Through the Ashes

Test zum zweiten Pathfinder WotR DLC

Mit dem zweiten DLC von Pathfinder: Wrath of the Righteous wollen die Entwickler den Spielern einmal ein ganz anderes Spielgefühl geben. Deshalb spielt ihr in Through the Ashes auch keinen Helden voller mystischer Kraft, sondern eine Gruppe von Normalos, die einfach irgendwie den Angriff der Dämonen auf Kenabres überleben wollen. Ob sich der DLC so durchwachsen wie der erste spielt, oder ob es diesmal besser gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Through the Ahes, bzw. durch ganz Kenabres

Kenabres kennt ihr aus dem Hauptspiel ja schon zu Genüge? Falsch gedacht! Bis auf ein klitzekleiner Dialog am Ende spielt sich der gesamte DLC in und unter Kenabres ab. Ihr beginnt den DLC zum Zeitpunkt der Dämoneninvasion. Während sich der spätere Kommandant des Kreuzzuges auf dem Marktplatz heldenhaft dem Dämonenherrscher Deskari entgegen stellt, backt ihr hier kleinere Brötchen. Eure heldenhafte Geste ist ein kleiner und sehr kläglicher Widerstand gegen Kultisten, die euch im Theater der Stadt gefangen genommen haben.

Nachdem diese euch ordentlich einen drüber gegeben und euch fälschlicherweise für tot gehalten haben, wacht ihr nach kurzer Bewusstlosigkeit neben zahlreichen Leichen in einer Ecke des Theaters auf. Auf Stufe eins und ohne Waffen trefft ihr natürlich direkt auf eine mörderische Kultistin, bekommt jedoch unerwartet Hilfe von einem mehr oder weniger charmanten Tiefling. Rekarth ist ein Schurke, ziemlich gut synchronisiert und Mitglied der Adlerwache von Kenabres.

Ihr erinnert euch, die Adlerwacht ist die Geheimpolizei von Kenabres und darauf spezialisiert Kultisten auszuschalten. Hat angesichts der Horde Dämonen in den Straßen wohl nicht so gut geklappt. Jedenfalls will Rekarth unbedingt das Hüterherz erreichen, um Anevia und ihrer Frau Irabeth von dem geplanten Angriff auf die Taverne zu berichten. Die beiden kennt ihr ja schon aus dem Hauptspiel, hier kommen sie aber weniger vor.

Während Rekarth also die Stadt retten will, wollt ihr natürlich zumindest überleben, was zu zweit deutlich besser klappt. So schließt ihr euch zusammen, sammelt unterwegs noch ein paar Überlebende aus dem Theater ein und beginnt eure Flucht.

 

Zwischen Schleichen und Textabenteuern

Mit eurer kleinen Truppe reist ihr also vom Theater in den Untergrund, über Friedhöfe und Stadtviertel Richtung Hüterherz. Dabei lohnt es sich hier teilweise eher Kämpfen aus dem Weg zu gehen. Denn der DLC gibt sich jede Mühe euch nach dem Powertrip aus der Hauptkampagne Demut zu lehren. Ihr habt meist ein kleineres Level als eure Gegner und startet sogar völlig ohne Waffe und Ausrüstung. Jedes gefundene Seil ist kostbar und einen Heiltrank einsetzen zu müssen kann richtig weh tun, wenn ihr ihn dann später nicht mehr habt.

Dabei bestreitet ihr euer Abenteuer erstmal mit eurem Charakter und Rekarth, später kommen noch Söldner hinzu, die ihr entweder selbst erstellt oder fertig übernehmt. Schließlich gesellt sich noch der Hexenmeister Gnom Sendri dazu, der mit seiner exentrischen Art gut unterhält und Rekarth auf die Nerven geht. Auch er ist sehr gut synchronisiert und bringt einigen Schwung ins Spiel. Neben den gesichtslosen Söldnern also eine erfreuliche Abwechslung.

