Test: The Valiant

Stimmige Mittelalter-Strategie im Squad-Format

The Valiant im Überblick

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Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Angebot
The Valiant
  • Teambasiertes RTS mit einer Vielzahl von Einheiten, vom robusten Schwertkämpfer bis zur schnellen Kavallerie
  • Wähle Heldenteams und Hilfstrupps in 15 von Hand erstellten spannenden Einzelspielermissionen mit jeweils eigenen Zwischensequenzen, vertonten Tagebüchern, Schwierigkeitsgraden und vielem mehr aus
  • Mehr als fünf Heldenteams mit jeweils drei unterschiedlichen Fertigkeitenbäumen, die dir beim Stufenaufstieg deiner Helden einzigartige passive und aktive Fertigkeiten bieten
  • Erhalte in der Kampagne eine Vielzahl von Waffen und Rüstungen mit jeweils individuellen Attributen und besonderen Fertigkeitsoptionen
  • Die Kombination von Heldenfertigkeiten mit Waffen und Ausrüstung ermöglicht eine gigantische Auswahl an Helden-Builds

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 19. Oktober 2022

Genre: Echtzeitstrategie

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: THQ Nordic

Plattformen: Windows PC

Das von vielen immer wieder für Tod erklärte Genre der Strategie-Spiele wird, wie auch in der jüngsten Vergangenheit, oftmals durch eine futuristische oder fantastische Ausrichtung geprägt. Umso erfreulicher sind da die wenigen Vertreter der klassischen Mittelalter-Strategie, wie Age of Empires IV oder Manor Lords. Die Entwickler*innen von KITE Games haben sich mit The Valiant an eben jener Ausrichtung des uralten Genres versucht, auch wenn sie sich einen kleinen Hauch Fantasterei nicht verkneifen konnten.

Wer jedoch klassische Aufbau-Strategie erwartet, dürfte enttäuscht werden, da sich The Valiant grundlegend am ehesten mit Titeln wie Company of Heroes vergleichen lässt. Soll heißen, kein Basenbau, kein Technologiebaum, keine Ressourcen-Schöpferei. Einfach nur eine Handvoll Einheiten, geführt von schillernden Helden, in taktisch anspruchsvollen Scharmützeln. Ob KITE Games mit diesem Ansatz unseren Geschmack getroffen hat, erfahrt ihr im Folgenden Test zu The Valiant!

 

Herzlich willkommen im Europa des 13. Jahrhunderts

The Valiant wirft euch ohne viel Federlesen in eine exzellent ausstaffierte und erzählte Geschichte, die sich im Europa des 13. Jahrhunderts abspielt. Dabei schlüpft ihr in die Rolle des ehemaligen Kreuzritters Theoderich, der sich nach zahllosen Schlachten während der Kreuzzüge im gelobten Land, in seiner Heimat ein ruhiges Leben aufbauen möchte. Die Ruhe hält jedoch leider nicht lange an, da euer alter Kommandant Ulrich mittlerweile zu einem tyrannischen Herrscher aufgestiegen ist und dringend gestoppt werden muss. Wie es scheint, wird er dabei von einem geheimnisvollen Artefakt getrieben, welches ihn immer weiter ins Dunkle zu ziehen scheint – ein Artefakt, welches ihr einst im Nahen Osten gemeinsam ausgebuddelt habt. Was folgt ist eine herrlich klassische Mittelalter-Geschichte, voller Ritter und gemeiner Kriegstreiber, rund um den Konflikt der beiden alten Kreuzritter.

Innerhalb der 16 Story-Missionen, die euch je nach Schwierigkeitsgrad ca. 6-8 Stunden unterhalten dürften, versammelt ihr unter eurem Banner immer mehr getreue Recken, um so langsam eine Armee aufzubauen, die der von Ulrich gewachsen ist. Auch wenn diese Prämisse auf dem Papier banal klingen mag, so wird sie charmant präsentiert und erzählt und weiß durchaus über die kurze Zeit zu unterhalten. Ganz besonders hat uns die Einbindung fantastischer Story-Elemente, basierend auf den Legenden des Christentums gefallen. Insbesondere im Hinblick auf Charakter-Vertonung und Story-Telling via Interaktionen zwischen spielbaren Figuren, haben die Entwickler*innen von KITE Games großartige Arbeit geleistet. Gerade die Sprachausgabe ist energiegeladen und gut abgemischt, sodass eine angenehme Atmosphäre entsteht.

