Dune

Kritik zum Sci-Fi-Epos des Jahres

2021 ist das Rückkehrjahr des Kinos. Filme, die schon lange angekündigt waren, finden endlich ihren Weg auf die Leinwand – darunter Blockbuster wie James Bond, Fast and the Furious oder Saw: Spiral. Kaum ein Film dürfte jedoch so heiß erwartet sein, wie die filmische Neuinterpretation des Buchklassikers Dune. 1984 erstmals von David Lynch umgesetzt, freuen sich Fans nun schon seit langer Zeit auf den Versuch von Regisseur Denis Villeneuve, der zuletzt mit Arrival und Blade Runner 2049 unter Beweis stellen konnte, dass er zu den visionärsten Filmemachern der jüngeren Vergangenheit zählt. Wenn also jemand die gigantische Romanvorlage von Frank Herbert umsetzen kann, dann doch Villeneuve – oder nicht? Ob der ambitionierteste Sci-Fi-Film der letzten Jahre nun auch im Kino überzeugen kann, klären wir in unserer Kritik.

 

Die Story von Dune

Die Story von Dune in wenigen Sätzen zusammenzufassen, ist keine leichte Aufgabe. Aus diesem Grund gehen wir das Ganze dieses Mal ein wenig anders an. Dune bildet die Grundlage für ein aus mindestens einem weiteren Streifen bestehenden neuen Filmuniversum. Uns Zuschauern werden extrem viele Grundlagen des Dune-Universums beigebracht. Wie sind die Welten und Planeten dieser Galaxie organisiert? Was hat es mit den unterschiedlichen Häusern auf sich?

Möchte man den Film jedoch auch eine wirkliche Handlung runterbrechen, geht es im Kern um den Konflikt der Häuser Atreides und Harkonnen, die um die Vorherrschaft auf dem namensgebenden Wüstenplaneten Dune kämpfen. Nur dort kann der seltene Sand namens Spice abgebaut werden, der im Universum von Dune einen immensen Wert besitzt. Hauptfigur ist Paul aus dem Hause Atreides, dem eine ganz besondere Rolle auf dem Planeten Dune zuzustehen scheint. Offenbar ist er eine Art Erlöser für die einheimischen Fremen. Paul wird von Visionen geplagt und ist gleichzeitig noch für eine geheime Schattenorganisation wichtig, die den herrschenden Imperator aus dem Hintergrund steuert. Ihr merkt schon, Dune geizt nicht mit Inhalten und Handlungssträngen.

 

Unsere Kritik zu Dune

Dune ist das, was man als absoluten Epos bezeichnet. Gigantisch große Bilder, eine ausufernde Story, ein phänomenaler und atmosphärischer Soundtrack, ein voll gepackter A-List-Cast sowie eine saftige Überlänge. Gucken wir uns die einzelnen Punkte doch einmal genauer an und beginnen mit den großen Bildern. Optisch ist Dune ein absoluter Augenschmaus. Was ihr hier geboten bekommt, habt ihr wortwörtlich so noch nicht gesehen. Ein stilsicherer Artstyle, große Panoramen – alles wirkt groß, massiv und episch. Episch ist eh der wohl treffendste Begriff für den gesamten Film. Regisseur Villeneuve schafft hier ein optisch opulentes Werk, das in allen visuellen Aspekten aus der Masse heraussticht. Die Raumschiffe haben ihren ganz eigenen Stil, den man aus hunderten vergleichbaren Schiffen immer wieder herauserkennen würde.

Gleiches gilt für die Kostüme und Masken der Darsteller – der absolute Wahnsinn. Alles wirkt organisch, passend und wundervoll abgestimmt. Natürlich sind diese Idee nicht nur der Fantasie des Regisseurs entsprungen, immerhin basiert der Film auf einem literarischen Epos, in dem alles bis ins kleinste Detail beschrieben ist. Villeneuve nimmt sich diese Beschreibungen jedoch und setzt sie nahezu perfekt für die Leinwand um. Doch wo Sonne ist, gibt es auch Schatten – zwar nur einen kleinen, aber Sonne ist das richtige Stichwort. Immer wieder wechselt Dune von sehr, sehr dunklen Szenen zu Sequenzen im gleißenden Sonnenlicht. Der Wechsel ist dabei so extrem, dass es dem Zuschauer gefühlt die Netzhaut aus den Augen brennt – seid darauf also gefasst. Nichtsdestotrotz ist Dune fürs Kino gemacht und MUSS auch in einem solchen genossen werden!

Alles muss rein

Mit über zweieinhalb Stunden Laufzeit ist Dune ein absolutes Monster von Film. Gerade in der ersten Stunde wird uns dabei so viel Lore um die Ohren gehauen, dass man wirklich gut aufpassen muss, um wirklich alles zu verstehen. Und selbst wenn wir zu 100 Prozent bei der Sache sind, werden wir einige Zusammenhänge nicht kapieren. Das ist weniger die Schuld des Filmes, sondern viel mehr der schieren Masse an Infos rund um das Dune-Universum geschuldet.