Mehr aktive Gefährten bekommt ihr zwar nicht, eure Reisetruppe kann jedoch  noch aus mehr Leuten bestehen. So könnt ihr am Anfang in Theater z.B. einen Geigenspieler und eine zwergische Verwaltungsbeamtin mitnehmen, die ohne euch überhaupt keine Chance hätten. Dabei sind sie euch nicht nur ein Klotz am Bein. Beim Verlassen einer Gegend müsst ihr jedesmal zunächst ein Textabenteuer bestreiten, bevor ihr auf der nächsten Karte ankommt.

Diese Textabenteuer sind so ähnlich wie die aus dem Hauptspiel. Jedoch gibt es hier Aufgaben, die nur von den nicht steuerbaren Überlebenden ausgeführt werden können. So müsst ihr etwa entscheiden, ob die Erkundung eines Kellers eher von der zwergischen Beamtin oder dem Friedhofsgärtner übernommen werden soll. Dabei wird euch zwar nicht die Erfolgschange angezeigt, wohl aber der Gesundheitszustand des jeweiligen Charakters. Und dieser kann sich durch eure Aktionen auch verschlechtern, was auch deren Tod bedeuten kann.

Auf einer Karte angekommen könnt ihr jedoch Schriftrollen und Tränke einsetzen, um eure Anhängsel zu heilen. Die müssen aber auch erstmal gefunden werden und sind sehr wertvoll. Habt ihr außerdem in einem Textabenteuer versagt, kann es sein, dass ihr die gesamte nächste Karte mit einem negativen Statuseffekt bestreiten müsst. Der Apekt des mühsamen Überlebens wird hier wirklich voll ausgeschöpft.

 

Auch Normalos können über sich hinauswachsen

Obwohl in Through the Ashes das Kampfsystem an sich überhaupt nicht geändert wurde, spielt es sich gänzlich anders als die Hauptkampagne oder der erste DLC. Da ihr gegen große Dämonen wirklich so gar keine Schnitte habt, seid ihr stets bemüht, Kämpfen aus dem Weg zu gehen. Passend dazu gibt es diesmal auch keine Erfahrungspunkte für besiegte Gegner, sondern nur für das Erreichen eines bestimmten Punktes auf jeder Karte. So kommt ihr auch ganz am Ende nicht über Stufe fünf hinaus.

Wer nun meint, es wäre langweilig ohne all die bombastischen Fähigkeiten und Effekte der Legendpfade und höherer Level, der irrt sich. Auch wenn ich natürlich die Blätterstürme des Azata und das Himmelsfeuer des Engels vermisse, haben mir die Kämpfe hier verrückterweise mehr Spaß gemacht als im ersten DLC mit Charakteren auf Endlevel. Denn in Through the Ashes ist jeder Kampf ein Event, eine Herausforderung die einen wirklich an seine Grenzen bringen kann.

Jeder Buff, jeder Zauber und jeder Fähigkeitswurf muss sitzen, sonst siehts düster aus. Natürlich kann man bei Bedarf die Schwierigkeit runterstellen und hat es weniger schwer. Aber auf dem normalen Schwierigkeitsgrad hat man so wirklich das Gefühl, dass man um sein Überleben kämpft und eben einfach nur ein Bürger mitten in einer Dämoneninvasion ist. Nachdem man im Hauptspiel fast schon völlig betrunken von kosmischer Macht war, ist das eine verwunderlich coole Abwechslung.

Ohne geballte Macht bleibt euch aber trotzdem die Möglichkeit das Wissen und die Fähigkeiten eurer Gefährten einzusetzen. So kann die Kräuterheilerin natürlich auch ohne Magie Wunden versorgen und der starke Müller für euch Türen durchbrechen. Außerdem lohnt es sich die Umgebung zu beobachten. Teilweise könnt ihr vor einem Kampf Säulen umwerfen oder Fässer in eine Gruppe Kultisten reinballern lassen, was die Kämpfe dann erleichtert. Außerdem ein Tipp am Rande: Nehmt jedes Seil mit, das ihr finden könnt!

