Expeditions: Rome

Test zum komplexen Historien-Epos

Expeditions: Rome

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Expeditions: Rome
  • Erstelle deinen eigenen Legatus! Passe das Aussehen, Geschlecht, die Klasse und die Fähigkeiten deines Legatus an deinen Spielstil und deine Geschichte an
  • Meistere den taktischen rundenbasierten Kampf, bei dem es auf die zahlreichen Fähigkeiten ankommt, aus denen du wählen kannst, und die die Macht von Waffen auf dem Schlachtfeld beeinflussen
  • Durchlebe das Abenteuer mit fünf einzigartigen Gefährten und lerne ihre Geschichten und Persönlichkeiten kennen
  • Erkunde die wunderschön ausgearbeitete Spielwelt mit all ihrer Abwechslung: Nordafrika, Griechenland, Gallien und Rom
  • Tauche in die von der Geschichte inspirierte Erzählung voller politischer Intrigen und zwischenmenschlicher Dramatik ein. Das Spiel bietet eine volle Sprachausgabe und viele relevante Entscheidungen, die weitreichende Folgen haben

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Releasedatum: 20. Januar 2022

Genre: RPG, Rundenstrategie

USK: ab 16 Jahren freigegeben

Publisher: THQ Nordic

Plattformen: PC

Ich bin ehrlich gesagt Neuling in der Expeditions-Reihe und daher war ich im Zuge dieses Tests auch enorm gespannt auf Expeditions: Rome. Zugegeben, es handelt sich hier um kein Kaliber wie Mass Effect, GTA oder Fallout, aber gerade der letzte Ableger hat eine sehr eingeschworene Fanbase aufbauen können. Der erste Teil, Expeditions: Conquistador, tat sich damit noch etwas schwer. Ein RPF mit klar historisch geprägtem Setting, gepaart mit rundenbasierten Kämpfen wie in XCOM, klingt eigentlich genau nach der Mischung, die mir gefallen könnte. Warum dieser Mix am Ende aber bei mir eine Achterbahn der Gefühle auslöst, das verrate ich euch in diesem Test.

 

Willkommen in Rom

Nicht oft kommt man in Berührung mit Rollenspielen, die sich an einem realen, historischen Setting entlang hangeln. Oftmals begibt man sich ins Fantasy-Gefilde oder aber auch in Science-Fiction-Universen. Und das ist auch ein Grund, weshalb Expeditions: Viking eine durchaus begeisterte Community aufbauen konnte. Aber was für eine Art Spiel haben wir hier überhaupt? Die Expeditions-Reihe vereint sehr viele Elemente aus verschiedenen Spielen. Der daraus entstandene Mix ist relativ einzigartig. Der Hintergrund ist ein historisches Setting, welches sich an tatsächliche Ereignisse aus der Vergangenheit orientiert. Darin baut sich dann ein RPG aus, welches klassische Elemente wie Charakterentwicklung, Dialoge, Beziehungen und Storytelling vereint. Dabei setzt man allerdings auf ein rundenbasiertes Kampfsystem. Nicht so wie in Pokémon, sondern eher wie in XCOM, wo man sich auf einer Karte mit einer Gruppe bewegt und Aktionspunkte geschickt nutzen muss. Dieser Mix ist speziell, interessant und reizvoll. Aber nun gibt es ein bisschen Geschichtsunterricht.

Expeditions: Rome

Durch Entscheidungen in Dialogen beeinflusst ihr den Lauf der Geschichte…zumindest ein Stück weit.

 

Wer will ich sein?

