Pathfinder: Wrath of the Righteous

Test zur epischen Pen & Paper Adaption

Pathfinder: Wrath of the Righteous im Überblick

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Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Pathfinder: Kingmaker Definitive Edition (Playstation 4)
  • Mit heiß ersehntem Feature: Auswahl zwischen Echtzeitkämpfen mit Pause oder dem rundenbasierten Modus für bessere Kontrolle über das Kampfgeschehen
  • Die ultimative Pathfinder-Erfahrung: Basierend auf der beliebten Pen & Paper-Reihe - jetzt auf Konsole und gefüttert mit jeder Menge Content
  • Erleben Sie ein Abenteuer voll tiefgreifender Entscheidungen an der Seite lebendig wirkender Verbündeter, jeder mit einer eigenen Geschichte
  • Tauchen Sie ein in ein klassisches Singleplayer-Rollenspiel, inspiriert von Spielen wie Baldur's Gate, Fallout 1 + 2 oder Arcanum
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

*Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 02. September 2021

Genre: Rollenspiel

USK: Keine Freigabe

Publisher: Owlcat Games, META Publishing

Plattformen: PC

Mit Pathfinder: Wrath of the Righteous erhält das beliebte, gleichnamige Pen and Paper-Rollenspiel rund um die Welt Golarion nun bereits die zweite Adaption. Bereits 2018 erhielt das an Dungeons & Dragons angelehnte Rollenspiel mit Kingmaker eine Adaption, die schnell Fans um sich scharrte. Wie schon sein Vorgänger startete Spieleschmiede Owlcat Games ebenfalls Wrath of the Righteous als Kickstarterkampagne. Auch dieses Projekt wurde in Rekordzeit finanziert und mit über 2 Millionen Dollar unterstützt.

Wir haben uns das epische Abenteuer zu Gemüte geführt, genossen und geliebt. Warum der zweite Ableger so viel besser gelungen ist als sein Vorgänger und was uns generell so gut daran gefallen hat – nun, ihr kennt es, das lest ihr hier im Test.

 

Von Kreuzzügen und Weltenwunden

Unser Abenteuer beginnt unscheinbar auf einem Fest in Kenabres. Die Stadt im Königreich Mendev liegt seit jeher an der Weltenwunde und hat somit ständig mit den Dämonen des Abyss zu kämpfen. Klar also, dass uns die Dämonen nicht einfach beim Axtwerfen und Wetttrinken ein wenig Ruhe gönnen und das Fest ordentlich aufmischen. Im Verlauf der Kämpfe entdecken wir als Protagonist unserer Kampagne besondere mythische Kräfte in uns und finden uns schließlich als Ritterkommandant des fünften Kreuzzuges wieder. Wo die vier anderen Kreuzzüge hundert Jahre lang versagt haben, sollen wir nun die Bedrohung durch die Weltenwunde endlich besiegen. Doch zunächst heißt es erstmal Truppen sammeln, Festungen einnehmen und Verbündete um uns scharen und unsere seltsamen Kräfte ergründen, die uns helfen werden, den Abyss aus der Welt zu vertreiben.

Im Laufe der Geschichte lernen wir zahlreiche interessante Persönlichkeiten kennen. Diese sind teilweise exklusiv für das Spiel erstellt worden. Einige kennen Fans jedoch bereits aus dem beliebten Pathfinder Abenteurerpfad Zorn der Gerechten, auf dem das Spiel basiert. So lernen wir etwa die Halbork Paladinin Irabeth und ihre Frau Anevia kennen, welche unseren Kreuzzug tatkräftig unterstützen. Von der berühmten und über hundert Jahre alten Königin Galfray von Mendev werden wir überhaupt erst zum Kommandanten des Kreuzzuges ernannt.

