Search and Destroy – Kritik zur Actiongurke des Jahres

Wenn man das Cover von Search and Destroy sieht, könnte man davon ausgehen, dass es sich bei diesem Machwerk um einen vergessenen Streifen aus den glorreich actionreichen 80er-Jahren handelt. Stirb Langsam, Robocop, Rambo und Search and Destroy – klingt gar nicht so falsch. Tatsächlich wurde dieser Action”kracher” erst 2020 produziert und auf den Markt geschossen. Wir haben auf unserer Seite schon viele Filme unter die Lupe genommen, von denen wir vorher noch nicht so wirklich gehört hatten. Manchmal sind echte Perlen wie The Mortuary dabei und manchmal sind es absolute Megagurken wie Faking Bullshit oder aber Search and Destroy, die selbst bei den schlechtesten Filmen aller Zeiten auf Tele5 durchfallen würden. Warum bei dieser Vollkatastrophe wirklich alles daneben gegangen ist, erklären wir in unserer Kritik.

 

Die Story von Search and Destroy

US-Soldat John Cutter verliert bei einem Einsatz gegen den Waffenhändler Igor Rodin seine gesamte Einheit und verlässt die Armee. Drei Jahre später taucht der gefährliche Superschurke wieder auf und der Ex-Soldat ist natürlich die letzte Rettung der gesamten US-Army. Nur er kann ausgebildeten Soldaten helfen, den Waffendealer auszuschalten. Cutter und seine neue Einheit sollen Rodin aufhalten, der eine dreckige Bombe gebaut hat und damit droht, zahllose unschuldige Menschen zu töten. Das war’s…

Unsere Kritik zu Search and Destroy

Man merkt vielleicht schon an der recht knappen Storyzusammenfassung, dass Search and Destroy nicht unbedingt mit einer dichten Geschichte punktet oder überraschende Wendungen zu bieten hat. Das ist auch gar nicht schlimm, schließlich passen viele Handlungsstränge der ikonischsten Actionfilme aller Zeiten auf einen Bierdeckel – also nicht jede Geschichte auf einen eigenen, alle Geschichten zusammen auf einen einzigen Bierdeckel. Rambo, Predator oder auch The Raid: alles Topfilme mit grandioser Action und dünner Story. Doch im Gegensatz zu Search and Destroy stimmen bei den genannten Filmen wenigstens die Optik, die Kämpfe, die Explosionen und eben alles was ein guter Actionkracher zu bieten hat. Search and Destroy hat nichts davon.

Wer schießt auf wen?

Fangen wir einmal beim Oberschurken, dem Waffenhändler Igor Rodin an. Der ist so eindimensional böse, dass er fast schon wie die Karikatur eines Filmbösewichts wirkt – aber dazu später mehr. Im schlimmsten, weil plumpsten Moment, wird seine Boshaftigkeit dadurch Ausdruck verliehen, dass er seinen Geiseln offen ins Gesicht sagt, dass er sie eh nur als Schutzschilder gegen “die Guten” benötigt. Wow, subtil ist anders. Grauzonen gibt es in diesem Film nicht. Die Schurken sind ohne jegliches Motiv einfach Schurken, weil sie naja… Weil das eben so ist. Und die Guten sind halt die Guten. Nicht so viel fragen.

Da gibt es nur ein kleines Problem und das hört auf den Namen John Cutter. Der ist ein dermaßen unsympathisches und gesichtsloses Arschloch, dass man ihn als Helden überhaupt nicht ernst nehmen kann. Gleiches gilt für seine neue Einheit: Die Typen haben so viel Individualität und Ausstrahlung, dass jeder Zombie aus The Walking Dead oder jeder Dementor aus Harry Potter mehr Charme versprüht. Oder kurz gesagt: Dem Zuschauer ist völlig egal, wer stirbt, wer gewinnt und was überhaupt passiert.

Das kann nicht ernst gemeint sein…

Generell schwebt beim Zuschauen ständig eine Frage im Raum: Soll Search and Destroy wirklich ernst gemeint sein, oder ist der Film gar eine Parodie auf kernige Actionhelden aus den harten 80ern? Einige Szenen sind so himmelschreiend dumm, dass es sich eigentlich nur um einen Gag handeln kann. Ein Beispiel: Nach circa 25 Minuten stirbt im Film eine wichtige Figur. Wichtig ist relativ, da diese Figur ebenfalls völlig eindimensional und gesichtslos ist, dass ihr Tod nicht wirklich bewegen kann – sei’s drum. Nach dem überdramatischen Tod erwarten den Zuschauer ein schwarz-weiß-Rückblick auf die vergangenen Minuten des Films. Nochmal: dem Zuschauer ist der Charakter völlig egal, eine Bindung existiert nicht. Wir sehen also diesen Rückblick, der mit einer Gitarrenballade untermalt ist, in der der Sänger mit krassem amerikanischen Akzent immer wieder den Filmtitel Search and Destroy singt.

