Life is Strange: True Colors

Test zum überaus emotionalen Adventure

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Life is Strange: True Colors (Playstation 4)
  • DIE WAHRHEIT WIRD WEHTUN: Entdecke die schockierenden Geheimnisse hinter dem Tod deines Bruders in einem emotionalen Abenteuer
  • BAUE WICHTIGE BEZIEHUNGEN AUF: Baue Beziehungen auf und wähle zwischen Freundschaft oder Romanze mit Ryan und Steph
  • EINE WAHRLICH PERSÖNLICHE GESCHICHTE: Triff schwierige Entscheidungen und bestimme deine Zukunft
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

*Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 9. September 2021

Genre: Adventure 

USK: Ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Square Enix

Plattformen: PC, PS4, PS5, Xbox One,  XSX, Switch, Stadia

2015 begann die Adventurereihe Life is Strange, die mit Life is Strange: True Colors nun ihren mittlerweile dritten Ableger spendiert bekomt. Kenner*innen wissen, was hier auf sie zukommt: Ein athmosphärisches und emotionales Adventure, welches sowohl eine Coming of Age-Geschichte als auch einen spannenden Krimi mit überraschenden Wendungen erzählt. Nachdem der zweite Teil und das Prequel „Before the Storm“ den Charme des ersten Teils nicht ganz einfangen konnten, verraten wir euch nun in unserem Test, warum True Colors hier verdammt nah dran ist.

 

Ein Neuanfang

Wie auch schon bei Life is Strange 2 erleben wir in True Colors eine neue Geschichte mit einer neuen Protagonistin. Wir schlüpfen diesmal in die Rolle von Alex Chen, einer jungen Frau welche aus schwierigen Familienverhältnissen kommt und die letzten acht Jahre in einem Heim verbracht hat. Ihr Bruder Gabe, den sie die ganze Zeit über nicht mehr gesehen hat, lädt sie in das beschauliche Bergarbeiterdörfchen Haven Springs ein, um dort einen Neustart zu wagen. Und so reist Alex nach Colorado, um dort mit ihrem Bruder zu leben und ein neues Zuhause sowie trotz ihrer extremen Schüchternheit Zugehörigkeit in der Gesellschaft zu finden.

Doch die Freude über das Wiedersehen mit ihrem Bruder währt nur kurz, denn bereits recht früh in der Geschichte kommt dieser bei einem tragischen Unfall ums Leben. Die Story von Life is Strange: True Colors fokussiert sich von hier an darauf, wie Alex und auch die anderen Bewohner der Stadt mit diesem gewaltigen Verlust umgehen. Zudem tauchen Zweifel auf, ob der tragische Vorfall tatsächlich nur ein Unfall gewesen ist. Hat das Bergbauunternehmen Typhon, welches das kleine Städtchen nahezu kontrolliert und in den umliegenden Minen Sprengungen durchführt, etwas zu verbergen? Neben der Erforschung ihrer Emotionen und denen andere Leute muss Alex hier Detektiv spielen und möchte dem Tod ihres Bruders auf den Grund gehen. Die Geschichte steckt also nicht nur voller emotionaler Momente, sondern birgt auch einige spannende Abschnitte in sich.

Haven Springs ist schon extrem idyllisch. Guter Ort für einen Neuanfang.

 

Ich fühle, was du fühlst

Spielerisch verhält es sich bei Life is Strange: True Colors etwas flach. Es ist ein narratives Adventure und somit liegt der Fokus nicht auf fetzigem Gameplay, stressigen Quicktime Events oder fordernden Rätseln, sondern es legt mehr Wert darauf, dass ihr die Figuren näher kennenlernt. Dazu steht euch ein großer Teil von Haven Springs frei zur Verfügung. Ihr könnt über die Hauptstraße entlang schlendern und den Gesprächen der Passanten lauschen. Einige der Geschäfte könnt ihr betreten und hier einige optionale Aufgaben erledigen. Diese haben allerdings jede für sich zumindest ansatzweise etwas mit dem großen Ganzen zu tun, das Spiel erzählt eine zusammenhängende Geschichte des kleinen Städtchens. Und in diese könnt ihr noch viel tiefer Abtauchen, denn typisch für die Reihe besitzt auch Alex eine übersinnliche Fähigkeit. Sie kann die Gefühle und Emotionen anderer Menschen als farbige Aura wahrnehmen und sogar in entsprechende Erinnerungen, die mit dieser Emotion verbunden sind, hineinhören. So erfährt sie interessante Geheimnisse, schaltet neue Gesprächsoptionen frei und kann einigen Leuten sogar helfen, ihre Probleme zu bewältigen.

