Morbius

Kritik zu Sonys neuestem Marvelfilm

Sony hat momentan einen richtigen Lauf. Mit Venom 2, Ghostbusters: Legacy, Spider-Man No Way Home und Uncharted hat das Studio gleich vier Erfolge in nicht mal einem halben Jahr gefeiert. Nun folgt mit Morbius der nächste Film im hauseigenen Spiderverse, und der erste Film mit einer neuen Hauptfigur neben Eddie Brock/Venom. Ob The Living Vampire an dessen Erfolg anknüpfen kann, oder ein Pflock im Herzen des noch jungen Franchise wird, das erfahrt ihr hier.

 

Die Story von Morbius

Dr. Michael Morbius leidet an einer seltenen Blutkrankheit. Auf der Suche nach einem Heilmittel entwickelt er ein Serum mithilfe der DNA einer seltenen Fledermausart. Das Experiment wirkt, doch verwandelt es ihn auch in einen blutdürstigen Vampir. Während Morbius fieberhaft nach einer Lösung sucht, um anderen Menschen nicht zu schaden, ist sein Kindheitsfreund Milo weniger skrupellos.

 

Unsere Kritik zu Morbius

Bereits vorab sind auf Twitter Stimmen laut geworden, die den Film komplett zerrissen haben. Mit vielen Punkten hatten sie nicht ganz unrecht, wobei einige auch unangebracht hart waren. Aber schauen wir uns das Ganze mal genauer an.

Superhelden Origin Nummer 312436634781264173

Morbius ist eine Originstory, die man so oder so ähnlich schon zigmal gesehen hat. Selbst im MCU, dem Maß aller Dinge, fallen mir spontan mehr Beispiele ein als ich an einer Hand abzählen kann. Und keines dieser Beispiele ist besonders gut. Wir haben eine tragische Hintergrundgeschichte, die viel zu schnell abgespult wird. Wir haben ein Love Interest aus dem direkten Arbeitsumfeld. Eine Vaterfigur, die eigentlich ganz nett ist, aber auch etwas altbacken. Einen alten Freund, der sich als Widersacher entpuppt. Ach, und natürlich hat ebendieser Widersacher dieselben Kräfte. An sich nichts Schlechtes, aber inzwischen total abgedroschen. Ohne Innovation und Mut zu etwas Neuem wird man sich da nicht abheben können.

Generischer Spider-Man Bösewicht (?)

Wo wir gerade bei fehlender Innovation sind, können wir da gleich weitermachen. Denn neben einer generischen Superhelden Origin hat Morbius auch noch eine generische Spider-Man Bösewicht Origin. Genialer Wissenschaftler – sogar mit physischem Defekt, das gibt Bonuspunkte – dessen dubioses Selbstexperiment grandios daneben geht und Superkräfte verleiht, die mit unschönen Nebenwirkungen einhergehen. Wenn das für euch auch nach dem Grünen Kobold, Doc Ock oder der Echse klingt, dann wisst ihr, worauf ich hinauswill.

Morbius erfüllt jedes erdenkliche Klischee, und wie schon in den Comics selbst ist er so viel zu spät, dass es nur noch Klischees sind. Seine Hintergrundgeschichte, die ihm schon früher Sympathiepunkte eingebracht hat, wird hier nur alibimäßig abgefrühstückt. Und seine sonst so ausgeprägte Seite als Bösewicht, oder wenigstens Antiheld, wird auch komplett außer Acht gelassen. Seine einzige böse Tat sind ein paar tote Söldner, aber wer trauert denen schon nach? Ansonsten gibt es nichts, was ihn auch nur ansatzweise moralisch grau erscheinen lassen könnte.

Mimimimi schlechte Technik

Zuletzt noch ein Punkt, der mir vermutlich nie aufgefallen wäre, wenn nicht auf Twitter so viel darüber gejammert worden wäre. Und zwar sollen die visuellen Effekte und das Sounddesign ach so schlecht sein. Der Ton ist jetzt nichts Besonderes, aber auch keine Tortur. Und dass es so viele deutlich erkennbare visuelle Effekte gibt? Na, das ist doch offensichtlich. Spätestens wenn man irgendeinen der Trailer gesehen hat, sollte einem klar sein, was einen hier erwartet. Das muss nicht allen gefallen, aber das ist dann Geschmackssache und kein Kritikpunkt am Film. Dass der sich so sehr auf CGI verlässt, schon eher, aber da sind wir wieder bei dem Punkt, der den ganzen Film wunderbar beschreibt: Grundsätzlich nicht schlecht, aber alles schon gesehen, und irgendwo findet man jeden Aspekt wieder, nur besser.

 

Informationen zu Morbius

  • Originaltitel: Morbius
  • Laufzeit: ca. 104 Minuten
  • Kinostart: 31. März 2022
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Jared Leto, Matt Smith, Jared Harris, Adria Arjona

Trailer zu Morbius

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  • Morbius
    Fazit zu Morbius

    Als Fan der beiden Venom Filme und Sonys generellem Ansatz war ich sehr gespannt auf den Film. Die ersten Stimmen haben mich skeptisch werden lassen, und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das gut oder schlecht war. Es stimmt, der Film kann mit den Erwartungen nicht mithalten, aber er ist längst nicht so schlecht wie viele behaupten. Für das, was er ist, ist er nur mindestens zehn Jahre zu spät dran.

    Lennart Hoffmann, Redakteur
08/15 Origin Story
Potenzial für einzigartiges da, aber leider komplett verschenkt
Nicht schlecht, aber das ist heutzutage nicht mehr gut genug
Klassischer Superheldenfilm und damit 10 Jahre hinter der Zeit

Ab in die Filmsammlung?

Wenn ihr absolute Fans seid und ihr nicht genug von typsichen Superheldenfilmen bekommen könnt, dann macht ihr hier nichts falsch. Wer inzwischen satt davon ist, immer nur das Gleiche zu sehen, wird sich in diesem Film nur bestätigt sehen.

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Lennart
Geschrieben von Lennart Hoffmann
diskutiert mit Tarantino über Trinkgeld.
2 Kommentare

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