Wir spielen zwar eine fiktive Geschichte, aber sie bewegt sich in einem historischen Kontext. Als junger Legatus müssen wir aus Rom fliehen und in einer Militärkampagne untertauchen. Unser Vater wurde nämlich ermordet, wohl politisch bedingt, Rom ist somit keine sichere Heimat mehr. Unter anderem begeben wir uns dabei mit dem jungen und aufstrebenden Gaius Julius Caesar auf Reisen. Das Ziel: Rom weiter auf Expansionskurs halten. Die Griechen stellen eine Gefahr für das römische Imperium dar und die Gallier zeigen sich weiter nördlich durchaus widerspenstig. Es gilt nun Erfahrung zu sammeln, die eigene Reputation zu stärken und zu einer Größe innerhalb des Imperiums aufzusteigen. Denn nur im Krieg und außerhalb Roms können wir unserer Heimat noch dienen. Dabei gilt es unser Schicksal selbst zu formen. Ordnen wir uns dem Willen Roms unter oder setzen wir auch eigene Interessen durch? Zunächst gilt es aber einen eigenen Legatus zu erstellen. Ob Geschlecht, Aussehen, Name, Klasse oder Fähigkeiten. Wollen wir einen schnellen und wendigen Charakter, einen Bogenschützen oder doch eher einen mit Schild ausgestatteten Krieger, der an vorderster Front kämpft.

Expeditions: Rome

Zu Beginn reist ihr mit einer Galeere ab und verlasst Rom.

 

Geschichtenerzähler

Aus der Vogelperspektive überwacht ihr die „Map“. Es gibt keine große Open World, sondern eher klassische Level, bzw. Hubs, die in ihrer Größe aber überschaubar sind. Wie in einem Point & Click Adventure steuern wir dann unsere Figur über die Karte und können mit anderen Charakteren interagieren. Meist führt dies zu Dialogen, in denen wir diverse Informationen sammeln können. Immer wieder werden wir auch vor die Wahl gestellt, welche Antworten wir wählen, was das Verhältnis zu den Figuren beeinflusst, aber auch den Ausgang des Gesprächs. Manche Antworten sind auch an die jeweilige Klasse angebunden. Daher ist die Wahl der Klasse nicht nur für die Kämpfe wichtig, sondern eben auch für die Rollenspiel Elemente. Darin erzählt sich dann die Geschichte, denn richtige Zwischensequenzen bietet Expeditions: Rome nicht. Die Story reißt allerdings nicht unbedingt vom Hocker. Das liegt nicht nur daran, dass die nötige Tiefe fehlt, denn auch die ganze Erzählweise lässt irgendwie kalt. Das Writing der Dialoge wirkt enorm plump und die schwache deutsche Synchro leistet auch keinen allzu positiven Beitrag. Inszenatorisch fehlt mir die Präsentation einer spannenden Geschichte, die auch mal die ein oder andere Berg -und Talfahrt für mich bereit hält. Stattdessen erzählt sich das Spiel sehr geradlinig und irgendwie 08/15 und ließ mich eher kalt. Nicht falsch verstehen, wir bekommen grundsätzlich keine schlechte Story geboten. Aber besser als “durchschnittlich” möchte ich sie auch nicht bezeichnen.

Expeditions: Rome

Besonders aufregendes Storytelling werdet ihr hier nicht erleben.

 

Luft nach oben Part 1

Das Setting ist wie gesagt an das alte Rom angelehnt und man besucht auch reale Orte. Wer also generell historisch interessiert ist und auch solche Settings mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Auch bedienen sich die Charaktere immer wieder der lateinischen Sprache. Ein Plus für die Authentizität. Immer wieder gelangen wir auch in römische Militärlager, um beispielsweise eine neue Quest anzustoßen. Die Ausarbeitung derer ist wirklich gelungen, wenn auch überschaubar in ihrer Größe. Man bekommt aber auf jeden Fall ein gutes Gefühl für die damalige Zeit und man taucht auch insgesamt relativ schnell in die historisch geprägte Atmosphäre ein, die wunderbar den Zeitgeist widerspiegelt.