Unterbrochen wird das Ganze hin und wieder von einem Greifvogel der kreischend und majestätisch durchs Bild fliegt. Ganz ehrlich: das KANN niemand ernst meinen. Leider hat diese Sequenz (und viele vergleichbare Momente auch) nie die Leichtigkeit oder Absurdität einer Parodie, wie es zum Beispiel Hot Shots gekonnt gemacht hat. Alles wirkt ernst und dramatisch gewollt, aber einfach unfassbar schlecht gemacht. In anderen Szenen dudelt im Hintergrund zum Beispiel eine völlig unpassende Gute-Laune-Musik, die 0,0 Prozent zum Gezeigten passt.

Logiklöcher bis zum Horizont

Die minimale Story ist nicht nur völlig uninteressant, sondern sondern auch noch gespickt von Logiklöchern. Vieles mag vielleicht Sinn ergeben, der Film erzählt es nur einfach nicht. Wo, wann, was – das sind alles Fragen, die wir uns als Zuschauer zwar stellen, die uns aber nie beantwortet werden. Wie eine derart einfache Geschichte, so verhunzt werden kann, grenzt schon an ein Wunder. Hinzu kommt eine grauenhafte Technik. Derart schlechte Greenscreen-Aufnahmen hat man zuletzt bei James Bond gesehen. Aber nicht bei Skyfall und Co., sondern bei Goldfinger aus dem Jahre 1964 (natürlich nur aus heutiger Sicht. Goldfinger ist trotzdem fantastisch).

Natürlich könnte man hier jetzt auch argumentieren, dass das so aussehen soll, um den Charme der 80er hervorzurufen. Aber dann hätte man es bewusst so richtig richtig schlecht machen können. Wie schon bei der sonstigen Inszenierung wirkt es hier auch wieder so, als hätte man mehr gewollt, als man fähig war zu leisten. Doch tatsächlich gibt es auch ein, zwei positive Aspekte: Ein großer Pluspunkt des Films ist sein Soundtrack. Die Synthieklänge erinnern an die nun schon oft genannten 80er und hätten gut in Filme aus dieser Epoche gepasst. Die Actioneffekte sind auch gar nicht mal so schlecht. Explosionen scheinen nicht digital erstellt worden zu sein und das war’s dann auch schon.

Endlich das Fazit

Selten waren 90 Minuten Actionfilm so ermüdend wie bei Search and Destroy. Eine himmelschreiende blöde Story, eine schlechte Inszenierung und nervige Charaktere machen diesen Film zu einer echten Geduldsprobe. Dass Trash durchaus charmant sein kann und viel Spaß bereiten kann, zeigt die SchleFaZ-Reihe seit vielen Jahren. Dafür ist Search and Destroy aber nicht trashig genug, sondern eben einfach nur mies.

Und selbst wenn der Film als ironische Interpretation der kultigen 80er-Filme mit Arnold und Co. gedacht sein SOLLTE, fällt er auch hier durch. Dafür wirkt die Machart zu dilettantisch, die Witze zu schlecht – falls die entsprechenden Stellen denn wirklich bewusst als Witze geplant sind und nicht einfach nur so peinlich sind. Lange Rede kurzer Sinn: Finger weg von diesem Film!

 

Informationen zu Search and Destroy

  • Originaltitel: Search and Destroy
  • Laufzeit: ca. 93 Minuten
  • Heimkinostart: 28. Mai 2021
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Dylan Bruce, Julian Kostov, Sergey Badyuk

Extras auf der Blu-ray:

  • Trailer

Trailer zu Search and Destroy

Fazit:

Dünne Story
Nervige, unsympathische, klischeebeladene Figuren
Soll wie 80er-Jahre-Action wirken
Dauert zum Glück nur 93 Minuten
[testimonial_slider arrows=”false”][testimonial image=”91196″ name=”Lukas Hesselmann, Redakteur” image_url=”91196″ image_width=”180″ image_height=”180″ bb_tab_container=””]”Ja, ich gebe es zu: Ich habe ein Faible für Trashfilme. Ich kann viel mit SchleFaZ anfangen und gucke auch privat viel Schrott. Wer zum Beispiel schon mal was von Machine Girl gehört hat, weiß was ich meine. Search and Destroy war aber selbst für mich zu viel. Zu gutem Trash gehört entweder eine gehörige Portion Selbstironie oder aber ein so schlechter Film, dass er schon wieder lustig ist, wie das beim Trashklassiker Plan 9 from outer Space der Fall ist. Search and Destroy ist am Ende aber einfach nur ein schlechter Actionfilm – dumm, unlustig und schlecht gemacht.”
[/testimonial][/testimonial_slider]

Ab in die Filmsammlung?

Nein, nein und nochmals nein. Finger weg, macht einen großen Bogen!

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Geschrieben von Lukas Hesselmann
Redakteur im Bereich: Movies

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