Divinity: Original Sin 2 – Test zur Konsolenfassung des weltklassigen RPGS

Divinity: Original Sin 2 im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLC´s

Angebot
Divinity: Original Sin 2 (Definitive Edition) - [PlayStation 4]
  • PEGI 18 uncut Edition
  • Deutsch spielbar. Verpackung englisch

Releasedatum: 31. August 2018

Genre: Rollenspiel

USK: ab 16 Jahren freigegeben

Publisher: Bandai Namco Entertainment

Plattformen: Playstation 4, Xbox One, PC

Der Rollenspielhit Divinity: Original Sin 2 beschäftigte unsere Redaktion schon seit Jahren – sei es der erste Teil in der Review, die beiden Präsentationen auf der diesjährigen und letztjährigen gamescom oder dem Start der Early Access Phase. Der Titel fiel uns durchweg positiv auf. Nun traf das Entwicklerstudio Larian Studios die Entscheidung, das Spiel aus der Early Access Phase zu holen. Mit einigen Startschwierigkeiten wie der fehlenden Ausgabe in Deutsch oder Anzeigefehlern im Questlog bekam Divinity: Original Sin 2 von vielen Testern jetzt schon den Titel als bestes Rollenspiel des Jahres oder sogar darüber hinaus. Inwieweit Divinity und von den Socken gehauen hat und wie wir uns als abtrünniger Quellenmagier durch Rivellon schlagen, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Kreiere deinen eigenen Quellenmagier

Natürlich muss man sich in gewisser Weise mit seinem Charakter in Rollenspielen identifizieren können. Um für dieses Gefühl zu sorgen, kann man in Divinity aus einer Vielzahl aus kosmetischen Anpassungsmöglichkeiten wählen. Neben gelber Haut oder neonroten Haaren können Bemalungen als Verzierung gewählt werden. Mit der Wahl eurer Rasse habt ihr zudem einzigartige Fähigkeiten und Gesprächsoptionen im Spiel, die anderen Rassen verwehrt bleiben. Jede Rasse gibt es zudem als untote Skelettversion, die nicht durch Heiltränke, sondern durch Gift geheilt wird. Legt ihr trotzdem einen Heilzauber auf euren untoten Verbündeten, nimmt dieser Schaden, behaltet also immer im Kopf, welche Rasse euer Gegenüber besitzt! Wollt ihr lieber einen der sechs vorgefertigten Charaktere spielen, ist dies kein Problem. Ihr erhaltet sogar eine zusätzliche Hintergrundgeschichte und individuelle Quests verpasst, die es im Laufe der Geschichte, zu erfüllen gilt. Im Gegensatz zur Wahl der Rasse wird sich die Wahl der Klasse nur zum Start des Spieles als nützlich erweisen, denn diese ist nicht wie in anderen Rollenspielen an Fähigkeiten und Attribute gebunden, sondern bestimmt lediglich eure Startwerte. Im weiteren Spielverlauf könnt ihr gut und gerne den Zauberstab aus der Hand legen und als brutaler beidhändiger Axtkämpfer den Gegnerhorden das Fürchten lehren. Somit steht euch auch noch im weiteren Spielverlauf frei, welchen Spielstil ihr wählen möchtet und auf welche Art und Weise ihr das Spiel fortsetzen wollt. Selbst als ein Vertreter der Magieabteilung habt ihr dennoch eine Vielzahl an Möglichkeiten, welche Art von Zauber ihr verwenden wollt. Dabei könnt ihr euch beispielsweise der Pyromanie verschreiben und das Schlachtfeld in Flammen aufgehen lassen oder als Aerotheurge Blitze durch die Gegner jagen. Dabei finden sich auch ganz skurrile Skills wie dem Hühnchen-Zauber, mit dem ihr selbst die stärksten Gegner in ein kleines Huhn verwandeln könnt. Doch damit nicht genug: Im Spiel stehen euch diverse Fähigkeiten zur Verfügung, die euch als nützliche Gimmicks das Spiel erleichtern. Die Fähigkeit mit Tieren zu sprechen hilft euch bei der einen oder anderen Quest aus der Patsche, während die Fähigkeit sich zu heilen, während ihr in einer Blutlache steht, äußerst praktisch in Kämpfen ist. Neu ist zudem das Musikinstrument, das ihr bei der Charaktererstellung auswählen könnt. Dieses untermalt jede eurer Aktionen im Spiel und sollte daher weise gewählt werden.

