XCOM Enemy Unknown Plus – Test zu 2K’s Alien Strategie Port

Wer sich noch an den PC Klassiker UFO erinnert, der weiß wo die XCOM-Reihe ihre Ursprünge hat. So gut wie jede Plattform wurde inzwischen mit einem XCOM in irgendeiner Form bestückt. Es ist jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit her, dass Gerüchte eine Vita Umsetzung von Enemy Unknown anteaserten. Diese Gerüchte wurden auch immer wieder durch Leaks von Rating Portalen genährt. Ohne eine vorherige Ankündigung oder sonstige Erwähnung wurde am 22. März überraschend diese Vita Version veröffentlicht. Jetzt fragt man sich natürlich, wenn es nicht beworben wurde, taugt es dann was? Oder soll hier etwas unter den metaphorischen Teppich gekehrt werden. Wir haben uns das Spiel geschnappt und für euch getestet. Ob das Spiel Top oder Flop ist, erfahrt ihr jetzt.

 

Aliens im Vorgarten

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Leider nicht unendlich genug, denn die Aliens haben die Erde entdeckt. Und ohne große Erklärung starten sie dann auch prompt die Invasion auf der Erde. Da werden Menschenhirne manipuliert, Städte in Schutt und Asche gelegt und sonstiges Unheil gestiftet. XCOM wäre allerdings ein etwas langweiliges Spiel, wenn wir uns das so einfach gefallen lassen würden. Und so aktivieren die Nationen der Erde das XCOM Projekt. Einen geheime Einheit, die es sich zur Aufgabe macht, die Invasoren zu erforschen und zu bekämpfen. Um sie dann mit ihren eigenen Waffen zurückzuschlagen. Mehr als diese Pseudo-Story bekommt ihr leider nicht geboten. Für alles Kommende ist es aber auch Grund genug, nachdem euch nach der ersten Mission klar ist, mit wem ihr es zu tun habt. Fortan seid ihr damit beschäftigt den Feind zu erforschen, um dessen Schwächen im Kampf auszunutzen.

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Die Aliens sind da und sie kommen nicht in Frieden.

 

Verwalteter Widerstand

XCOM ist ein konstanter Kreislauf aus Kampf, Forschung, Spionage und Basisausbau. In den Missionen bewegt ihr euch möglichst von Deckung zu Deckung über die Map. Immer darauf bedacht, strategisch gute Positionen für euch zu finden, um die Gegner unbeschadet auszuschalten. Eure Kämpfer solltet ihr dabei mit Bedacht entsprechend ihrer Klasse und Fähigkeiten einsetzen. Sniper bleiben besser etwas im Hintergrund, da sie nicht besonders viel Schaden einstecken können. Die schweren Jungs dagegen dürfen sich an vorderster Front beweisen. Mit Raketenwerfern und sonstigem schweren Gerät sind sie auch bestens dafür gerüstet. Schade an den Missionen ist, dass euch trotz allem nicht sehr viele Freiheiten bleiben eine Mission zu bewältigen. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Maps etwas zu linear sind und euch einen vorgefertigten Weg entlang führen. So bleiben euch vielleicht Möglichkeiten die Positionierung eures Teams zu variieren, abhängig davon, welche Klassen ihr in eurem Team habt.

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Nach erfolgreichem Abschluss der Mission geht es zurück ans Forschen.

 

Aufleveln aber richtig

Seid ihr dann zurück von einer Mission, können eure Charaktere aufsteigen und so nach und nach neue Skills erwerben. Dabei müsst ihr aber damit leben, echte Entscheidungen zu treffen. Bei einer neuen Stufe müsst ihr euch immer für eines von zwei neuen Talenten entscheiden. Einen Charakter mit allen Talenten gibt es nicht, sodass alle Soldaten in eurem Arsenal für bestimmte Aufgaben angepasst werden können. So könnt ihr euch einen Sniper bauen, der primär auf Präzision setzt, dafür aber sofort zu Boden geht, sollte ihm ein Feind mal zu nah kommen. Entscheidungen bei der Verteilung der Talente sind also entscheidend für euren spezifischen Spielstil. Die beiden wichtigsten Aktionen in eurer Basis sind aber Forschung und Entwicklung. Entscheidungen hier können in extremen Situationen dazu führen, dass ihr viele Stunden im Spiel feststellt, dass euch bestimmte Waffen oder Fähigkeiten fehlen und ein Weiterkommen kaum mehr möglich ist. Eure Forschungsabteilung gibt euch dann Optionen eine bestimmte Technologie oder Fähigkeit zu erforschen. Dumm nur, wenn ihr schon nach zwei Missionen feststellt, dass ihr doch besser die Psyonik Fähigkeit hättet erforschen sollen, statt der neuen Waffe. In der Entwicklung baut man euch neue Ausrüstung und Waffen, die eure Forschungsabteilung für euch entwickelt hat. All das Forschen und Basteln braucht natürlich Zeit und diese lässt sich etwas reduzieren, wenn ihr gleiche Abteilungen in eurer Basis direkt nebeneinander baut. Auf diese Weise profitieren diese Abteilungen dann von einigen Produktionsboni. Damit euch aber nicht mal das Geld für Forschung und neue Spielsachen ausgeht, ist es wichtig, die an XCOM beteiligten Nationen bei Laune zu halten. Wo immer die Aliens auftauchen, bricht Panik aus. Da ihr aber nicht überall gleichzeitig sein könnt, müsst ihr euch immer wieder entscheiden, wo ihr helfen wollt, um die Panik einzudämmen. Sollte der Paniklevel einer Nation das Maximum erreichen, ziehen diese sich aus dem Projekt zurück und euch entgeht deren Finanzierung. Als letzte Lösung könnt ihr aber auch einen Satelliten über der entsprechenden Nation platzieren und so ebenfalls die Panik eindämmen. Deckt ihr dabei einen ganzen Kontinent mit euren Satelliten ab, bekommt ihr dafür sogar noch Boni.

