Venom: Let There Be Carnage

Kritik zum Marvelkracher

Als Venom 2018 in die Kinos kam, gab es sehr unterschiedliche Reaktionen. Viele Kritiker*innen waren nicht überzeugt, viele Fans dafür umso mehr. Angesichts des sehr erfolgreichen Einspielergebnisses war eine Fortsetzung selbstverständlich. Und nach den ersten Reaktionen sollte auch diese wieder unterschiedliche Meinungen hervorbringen. Nun läuft Venom: Let There Be Carnage endlich auch bei uns an und wir können euch sagen: Macht euch auf etwas gefasst! Auf was genau, nun, das erfahrt ihr hier.

 

Die Story von Venom: Let There Be Carnage

Seit den Ereignissen bei der Life Foundation ist ein Jahr vergangen. Eddie und Venom leben immer noch gemeinsam in Eddies Körper, und seine Karriere nimmt langsam wieder Fahrt auf. Zu verdanken hat er dies dem Serienkiller Cletus Kassady, der nur mit ihm spricht.

Das alles geht schlagartig den Bach runter, als Cletus seine Hinrichtung nicht nur überlebt, sondern aus dem Gefängnis ausbricht und San Francisco auf der Suche nach seiner Liebe Frances terrorisiert. Dabei hat er seinen eigenen Symbionten an seiner Seite: Carnage.

 

Unsere Kritik zu Venom: Let There Be Carnage

Wie schon erwähnt hat bereits der erste Film sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgebracht. Die Presse war mäßig begeistert, die Fans dafür umso mehr, und auch die Kinokassen haben kräftig geklingelt. Wer jetzt denkt, das würde hier besser werden, denkt allerdings falsch. Es wird schlimmer.

 

Der Ton wird verrückter

Einer der größten Kritikpunkte beim ersten Teil war der inkonsistente Ton des Films. In einer Szene ist man in den dunklen Laboren des Bösewichts unterwegs und es geht um nichts Geringeres als die Eroberung der Erde durch Symbionten, in der nächsten Szene springt Tom Hardy im Nobelrestaurant zu den Hummern ins Aquarium.

Wem das nicht gefallen hat wird es auch hier nicht gefallen. Denn durch einen herrlich durchgeknallten Woody Harrelson und einem noch stärkeren Fokus auf die Beziehung von Eddie Brock und Venom schlägt der Ton hier deutlich stärker in Richtung Hummerbad als noch zuvor. Das ist längst nicht für jeden was, gerade für die Mainstream Filmfans dürfte es eher abschreckend sein.

 

Die Tom Hardy Show

Wer hingegen über jede Kritik erhaben ist, ist Tom Hardy. Dieser spielt die Rolle des Eddie Brock/Venom wieder einmal mit vollem Körpereinsatz und scheut vor gar nichts zurück. Selbst hinter der Kamera mischt er diesmal mit, ist er doch als Produzent und Beteiligter am Drehbuch mit an Bord. Dieses Interesse an der Figur und diese Begeisterung merkt man auch auf der Leinwand.

Eine ähnliche Dynamik hat schon Ryan Reynolds mit Deadpool große Erfolge beschert. Anders als Reynolds läuft Tom Hardy hier aber wieder zu Höchstform auf und reiht sich unter anderem neben Legend ein als idealer Beweis: Tom Hardy ist am besten, wenn er selbst sein eigener Co-Star ist.

 

Ein guter Support – aber mehr auch nicht

Dabei sind auch die restlichen Rollen großartig besetzt. Michelle Williams, Reid Scott und Peggy Lu treten wieder als Anne, Dan und Mrs. Chen auf, und sie sind wieder unfassbar unterhaltsam. Die Neuzugänge haben es aber noch viel mehr in sich. Stephen Graham als Detective Patrick Mulligan, der mit dem Fall Kassady betraut ist und sich herrliche Wortgefechte mit Eddie Brock liefert. Naomie Harris als Frances Barrison aka Shriek, Cletus’ Freundin mit der Fähigkeit eines markerschütternden Schreis, der Symbionten gar nicht gefällt. Und Woody Harrelson als Cletus Kassady/Carnage, eine Rolle die für ihn maßgeschneidert scheint.

Doch leidet dieser wundervolle Cast unter einem ganz ähnlichen Problem, wie es schon bei Black Widow der Fall war: Der Film konzentriert sich zu sehr auf zwei Figuren und deren Verhältnis, und vernachlässigt dafür alles andere. Gerade bei der großartigen Dynamik der Antagonisten hat man das Gefühl, dass ihnen etwas mehr Screentime gut getan hätte. Und bei einer Filmlänge von gerade einmal 97 Minuten wären etwa 20 bis 30 Minuten mehr auch kein Problem gewesen. Stattdessen bleibt hier verschenktes Potenzial übrig.

 

Von Fans für Fans

Bei all dieser Kritik muss man aber eine Sache beachten: Das hier ist kein Film für die breite Masse. Und zwar nicht weil er dafür nicht gut genug ist, sondern weil er von vornherein als ein Film explizit für Fans konzipiert worden ist. Ein Film sollte immer zuerst an der Messlatte gemessen werden, die er sich selbst vorlegt. Und hier haben Tom Hardy und Regisseur Andy Serkis klar die Messlatte für Fans der Figur Venom und des ersten Films vorgelegt.

Ja, der Film ist überdreht, und ja, die Nebenfiguren kommen nicht so sehr zum Vorschein wie es möglich gewesen wäre. Aber das war nie das Ziel. Das Ziel war ein Film über die Beziehung von Eddie Brock und Venom, und das ist den Beteiligten mit Bravour gelungen. Und ja, ich rede hier ganz bewusst von einer Beziehung zwischen den beiden. Was genau damit gemeint ist, könnt ihr in einem Special von Julia nachlesen.

 

Informationen zu Venom: Let There Be Carnage

  • Originaltitel: Venom: Let There Be Carnage
  • Laufzeit: ca. 97 Minuten
  • Kinostart: 21. Oktober 2021
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Tom Hardy, Woody Harrelson, Michelle Williams, Naomie Harris, Stephen Graham, Reid Scott, Peggy Lu

Trailer zu Venom: Let There Be Carnage

  • Venom: Let There Be Carnage – Kritik zum Marvelkracher
    Fazit zu Venom: Let There Be Carnage

    Als Fan von Venom hatte ich mit diesem Film unfassbar viel Spaß. Gleichzeitig leidet der Film an denselben Problemen wie der Vorgänger. Manche können darüber hinwegsehen, andere nicht. Es ist halt nicht für alle was.

    Lennart Hoffmann, Redakteur

 

Noch verrückter als der Vorgänger
Durch die Bank weg großartig gespielt
Verschenktes Potenzial bei den Nebenfiguren, gerade den Antagonisten
Absolute Fankost und kein Mainstreamfilm

Ab in die Filmsammlung?

Für Fans von Venom und des ersten Films ist diese Fortsetzung ein absolutes Muss. Wer schon Probleme mit dem Vorgänger hatte wird hingegen auch hier nicht glücklich.

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50
Geschrieben von Lennart Hoffmann
diskutiert mit Tarantino über Trinkgeld.
3 Kommentare

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