In Dialogen bieten sich euch je nach Skillung mehrere Optionen.

 

Koop-Modus bringt doppelten Spielspaß

Doch wirklich spaßig wird Divinity erst, wenn ihr mehr als ein Mitglied in eurer Truppe verzeichnen könnt. Dabei könnt ihr als Solospieler die anderen vorgefertigten Charaktere im Spiel wiederfinden und bis zu drei Mitglieder in eure Gruppe aufnehmen. Jeder fertigt seinen Charakter an und ihr startet das Abenteuer gemeinsam. Natürlich kann jeder Spieler dabei auf eigene Faust handeln und die Umgebung alleine erkunden. Doch der richtige Spielspaß kommt erst dann zustande, wenn man in Kämpfe verwickelt wird, die der andere Spieler verzapft hat oder sich wegen einer Entscheidung im Dialog fetzt. Auch das Looten um die fette Beute macht erst im Koop richtig Spaß. Doch falls ihr einen Gegenstand finden solltet, den euer Mitspieler eher gebrauchen könnte als ihr, könnt ihr diesen bequem auf das Inventar eures Mitstreiters ziehen. Umgekehrt geht das leider nicht, ihr könnt also keine Gegenstände aus dem Inventar eures Mitstreiters nehmen. So könnt ihr beispielsweise einen sagenhaften Diebstahl begehen und die Items zu einem anderen Mitstreiter umdisponieren. Bemerkt der Bestohlene seine fehlenden Items und möchte in eure Taschen sehen, so findet er nichts von seinem Besitz wieder und hetzt nicht die Wachen auf euch. Wirklich genial ist, dass man mit jedem NPC handeln kann und jeder Händler auf eine andere Klasse spezialisiert ist. Somit ergibt sich eine Bandbreite an Items, die ihr erwerben könnt. Wollt ihr bessere Preise bei einem Händler, könnt ihr diesem Items geben, ohne dafür Geld zu verlangen oder die passende Fähigkeit skillen. Auch das Crafting-System bietet euch eine Vielzahl an Optionen an. Mit allerlei gesammelten Items könnt ihr so nützliche Dinge für den Kampf herstellen, aber auch ganz verrückte Sachen lassen sich durch das Kombinieren herstellten. Reißt ihr beispielsweise einem NPC das Gesicht vom Leib und kombiniert es mit den richtigen Items, so könnt ihr eine Maske herstellen, die euch in eben jene Rasse des NPCs verwandelt. Dies ist vor allem für die untoten Kollegen von Vorteil, da so niemand mehr panisch die Arme nach oben reißt und vor diesen wegrennt.

So sieht es meistens nach einem Kampf aus., überall unterschiedliche Flächen.

 

