Shin Megami Tensei V

Test zum teuflischen RPG

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Releasedatum: 12. November 2021 

Genre: Rollenspiel

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Atlus

Plattformen: Nintendo Switch

Nach sieben Jahren ist es endlich wieder so weit und wir haben mit Shin Megami Tensei V ein neues Kapitel in der Hauptreihe bekommen. Dabei sieht man zwar ganz klar die Wurzeln und Eigenheiten, die ein SMT ausmachen, aber auch Entwicklungen, die eher neue Spieler ansprechen sollen. Ohne Zweifel will Atlus versuchen, die Hauptreihe ebenso in den Fokus zu bringen wie die überaus beliebte Spin-off-Reihe Persona. Wir haben uns den neuesten Teil der Reihe angeschaut und verraten euch, was das apokalyptische RPG zu bieten hat.

 

Götter, Dämonen und ein zerstörtes Tokio

Die Story von Shin Megami Tensei V bietet alles, was Fans der Reihe erwarten. Das typische Schulsetting, Götter, Dämonen und der schmale Grat zwischen göttlichem Weg und dem Chaos. Euer Charakter wird an seiner neuen Schule ohne große Verzögerung gleich in einen mysteriösen Vorfall verstrickt. Nachdem ihr einem eurer Schulkameraden in einen Tunnel folgt, findet ihr euch plötzlich in den unter Sand begrabenen Ruinen Tokios wieder. Und also ob das nicht verwirrend genug wäre, werdet ihr auch gleich noch von einer Horde Dämonen angegriffen. Eine Stimme bietet euch jedoch Hilfe an und enthüllt sich als Aogami. Zusammen mit Aogami fusioniert ihr zu einem Nahobino und könnt fortan ebenfalls dämonische Fähigkeiten nutzen, um euch zu verteidigen. Nach und nach enthüllt die Story, die sich erneut stark an der Formel der Vorgänger orientiert.

Tokio ist dabei bereits schon lange zerstört und ihr sowie alle anderen Bewohner Tokios haben in einer göttlichen Simulation gelebt. Eure Mitschüler*innen arbeiten dabei für den japanischen Zweig der Bethel Gruppe. Wer jetzt Gruppenbildung wie in der Persona-Reihe vermutet, liegt aber falsch. Auch hier hat man sich nämlich nicht von der SMT-Formel verabschiedet. Ihr trefft hier und da auf weitere Charaktere, unter anderem auch bekannte Gesichter, jedoch ist deren Rolle nur darauf beschränkt, euch ab und an Fragen zustellen, um eure Moral zu testen, die ihr beantworten könnt. Shin Megami Tensei V verliert wie immer keine Zeit, euch einfach ins kalte Wasser zu schmeißen, ohne Zeit für ein echtes Setup zu verwenden.

Das ist auf der einen Seite zwar treu zu den bisherigen Titeln, bedeutet aber auch, dass die Story im Verlauf sehr lange braucht, um auf Touren zu kommen. Und wirklich investiert in die Geschichte seid ihr nie. Die Rahmenhandlung ist dennoch interessant genug, um euch am Ball zu halten, jedoch ist eine dichte Story eher etwas, für das ihr zum Persona Spin-off wechselt. Was mich aber wirklich am meisten gestört hat, sind die Entscheidungen im Spiel und ihre nicht vorhandenen Auswirkungen. Wer die Reihe in der Vergangenheit bereits gespielt hat, weiß, dass Entscheidungen nicht immer grundlegend für das Ende der Story waren. Im dritten Teil gab es aber einige Kernentscheidungen, die das Ende maßgeblich beeinflusst haben.

Hier geht man dieses Mal wieder eher den Weg des vierten Teils. Wie ihr die einzelnen Fragen beantwortet, hat zu 99 % absolut keine Bedeutung, was extrem enttäuschend war. Vielmehr lässt man euch am Ende wieder die Wahl, welches Ende ihr verfolgen wollt. Persönlich finde ich diesen Ansatz nicht motivierend, mich mit der Story zu befassen. Im Verlauf habe ich daher auch oft einfach nicht mehr über meine Antworten nachgedacht. Hier hätte man vielleicht doch einmal etwas von Persona lernen sollen. Es ist eine Sache an bekannten Grundpfeilern festzuhalten, das sollte aber nicht davon abhalten, sich weiterzuentwickeln. Mehr als die postapokalyptische Götter gegen Dämonen- bzw- Ordnung gegen Chaos-Story bekommt man hier leider nicht.

