Was bisher mit den Anno-Spielen geschah

Die Computerspielserie Anno begeistert Fans seit über 20 Jahren. Die Titel zähen allesamt zur Kategorie der Aufbau-Strategiespiele oder auch der Echtzeit-Wirtschaftssimulationen und lassen den Spieler eine Reise zu unbekannten Inseln starten, auf denen eine prächtige Bevölkerung wachsen soll. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern zeichnet sich die Anno-Reihe dadurch aus, dass sie mit viel Realismus ausgestattet ist. Den comicartigen Look wie in beispielsweise Die Siedler oder den schrägen Humor vom zuletzt erschienenen Tropico sucht man in Anno vergebens. Jeder Titel zeichnet sich durch eine Jahreszahl aus, in welchem das Setting angesetzt ist. Die Entwickler verrieten bereits, dass die Jahreszahl als Quersumme immer 9 ergibt, so auch der neuste Teil Anno 1800. Ich nehme euch in diesem Artikel mit auf eine Reise durch die verschiedenen Teile der Reihe und erkläre euch, wieso das bald erscheinende Anno 1800 ein Titel ist, den sowohl Neulinge als auch alteingesessenen Fans auf dem Radar haben sollten.

 

Anno 1602 – Erschaffung einer neuen Welt

Los ging die Kooperation von den damaligen Firmen Max Design und Sunflowers im Jahre 1998. Anno 1602 ging für damalige Verhältnisse durch die Decke, denn innerhalb von vier Jahren verkaufte sich das Spiel ganze 2 Millionen Mal. Mit diesem Titel wurde der Grundstein für die gesamte Reihe gelegt. Neben dem Basisspiel konnte auch das Add-On „Anno 1602 – neue Inseln, neue Abenteuer“ erworben werden, welcher den Szenarien-Editor mit sich brachte und auch fremde Szenarien von anderen Spielern spielen ließ. Das Grundprinzip zieht sich auch noch durch alle weiteren Titel: Mit wenigen Ressourcen bestehend aus einem Grundkapital, Holz, Werkzeuge und Nahrungsmitteln, musste sich der Spieler eine Insel zu eigen machen. Die Wahl traf dabei auf die Insel, die der Spieler mit seinem Segelschiff ansteuerte. So wächst das anfangs spärliche Dorf zu einer immer größer werdenden Stadt heran. Mit jeder neuen Entwicklungsstufe konnten sich die Bewohner weiterentwickeln. Doch damit stiegen auch die Ansprüche der Bewohner: Luxusgüter wie Alkohol, Tabak und Schmuck oder neue Gebäude wie eine Schule, Kirche und Wirtshaus mussten her. Erfüllt ihr die Bedürfnisse nicht, so schwinden eure Bewohner. Somit entsteht mit der Zeit ein immer wichtiger werdender Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit der Bewohner, eurem Kapitel und der Entwicklung der Bevölkerungszahl. Durch die immer komplexeren Handelsnetzwerke wird dem Spieler ein realistischer Eindruck von ökonomischen Zusammenhängen offengelegt. In Ann 1602 gab es zudem einen militärischen Zweig, der allerdings nicht so stark ausgeprägt ist, da das Augenmerk auf dem Handel und der Diplomatie liegen sollte. Über LAN oder Internet konnten sogar Partien im Mehrspielermodus mit bis zu vier Spielern bestritten werden.

Nostalgie pur.

 

Anno 1503 – Aufbruch in eine neue Welt

Der Aufbruch in eine neue Welt ließ nicht lange auf sich warten und startete bereits vier Jahre später. Allerdings wurde die Version erst ein halbes Jahr später durch einen Patch spielbar, denn zuvor plagten den Titel zahlreiche Bugs und technische Probleme, die ein Spielen unmöglich machten. Auch der Mehrspieler-Modus litt unter diesen Problemen und ist offiziell niemals erschienen. Neben einer detaillierteren Grafik erwarteten die Spieler in Anno 1503 noch komplexere Wirtschaftskreisläufe. Zwar gab es die Steuern aus dem Vorgänger nicht mehr, dafür konnte der Spieler nun an den Waren verdienen, die Bewohnern über Marktstände erwerben konnten. Ein Nachteil, der sich dadurch ergab, war die langsame Reaktion auf eine Finanzkrise. Konnte zuvor Geld durch das Eintreiben einer erhöhten Steuer schnell generiert werden, kam man hier nicht mehr so schnell aus einer Schuldenfalle heraus. Ein neues Feature waren die unterschiedlichen Klimazonen, die von Polarregion bis Dschungel reichten und die Insel etwas lebendiger und abwechslungsreicher wirken ließen. Auch dieser Titel wurde mit einem Add-On beglückt. „Anno 1503 – Schätze, Monster und Piraten“ brachte neue Szenarien, Tierarten, Gebäude und Zieranlagen.

Abwechslungsreiche Landschaften lassen die Welt lebendiger wirken.