Aber auch am Questdesign habe ich zu nörgeln. Die Hauptquests beziehen sich oft auf „Gehe zu Ort XY und bekämpfe die Gegner“. Nur selten traut sich das Spiel mal etwas und implementiert wirklich gelungene Missionen, die sich durchaus vom Rest unterscheiden. Relativ am Anfang etwa schalten wir in einer Mission einige Wachen lautlos aus und infiltrieren einen Hafen, bei dem wir einige Kriegsschiffe niederbrennen müssen, während aber Wachen nachrücken. Gerne mehr davon! Solche Quests lassen dann auch mal Spannung aufkommen und die Zeit verfliegen, ganz im Gegensatz zu den eher generischen, anderen Aufgaben. Auch die Nebenquests zeugen kaum von inhaltlicher Tiefe. Es handelt sich eher im klassischen Sinn um kleine Nebenaufgaben, denen man aber auch ruhig mehr Bedeutung zulassen hätte kommen können. Dadurch fühlt sich das Spiel vielerorts irgendwie altbacken an. Manchmal fühlte ich mich, als hätte ich ein 20-Jahre altes Spiel vor mir liegen, welches damals schon eher durchschnittlich mit seinen Rollenspiel-Elementen umging.

Expeditions: Rome

Zu selten trifft auch mal auf ausgefeiltes Quest-Design.

 

Sonst noch was zu meckern?

So, die schlechten News gab es jetzt zuerst. Aber nun kommen wir schon zum eigentlichen Kern des Spiels, den Kämpfen. Man merkt förmlich, wie viel Arbeit nämlich in der Ausarbeitung der Schlachten hängt. Wir stellen uns nämlich zunächst ein Team aus verschiedenen Charakteren zusammen, die idealerweise auch unterschiedlichen Klassen angehören. Habe ich nämlich nur Bogenschützen in meiner Gruppe, kann ich herannahende Feinde zwar bereits früh attackieren, bin Ihnen aber auch ausgeliefert, sobald sie mich erreicht haben. Ob man grundsätzlich aber eher Fernkampf bevorzugt oder vielleicht doch auf gut die gepanzerten Princeps setzt, das kann man durchaus gut zusammenstellen. Bevor sich die Kämpfer*innen aber die Schwerter um die Ohren hauen, gilt es diese zu positionieren. In einem blau markierten Feld an unserer Startposition können die Figuren einem festen Platz zugeordnet werden. Es bietet sich da natürlich je nachdem auch Umgebungsobjekte einzubeziehen. Es ist nämlich durchaus sinnvoll, wenn ich meinen Bogenschützen etwa hinter einer Holzkiste platziere, anstatt an vorderster Front, wo er leicht erreichbar ist. Sind alle in Position, kann es endlich losgehen.

Expeditions: Rome

Die Charaktere unterteilen sich in verschiedenen Klassen und können mit Fähigkeiten und Ausrüstung ausgestattet werden.

 

Das Herzstück

In XCOM-Manier befehligen wir nun unsere Gruppe über die Karte und es gilt die vorhandenen oder heranrückenden Feinde zu besiegen. Unsere Charaktere haben Aktionspunkte und auch einen bestimmten Aktionsradius. Der gepanzerte Princeps kann beispielsweise weniger Schritte ausführen, als eine Einheit der Veles-Klasse. Diese sind deutlich wendiger und können im Zweifel auch äußerst gut den Rückzug antreten, ohne dass die Gegner direkt auf den Fersen sind. Wie bereits in der Startphase macht es Sinn die Umgebung im Blick zu behalten. Denn jede Möglichkeit zur Deckung sollte in Betracht gezogen werden, so schützt man sich nämlich insbesondere vor feindlichen Fernangriffen. Es spielt insgesamt aber glücklicherweise keine Rolle, welche Figur ihr zuerst auf dem virtuellen Schachbrett bewegt. Die Auswahl erfolgt hier absolut flexibel nach den eigenen Ideen und Vorstellungen. Bei der Bewegung müssen wir allerdings darauf achten, dass wir nicht zu weite Wege gehen. Der grüne Radius zeigt den Bereich an, in dem wir uns bewegen können, ohne den für den Angriff so wichtigen Aktionspunkt zu verlieren. Gehen wir in den orangenen Radius können wir zwar weiter gehen, verlieren aber die Möglichkeit anzugreifen. Beide Möglichkeiten können aber je nach Situation sinnvoll sein.

Expeditions: Rome

Wie viele Felder man voran geht und wohinter man in Deckung geht, kann entscheidend sein.