Dazu werden die Schlachtfelder mit stimmiger Musik untermalt. In puncto Story und Vertonung der Charaktere braucht sich The Valiant nicht vor der Konkurrenz verstecken und hat uns mit seinem Charme um den Finger gewickelt. Leider hinkt die optische Darstellung im Vergleich dazu etwas hinterher. Die Einheiten wirken zuweilen recht grobschlächtig, das Terrain zusammenkopiert und die Texturen stellenweise altbacken.

The Valiant

Die Geschichte wird euch zum Teil in Ingame-Sequenzen, zum Teil aber auch in stimmungsvoll vertonten Erzählungen vermittelt.

 

Mittelalter-Schlachten im Kleinstverband

Wie eingangs bereits erwähnt, erwartet euch in The Valiant keine klassische Aufbaustrategie. Stattdessen steuert ihr kleine Kampftruppen in geringer Anzahl, die dafür jedoch über spezielle Fähigkeiten verfügen. Gleiches gilt natürlich auch für eure Kontrahenten, sodass ihr im Grunde genommen Company of Heroes im Mittelalter-Gewand erwarten dürft. Soll heißen: Kleine, taktisch und anspruchsvolle Scharmützel in Echtzeit, die ihren Fokus auf das Mikromanagement euer Einheiten legen. Eure Position, das Timing der einzelnen Fähigkeiten und Präzision sind essenziell für euren Erfolg und meistens gilt es diese Fertigkeiten unter Zeitdruck auszuführen. So ergibt sich besonders auf höheren Schwierigkeitsstufen eine steile Lernkurve, da jede verlorene Einheit, das Aus der Mission bedeuten kann.

Auf dem Schlachtfeld stehen euch, neben Theoderich selbst als Helden-Einheit, eine bunte Mischung verschiedener Truppen zur Verfügung. Bogenschützen, Ritter in voller Rüstung und zu Pferde, KITE Games liefert in Sachen Taktik ein beeindruckend komplexes Gesamtpaket. Angriffe müssen sorgfältig geplant werden, unter Einbeziehung der gegnerischen Truppenstärke und zum Teil auch des Terrains. Und selbst im vermeintlich heillosen Durcheinander einiger Szenarien gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Neben dem Schlachtfeld könnt ihr eure Einheiten mit speziellen Ausrüstungsgegenständen versorgen sowie Fähigkeiten aufwerten und freischalten. Diese Optionen sind unserer Meinung nach sehr gut dosiert. So könnt ihr euch auf der einen Seite sinnvoll verbessern und anpassen, auf der anderen Seite sind die Möglichkeiten so weit begrenzt, dass sie euch nicht überfordert zurücklassen.

The Valiant verzichtet jedoch nicht völlig auf Gebäude und Ressourcen. In einigen Szenarien stehen euch Wachtürme oder Ausbildungslager zur Verfügung, wobei diese nicht von euch neu errichtet oder verändert werden können. Ressourcen generiert ihr meist passiv oder gebunden an bestimmte Missionsziele, Gebäude lassen sich lediglich besetzen oder einnehmen. Ehrlicherweise halten wir diese zaghaften Versuche Infrastrukturen in den Spielablauf zu integrieren für einen der Schwachpunkte des Spiels. Zwar sind sie eine nette Ergänzung, in der Spielpraxis wirken sie jedoch etwas unausgereift.

 

Einmal quer durch Europa

Das Missions-Design innerhalb der Story-Kampagne zählt unserer Meinung nach zu den größten Stärken von The Valiant. Euch erwarten unterschiedlichste Ziele und Vorgaben. So müsst ihr euch an der einen Stelle gegen einen Hinterhalt verteidigen oder verzweifelt gegen eine Belagerung wehren. Auf der anderen Seite plant ihr selber Hinterhalte oder belagert feindliche Stellungen. Besonders überrascht haben uns jedoch die Boss-Kämpfe, die eigentlich eher untypisch für das Genre sind und wenn meist eher als überzüchtete Einheiten mit übertriebenen Lebensleisten daher kommen. In The Valiant verlangen euch Boss-Kämpfe pfeilschnelle Reaktionen und taktische Finesse ab und sind eines unserer absoluten Highlights! Alles in allem haben die Entwickler*innen eine verdammt gelungene Story-Kampagne auf die Beine gestellt, die sogar Wiederspielwert bietet. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Mission erwarten euch nämlich neue Varianten der Mission mit speziellen Herausforderungen.