Dabei macht das Spiel auch nicht vor extrem schwierigen und tiefgründigen Themen halt. Ein Beispiel: Im Blumengeschäft treffen wir auf Eleanor, die eine ängstliche Aura verspürt. Ein Blick in ihre Emotionen verrät uns ihre Situation: Sie leidet unter Alzheimer und hat ihren Arbeitsablauf vergessen. Mit diesem Problem möchte sie ihrer Enkelin jedoch nicht zur Last fallen und hält es darum geheim. Alex kann ihr helfen, ihren Tag zurückzuverfolgen und sie so zu unterstützen, sich an bestimmte Sachen zu erinnern. Ihre Fähigkeit wird dabei nicht wirklich experimentell eingesetzt und ist auch nicht zur Lösung von Rätseln notwendig, vielmehr handelt es sich um eine Möglichkeit, in einem sehr storylastigen Spiel noch mehr Story zum Vorschein zu bringen.

Auch anzumerken ist nämlich, dass Alex nicht nur in die Emotionen blickt, sie übernimmt diese auch. Und so fühlt sie Eleanors Angst am eigenen Körper und das macht sich deutlich, wenn sie anfängt zu halluzinieren und das Gefühl bekommt, der ganze Raum fällt auseinander. Ihre Kräfte sind also ein Fluch und Segen zugleich.

Eleanor plagen unglaubliche Ängste. Alex möchte auf jeden Fall helfen.

 

Erstmal ne Runde LARPen

Zwar haben wir ja festgestellt, dass Life is Strange: True Colors nicht wirklich sehr anspruchsvoll ist, was das Gameplay angeht, das heißt jedoch nicht dass es nichts zu tun gibt und dass keine Abwechslung geboten wird. Es gibt eine Menge Gegenstände zu entdecken und untersuchen, viele Personen zu bequatschen und sogar einige versteckte Objekte, bei denen Alex auch eine Emotionsaura sieht und versteckte Erinnerungen wahrnehmen kann. Außerdem wirft das Spiel immer mal wieder kleinere oder größere Ablenkungen hinein. So spielt ihr mal eine Runde Tischkicker, knackt den Highscore bei einer Arcade-Maschine oder nehmt an einer richtigen LARP-Runde (Live Action Roleplay) teil.

Ein weiterer Faktor, der natürlich wieder vorhanden ist, sind die Entscheidungen. Immer wieder werdet ihr vor eine Wahl gestellt und je nachdem, wie ihr euch entscheidet, hat dies unterschiedliche Auswirkungen. Da gibt es zum Einen kleinere Entscheidungen wie zum Beispiel welcher Song im Radio gespielt werden soll oder ob ihr euer Zimmer aufräumt oder nicht. Typisch für die Reihe sind jedoch natürlich die großen Entscheidungen, die einen großen Einfluss auf den Ausgang der Geschichte nehmen. Insgesamt gibt es sechs unterschiedliche Enden, was gemeinsam mit den ganzen kleinen Entscheidungen den Wiederspielwert deutlich erhöht. Insgesamt brauch ihr so ca. 10 Stunden für einen Durchlauf, ein klein wenig mager für einen Vollpreis. Denn erstmals erscheint ein Life is Strange-Spiel nicht im Episodenrhythmus, sondern alle 5 Kapitel erscheinen zeitgleich. Wer also das Erlebnis auskosten möchte, der spielt Life is Strange: True Colors mehrmals durch.

Eine Runde Kicker als Ablenkung ist immer drin.

 

Einfach atmosphärische Spitzenklasse

Wenn es eines gibt, was die Life is Strange-Spiele gut können, dann ist es eine wunderbare Atmosphäre zu erzeugen und da ist auch True Colors keine Ausnahme. Wie gewohnt ist der Soundtrack ausgezeichnet, gespickt mit bekannten Künstlern wie Dido und den Kings of Leon, aber wie gewohnt gibt es auch sehr viel Indie-Musik im Spiel. Es bietet sich also an, an bestimmten Stellen einfach mal nur zu genießen. Setzt euch eine Runde auf die Terasse oder im Plattenladen in den Sessel und lauscht der Musik.

