Zombie Army 4: Dead War – Test zum Zombie-Koop-Feuerwerk

Zombie Army 4: Dead War im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 04. Februar 2020

Genre: Third-Person-Shooter

USK: ab 18 Jahren freigegeben

Publisher: Rebellion

Plattformen: PC, PlayStation 4, Xbox One

Nicht nur Zombiefilme, sondern auch Spiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Seien es Addons, veränderte Spielmodi oder gar Standalone-Ableger bekannter Serien. Einst ein Standalone-DLC für Sniper Elite V2, hat sich die Zombie Army-Reihe inzwischen zu einem eigenen Franchise gemausert. Nun erschien mit Zombie Army 4: Dead War der nunmehr vierte Teil der Serie und soll erneut ein Koop-Feuerwerk bieten. Nachdem wir den Titel auf der gamescom 2019 und der EGX Berlin 2019 anspielen durften, haben wir uns nun auch in die finale Version gewagt.

 

Alles beim Alten

Grundsätzlich hat sich am Spielprinzip von Zombie Army nichts getan. Alleine oder mit bis zu drei weiteren Spielern schnetzeln wir uns durch Massen an Zombies und versuchen dabei, möglichst viele Kombos an Kills zu erreichen. Die besonderen Kills werden in der sogenannten X-Ray-Cam detailliert gezeigt und damit auch der Eintritt einer Kugel am genauen Ort des Körpers. Dabei werden sämtliche getroffene Knochen und Organe entsprechend beschädigt. Wahlweise kann diese Kameraeinstellung aber auch in den Einstellungen deaktiviert werden. Auch in Sachen Story gibt es nicht allzu viel zu erzählen: Nachdem im dritten Teil der Reihe Hitler besiegt und in die Hölle verbannt wurde, greifen weitere Armeen von Zombies das bereits zerstörte Europa an. Also liegt es erneut an den Widerstandskämpfern, die das Chaos beseitigen müssen. Die Kampagne erstreckt sich auf insgesamt neun Episoden, die allesamt eine Spielzeit von etwa zehn Stunden summieren. Dazu gesellt sich noch ein Horde-Modus, welcher auf vier weiteren Karten gespielt werden kann. Wer danach noch nicht genug vom Zombie-Abschlachten hat, wird in weiteren Schwierigkeitsgraden ums Überleben kämpfen können. Die Locations zeichnen sich vor allem durch südeuropäische Städte aus, wie beispielsweise Sardinien, Venedig oder Kroatien. Für die notwendige Abwechslung sorgt das Leveldesign. Neben den vielen Details und Easter-Eggs sind die Level zwar allesamt linear gestaltet, bieten aber in einigen Arealen verwinkelte Ecken. Ein kleiner Navigationspfeil sorgt aber für die notwendige Orientierung, auch wenn auf den Nebenrouten oft Sammelobjekte wie Dokumente oder Comics zum Einsammeln oder nützliche Gadgets wie Waffenupgrades oder Modifikationen herumliegen. Auch interaktive Interaktionen mit Zivilisten können durchaus möglich sein. Um am Ende aber auch spielerisch genügend Unterschiede zu bekommen, gibt es diverse Aufgaben zu lösen. So müssen für eine Reparatur erst Teile gesucht, Tanks aufgefüllt oder Objekte beschützt werden. All das sind sicher keine Innovationen, runden das Gemetzel aber gut fordernd ab. Doch alleine macht das Abenteuer leider nur halb so viel Spaß. Richtig spaßig wird es erst dann, wenn du mit bis zu drei Freunden durch die Level schlenderst. Eine Kombination aus gepanzerten Zombies, Scharfschützen und normalen Angreifern kann gefährlich werden, wenn man alleine unterwegs ist. Deshalb wird das Spiel im Koop zur Spaßgranate und senkt damit gleichzeitig den Schwierigkeitsgrad. Auch als Neueinsteiger wirst du es einfach haben, das Spiel schnell zu verstehen und dich zurechtzufinden. Dafür sorgt Zombie Army 4: Dead War nämlich von ganz alleine.

 