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In eurer Basis trefft ihr wichtige Vorbereitungen für eure Missionen.

 

Nein Lag ist kein Feature

Wer sich an Enemy Unknown auf PS3 oder PC erinnern kann, weiß, dass der Titel zwar gut aussah, aber auch nicht übermäßig spektakulär. Auf der Vita muss man noch mal eine Stufe runterdrehen und einige Einschnitte hinnehmen. Schon in den Menüs, aber vor allem in den Missionen selbst, fällt auf, wie arm das Spiel an Texturen ist. Sehr oft werden Objekte oder Charaktere nur mit einer einfarbigen Standardtextur überzogen, sodass alles recht simpel aussieht. Im Vergleich zu den Konsolenversionen hat man hier also gründlich an Details gespart. Wenn es bei diesem optischen Downgrade bleiben würde, könnte man voll zufrieden sein. Jedoch enthüllen sich sehr schnell zwei weitere Probleme. Eines davon sind die Ladezeiten. Diese können hier und da schon mal etwas zu lang ausfallen, gerade wenn man bedenkt, dass man auf einem Handheld spielt. Schnell mal in die eine Mission springen, bevor der Bus kommt, ist hier eher nicht möglich. Das zweite Problem tritt ironischerweise in den Menüs und nicht den Missionen auf. Diese laggen und flackern nämlich fröhlich vor sich hin. Wenn man vor einer Mission das Briefing erhält, ist es unschön, wenn man aber dann Einheiten ausrüsten will und in den verschiedenen Menüs unterwegs ist, wird es aber schnell richtig nervig. In Bezug auf den Sound kann ich euch nur eines raten, stellt die Sprachausgabe auf Englisch. Was die deutschen Sprecher abliefern, kann man nicht als Synchronisierung bezeichnen. Lieblos, wird hier Text runternudelt, ohne bei verschiedenen Charakteren auch nur einen Funken von Akzent darzustellen. Die englischen Sprecher sind zwar keinesfalls perfekt, machen aber immerhin einen soliden Job. Und auch die generelle deutsche Übersetzung ist teilweise richtig falsch, dass man das nicht einmal den Sinn des ursprünglichen Satzes erhalten hat.

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Alles wirkt sehr matschig und als echte Texturen kann man das nicht bezeichnen.

 

Fazit:

XCOM hat, egal auf welcher Plattform, eine große Fangemeinde. Da 2K nun endlich auch die Vita damit versorgt hat, frage ich mich, warum dieses Spiel in keiner Weise beworben oder offiziell angekündigt wurde. Wenn ich im Test einen unterirdischen Port vorgefunden hätte, wäre es einleuchtend gewesen, den Release unter den Teppich fallen zu lassen. Ohne Zweifel hat der Port von Enemy Unknown seine Probleme, vor allem was Ladezeiten oder kaum vorhandene Texturen angeht. Im Großen und Ganzen bekommt man hier aber ein sehr solides XCOM Game für unterwegs mit allen Schikanen, die man aus dem Original bereits kennt. Limitierungen sind nur auf der technischen Seite vorhanden. Wer XCOM auf der Vita haben wollte und sich dank der mangelnden PR-Offensive unschlüssig ist, darf beruhigt sein. XCOM Enemy Unknown ist trotz ein paar technischen Problemen ein anständiger Port und für den Preis durchaus empfehlenswert. Also 2K, gute Spiele darf man ruhig auch bewerben.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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