Die: Get the App, Then Die
  • Laufzeit: ca. 94 Minuten
  • Heimkinostart: 15. Juli digital/05. August DVD und Blu Ray
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Erica Landolfi, Daniele Marmi, Micol Damilano

Trailer zu You Die – Du lebst noch 24 Stunden

Fazit zu You Die: Du lebst noch 24 Stunden

Lukas Hesselmann

“You Die: Du lebst noch 24 Stunden ist ein Film zum vergessen. Die eineinhalb Stunden, die ich damit verbringen musste, bekomme ich nie wieder – und das ärgert mich. Ich lasse mich gerne auf neue interessante Filmkonzepte, Genres oder Herangehensweisen ein, aber all das hat dieser Film nicht. Er ist einfach handwerklich nicht gut gemacht und inhaltlich ebenfalls eine Nullnummer.”

Kein Horror
Technisch eher einfach gearbeitet
Keine Überraschungen oder spannende Wendungen
Gesichtslose Darstellerriege

Ab in die Filmsammlung?

Die Kinos sind wieder geöffnet – also geht dorthin und macht einen Bogen um You Die.

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Geschrieben von Lukas Hesselmann
Redakteur im Bereich: Movies

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