Optisch wurde sich an den typischen Stil aus realistischem Look mit Comic-Anleihen gehalten, der sich durch die gesamte Spielereihe zieht. In True Colors wirkt er etwas aufgehübscht, die Gesichter der Figuren wirken beizeiten trotzdem immer noch etwas hölzern. Da hilft es auch nicht, dass nicht alle Dialoge sitzen. Manche Gespräche wirken einfach so, als wird hier zwanghaft auf jung und cool getrimmt. Zudem gibt es erstmals eine deutsche Vertonung, die aber nicht zu empfehlen ist. Einige Sprecher*innen machen durchaus einen guten Job, aber das Gesamtwerk leidet mit der deutschen Synchro doch etwas. Außerdem sind einige Passagen seltsam übersetzt worden. So fällt an einer Stelle ein Satz “Er kam als Fremder und ging als Freund”, obwohl statt Freund im englischen Originalton “family” gesagt wird. So geht einiges an Kontext und Meinung der Sätze verloren. Insofern mein Tipp: Wenn ihr gut englisch könnt oder kein Problem damit habt, Untertitel zu lesen, dann bleibt beim O-Ton.

Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Gefühl bei Life is Strange: True Colors einfach stimmig ist. Es ist emotional, ihr werdet definitiv die ein oder andere Träne verdrücken. Es kann aber auch sehr humoristisch sein oder es heizt euch mit seiner Spannung etwas ein. Nachdem der zweite Teil und auch Before the Storm nicht an das gewisse Etwas herankam, was den ersten Teil so besonders gemacht hat, ist True Colors wieder auf dem richtigen Weg.

Angebot
Life is Strange: True Colors (Playstation 4)
  • DIE WAHRHEIT WIRD WEHTUN: Entdecke die schockierenden Geheimnisse hinter dem Tod deines Bruders in einem emotionalen Abenteuer
  • BAUE WICHTIGE BEZIEHUNGEN AUF: Baue Beziehungen auf und wähle zwischen Freundschaft oder Romanze mit Ryan und Steph
  • EINE WAHRLICH PERSÖNLICHE GESCHICHTE: Triff schwierige Entscheidungen und bestimme deine Zukunft
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

*Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

 

  • Life is Strange: True Colors – Test zum überaus emotionalen Adventure
    Fazit zu Life is Strange: True Colors

    Es muss nicht immer laut krachen und extrem episch werden, um eine gute Geschichte zu erzählen. Life is Strange: True Colors nimmt euch auf eine emotionale Reise mit, die zugegebenermaßen teilweise etwas langsam ist, aber genau das sollte man genießen. Jeden Winkel nach kleinen Stückchen Geschichte absuchen, viele Details über die NPCs herausfinden und am Ende von einer Coming of Age-Geschichte berührt werden, all das macht True Colors aus. Fragt sich nur, ob man für einen 10-stündigen Durchgang 60 € ausgeben möchte oder ob einem der Wiederspielwert, den das Spiel auf jeden Fall hat, dieser Preis wert ist. Wenn ihr auf gute Geschichten in Videospielen wert legt, sollte dieser Titel zumindest auf eurer Liste stehen.

    Maarten Cherek, Redakteur

Positiv:

Emotionale und spannende Hauptgeschichte mit einer Menge Nebenstories
Mal wieder ein atmosphärisches Meisterwerk mit Indie-Klängen
Viele liebenswerte Figuren, die ihr alle näher kennenlernt
Abwechslungsreiche Abschnitte und Aufgaben für Zwischendurch
Haven Springs ist ein perfekter Schauplatz zum Wohlfühlen
Alex Fähigkeit ist ein cleverer Faktor zur Erweiterung der Story
Wiederspielwert ist durch Entscheidungen und unterschiedliche Enden vorhanden

Negativ:

Gesichter der Figuren manchmal etwas steif
Gameplay ist nicht besonders anspruchsvoll
Mit ca. 10 Stunden fällt es ein wenig knapp aus
Deutsche Vertonung ist leider etwas misslungen.

Ab in die Sammlung?

Ihr wollt eine gute Geschichte erleben und es macht euch auch nichts aus, dass es dafür wenig herausforderndes Gameplay gibt? Dann seid ihr hier an der richtigen Adresse.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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