Ohne zu viel verraten zu wollen: Die Geschichte von Pathfinder: Wrath of the Righteous stellt ein wirklich episches Abenteuer dar. Im Gegensatz zum Vorgänger Kingmaker stehen dieses Mal die Dämonen und andere göttliche Wesen im Vordergrund, sodass man eher das Gefühl hat, an etwas Großem beteiligt zu sein. Die Geschichte selbst wird durch ihre authentischen Charaktere, zahlreichen lesbaren Bücher in der Welt und verschiedene Sequenzen hervorragend erzählt. Dabei handelt es sich zwar um eine typische „wir retten die Welt“-Geschichte und ein paar Geschichtsstränge sind für erfahrende Videospiel-Veteranen vorhersehbar, jedoch bleibt es gerade zum Ende jeden Aktes spannend und unterhaltsam.

Die Ruhe vor dem Sturm – noch sind alle fröhlich beim Straßenfest in Kenabres.


 

Ein Charaktereditor, sie zu knechten…

Doch nicht so schnell! Bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, müssen wir zunächst unseren Protagonisten erstellen. Und die Charaktererstellung in Wrath of the Righteous hat es wirklich in sich, sofern wir keinen vorgefertigten Charakter wählen. So müssen wir uns zunächst zwischen 25 Klassen entscheiden, die wiederum noch einmal verschiedene Unterklassen haben. Danach wählen wir aus einem der zwölf verschiedenen Völker, wie zum Beispiel einen Halbvampir oder einen Elfen und verteilen unsere ersten Attributs- und Fertigkeitenpunkte, wählen Talente und Zauber, unsere Herkunft und können dann dem Aussehen unseres Helden den letzten Schliff geben. Im Vergleich zu größeren Rollenspielen ist die Auswahl hier überschaubar, jedoch können wir uns besonders mit den Farben der Haare und der Haut austoben. Im Spiel selbst schauen wir ohnehin meist von oben auf unsere Gruppe, sodass ein fehlender Regler zur Ausprägung der Wangenknochen uns nicht wirklich stört.

Gerade für Neulinge kann die erste Erstellung eines eigenen Helden in Wrath of the Righteous wirklich überwältigend sein. Alleine die vielen verschiedenen Klassen mit ihren Unterklassen bieten eine so große Auswahl, dass man nicht so recht weiß wohin damit. Und was unterscheidet jetzt eigentlich eine Hexe von einer Hexenmeisterin? Ist das nicht im Grunde dasselbe wie der Arkanist? Nur irgendwie doch anders? Das Spiel bemüht sich mit zahlreichen Textfenstern, die jedes Talent und jeden Zauber ausführlich beschreiben, den Spieler*innen genug Informationen zu geben. Jedoch kann gerade diese Informationsflut am Anfang zu Verwirrung führen. Kenntnisse aus dem Pen and Paper sind hier sehr hilfreich, um einen leichteren Einstieg zu finden. Anfänger*innen sollten sich dadurch jedoch nicht abschrecken lassen und im Zweifel einfach drauf los spielen. Wem nämlich alles zu kompliziert ist, kann auch einfach dem Spiel den Stufenaufstieg überlassen und ist somit fein raus bei der Verteilung der Punkte.

Der Charaktereditor bietet eine schier unendliche Fülle an Möglichkeiten.


 

Erstechen, verbrennen oder verfluchen?

Einen Großteil eurer Zeit in Wrath of the Righteous werdet ihr mit Kämpfen verbringen. Um die zahlreichen Kreaturen des Abyss und mitunter auch gewöhnliche Sterbliche unter die Erde zu befördern, stehen euch daher zahlreiche Möglichkeiten zu Verfügung. Für die Nahkämpfer*innen unter euch gibt es ein wirklich breites Spektrum an verschiedenste Fähigkeiten und Waffen, mit etlichen Verzauberungen und Eigenschaften, die je nach Gegner Boni, wie z.B. mehr Schaden bringen oder euch beim Todesstoß heilen. Die zauberkundigen Helden haben Zugriff auf eine gigantische Auswahl an arkanen und göttlichen Zaubern, die sowohl schick animiert sind, als auch Gegner auf jede erdenkliche Weise Schaden zufügen und euch stärken können. Lasst eure Gegner erblinden, verwandelt euch in einen riesigen Luftelementar, verflucht einen Dämon oder beschwört Blitze, um ihn zu grillen. Es macht unglaublich Spaß, verschiedene Zauber und Kampffähigkeiten auszuprobieren und zu kombinieren und selbst nach etlichen Spielstunden werdet ihr noch nicht jede Kombination ausprobiert haben.