Die politischen Zusammenhänge sind so komplex, dass sie unmöglich in einem normalen Film vermittelt werden können. Dadurch fühlt man sich zwar teils ein wenig im Regen stehen gelassen, doch das grobe Bild versteht man schon. Die Angst, dass Dune ein überfordernder und überkomplexer Film geworden ist, ist daher nur teilweise berechtigt. Ja, Dune verlangt dem Zuschauer viel Aufmerksamkeit ab, erklärt auch nicht alles bis ins kleinste Detail, schafft es aber trotzdem, zu fesseln.
Positiv hervorzuheben ist zudem, dass sich Dune viel Zeit für seine Expositionen nimmt. Dieser Film dient als Einstieg in das Universum und als Vorbereitung auf das, was da noch kommt. Die Story wird daher auch nicht zu Ende erzählt, sondern wird in den kommenden Filmen weitergeführt.

Der Hans kann’s

Dune’s Soundtrack stammt aus der Feder von Hans Zimmer. Müssen wir noch mehr sagen? Sowohl die ruhigen, als auch die großen Bombast-Stücke passen wunderbar in die sandige Welt von Dune. Orientalisch angehauchte Musiken wechseln sich hier mit den klassischen Zimmer-Sounds ab und fügen den eh schon fetten Bildern noch den nötigen auditiven Wumms hinzu. Die deutsche Synchro ist ebenfalls sehr gut anhörbar und an keiner Stelle unpassend.

Womit wir beim Cast angekommen sind. Die Liste der Top-Darsteller ist hier extrem lang: Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Josh Brolin, Dave Bautista, Javier Bardem, Jason Momoa und und und… Das große Highlight ist jedoch Paul-Darsteller Timothée Chalamet, der mit Dune wohl endgültig bewiesen haben dürfte, dass er zu den aktuell größten Jungstars in Hollywood zählt. Einzig Zendaya, die ja durchaus schauspielern kann, kommt in Dune ein wenig zu kurz. Die meiste Zeit blickt sie eigentlich nur in irgendwelchen Visionen verträumt in die Wüste. Aber ihre Wichtigkeit für nachfolgende Filme ist durch ihre Einführung in Dune eigentlich unbestritten.

Das große Aber

Das klingt ja alles so, als sei Dune ein Meisterwerk, das jeder Mensch auf diesem Planeten gesehen haben sollte. Ja und Nein. Ja, Dune ist zweifelsohne ein absoluter Ausnahmefilm, den man – wir erwähnten es bereits – unbedingt im Kino sehen muss. Die unfassbare Epik dieses Films kann auf dem heimischen Fernseher einfach nicht funktionieren, wie in einem Kinosaal. Wer sich also auch nur gering für diesen Film interessiert, sollte das Geld in ein Ticket investieren.

Doch Dune ist nicht nur ein modernes Meisterwerk, er ist auch ein sehr spezieller Film. Wer hier den nächsten Star Wars mit Raumschlachten, Schießereien und viel Humor erwartet, wird höchstwahrscheinlich enttäuscht. Gegenüber Fandom erklärte Villeneuve, dass er mit seiner Dune-Version eine Art Star Wars für Erwachsene schaffen wolle. Das bedeutet dann aber auch, dass es hier weitaus ernster und geerdeter zugeht, als bei Krieg der Sterne. Den Zuschauer erwarten teils sehr bedeutungsschwangere Bilder und Passagen und gerade am Anfang eine doch recht schleppende Handlung. Das muss man mögen und vor allem: Darauf muss man sich einlassen. Dune ist ein anstrengender Film, der die Zuschauer fordert und erwartet, dass man mitdenkt. Wenn man sich nur berieseln lassen möchte und von Knall zu Knall gejagt werden will, ist Dune vielleicht eine Enttäuschung. Wer jedoch die Geduld mitbringt und sich auf die fantasievolle Welt einlässt, bekommt ein Kinoerlebnis und einen Film, der am besten mit einem Wort beschrieben werden kann: Episch!

 

Informationen zu Dune

  • Originaltitel: Dune
  • Laufzeit: ca. 156 Minuten
  • Kinostart: 16. September 2021
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac

Trailer zu Dune

  • (C) Warner Bros.
    Fazit zu Dune

    Ich muss zugeben, dass ich zu dem gefühlt einen Prozent der Kinogänger gehört habe, die kaum gehypte auf Dune waren. Nach dem Genuss kann ich sagen, dass ich zwar durchaus angetan bin, aber den Film trotzdem nicht uneingeschränkt empfehlen kann. Dune ist kein entspannter Film, den man sich nach Feierabend reinzieht und dabei das Hirn ausschaltet. Man muss sich einlassen, mitdenken und einige Zusammenhänge selbst erschließen. Das ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache – für mich persönlich war es eine gelungene Abwechslung. Alles in allem ist der Film gerade für Kinofans ein MUSS und ich bin gespannt, wie es in Teil zwei weitergeht.

    Lukas Hesselmann, Redakteur

 

Episch in allen Aspekten
Der Zuschauer muss mitdenken und mental voll dabei sein
Toller Cast, toller Sound, tolle Optik
Der Quasi-Prolog für kommende Dune-Filme

Ab ins Kino?

Kinofans kommen 2021 nicht um die Epik dieses Films herum! Entweder im Kino gucken – oder gar nicht!

Share This Post
Deine Meinung?
00
Geschrieben von Lukas Hesselmann
Redakteur im Bereich: Movies

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.