Angespielt: Divinity Original Sin 2 (Early Access)

Angespielt: Divinity Original Sin 2 (Early Access)

Komisch gab es nicht erst kürzlich ein Angespielt zu genau diesem Spiel? Falls ihr euch diese Frage stellt, habt ihr alles richtig im Kopf und keine Sorge, ihr werdet nicht dement. Vor wenigen Wochen hat die Early Access Phase von Divinity Original Sin 2 auf Steam begonnen. Da das Spiel zu meinen Highlights der gamescom zählte, waren die Erwartungen bei mir bereits vor Beginn des Angespielts sehr hoch. In der Early Access Phase stürzen wir uns auf den ersten Abschnitt des Spiels, der Flucht aus Fort Joy, einem Gefängnis für Quellenmagier. Wir haben für euch die Veränderungen im Spiel, die es seit der gamescom gibt, genauer unter die Lupe genommen und konnten nun den Koop-Modus einem detaillierteren Test unterziehen. Wie dieser ausfiel und was das Spiel sonst noch zu bieten hat, das könnt ihr im folgenden Angespielt nachlesen.

 

Jeder ist sein eigener Held

Bevor ich und mein Spielpartner die Welt von Divinity erkunden konnten, hatten wir mit gravierenden Startschwierigkeiten zu kämpfen. Mein Partner konnte das Spiel nicht einmal öffnen, ohne, dass sich der komplette PC aufhing. Doch einmal schnell einen Blick ins Forum riskiert, fanden wir User, die genau das gleiche Problem hatten. Abhilfe gab es dadurch, dass man die .exe Datei des Spiels öffnete. Gesagt, getan, schon waren wir im Spiel. Nachdem ich eine Partie eröffnete, konnten wir nach Wahl des Modus (bisher gibt es nur den Explorer Mode und den Classic Mode zur Auswahl) den vermeintlich wichtigsten Punkt des Spiels beginnen: Die Charaktererstellung. In der Early Access Phase standen uns 12 Charakterklassen und 4 Rassen zur Auswahl. Die beiden neuen Klassen, die man auf der gamescom ankündigte, habe ich bisweilen vermisst. Neben den individuell gestaltbaren Charakteren standen auch die vorgefertigten Charaktere zur Auswahl, die bereits auf der Messe zu sehen waren und uns alle im ersten Akt des Spiels nach und nach begegneten. Nachdem wir uns die Beschreibung der Abilities durchgelesen und unsere Charaktere optisch einwandfrei gestaltet hatten, konnten wir sogar vorverteilte Skillpunkte umdisponieren. Mit jeder Klasse geht nämlich eine vorgefertigte Skillung einher, die man allerdings nach Belieben verändern kann. Wenn ich keine Lust auf eine Hexe mit Erdfertigkeiten habe, skille ich lieber den Bereich der Pyromanie. Somit können die Charaktere tatsächlich so gespielt werden, wie wir uns das vorstellen. Blöd allerdings: Wenn man sich innerhalb des Spiels bei der Verteilung der Skills verklickt, dann habt ihr zunächst Pech, da die Auswahl nicht wieder rückgängig gemacht werden kann.

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Bereit für das Spiel!

 

Es ist noch viel zu tun

Leider gibt es bisher nur eine englische Sprachausgabe und das Spiel ist noch nicht vertont. Bis zum Release im Jahr 2017 gibt es also noch eine Handvoll zu tun. Desweilen sind uns während des Spielens einige Bugs aufgefallen, die auch alle im Forum reported wurden. Zahlreich vertreten sind kleinere Fehler wie ein Anzeigefehler der Kopfbedeckung oder ein Striptease, da auch manches Mal die gesamte Rüstung nicht angezeigt wurde. Allerdings sind uns – bis auf den Crash am Anfang – keine lebensbedrohlichen Bugs aufgefallen. Die Grafik ist ok, nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Bedenkt dabei, dass es sich hierbei noch um die Early Access Phase handelt. Die zahlreichen Bugs sollten also bis zum Release behoben sein.

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Die Welt ist mit vielen Details gespickt

 

Gemeinsam erkunden – doppelter Spielspaß?

Trotz des Koop-Modus ist uns aufgefallen, dass jeder im Prinzip sein eigenes Ding durchzog, sobald wir nicht miteinander kommunizierten. Die gemeinsamen Quests sind zwar von beiden einsehbar, allerdings haben die Spielcharaktere teilweise eigene Quests, die man auf eigene Faust bewältigen kann. Zudem ist der Drang, die Welt zu erkunden, groß und somit splittet sich die Gruppe öfters auf. Dialogen, die man mit NPCs führt, kann der andere nur dann folgen, wenn er in der Nähe steht und zuhören möchte. Somit bekommt man das Gefühl, sein eigener Held in der Geschichte zu sein, obwohl es noch jemand weiteren gibt, mit dem ich spielen möchte. Trotzdem kann man natürlich, wenn man so will, das Spiel komplett als Duo bewältigen. Jeder Charakter hat beispielsweise sein eigenes Inventar, allerdings können Items blitzschnell zwischen einander hin und her getauscht werden. Das Einzige, was uns zunächst stutzig machte, war das neue Handelssystem. Hierbei öffnen sich zeitgleich das Fenster des Handelspartners und euer eigenes Inventarfenster, ihr schaltet also nicht mehr zwischen Kaufen und Verkaufen um. Blöderweise müsst ihr, wenn ihr Items verkaufen wollt, nicht nur die Items in euer Handelsfenster packen – nein, ihr müsst auch das Gold des Handelspartners in sein Fenster packen, ansonsten schenkt ihr eurem Handelspartner die Gegenstände und erhaltet dadurch Sympathie und bessere Preise bei diesem. Mit einem weinerlichen Auge verschenkte ich also zunächst mein gesammeltes Inventar.