Gekämpft wird dabei entweder in Echtzeit oder im Rundenmodus. Zwischen diesen Modi kann während des Spiels jederzeit gewechselt werden, sogar im Kampf selbst. Der Kampf in Echtzeit liefert ein dynamisches und realistischeres Kampfgeschehen, das trotzdem stets pausiert werden kann. Der Rundenmodus lässt jeden Gefährten und Gegner nacheinander handeln, wie man es beispielweise aus Divinity 2: Original Sin kennt.

Zwischen unseren Kämpfen und Reisen rasten wir immer mal wieder. Das ist nötig, um verbrauchte Zauber wieder aufzuladen und damit sich unsere erschöpfte Reisegruppe ausruhen kann. 24/7 auf den Beinen sein, wie in anderen Fantasyspielen, können wir hier nicht. Rasten wir länger nicht, müssen wir mit heftigen Mali rechnen. Das Rasten stört jedoch nicht, auch wenn dies rund neun ingame Stunden dauert. Richtig gehetzt, wie noch bei Pathfinder: Kingmaker, fühlt man sich durch den Zeitablauf nicht. Außerdem werden bei unseren Quests angezeigt, ob wir sie noch vor einem bestimmten großen Questereignis abschließen müssen oder sie auch danach noch verfügbar ist. Neben der bekannten Wache, um Überraschungsangriffe abzuwehren, können wir nun auch noch während der Rast Tränke brauen, eigene magische Schriftrollen schreiben und Schutzrituale abhalten. Denn wenn wir uns zu lange in der Weltenwunde ohne Zivilisation aufhalten, steigt der schändliche Einfluss des Abyss und belegt uns mit Werteabzügen. Mit dem Schutzritual halten wir diesem Einfluss deutlich länger stand.

Die Effekte schinden ganz schön Eindruck.


 

Macht & Magie á la Pathfinder

Wenn ihr nicht gerade dabei seid Dämonen umzulegen, findet ihr euch auf der Weltkarte wieder. Auf ihr seht ihr alle entdeckten und bekannten Gebiete und Wege, reist mit eurer Gruppe in neue Gebiete und hier verwaltet ihr auch eine der Besonderheiten von Wrath of the Righteous: Den Kreuzzug bzw. euer Kreuzfahrer Heer. Auf der Karte seht ihr Figuren, die eure Abenteurergruppe, eure Armeen, Armeen der Dämonen sowie Dämonenfestungen darstellen. Mit einer Schaltfläche könnt ihr fließend zwischen den Bewegungen des Heldentrupps sowie der der Armeen hin- und herschalten. Um im Spiel voranzukommen, müsst ihr mit euren Truppen die der Dämonen besiegen und auch ihre Festungen einnehmen, die euch den Weg versperren.

Trefft ihr mit einer Armee auf eine der Dämonen, beginnt eine Schlacht wie man sie zum Beispiel aus Might & Magic-Spielen kennt. Eure Einheiten kämpfen rundenbasiert gegen die der Dämonen und ihr gewinnt, wenn ihr alle Gegner besiegt habt. Dabei hat jede Einheit verschiedene Angriffe und Fähigkeiten, die sie einsetzen kann. Neue Einheiten rekrutiert ihr auf der Weltkarte und die verschiedenen Truppenarten können beispielsweise durch Entscheidungen in der Geschichte oder andere Gegebenheiten freigeschaltet werden. Außerdem könnt ihr für jede Armee einen General rekrutieren, der die Truppe im Kampf mit Zaubern oder Fähigkeiten unterstützt und mit jedem gewonnen Kampf Erfahrung erhält. Mit genug Erfahrung steigen eure Generäle auf, lernen neue Fähigkeiten und ihr könnt euch immer stärkeren Dämonenarmeen auf eurem Weg zum Herz der Weltenwunde stellen.