 

Das Zünglein an der Waage

Die Charaktere haben dann eine sehr individuelle Auswahl an Angriffen. Dies können mehrere schnelle Messerstiche sein, ein Feuerpfeil oder ein Angriff auf die Beine des Feindes, um ihn bewegungsunfähig zu machen. Somit zählt nicht nur der reine Schaden, sondern auch eine Veränderung des Status. Brennt unser Gegner etwa, fügt ihm das nach unserer Angriffsphase erheblichen Feuerschaden zu. Darüber hinaus kann auch eingeschränkte Mobilität zum Sieg führen, etwa wenn wir gut aus der Ferne attackieren können und die anrückende Einheit nur langsam voran kommt. Das birgt taktisch einiges an Tiefe. So gilt es für jede Klasse auch alle Vorteile auszuschöpfen. Wendige Einheiten der Veles -oder Triarius Klasse sollten also eher auch mal Verbandswerkzeug an die Seite gestellt bekommen, als sehr statische Charaktere. Denn die können auch mal größere Strecken zurück legen, um Verwundete schnell zu heilen. Es gibt aber auch Unterklassen, sodass wir auch idealerweise direkt einen Heiler in unseren eigenen Reihen haben. Die Speerkämpfer haben zudem den Vorteil, dass sie auch mal aus der zweiten Reihe angreifen können, da der Speer einen gewissen Distanzvorteil gegenüber einem Schwert hat. Es macht also hier Sinn, sie auch mal hinter den gut gerüsteten Princeps-Einheiten zu platzieren. Nachdem ein Angriff aber dann auch ausgeführt wurde, ist auch der Aktionspunkt hinüber. Aber es gibt auch da einen Kniff.

Expeditions: Rome

Die individuellen Fähigkeiten bieten zahlreiche taktische Möglichkeiten. Hier sollte man sich auch ein wenig ausprobieren.

 

Eine Schlacht mit Bedacht

Gegner nur als Gegner zu betrachten, reicht in diesem Spiel nicht. Wir können diese anklicken und uns zusätzliche Informationen einholen. Besonders aufmerksam sollten wir dabei sein, ob es sich dabei um einen normalen Bürger, bzw. einen Aufständischen handelt. Besiegt man einen solchen Feind, erhält man nämlich einen Aktionspunkt wieder gutgeschrieben. Wir können dann lediglich nur die ausgeführte Attacke nicht mehr verwenden. Das erweckt aber nochmal eine ganz andere Dynamik. So kann es ein durchaus cleverer Schachzug sein, dass man solche Einheiten zunächst schwächt und dann der Auffrischung der Aktionspunkte allen nacheinander den entscheidenden Schlag versetzt. Aber auch darüber hinaus ergeben sich unglaublich viele Taktiken und Möglichkeiten. Es braucht ein paar Stunden, um richtig zu verstehen wie alle Zahnräder ineinander greifen, aber dann entfaltet das Kampfsystem auch seine ganze Vielfalt. Es ist ein sehr runder Mix aus sehr einfachen Grundstrukturen, aber auch sehr vielen Feinheiten. So sollte man beispielsweise auch eigene Einheiten, die einen Schild tragen, nach Abschluss der Aktion möglichst in Richtung des nächsten Bogenschützen drehen, da diese immun gegen die Pfeile sind. So kann selbst die Blickrichtung die Entscheidung bringen. Sogar die Moral ist ein weiteres Puzzle. Auch diese kann etwa mit diversen Fähigkeiten positiv, als auch negativ, beeinflusst werden. Das macht die Gefechte insgesamt extrem fordernd, aber auch eben so reizvoll und spaßig. Schnell begriff ich: Das ist das Herz des Spiels.

Expeditions: Rome

Aktionspunkte hat man nicht unendlich viele. Daher muss man jeden Schritt abwägen und auch die Feinde dabei analysieren.