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Per Mausklick wandern Items zwischen den Spielern

 

Auf in den Kampf

Nachdem mir auf der gamescom das neue Kampfsystem präsentiert wurde, war ich natürlich gespannt, die Kämpfe am eigenen Leib im Koop erleben zu dürfen. Ich hatte das Gefühl, dass man für seine Abilitypunkte viel weiter laufen kann als in den vorherigen Teilen. Somit wird der Kampf insgesamt agiler und weitet sich auf eine größere Fläche als vorher aus. Neu ist zudem die obige Leiste, die anzeigt, welcher Charakter zu welchem Zeitpunkt angreifen darf, was einen viel besseren Überblick über den Kampf gab. Dadurch, dass man nur wenige AP zur Verfügung hat, muss man allerdings erwägen, welcher Skill in welcher Situation der Trumpf zum Sieg sein kann. Die langen Cooldownzeiten der Skills gleichen sich dadurch aus, dass die AP sich recht schnell wieder füllen. Des Weiteren habt ihr nicht nur die normale Rüstung, die euch vor direktem Schaden bewahrt, sondern auch eine magische Rüstung, die negative Effekte wie Bluten etc. verhindert. Die Stärke der Rüstungen variiert mit der Klasse.

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Ob ich den Gegner bezwingen kann?

 

Auf in die Arena

Natürlich darf in einem ordentlichen Angespielt der Arena-Modus nicht fehlen, die wohl größte Neuerung von Divinity Original Sin 2. Ihr könnt vor Beginn des Kampfes zwischen vier Klassen auswählen, die ihr mit in den Kampf nehmen wollt. Zur Auswahl stehen euch ein Zauberer, ein Bogenschütze, ein Krieger und ein Schurke. Je nachdem, wie viel Slots ihr vor Beginn des Kampfes auswählt, könnt ihr euch sogar mit allen Klassen in den Kampf stürzen. Jeder der Klassen hat vorgefertigte Skills, die nicht mehr verändert werden können. Bei den Klassen müsst ihr euch also – falls ihr mit Freunden spielt – absprechen, damit ihr euch ein ausgewogenes Team zusammenstellt. Das Terrain in der Arena bietet zudem eine dreidimensionale Fläche, auf der ihr euch austoben könnt. Überall in der Arena habt ihr Erhöhungen, von denen ihr auf eure Gegner herabschießen könnt. Verteilt ihr Schaden von oben, ist dieser größer, als wenn ihr auf einer Ebene mit eurem Gegner stehen würdet. Innerhalb der Arena sind zudem Truhen mit Items verteilt, wobei gilt: Wer zuerst kommt, dem gehört der gesamte Inhalt der Truhe! Im Arenamodus könnt ihr zudem so mit der Map interagieren, wie es im normalen Spielmodus der Fall ist. Pfützen und Fässer können zu eurem Vorteil genutzt werden und den Ausgang des Kampfes wenden. Besondere Pfützen, die mit Quellenmagie gefüllt sind, verleihen euch extra Punkte für besonders starke Skills, wenn ihr sie betretet. Das persönliche Highlight für mich am Arenamodus: Es gibt einen ausstellbaren Chat! Habt ihr also mal keine Lust euch auf 25 verschiedenen Sprachen beleidigen zu lassen, könnt ihr diesen bequem ausschalten. Allerdings fehlt bislang das Einstellen des Schwierigkeitsgrades für die KI. Nach einigen Kämpfen wiederholen sich die Züge der Gegner, sodass es irgendwann monoton wird. Außerdem gibt es keine Varianz bei den vorgefertigten Spielcharakteren, es stehen immer die gleichen Vier zur Auswahl, die sogar in der immer gleichen Reihenfolge ihren Zug beginnen: Nach dem Bogenschützen greift immer der Zauberer an, danach der Schurke und als Letztes der langsame Krieger.

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Wir heizen dem Gegner mächtig ein

 

Fazit:

Mich hat die Early Access Phase nicht enttäuscht. Natürlich gibt es noch unzählige Bugs, die es bis zum Release zu beheben gilt. Allerdings verdirbt keiner davon das Spielerlebnis gänzlich, sodass man mit diesen (zunächst einmal) gut leben kann. Zudem erlebt jeder Spieler im Koop-Modus seine eigene Geschichte und macht seine eigenen Spielerfahrungen. Man kann nach Belieben mit seinem Partner zusammenspielen und hat somit eine große Freiheit in seinem Spielerlebnis. Allerdings ist mir jetzt erst aufgefallen, dass der Arena Modus nach einigen Spielrunden keinen Anreiz mehr gibt. Hier mangelt es an optionalen Spielmodi, die vielleicht ja noch im Laufe der Zeit folgen werden. Es bleibt also abzuwarten, welche Überraschungen uns noch bis zum finalen Launch von Divinity Original Sin 2 erwarten. Ich freue mich jetzt schon auf die voll spielbare Version und hoffe, dass das Entwicklerteam rund um Larian Studios bis dahin noch fleißig am Werkeln ist.

 

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Jasmin Paskuda
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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