Blitzendes Blut und brennbare Giftwolken

Ein wichtiger Bestandteil eines klassischen Rollenspiels ist der Kampf. Dieser ist in Divinity – wie der Rest des Spiels – total verrückt und unberechenbar. In rundenbasierten Kämpfen hat jeder Spieler eine gewisse Anzahl an physischer und an magischer Rüstung, die erst runter gekloppt werden muss, bevor es an die Lebensanzeige geht. Mit euren Abilitypunkten (kurz: AP) könnt ihr euch fortbewegen oder Skills bewirken. Somit müsst ihr eure AP gut haushalten, damit ihr keinen Zug vergeudet. Im Spiel könnt ihr euch auch auf höhere Areale begeben, um so einen Höhenvorteil gegenüber dem Gegner zu erhalten. Doch damit nicht genug, auch das Areal lässt sich nach Belieben mit Zaubern, Items wie mit Elementen gefüllten Ballons oder entsprechenden Pfeilen gestalten. Je nach Zauber könnt ihr Giftflächen erstellen, die eure Gegner (und euch selbst) bei Berührung vergiften. Zündet ihr diese mit einem Flammenzauber an, brennt die ganze Mannschaft in der Giftwolke. Eben jenes passiert auch, wenn ihr Flammenzauber auf Ölflächen einsetzt. Zudem können Wasserflächen erzeugt werden, die ihr mit Blitzen elektrisieren und so die Gegner stunnen könnt. Das Gleiche geht auch für Blutflächen. Gebt besonders acht auf vereiste Fläche, denn auf diesen kann euer Charakter ausrutschen und muss somit eine Runde aussetzen. Na, blickt ihr noch durch? Nein? Wir ebenfalls nicht mehr! Denn in Divinity müsst ihr im Kampf alle Möglichkeiten bedenken, die euer Zauber bewirken kann. Dabei gilt es nicht nur die Entfernung zum Gegner abzuschätzen, sondern auch, den Radius der Einschlagfläche zu bedenken und die möglichen Effekte abzuwägen. Somit kommt eine noch nie da gewesene Komplexität in die Kämpfe, die jeden Kampf einzigartig machen und zu einer besonderen Herausforderung werden lassen. Auch die Gegnertypen variieren dabei stark. Bei brennenden Schnecken habt ihr als Geomant gepaart mit einem Pyromanten schlechte Karten, da die Attacken den Schnecken kaum etwas ausmachen werden. Die Effekte der einzelnen Fähigkeiten werden dabei grandios in Szene gesetzt und machen die Kämpfe zu einem beeindruckenden Augenschmaus. Auch die Liebe zum Detail, die man in der sonstigen Spielwelt vorfindet, ist wirklich klasse. An jeder Ecke, selbst auf Schlachtfeldern, finden sich Knochen, Stöcke, Kisten oder sonstige Items, aus denen wir im Kampf einen Nutzen ziehen können.

Viele Attacken wurden durch Spezialeffekte toll in Szene gesetzt.

 

Questen auf eine andere Art

Natürlich dürfen in einem Rollenspiel die optionalen Quests nicht fehlen. Neben der Hauptquest lauern an zahlreichen Ecken hilfsbedürftige NPCs, denen man als tapferer Held keinen Wunsch anschlagen kann. Je nachdem, wie die Dialoge während einer Quest verlaufen, ergibt sich ein anderer Ausgang einer Quest. Auch eure Rasse und eure Skillung haben einen Einfluss auf die Quests, da euch so andere Gesprächsoptionen zur Verfügung stehen. Gleich gesinnte Rassen sind beispielsweise eher gewillt, euch Tipps zur Lösung eines Rätsels zu verraten. Habt ihr keine Lust auf eine Quest, könnt ihr den Questgeber auch einfach töten – dies haben keinerlei Auswirkung auf die Erreichbarkeit eures großen Zieles in der Story. So ziemlich jeder Charakter kann im Spiel getötet werden, bis auf Kinder, denn welcher unbescholtene Barbar könnte je ein kleines Kind töten? Somit bleiben euch aber viele Quests und dramatische Hintergrundgeschichten verborgen, wenn ihr sinnlos metzelt. Dabei findet ihr auch nicht die klassischen Nebenquests wie „Bringe Gegenstand XY von Punkt A nach B“, sondern erhaltet eine Vielzahl abwechslungsreicher Aufgaben, deren Lösung oftmals nicht in greifbarer Nähe ist. Natürlich gibt es auch von der Handlung her mehrere Möglichkeiten, eine Quest abzuschließen. So können euch diverse NPCs dabei helfen, den lästigen Ring um euren Hals zu entfernen – allerdings nur gegen einen Gefallen. In einem Questlog wird der Fortschritt zu euren jeweiligen Quests festgehalten, falls ihr einmal die Übersicht verlieren solltet. Der Schwierigkeitsgrad in Divinity kann je nach gewählter Option stark variieren, doch vom Rollenspielneuling bis hin zum alteingesessenen Veteranen findet sich für den Spieler der passende Spielablauf. Habt ihr dennoch keine Lust auf das vorgefertigte Spiel, könnt ihr im Spielleiter-Modus eine eigene Sitzung mit Freunden starten, in denen ihr selbst die Spielregeln festlegt. Doch auch ohne den Spielleiter-Modus wird man das Gefühl nicht los, in einer virtuellen Tabletop- oder Pen-&-Paper-Sitzung mit Freunden zu sein. Die vielen Dialoge, die euch im Spiel erwarten, müssen oft mit Freunden abgesprochen werden, damit es am Ende nicht zu Streitereien unter den Spielern kommt.