Habt ihr eine Festung erobert steht sie euch als Außenposten zur Verfügung. Dieser hat Bauplätze, die wie in Pathfinder: Kingmaker mit verschiedenen Gebäuden bebaut werden können. Diese erzeugen Ressourcen für den Kreuzzug, lassen den Außenposten länger bei einer Belagerung durchhalten oder erhöhen die Anzahl der Rekruten, die wir jede Woche zur Verfügung haben.

Ebenfalls wie bei Pathfinder: Kingmaker, jedoch in deutlich abgespeckter Version, verwalten wir verschiedene Belange des Kreuzfahrer Heeres sobald wir in Akt III angekommen sind. Hier verabschieden wir Erlasse, werden informiert, wenn einer unserer Gefährten eine Audienz wünscht und erhöhen die Werte unseres Heeres. Wer sich mit Schrecken an die doch etwas komplizierte Verwaltung des Königreichs von Kingmaker erinnert fühlt, kann beruhigt aufatmen. Die Schlachten des Kreuzzuges sowie die Verwaltung davon sind deutlich einfacher und intuitiver als die des Königreichs. Wem dies trotzdem zu schwierig ist oder wer einfach keine Lust darauf hat, kann die gesamte Mechanik jedoch auch vom Spiel selbst übernehmen lassen. Dann müsst ihr selbst keine einzige Schlacht schlagen.

Erinnert ein bisschen an Might & Magic.

 

Engelsflügel oder Teufelshörner – Ich werd’ ne Fee!

Eines der großartigsten Features von Wrath of the Righteous sind die Legendenwege. Im Verlauf der Geschichte erhält eurer Charakter besondere Kräfte, die ihn von normalen Sterblichen abheben und uns die Möglichkeit geben, ein besonderes Wesen von außergewöhnlicher Macht zu werden. Ein Teil der Kräfte geht auch auf unsere Gefährten über, die zwar keine Transformation durchmachen, dafür aber besondere mythische Talente erhalten können.

Diese Legendenwege bieten euch, neben wirklichen tollen kosmetischen Anpassungen, auch starke Zauber und Fähigkeiten. Als himmlischer Engel bekommen wir beispielsweise Immunität gegen Kälteschaden, können Gegner mit Himmelsfeuer verbrennen, Verbündete heilen und bekommen einen ziemlich coolen leuchtenden Heiligenschein, der verschiedene Boni mit sich bringt. Die Wege werden in einem Menü separat gelevelt und erhöhen sich ausschließlich mit Voranschreiten der Geschichte.

Die Legendenwege haben auch einen großen Einfluss auf die Story und deren Ende. So haben wir für diverse Probleme unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, je nachdem zu welcher anderweltlichen Wesenheit wir geworden sind. Als Aion, neutraler Richter über die kosmische Ordnung, reisen wir durch die Zeit, um den Einfluss des Abyss dorthin zu verbannen, wo er hingehört. Als Lich beleben wir gefallene Gegner als unsere untoten Sklaven wieder und stocken unsere Kreuzfahrer Armee mit Skelettkriegern auf. Persönliches Highlight war jedoch der Legendenweg der feenhaften Azata aus Elysium. Neben der Möglichkeit kleine Wälder in den kargen Landstrichen der Weltenwunde zu beschwören, bekommen wir auch noch ein sprechendes süßes Drachenjunges als Tierbegleiter, welches als volles Gruppenmitglied an Gesprächen teilnimmt und einfach nur super witzig ist. Wem das Bäumeschmusen nicht gefällt, der kann auch ein Teufel oder ein alles verschlingender Schwarm voller bösartiger Insekten werden. Wir bleiben dann doch bei den Azata-Schmetterlingen. Insgesamt stehen euch zehn verschiedene Legendenwege mit eigener Storyline, Quests, Fähigkeiten und kosmetischen Features zur Verfügung, welche den Wiederspielwert deutlich erhöhen.

Bei den Legendenwegen hab ihr die Qual der Wahl.