 

Anno 1701

Vier weitere Jahre gingen ins Land, bis der nun dritte Teil vom neu eingesetzten Entwicklerstudio Related Designs erschien. Dieser Titel wurde erstmals stärker überarbeitet, vor allem auf der technischen Seite. Erstmals löste man sich von der isometrischen Perspektive und setzte auf dreidimensionale Grafiken, was bei vielen Kritikern positiven Anklang fand. Die Welt wirkte viel lebendiger als in den vorherigen Teilen. Die Dorfbewohner trafen sich nun nicht mehr am Kontor, sondern auf dem Dorfplatz. Hier konnte man visuell die Zufriedenheit der Bewohner ablesen: Bei vollster Zufriedenheit leuchtete die Statue auf dem Platz, während sich bei Unzufriedenheit Tumulte bildeten. Natürlich darf auch für Anno 1701 kein Add-On fehlen. Mit dem asiatisch angehauchten „Anno 1701 – Der Fluch des Drachen“ zogen eine neue Kampagne und einen Karteneditor ins Spiel.

Die Bewohner scheinen zufrieden zu sein.

 

Anno 1404

Nach weiteren drei Jahren ging es für die Spieler nun in den Orient, der mit neuen Völkern, entsprechenden Gebäuden und Waren lockte. Das Warensystem wurde nun deutlich komplexer, denn insgesamt gab es 64 produzierbare Warentypen – doppelt so viele wie im Vorgänger. Durch das neue Ruhm-System erfuhr der Spieler ein noch stärkeres Gefühl der Belohnung als in den Vorgängern, denn durch Fortschritte im Ruhm-System konnten neue Items und Technologien freigeschaltet werden. Außerdem konnten durch dieses System Fehler weggebügelt werden, da durch den Ruhm bei NPCs Items erworben werden konnten. Der neue Teil bot zudem bis zu 70% größere Inseln an als noch die Vorgänger, wodurch sich der Aufbau einer Metropole als ein Leichtes gestaltete. Das Add-On „Anno 1404 – Venedig“ verschlug euch ebenfalls in die Gefilde einer neuen Kultur und versorgte die Spieler mit einem Mehrspielermodus, neuen Errungenschaften, Schiffen, Gebäuden und mehr. Dass erst mit dem Add-On ein Mehrspielermodus den Weg ins Spiel schaffte, stieß bei den Fans nicht gerade positiv auf. Doch dadurch, dass sich Anno 1404 gegenüber dem Vorgänger in allen Punkten weiterentwickelte, erntete Anno 1404 insgesamt sehr positive Kritik.

Für viele Fans der beste Teil der Reihe.

 

Anno 2070

Während sich alle bisherigen Teile in der Vergangenheit ansiedelten, ging es mit Anno 2070 erstmals in die Zukunft. Der Klimawandel zwingt die Menschheit dazu, sich dem steigenden Wasserspiegel durch neue Technologien anzupassen. Das futuristische Setting bot neue Gameplay-Mechaniken, architektonische Aspekte und Herausforderungen. So muss der Spieler seine Siedlungen nun mit Energie versorgen und den Naturkatastrophen strotzen. Zu Beginn wählt der Spieler zwischen der industriell und effizient ausgerichteten Tycoons-Fraktion und der nachhaltigen und umweltbewussten Eco-Fraktion. Mit Erreichen der 3. Zivilisationsstufe ist es möglich, der auf Forschung und High-Tech ausgerichteten Tech-Fraktion beizutreten. Ärgerlich war für viele Fans hier der Online-Zwang, denn vor dem Spielen musste Anno 2070 online registriert werden und viele Features standen beim Spielen im Offline-Modus nicht zur Verfügung. Insgesamt brachte der Titel eine große Erweiterung und drei kleine DLCs hervor.

Sieht es aufgrund des Klimawandels auch bald so bei uns aus?

 

Anno 2205

Die Zukunft wird immer düsterer, denn während man in Anno 2070 noch die Erde bewohnen konnte, muss die Menschheit in Anno 2205 auf den Mond ausweichen. Durch eine neue hauseigene Spiel-Engine war es dem Entwicklerstudio Blue Byte möglich, bis zu fünfmal größere Spielwelten zu entwickeln. Dadurch gibt es nicht mehr einzelne Inseln, sondern eine große Spielwelt, in der alle Sektoren miteinander verbunden werden. Mit diesen hing nun auch die Speichern-Funktion zusammen, denn ab sofort wurden die Spielstände nicht mehr manuell gesichert, sondern automatisch mit dem Wechsel eines Sektors oder Unternehmens. Zu weiteren Neuerungen zählte die Kameraperspektive, die nun starre Rundreisen durch die Welt bot, sowie der Wechsel von Tag und Nacht. Die Kritik der Fans zum Vorgänger wurde sich zu Herzen genommen und so ist es nun auch wieder offline möglich, den vollen Spielgenuss zu erleben. Zu den Erweiterungen zählen Tundra, Orbit, Frontiers und das Big Five Pack.

Fly me to the Moon.

 

Anno 1800

Der neuste Teil vom Entwicklerstudio Blue Byte erscheint am 16. April 2019 und spielt zur Zeit der Industrialisierung. Da wir bereits zwei umfangreichere Artikel verfasst haben, würde ich euch das Angeschaut der gamescom 2017 und das Angespielt zur Closed Beta empfehlen.

 

Jasmin Paskuda
Geschrieben von
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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