 

Erstmal aufleveln

Abseits der Kämpfe können aber auch erworbene Fähigkeitspunkte investiert werden. Dies können passive Skills sein, aber auch aktive, die etwa unser Repertoire an Angriffen erweitern. Hier gibt es eine ganz gute Auswahl mit denen man dann seinen Stil schärfen kann. Vor allem handelt es sich dabei um wirklich spannende Fähigkeiten, die noch mehr taktische Würze ins Spiel bringen können. Zudem lassen sich unsere Gefährten mit neuer Rüstung ausstatten. Hier trauere ich ein bisschen einer fehlenden Loot-Funktion hinterher. Denn leider kann ich keine besiegten Einheiten nach brauchbaren Ausrüstungsgegenständen durchsuchen. Ebenso stört mich persönlich die Entwicklung meines Charakters. Wer Fan von sehr klassischen Strukturen ist, kann aufatmen. Aber ich bin ein Fan einer flexiblen Charakterentwicklung und dass ich nicht gefangen im Klassen-Korsett bin, sondern mir aus allen Bereichen mein Wunsch-Abbild schaffen kann, welches zu meinem Spielstil am Besten passt. Aber das ist persönliche Präferenz. Denn was Expeditions: Rome mit seinen Klassen anstellt, macht es wirklich gut und gelungen. Da kommt unterm Strich eher die Frage auf, welches Modell man selbst bevorzugt.

Expeditions: Rome

Auf das richtige Equipment kommt es an, aber auch die für den eigenen Spielstil passenden Fähigkeiten im Skill-Tree freizuschalten.

 

Luft nach oben Part 2

Abseits der Level bewegt man die Truppe auf einer Weltkarte. Auf den ersten Blick fühlte ich mich wie in einem Strategiespiel. Aber leider ist die Weltkarte eher Fassade. Wir bewegen die Truppe lediglich von Ort zu Ort. Dabei wird jedoch Nahrung verbraucht, die wir aber an Stützpunkten auffüllen können, indem wir bei Händlern auf Shopping-Tour gehen. Aber darüber hinaus bietet das Spiel dort nicht das, was ich mir als Fan von Strategiespielen wünsche. Es wirkt wie ein Versuch, so viel wie möglich zu sein, ohne zu wissen wie es richtig geht. Wir überwachen nämlich die in Sektoren eingeteilten Felder und können Feldzüge bestreiten. Klingt spannender, als es ist. Wir müssen, um eine Schlacht zu gewinnen, nämlich aus verschiedenen Strategien wählen. Es gibt eine Hand voll Runden und in jeder Runde können wir eine Ereigniskarte ausspielen, die eine andere Taktik beinhaltet. Das ist es. Karten auswählen. Das nutzt sich enorm schnell ab und verkommt dann direkt zu der unspannenden Arbeit, nach der es auch klingt. Und wenn man schon versucht, ein Strategiespiel unter zu bringen: Warum kann ich meine Orte nicht ausbauen, Waren verwalten, vielleicht auch Garnisonen in unsere Orte schicken? Entwicklerstudio Logic Artists ist hier löblicherweise ambitioniert, lässt aber wahnsinnig viel Potenzial liegen.

Expeditions: Rome

Die Oberwelt wirkt auf den ersten Blick spannend, bietet aber wenig Möglichkeiten zum Taktieren.

 

Luft nach oben Part 3

Technisch erstrahlt das Spiel auch lange nicht so glorreich wie einst das römische Imperium. Auch hier fühlte ich mich wieder wie 10 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Sehr spartanische Charaktermodelle, hölzerne Animationen und eher rudimentäre Texturen. Expeditions: Rome ist kein optisches Feuerwerk. Aber: Es bereitet auch keine Kopfschmerzen. Das Spiel leistet sich nämliche keine groben Schnitzer in der technischen Umsetzung, auch was die stilistische Darstellung angeht. Insgesamt ist es also ein optisch rundes Paket. Zur Sprachausgabe habe ich mich ja bereits geäußert. Wer des Englischen mächtig ist, kann zumindest auf diese Sprache umstellen. Auf Englisch hört sich das Ganze nämlich deutlich erträglicher an, wenn auch nicht oberklassig. Man muss sich aber auch vor Augen halten, dass es sich hier nicht um ein AAA-Spiel handelt, sondern um eine vergleichsweise kleine Produktion. Angesichts der Mittel geht die technische Umsetzung also insgesamt in Ordnung. Wer hohe Ansprüche in dem Umfeld hat, sollte diese allerdings herunterschrauben.