Shin Megami Tensei V

Euer Schulalltag wird sehr schnell zur Nebensache.

 

Viel ist bekannt, einiges neu, aber nicht immer gut

Die Story ist ganz klar nur eine Rahmenhandlung und eigentliches Gameplay steht deutlich im Fokus. Und das ist auch der Bereich, wo man die meisten Änderungen finden kann. Die größte Veränderung ist dabei sicherlich der Wechsel zu einer Semi Open World, die in mehrere Areale unterteilt ist. Einige dieser Areale sind dabei direkt miteinander verbunden, andere erreicht ihr nur durch ein Teleportersystem, das ihr immer mehr erweitert. Feinde in diesen Gebieten sind dabei immer sichtbar für euch und können umgangen oder direkt attackiert werden. Zufällige Angriffe wie in vorherigen Titeln gibt es hier nicht mehr. In den Kämpfen selbst geht es sehr traditionell zu, wie man es seit Jahren gewohnt ist. In der Skill Rubrik findet ihr sowohl eure physischen als auch magischen Angriffe, Buffs und Debuffs. Eurem Charakter ist es zudem noch möglich, Items zu nutzen und mit Dämonen zu sprechen. Der dämonische Small Talk ist dabei ein Weg, euer Arsenal an Mitstreitern zu vergrößern. Überreden, Bestechen oder Bedrohen enden oft damit, dass sich die Dämonen euch anschließen. So erhaltet ihr Zugang zu stärkerer Magie und besseren Attacken sowie Elementen. Aber auch Sidequests können euch neue Mitstreiter bescheren.

Über das ebenso wieder vorhandene Fusionssystem könnt ihr dann gefundene Dämonen zu neuen kombinieren und so ständig stärker werden. So bekommt ihr zum Beispiel bei der Fusion von Preta und Pixie am Ende Mermaid als Ergebnis. Bis zu drei dämonischen Begleiter kämpfen dann an eurer Seite und können auch ständig getauscht werden, je nach benötigten Elementen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei ebenfalls der Marke treu geblieben. Veteranen der Reihe werden aber feststellen, dass Normal bereits ein wenig leichter ist als in bisherigen Titeln. Wenn ihr regelmäßig kämpft und levelt und nicht immer Feinden ausweicht, sollet ihr wenig Probleme haben. Zu den Schwierigkeitsoptionen komme ich aber gleich noch einmal. Das Kampfsystem ist motivierend und macht auch nach Stunden noch Spaß. Der Reiz, ein gutes Team an Dämonen mit unterschiedlichen Affinitäten und Fähigkeiten aufzubauen, ist nicht zu unterschätzen. Um euch darüber hinaus mehr Platz für neue Dämonen oder andere permanente Upgrades zu verdienen, müsst ihr rote Wächtermonster besiegen, die euch auf der Karte angezeigt werden. Jedes der besiegten Monster schaltet neue Miracles frei, die euch mehr Kapazität für euer Team oder auch eine längere Liste für Skills bescheren.

Insgesamt bietet der fünfte Teil ein vertrautes und supersolides Kampfsystem und der Wegfall von zufälligen Kämpfen ist sicherlich auch keine schlechte Änderung. Aber noch einmal zurück zu den Schwierigkeitsgraden. SMT-Spiele sind hart und jeder, der sich mit der Reihe beschäftigt, wird das sehr schnell lernen. Im eShop findet ihr dieses Mal eine zusätzliche Schwierigkeitsstufe in der Form von “Safety”. Und so sehr ich auch dafür bin, möglichst vielen Spieler*innen Zugang zu einem Spiel zu ermöglichen, kann ich diesen Modus nicht empfehlen. Auf den im Spiel enthaltenen Stufen Casual, Normal und Hard müsst ihr euch aktiv mit den Mechaniken des Spiels auseinandersetzen und da der Hauptspaß am Spiel vom Gameplay kommt, ist das auch gut so. Auf Casual habt ihr es in Kämpfen zwar deutlich leichter um die Mechaniken kommt ihr dennoch nicht herum. So lernt ihr auch auf Casual wie alles funktioniert. Auf Safety hebelt ihr das Gameplay allerdings komplett aus, da ihr einfach nur eure Standardattacke spammen könnt und alles, was kein Boss ist, stirbt in einem Schlag.