 

Es muss nicht immer AAA sein

Besonders positiv aufgefallen ist der teilweise wirklich epische Soundtrack des Spiels. Ob wir an der Seite unserer Armee eine Festung stürmen, von einer Enthüllung der Story vom Hocker gerissen werden, ein romantisches Date mit einem Gefährten verbringen oder auch einfach nur schnell eine kleine Schlacht im Kreuzzugmodus gewinnen (oder verlieren), die Musik passt sich immer an und untermalt die Geschehnisse stilvoll. So lief in unserer Basis als wir dem Azata Legendenweg folgten beispielweise regelmäßig das Lied von Elysium, welches uns in einer Quest überhaupt erst auf diesen Weg gebracht hatte.

Ebenfalls durchweg positiv ist die gelungene englische Synchronisation, die stets per Text ins Deutsche übersetzt wird. Nicht jeder Dialog im Spiel ist vertont, der große Teil der Geschichte findet per Text in einer großen und angenehm zu lesenden Dialogbox statt, in der auch Gesten oder Gedanken von Charakteren beschrieben stehen. Die wichtigen Schlüsselmomente und auch die meisten Gefährtenquests sind jedoch sehr gut vertont und geben jedem Charakter eine besondere Tiefe. Die verbalen Spitzen unseres verwöhnten adeligen Begleiters Daeran triefen nur so vor Häme, während manche Dämonen mit Echo in der Stimme durchaus zum Fürchten klingen. Ob nun gesprochen oder nur geschrieben, einige Momente trieben auch vor Lachen Tränen in die Augen, etwa wenn unser nach Süßigkeiten süchtiger Jungdrache versucht unsere Gruppe als Dämonenanbeter auszugeben.

Grafisch gesehen kann Pathfinder: Wrath of the Righteous natürlich nicht mit einem Assassins Creed Valhalla oder Horizon Zero Dawn mithalten. Das muss es aber auch nicht. Die Grafik des Spiels ist dem Genre und der Art des Spiels nach völlig angemessen und hat sich im Vergleich zu Pathfinder: Kingmaker sogar verbessert. Die Texturen sind schärfer geworden und auch das Licht ist realistischer, was gerade bei Kleidung und Rüstungen in der nahen Ansicht im Inventarbildschirm auffällt. Die Zaubereffekte, gerade die aufwändigen oder starken Legendenweg Zauber, sind sehr hübsch anzusehen und zeigen uns direkt, ob es sich hier etwa um Elementschaden oder heilige Kraft handelt.

Die Ladezeiten sind selbst auf höchsten Grafikeinstellungen stets kurz, bei größeren Gebietswechsel dauerten sie nie länger als 20 Sekunden. Gerade die kleinen Ladezeiten, wenn sich in einer Sequenz etwas ändert oder wir eine Höhle betreten, sind sehr schnell vorbei und störten den Spielfluss nicht merklich.

Ebenfalls erfreulich ist der frei einstellbare Schwierigkeitsgrad. Dabei ist von wirklich masochistischer Anstrengung bis zum entspannten Trödeln durch die Welt alles dabei. Außerdem könnt ihr die einzelnen Schwierigkeitsmodifikationen auch völlig frei einstellen. Ihr wollt schwere und herausfordernde Gegner, aber eure Gruppe nimmt einfach zu viel Schaden? Stellt den Schaden, den eure Gruppe erleidet, einfach nach unten oder schaltet kritische Treffer auf euch aus. Durch die wirklich vielen Möglichkeiten kann sich jede*r den Schwierigkeitsgrad zusammenbasteln, der den meisten Spaß macht.

Prioritäten: Man kennt’s – Wein > Stadtangriff abwehren.


 

To bug or not to bug?

Gerade weil der Vorgänger einen eher holprigen Start hatte und zu Release von einigen größeren Bugs geplagt war, lag die Befürchtung nahe, man müsste auch bei Wrath of the Righteous zunächst einige Bugs über sich ergehen lassen. Erfreulicherweise waren diese Ängste unbegründet. Hier und da begegnete man natürlich ein paar Bugs, so blieben Gefährten an Rändern hängen und drehten sich lustig endlos im Kreis oder wir liefen plötzlich auf einer geraden Straße immer weiter nach unten, bis unsere Gruppe völlig im Boden verschwand. In allen Fällen konnten wir jedoch durch simple Bewegungsbefehle die betreffenden Charaktere wieder aus diesen Situationen befreien. Ärgerlich wird es dann, wenn die spezifischen kosmetischen Effekte der Legendenwege plötzlich verschwinden, beim Neuladen alle Buffs auf einem Charakter, wie zum Zeitpunkt des Zauberns verrückt aufleuchten und die wirklich schön vertonten Gespräche unter den Gefährten beim Rasten plötzlich stumm sind. Das reißt ein wenig aus der sonst sehr stimmigen Atmosphäre des Spiels heraus, bleibt jedoch die Ausnahme.

