Sid Meier’s Civilization Revolution 2 Plus – Test zum Port des iOS/Android Ablegers

Meine geliebte Vita wird ja immer wieder als Tod und Begraben bezeichnet. Doch sehe ich das natürlich vollkommen anders und unter anderem 2K auch. Nach XCOM: Enemy Unknown Plus bekommen unterversorgte Strategie-Fans jetzt weiteres Handheld Futter. Nach ewigem Hin und Her um Releaseverschiebungen, wurde auch Civilization Revolution 2 Plus quasi über Nacht heimlich, still und leise veröffentlicht. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob sich der Titel lohnt oder ob hinter den Verschiebungen vielleicht ein tieferer Grund steckt. Die Antwort auf diese Frage bekommt ihr hier in der Review. Also auf geht´s in die Welt von Aufbau, Strategie und Diplomatie (oder Krieg).

 

Wozu dieses Tutorial

Wer bereits einmal in Kontakt mit Titeln wie Civilization gekommen ist, kennt die grundlegenden Mechaniken des Genres. Im iOS/Android Port dieses Civ-Ablegers schickt man euch aber, trotz des vereinfachten Gameplays, erst mal durch ein Tutorial. Und hier kommt auch schon die erste Kritik. Tutorials sollten den Zweck erfüllen, euch alle für den Start notwendigen Funktionen und Mechaniken zu erklären, sodass euch der Einstieg leichter fällt. Alles Punkte, die dieses Tutorial nicht wirklich erfüllt. Man lässt euch der Reihe nach einige Aktionen ausführen, bis ihr am Ende angelangt seid. Als ich danach dann aus den vielen verfügbaren Kulturen eine ausgewählt hatte, war ich schon nach den ersten Schritten einigermaßen verloren. Beim Erklären ist das Spiel aber auch während des Spielverlaufes keine echte Hilfe. Häufig erschließt sich ein System erst nach mehrmaligem Ausprobieren und Scheitern. Eine Story gibt es selbstverständlich nicht, nur eure gewählte Kultur hat einen Einfluss darauf, in welche Richtung ihr zu Beginn geht. Manche sind eher fokussiert auf ihre Marine, andere setzen mehr auf Macht durch technologischen Fortschritt.

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Ihr könnt aus einer Vielzahl an Kulturen wählen.

 

Eingedampftes Gameplay

Von eurer Hauptstadt aus startet ihr das Spiel entweder mit einer Einheit oder einem Siedler, um die Erkundung zu starten. Bei euren Streifzügen stoßt ihr dabei auch auf andere Kulturen und einheimische Stämme. Barbaren Stämme müsst ihr dabei besiegen und vertreiben, um nach und nach neues Land zu erobern. Trefft ihr jedoch auf andere Kulturen, so bleiben euch mehrere Möglichkeiten zu reagieren. Seid ihr nicht bereit für eine gewaltsame Übernahme oder wollt lieber friedlich bleiben, könnt ihr mit diesen vorübergehend Frieden schließen. Verfügt ihr aber bereits über eine gute Streitmacht, so könnt ihr auch einfach direkt einmarschieren. Egal wie ihr euch entscheidet, wichtig ist für beide Fälle die Ausrichtung eurer Kultur. Wer den Fokus zu sehr auf das Erforschen neuer Technologien legt, endet schnell mal unter den Rädern, denn eine starke Verteidigung braucht nun mal eine Armee. Daher solltet ihr versuchen, ein gutes Mittelmaß zwischen Forschung und Armeeausbildung zu halten. Um im Rennen der Kulturen als Sieger hervorzugehen, bleiben euch im Grunde vier Möglichkeiten. Ein Dominierungssieg wird erreicht, wenn ihr genug der anderen Kulturen gewaltsam unterworfen habt. Ein technologischer Sieg wird erlangt durch intensives Forschen, was letzten Endes in der Entwicklung eines Raumschiffs endet. Wer eher auf die Macht des Geldes setzt, kann auch durch das Anhäufen großer Goldvorräte einen Sieg erringen, indem man eine Weltbank baut. Die letzte Option ist ein kultureller Sieg, den ihr erreicht, indem ihr spezielle Wahrzeichen baut, um bekannte Persönlichkeiten anzuziehen und später die Vereinten Nationen zu gründen. Da der Titel auf einer Mobile App basiert, könnt ihr euch mit dem Touchscreen durch die Menüs navigieren und Einheiten befehligen, um einen der möglichen Siege zu erringen. Zusätzlich könnt ihr aber auch mit den konventionellen Tasten alles steuern. Im Test musste ich allerdings feststellen, dass keine der beiden Methoden wirklich das Gelbe vom Ei sind. Das liegt aber mehr am generellen Aufbau der Menüs. Habt ihr erst mal 20+ Einheiten auf dem Feld, kann es schon extrem nervig und langwierig werden, die eigenen Einheiten zu verwalten. Nach einer Weile mit der Steuerung kommt man zwar einigermaßen zurecht, aber komfortabel ist definitiv etwas anderes.

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Das Gameplay wurde reichlich eingedampft.

 

Wirklich nur Mittelmaß

Wer die detaillierten Einheiten und Gebäude vieler Turn-Based Strategy Games mag, der wird hier definitiv nicht auf seine Kosten kommen. Dass die Weltmap nicht sehr beeindruckend aussieht, ist absolut zu verschmerzen. Wenn ihr aber eure Einheiten häufig nicht mal anhand ihres Äußeren auseinanderhalten könnt, ist das nicht sehr hilfreich. Dank der Grafik im Comic Stil verkommen die meisten Modelle auch eher zu einem farbigen Matsch ohne große Details. Natürlich muss man hier auch der Hardware Rechnung tragen, aber jeder, der eine Vita besitzt, wird wohl bestätigen können, dass diese zu weit mehr fähig ist als dem Gebotenen. Die Soundabteilung hat sich darüber hinaus auch kein Bein ausgerissen. Die Geräusche sind generisch und wenn euch die Musik mal auffällt, dann nur, weil ihr realisiert, dass es sich hier drittklassige Fahrstuhlmusik handelt. Leider bietet Civilization Revolution 2 Plus im technischen Bereich einen sehr mittelmäßigen Eindruck ab.

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Die Optik ist bestenfalls brauchbar, hier wäre mehr möglich gewesen.

 

Fazit:

Die Vita hat sich inzwischen einen festen Titel als die “Traumkonsole für JRPG’s” erarbeitet. Strategiespiele sieht man dagegen eher selten, vor allem wenn es um Titel einer größeren Marke geht. Der Port des Mobile Games Civilization Revolution 2 Plus ist da zumindest eine kleine Abwechslung. Positiv ist zumindest, dass es technisch einigermaßen solide läuft und das Spielprinzip auch in dieser simpleren Form noch gut rüber kommt. Allerdings fand ich während des gesamten Tests, dass die Steuerung mir mehr als einmal die Kontrolle unnötig schwer gemacht hat. Trotzdem können alle Civ-Fans, die auch unterwegs auf der Vita zocken wollen, einen Blick riskieren. Strategiefans, die eher nichts für Civilization übrig haben, sollten eher zu anderen Vertretern greifen. Wie zum Beispiel 2K’s gelungenem Port von XCOM: Enemy Unknown.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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