Im Verlauf des Spiels bis zum Endgame habe ich immer wieder mal von Normal auf Safety gewechselt, um zu sehen, was sich ändert. Auf Normal bekommt man einige herausfordernde Kämpfe geboten, während auf Safety selbst im Endgame noch alles in ein bis zwei Hieben stirbt. Wenn ihr es leichter haben wollt, spielt lieber auf Casual und nicht auf Safety. Entfernt man nämlich die Gameplay Mechaniken, beraubt man sich dem eigentlichen Spaß des Spiels.

 

Technisch wäre mehr drin gewesen

Eines gleich vorab, Shin Megami Tensei V sieht nicht schlecht aus und funktioniert in den meisten Fällen auch ohne Probleme. Dennoch ist es ein Titel, bei dem man die technischen Limits der Nintendo Switch durchaus spürt. Die Semi Open World ist zum Beispiel häufig schwer zu navigieren, da die einzelnen Areale oft nur eine limitierte Farbpalette nutzen. An sich wäre das noch kein Problem, aber gerade im Handheld Modus sind die offenen Gebiete recht matschig und so entgehen einem oft Passagen und Gänge. Im Docked Modus wird es auch nur unwesentlich besser. Ich bin unzählige Male an Übergängen zu anderen Gebieten vorbeigerannt, nur weil ich nicht wirklich sehen konnte, wo es weiter geht. Wenn ihr besonders schnell durch die Welt rennt, wird euch auch auffallen, dass ihr die KI oft komplett lahmlegen könnt. Minutenlang stehen Feinde dann oft regungslos da, bis dann irgendwann mal die KI geladen wird. Was mich aber wirklich oft genervt hat, ist die unwillige Kamera, die vor allem in Dungeons und engen Passagen mit hohen Wänden sich beharrlich weigert, nachjustiert zu werden. Es gab mehrere Passagen im Spiel, die mich fast zur Weißglut getrieben haben. Man kann also sagen, dass ihr hier eine solide technische Leistung bekommt, aber die Performance und Optik könnten besser sein.

 

  • Shin Megami Tensei V
    Fazit zu Shin Megami Tensei V

    Mit Shin Megami Tensei V bleibt Atlus den Tugenden der Reihe treu und liefert ein mehr als solides Old School RPG ab. Die Neuerungen wie die Open World bringen dabei Vor- und Nachteile mit sich. Das Kampfsystem und Gameplay motiviert in der ursprünglichen Form auch dieses Mal wieder ungemein und die Herausforderung ist wie immer nicht ohne. Aber Fans werden sicherlich genau deswegen wieder zu dem Titel greifen. Bei so vielen Aspekten, die von der SMT-Reihe in die Persona Spin-offs eingeflossen sind, hätte ich mir gewünscht, dass man sich einige Dinge abgeschaut und in SMT eingebracht hätte. Das gilt vor allem auf der technischen Seite des Spiels. Ich brauche kein optisches Spektakel, wenn das Gameplay stimmt, aber SMT V leidet durchaus in einigen Aspekten unter den Limitierungen der Switch. So stört die teils matschige, eintönige Farbpalette in manchen Arealen und erschwert die Orientierung. Wer damit leben kann und gerne ein hartes JRPG der alten Schule spielen will oder vielleicht auch nur mal sehen will, wo die Persona-Reihe ihren Ursprung hat, sollte sich den Titel auf jeden Fall anschauen.

    Marco Schmandt, Redakteur

Positiv:

Das Gameplay ist noch immer großartig und weiß auch langfristig zu motivieren
Die vielen Kombinationsmöglichkeiten eurer Dämonen laden zum Sammeln und Experimentieren ein
Die Open World-Gebiete laden zu mehr Erkundungen ein, um Boni und Sidequests zu finden
Die Kämpfe bieten eine Herausforderung auch für Fans der Reihe

Negativ:

Optik und KI leiden etwas unter den Limitierungen der Switch
Eintönige Farbpaletten in den einzelnen Arealen erschweren manchmal die Orientierung
Die Story hat sich leider nicht weiterentwickelt und ist nicht mehr als eine Rahmenhandlung

Ab in die Sammlung?

Für alle, die ein herausforderndes RPG suchen, auf jeden Fall einen Blick wert. Und Fans können ebenso beruhigt zugreifen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe
1 Kommentar

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