Expeditions: Rome
  • Erstelle deinen eigenen Legatus! Passe das Aussehen, Geschlecht, die Klasse und die Fähigkeiten deines Legatus an deinen Spielstil und deine Geschichte an
  • Meistere den taktischen rundenbasierten Kampf, bei dem es auf die zahlreichen Fähigkeiten ankommt, aus denen du wählen kannst, und die die Macht von Waffen auf dem Schlachtfeld beeinflussen
  • Durchlebe das Abenteuer mit fünf einzigartigen Gefährten und lerne ihre Geschichten und Persönlichkeiten kennen
  • Erkunde die wunderschön ausgearbeitete Spielwelt mit all ihrer Abwechslung: Nordafrika, Griechenland, Gallien und Rom
  • Tauche in die von der Geschichte inspirierte Erzählung voller politischer Intrigen und zwischenmenschlicher Dramatik ein. Das Spiel bietet eine volle Sprachausgabe und viele relevante Entscheidungen, die weitreichende Folgen haben

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

 

  • Expeditions: Rome
    Fazit zu Expeditions: Rome

    Viel Licht, viel Schatten. Expeditions: Rome nimmt sich sehr viel vor, vielleicht sogar zu viel. Es will viele Geschichten erzählen, Charaktere in den Vordergrund rücken, spannende Kämpfe bieten und sogar Strategiespieler abgreifen. Das meiste davon gelingt schlichtweg überhaupt nicht. Die Geschichte ist okay, die Charaktere sind eher generisch und bieten kaum Tiefe und die strategischen Möglichkeiten auf der World Map sind schlichtweg enttäuschend. Und da kommt es, das berühmte „Aber“. Die Kämpfe, die Kämpfe, die Kämpfe. Das Herzstück des Spiels ist zugänglich, aber auch unheimlich komplex und dürfte Fans rundenbasierter Kämpfe mehr als gefallen. Hier greifen die Fähigkeiten, Klassen und weiteren Elemente wunderbar ineinander und begeistern mich mal um mal. Dazu kommt das so unverbrauchte Setting für so eine Art von Spiel. Es ist also von Vorteil, Fan von Spielen mit einem historischen Kontext zu sein. Unterm Strich bleibt viel Potenzial auf der Strecke. Wenn die Schwachstellen so gut wären wie die Kämpfe, dann hätte ich hier einen potenziellen Award-Gewinner. Ich speichere mir die Reihe daher mal im Hinterkopf. Stand jetzt gibt es aber noch zu viele Baustellen, um in Überschwänglichkeit und Lobeshymnen abzudriften.

    Christian Koitka, Redakteur

 

Positiv:

Schöne Umsetzung des historischen Kontext
Rundenbasiertes Kampfsystem ist sehr zugänglich...
... aber bietet auf lange Sicht unglaublich viel Tiefe für viele Stunden Spaß
Gelungene Charakterentwicklung mit interessanten und hilfreichen Fähigkeiten

Negativ:

Uninspiriertes Writing der Dialoge, Geschichte mit Luft nach oben
Keine vernünftige Loot-Mechanik
Strategische Möglichkeiten auf der Oberkarte sind absolut marginal
Optisch nur Mittelmaß, deutsche Synchro kann nicht überzeugen

Ab in die Sammlung?

Du magst das XCOM-Kampfsystem? Du magst es wenn es sogar noch mehr Tiefe bieten würde? Du hast großes Interesse an der Geschichte des alten Roms? Dann kannst du zugreifen! Wenn du tiefgreifende RPG-Mechaniken und epische Geschichten brauchst, dann spiel vorher lieber die Demo.

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christian
Geschrieben von Christian Koitka
The guy who loves videogames
1 Kommentar

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