Geht gemeinsam in ein großes Abenteuer!

 

Update zur PS4-Version

Auch die Konsolenfassung des Rollenspiels kann mit der PC-Version mithalten. Das beste Feature ist wohl der Couch-Koop, den wir schon vom ersten Teil kennen. Trennen sich die Wege unserer Spieler, teilt sich der Bildschirm in den Splitscreen-Modus und jeder kann seine eigenen Entdeckungen machen. Natürlich ist es mit den Schultertasten umständlicher, durch die Menüs zu gleiten, allerdings haben wir dies nicht als störend empfunden. Generell wurde die Steuerung für die Konsolenversionen sehr gut umgesetzt, sodass die Bewegung und die Kämpfe leicht von der Hand gehen. Auch die Schriftgröße wurde angepasst, sodass man sich auch etwas weiter weg vom Bildschirm befinden kann. Aber auch in vielen anderen Punkten wie den Erklärungen zu Nebenquests wurden einige Änderungen vorgenommen, sodass man mit der Konsolenfassung ein rundum optimiertes Rollenspielerlebnis erhält. Sämtliche Dialoge und Texte wurden überarbeitet, einige sogar neu vertont. Schade ist allerdings, dass der Game-Master-Modus aus der PC-Version es nicht ins Spiel geschafft hat, trotzdem tut es dem Spiel keinen Abbruch und man kann beherzt zugreifen.

 

Positiv:

Riesige Spielwelt, die nur so voller liebevoller Details strotzt
Immense Entscheidungsfreiheiten bei der Charaktergestaltung und Skillung
Quests sind auf mehrere Arten zu bewältigen und haben Konsequenzen auf den Spielverlauf
Kämpfe haben immer einen anderen Ablauf und sich taktisch herausfordernd
Koop-Modus lässt mehrere Spieler gleichzeitig in eine Partie abtauchen
Enormer Spielumfang mit spannender Hauptstory

Negativ:

Gelegentliche Bugs, die aber keine gravierenden Auswirkungen haben
Lediglich englische Sprachausgabe
Questlog könnte bei der Masse an Quests übersichtlicher gestaltet sein
  • Divinity: Original Sin 2 – Test zur Konsolenfassung des weltklassigen RPGS
    “Im Gegensatz zum Start der Early Access Phase hat sich bei Divinity: Original Sin 2 so einiges getan. Natürlich gibt es zwischendurch kleine Spielfehler, was aber bei der riesigen Menge an Möglichkeiten im Spiel und dem gigantischen Inhalt  zu verschmerzen ist. Die anfänglichen Kinderkrankheiten des Spiels sind komplett verschwunden und ermöglichen nun einen freien Spielfluss, den man auch noch nach 50 Stunden vollends genießt. Auch im Vergleich zum ersten Teil der Reihe finden sich nur Verbesserungen – sei es in der Optik oder in der Tiefe der Story. Die Umgebungen, die vielen Aufgaben, die Kämpfe – nichts scheint langweilig zu werden in der Welt von Divinity. Mit jeder Faser des Spiels spürt man die Liebe zum Detail und die vielen Stunden, die in die Entwicklung des Spiels geflossen sind. Dabei muss man schon wirklich nach Kleinigkeiten suchen, möchte man etwas Negatives zum Spiel finden. Dementsprechend kann ich mich der Meinung vieler Kollegen anschließen und kann ohne Zweifel zugeben: Divinity: Original Sin 2 ist für mich das beste Rollenspiel des Jahres und siedelt sich in der ewigen Bestenliste meiner liebsten Rollenspiele an. Hier ist für jeden Spieler was dabei, egal ob Neuling oder Veteran, jeder Rollenspieler wird, hier seinen Gefallen dran finden. Das wird natürlich mit einem Award belohnt!”
    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Dieses Spiel erhält den NAT-Games Award

Auf nach Rivellon?

Fans von Rollenspielen, seien es Neulinge oder alteingesessene Veteranen, werden hiermit eine große Freude haben. Der Titel kann von uns uneingeschränkt empfohlen werden.

Jasmin Paskuda
Geschrieben von
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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