Einzig wirklich negativ aufgefallen ist die teilweise fehlerhafte deutsche Lokalisation. Manchmal steht noch der englische Text unübersetzt im Dialogfeld oder in Zauberbeschreibungen. Deutlich öfter werden jedoch Wörter falsch geschrieben oder es fehlten schlicht Buchstaben. In allen Fällen versteht man zwar was gemeint es, es stört aber und rüttelt etwas am sonst guten Gefühl in die Welt eingetaucht zu sein.

Bei den genannten Fehlern und Bugs handelt es sich jedoch alles um Dinge, die herausgepatched werden können und den Spielspaß nur im geringen Maße eingeschränkt haben. Außerdem haben die Entwickler bereits einige Patches veröffentlicht, sodass wir sicher sind, das zumindest die kleinen Bugs noch beseitigt werden.

 

Pathfinder: Kingmaker Definitive Edition (Playstation 4)
  • Mit heiß ersehntem Feature: Auswahl zwischen Echtzeitkämpfen mit Pause oder dem rundenbasierten Modus für bessere Kontrolle über das Kampfgeschehen
  • Die ultimative Pathfinder-Erfahrung: Basierend auf der beliebten Pen & Paper-Reihe - jetzt auf Konsole und gefüttert mit jeder Menge Content
  • Erleben Sie ein Abenteuer voll tiefgreifender Entscheidungen an der Seite lebendig wirkender Verbündeter, jeder mit einer eigenen Geschichte
  • Tauchen Sie ein in ein klassisches Singleplayer-Rollenspiel, inspiriert von Spielen wie Baldur's Gate, Fallout 1 + 2 oder Arcanum
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

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  • Pathfinder: Wrath of the Righteous
    Fazit zu Pathfinder: Wrath of the Righteous

    Ich habe viel erwartet – und viel bekommen. Selten hat mich ein Rollenspiel so mitgerissen und gefesselt wie Pathfinder: Wrath of the Righteous. Die Liebe und der Detailreichtum, den Owlcat Games hier in diese Masse an Spiel gegossen haben, hat mich ehrlicherweise etwas überwältigt. Nicht selten musste ich mich dabei ertappen, wie ich mich in längeren Spielsessions verlor, als ich eigentlich geplant hatte. Hier wird so ziemlich alles richtig gemacht, um einen Fan des klassischen Rollenspiels und des gleichnamigen Pen and Papers glücklich zu machen. Der hohe Wiederspielwert gibt der Einschätzung den Rest.

    Alexander Schürlein, Teamleiter

 

Positiv:

Sehr hoher Widerspielwert durch die Fülle an verschiedenen Klassen, Legendenwegen und Entscheidungen
Unglaublich atmosphärischer und epischer Soundtrack, der die Geschehnisse jederzeit passend und mitreißend untermalt
Viel Liebe zum Detail in so ziemlich allen Ecken und Winkeln, egal ob Spielwelt oder Gameplay
Gelungene Umsetzung typischer Pen and Paper-Mechaniken

Negativ:

In Teilen fehlerhafte Lokalisation sowie fehlende Worte und Buchstaben in der deutschen Übersetzung
Kleinere Bugs, die die anspruchsvollen Spieler*innen etwas aus dem Spielfluss reißen könnten

Pathfinder: Wrath of the Righteous erhält den NAT-Games Award

Ab in die Sammlung?

Rollenspiel- und Pen and Paper-Fans sowie Freunde epischer Erzählungen und klassischer Abenteuer werden hiermit sehr sehr lange sehr glücklich.

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20
Geschrieben von Alexander Schürlein
kämpft als Krieger des Lichts für Eorzea.

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