Und falls euch diese Herausforderungen irgendwann auch nicht mehr reichen, dürft ihr euch in Mehrspieler-Partien mit anderen Strategen messen. Zwar fällt es uns schwer an dieser Stelle eine Aussage über die Langlebigkeit des Multiplayers eines so kleinen Titels zu treffen, zum Zeitpunkt unseres Tests waren die Server jedoch ausreichend bevölkert und wir durften uns die ein oder andere Klatsche einfangen. Wer aber lieber gemeinsam statt gegeneinander spielen möchte, hat auch diese Möglichkeit, da The Valiant zusätzlich einen Koop-Modus bereithält. In diesem müsst ihr euch gemeinsam in einer Art Horde-Modus gegen nicht enden wollene Gegnermassen verteidigen. Zwar ist dieser Modus recht kurzweilig, für den kleinen Strategie-Hunger mit Freunden aber allemal ausreichend. The Valiant ist seit dem 19. Oktober auf Steam für Windows PC erhältlich.

 

Angebot
The Valiant
  • Teambasiertes RTS mit einer Vielzahl von Einheiten, vom robusten Schwertkämpfer bis zur schnellen Kavallerie
  • Wähle Heldenteams und Hilfstrupps in 15 von Hand erstellten spannenden Einzelspielermissionen mit jeweils eigenen Zwischensequenzen, vertonten Tagebüchern, Schwierigkeitsgraden und vielem mehr aus
  • Mehr als fünf Heldenteams mit jeweils drei unterschiedlichen Fertigkeitenbäumen, die dir beim Stufenaufstieg deiner Helden einzigartige passive und aktive Fertigkeiten bieten
  • Erhalte in der Kampagne eine Vielzahl von Waffen und Rüstungen mit jeweils individuellen Attributen und besonderen Fertigkeitsoptionen
  • Die Kombination von Heldenfertigkeiten mit Waffen und Ausrüstung ermöglicht eine gigantische Auswahl an Helden-Builds

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  • The Valiant Title
    Fazit zu The Valiant

    KITE Games haben mit The Valiant ein, für mich zumindest, überraschend gutes Gesamtpaket geschnürt. Ein ausgeklügeltes Kampfsystem basierend auf taktischen Scharmützeln. Eine charmante Story-Kampagne auf solidem audiovisuellem Niveau, inklusive Wiederspielwert. Ein Koop- und Multiplayer-Modus. Was will man mehr von einem zeitgenössischen Strategie-Spiel? Ich denke, dass Fans anspruchsvoller Mittelalter-Action mit The Valiant auf ihre Kosten kommen dürften. Ich für meinen Teil bin es definitiv!

    Maximilian Apel, Redakteur
  • The Valiant Title
    Fazit zu The Valiant

    Bei The Valiant war ich, vor allem als sonst nicht allzu Strategiespiel-affiner Spieler, zunächst skeptisch. KITE Games haben jedoch gemeinsam mit THQ Nordic praktisch ein Spiel geschaffen, das durch die verschiedenen Modi für jeden Spieltyp etwas bieten sollte. Quasi als 3-in-1-Paket stellt der Titel einen guten Einstieg für Strategie-interessierte Spieler*innen dar und macht dabei auch noch eine recht solide Figur. Mich persönlich hat die Story an sich zwar nicht so wirklich gepackt, dafür sind jedoch Setting, Einstieg und Lernkurve stimmig und spieler*innenfreundlich.

    Alexander Schürlein, Teamleitung

Positiv:

Gleichermaßen zugängliche wie taktisch Tiefe Squad-Strategie
Charmante Geschichte in stimmigem Setting
Tolle Vertonung und atmosphärische Musik
Guter Umfang samt Multiplayer und Koop-Modus

Negativ:

Stellenweise altbackene Grafik
Blasse Gebäude- und Ressourcen-Mechaniken
Kaum Innovation

Ab in die Sammlung?

Hobby-Strategen, die keine Lust auf komplizierte Massenschlachten haben und Mittelalter-Enthusiasten können bedenkenlos zugreifen!

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Maximilian Apel
Geschrieben von Maximilian Apel
Unity. Precision. Perfection.

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