Für die Waffen wirst Du bezahlen

Selbstverständlich steht im Spiel auch ein Levelsystem zur Verfügung, welches mit freischaltbaren Perks, Spezialisierungen und diversen Skins daherkommt. Dazu kommen neue Fähigkeiten, die neue Individualisierungen für den Charakter zulassen. Entweder kannst du zum Beispiel mehr Granaten mitnehmen oder heilende Nahkampfwaffen nutzen. All dies wird im sogenannten Wehrpass festgehalten, wo zudem noch eine Übersicht der bisherigen Leistungen und der Level bereitsteht. Neben dem Levelsystem bietet die Waffenauswahl diverse Anpassungsmöglichkeiten. Insgesamt gibt es drei Slots, die in Fern- und Nahkampf sowie Pistolen unterteilt sind. Die eigentliche Auswahl an Waffen ist allerdings sehr spärlich und bringt leider Mikrotransaktionen mit ins Geschehen. Neben zwei Schrotflinten, einer MP44 und Thompson Gun gibt es noch drei Pistolen für die Reserve. Diese können zwar dank der gesammelten Upgrades aufgelevelt und mit allerhand nützlichen Utensilien versehen werden, für ein solches Spiel ist dies aber sehr mager. Das Problem: Die weiteren Waffen stecken hinter einer Paywall, bzw. der Spieler erhält diese nur dann, wenn er die Premium-Edition des Spiels zulegt. Ein uncooler Schachzug seitens Rebellion. Die weiteren Waffen stehen für 2,50 € im Store, zusätzlich gibt es weitere Charaktere und neue Kampagnenlevel zum Kauf. All dies schmiedet den Eindruck, man wolle aus dem guten Konzept und mittlerweile stärkeren Marke möglichst viel Geld aus den Taschen luchsen. Eine Methode, die Electronic Arts bereits mehrfach das Genick brach. Den eigentlichen Fortschritt spürt man mit den Upgrades seiner Waffen aber sehr, was zu einem motivierenden Spielprinzip führt. Auch nach diversen Runden erhält man neue Perks und kann sich dadurch weiterentwickeln. Sollen im Koop alle Mitspieler von Heilobjekten profitieren oder wird bei mehreren Gegnern Schaden angerichtet, anstatt nur bei einem? Alles Optionen, die im Laufe der Level freigeschaltet und aktiviert werden können. Selbstverständlich haben sich auch Waffenskins, Emotes und Tänze im Spiel versteckt, die mittlerweile wohl in jedem Shooter vorhanden sein dürften.

 

Leveldesign hui, Technik pfui!

Um die Zombies mit viel Wums über den Jordan zu schicken, gibt es innerhalb der Level verschiedenste Fallen. Aktivierbare Elektrozäune, Turbinen oder einfache Stolperfallen sorgen für die notwendige Rationalisierung. Des Weiteren werden auf dem Weg verschiedene Gegnertypen angreifen, die besondere Taktiken erfordern. Auch hier haben die Entwickler das Levelsystem integriert und sorgen dafür, dass es mit weitreichendem Fortschritt einfacher wird. Segnet man als Gruppe dann doch mal das Zeitliche, sorgt das faire Checkpoint-System wieder für den schnellen Einstieg. Ist der Boss einmal besiegt, kann seine Waffe sogar für den weiteren Verlauf bis zum Munitionsende genutzt werden. Technisch ist Zombie Army 4 allerdings nicht auf dem Stand eines Videospiels im Jahre 2020. Das Trefferfeedback reagiert oft nicht richtig oder sorgt dafür, dass der Zombie entweder gar nicht die Kugeln spürt oder man mit seiner Waffe der mächtigste Krieger des Universums ist. Man hat leider nie das Gefühl, den Gegner richtig zu treffen. Taktisch viele Kopfschüsse verteilen, um möglichst wenig Bauchschmerzen innerhalb der Level zu haben, kann man hier vergessen. Überhaupt sind die Texturen oft matschig oder durch Nebel verschleiert. Starke Bugs oder Verbindungsabbrüche, wie andere Reviews und Berichte schrieben, hatten wir während unseres ausgiebigen Tests aber keine. Insgesamt läuft das Spiel sogar sehr flüssig. Getestet wurde auf dem PC.

 

Positiv:

Detailliertes Leveldesign mit Easter-Eggs
Umfangreiche Kampagne mit verschiedenen Locations
Spaßiger Koopmodus mit einem motivierenden Fortschrittsystem
Upgrades und Perks sorgen für allerhand neue Dynamik
Gute Zombieauswahl mit speziellen Waffen

Negativ:

Die Kampagne kann alleine schnell schwierig und langweilig werden
Das Trefferfeedback ist nicht nachvollziehbar
Derbe Mikrotransaktionen für weitere Inhalte
Technisch nicht auf dem Stand 2020
  • Zombie Army 4: Dead War
    “Zombiespiele gibt es wie Sand am Meer. Kooperativ macht Zombie Army 4: Dead War eine Menge Spaß und bietet auch für die kleinste Gruppe genug Motivation, um möglichst viele Stunden in dem Spiel zu verbringen. Auch wenn die Story ziemlich flach und nur zum Zusammenhalt der Inhalte dient, die unterschiedlichen Locations und das detaillierte Leveldesign bringen das nötige Gefühl von Motivation mit sich. Doch leider stellen die starke Paywall, das schlechte Trefferfeedback und die technischen Schwierigkeiten die positiven Aspekte teils in den Hintergrund. Zumindest immer dann, wenn man Zombies alleine abschlachten möchte.”
    Tobias Liesenhoff, Chefredakteur

Ab in die Sammlung?

Um sich die Wartezeit auf Back4Blood oder einem L4D3 zu versüßen, sollte man Zombie Army 4 auf jeden Fall mal gespielt haben.

Geschrieben von
freut sich sehnsüchtig auf das Finale in diesem Jahr.

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