 

Deutlich besser als gedacht

Nachdem der erste DLC mich nur bedingt unterhalten hat, hatte ich gar keine so großen Erwartungen an den zweiten. Vielleicht hat mich Through the Ashes aber gerade deshalb so begeistert. Die Kämpfe sind herrlich anders, das Erkunden der Umgebung lohnt sich und man bekommt einen krassen Einblick in den Wahnsinn der Dämoneninvasion abseits der Heldengeschichte. Besonders die ganz einfachen und schwachen Charaktere, die eure Kämpfer begleiten, sorgen mit ihren Ängsten und diversen Unzulänglichkeiten für ordentlich Unterhaltung, genauso wie Rekarth und Sendri.

Von den beiden wird man wahrscheinlich auch noch mehr hören, denn ganz am Ende nimmt die Handlung des DLC noch eine unerwartete Wendung, obwohl man eigentlich meint, er wäre schon vorbei. Dabei kommt zwar nur noch etwas Dialog, aber der kündigt ein neues und großes Abenteuer an, was dann aber langsam in schwarz ausblendet. Wenn man dem “Fortsetzung folgt” auf dem Bildschirm jedoch Glauben schenken darf, werden wir in Zukunft mehr erfahren. Ich zumindest hab nach diesem Abenteuer mit Rekarth und Sendri auf jeden Fall Lust sie auf ein neues zu begleiten!

 

Pathfinder: Wrath of the Righteous Limited Edition (Playstation 4)
  • Wähle aus 25 Klassen, 12 Charakter-Rassen und mehr als tausend Zaubersprüchen, Charaktereigenschaften und Fertigkeiten zur Individualisierung
  • Deine Entscheidungen haben mehr Gewicht als jemals zuvor. Dein Ziel ist klar, doch den Weg dahin musst du ganz allein beschreiten
  • Wähle zwischen zwei Kampfmodi, um deine Gegner zu töten - in Echtzeit mit Pausen oder auf Rundenbasis
  • Inhalt: Das Spiel, offizielles Handbuch, 4 DLCs (Faces Of War, Love Beyond Death, Paint Of War, A Visitor From Distant Lands) und Aufkleber

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  • Through the Ashes – Test zum zweiten Pathfinder WotR DLC
    Fazit zu Through the Ashes

    Ich bin mit kleinen Erwartungen an diesen DLC herangegangen und wurde wirklich positiv überrascht. Obwohl ich es eigentlich richtig genossen habe im Hauptspiel einen sehr mächtigen Charakter zu spielen, hat es mich hier überhaupt nicht gestört einen Niemand zu steuern. Die Kämpfe zwischendurch haben wirklich Bedeutung und sind sehr intensiv, da fühlt sich eine Horde Zombies schonmal wie ein Dämonenherrscher an. Aber nicht nur die Kämpfe sondern vor allem die Geschichte machen Through the Ashes zu einem guten Spielerlebnis. So schwankt es zwischen grotesker Gewalt der Kultisten und Humor durch lustige Personen, was aber gut miteinander harmoniert. Und auch wenn ich manchmal gedacht habe, dass Leute während einer Dämoneninvasion doch nun wirklich nicht so dämlich sein können, musste ich mir eingestehen, dass mich zwei Jahre Pandemie eines Besseren belehrt haben.

    Tobias Mehrwald, Redakteur und Lektor

Positiv:

Sehr stimmungsvoll erzählte Geschichte mit Spannung und Humor
Fordernde und bedeutsame Kämpfe
Neue Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung
Hervorragende Musik, die man von Pathfinder mitlerweile gewöhnt ist

Negativ:

Relativ kurze Spieldauer
Es gab mal wieder ein Rätsel, hoffentlich war es das letzte

Ab in die Sammlung?

Through the Ashes ist jedem Fan des Hauptspiels ohne Bedenken zu empfehlen!

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Geschrieben von Tobias Mehrwald
entkommt in unter fünf Minuten aus der Unterwelt.

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