King Arthur: Knight's Tale

Test zur preisverdächtigen Strategie-Sage

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Releasedatum: 26. April 2022

Genre: Rollenspiel, Strategie

USK: keine Freigabe

Publisher: Neocore Games

Plattformen: PC

King Arthur: Knight’s Tale ist nun endlich, nach zweimaliger Verschiebung des Releases, in der Vollversion auf Steam verfügbar und entführt den Spieler in eine etwas andere Version der Artussage. Nachdem wir schon in unserem Angespielt begeistert vom Early Acess waren, verraten wir euch in unserem Test, ob sich der Mix aus Strategie und Rollenspiel auch in der finalen Version bewährt.

 

Ein zweites Leben im Namen der Herrin

Die Artussage dürfte den meisten bekannt sein. Höhepunkt ist das Duell zwischen dem rechtschaffenen König Artus und seinem Widersacher Mordred, bei dem die beiden Männer sich gegenseitig töten. Während die eigentliche Sage hier langsam endet, gehts bei King Arthur: Knight’s Tale überhaupt erst so richtig los. Zu Anfang des Spiels erwacht ihr nämlich als Mordred auf der sagenumwobenen Insel Avalon, Heimat der mächtigen Herrin vom See. Diese wollte, ganz der Sage entsprechend, König Artus auf ihrer Insel ein neues Leben schenken. Dabei ging jedoch irgendwas so richtig schief und nun bedroht ein untoter Artus die gesamte Insel während die Herrin in einer Art Koma liegt. Mit letzter Kraft erweckte diese jedoch noch Mordred, denn schließlich hat er Artus schon einmal umgebracht, warum also nicht nochmal?

King Arthur: Knight’s Tale kommt mit einer geballten Ladung an britannischer Historie und Mythologie daher und spinnt eine wirklich toll erzählte Geschichte, die nie langweilig wird. Neben den üblichen Verdächtigen der Artussage wie Morgan le fay, Merlin, Sir Lancelot und Co, begegnen euch hier auch die sagenhaften Seelie und Unseelie, irische Sagengestalten, die Lady Morgause und andere mythologische Persönlichkeiten, die in den meisten Artusadaptionen sonst eher eine kleine bis gar keine Rolle spielen. Während man viele Namen sicher schon einmal gehört hat muss man einige Ritter dann doch googlen, nur um festzustellen, dass diese tatsächlich in den historischen Texten erwähnt werden und ihren festen Platz in der Sagenwelt von Großbritannien haben. Die Entwickler haben hier jedenfalls gut recherchiert und werden Fans von Mythologie sicher begeistern können.

Aber auch falls ihr keinerlei Kenntnisse über die Artussage mitbringt, bietet euch das Spiel eine spannend erzählte Geschichte, die durch coole Videosequenzen und gut synchronisierte Dialoge Lust macht, Avalon bis in den kleinsten Winkel zu erkunden. Und falls euch auch das völlig egal sein sollte, bleibt ja immer noch das Gameplay!

 

Für Avalon, mit Schwert und Stab

Bevor ihr euch als Mordred den Schlaf aus den Augen reiben könnt, stolpert ihr auch schon in den ersten Kampf. Hier gibt euch das Spiel ein gutes Tutorial an die Hand, welches aber jederzeit ausgestellt werden kann. Wie auch in den bekannten Genrevertretern XCOM und Divinity: Original Sin 2, haben eure Charaktere im Kampf verschiedene Aktionspunkte, die für Bewegung oder den Einsatz von Fähigkeiten ausgegeben werden können. Schön ist hier, dass ihr im Gegensatz zu XCOM jeden Aktionspunkt bei Bedarf auch einzeln ausgeben könnt, also zb. zwei Felder laufen, drauf hauen und drei Felder zurück. Das macht die Kämpfe flexibler und fühlt sich einfach freier an.

Die Fähigkeiten unterscheiden sich je nach Klasse des Charakters und danach, wie ihr ihn gelevelt habt. So kann Sir Mordred etwa selbstverständlich mit seinem Schwert drauflos schnetzeln, er kann aber auch aus der sicheren Entfernung einen Schwächungszauber wirken und dann mit Blitzen schießen. Je nachdem mit wem ihr auf einer Mission unterwegs seid, stehen euch unterschiedliche Taktiken zur Verfügung. Mit Lady Guinevere könnt ihr etwa lässig hinter die Gegner teleportieren und sie dann abstechen, während Merlin einfach einen Drachen beschwört um ein paar Pikten zu grillen. Gerade durch die verschiedenen Klassen und ihre jeweiligen Stärken und Schwächen macht das Kämpfen in King Arthur: Knight’s Tale einfach unglaublichen Spaß. Das liegt auch an den unterschiedlichen Gegnertypen. Verkloppt ihr am Anfang nur Untote, so gesellen sich im Laufe des Spiels Pikten, Tiermenschen und verschiedene Feenwesen zu euren Gegnern dazu. Diese bringen ebenfalls unterschiedliche Fähigkeiten und Resistenzen mit, die es zu beachten gilt.

Nach erfolgreich absolvierten Missionen bekommt ihr meist einen Batzen Ausrüstung, Erfahrung und Ressourcen, mit denen ihr eure Charaktere ausrüsten könnt. Pro Stufenaufstieg winken zwei Erfahrungspunkte, die in den Fähigkeitenbäumen ausgegeben werden können. Diese bestehen jeweils aus drei Stufen, die nach einer bestimmten Menge an ausgegebenen Punkten freigeschaltet werden. Dabei kann fast jede aktive und passive Fähigkeit nochmal mit kleinen Updates modifiziert werden. Waffen und Rüstungen eurer Ritter solltet ihr ebenfalls verbessern, um die immer stärker werdenden Gegner besiegen zu können. Dass Aussehen verändert ihr dabei nicht, vielmehr bringt ihr Runen verschiedener Stärke an Schwertern und Rüstungen an. Etwas schade um die Individualisierung, aber die meisten Charakterdesigns sind auch so hübsch genug. Außerdem würde sich Mordred nie von seinem Stachelhelm trennen.

 

Welchen Herrscher verdient dein Camelot?

Außerhalb der Missionen verbringt ihr die Zeit auf der Weltkarte. Während ihr auf Avalon blickt sehr ihr Neben- und Hauptmissionen, die auch immer eine gut synchronisierte Missionsbeschreibung enthalten. Außerdem gibt es verschiedene Ereignisse, die euch mal Gold, mal ein Item bringen, oder verlangen, dass ihr einen Ritter schickt um bestimmte Probleme zu lösen.

Herzstück der Weltkarte ist jedoch euer Camelot, an dem ihr eure Tafelrunde verwalten könnt. Dort befinden sich verschiedene Gebäude an denen ihr etwa Ausrüstung und Relikte kaufen, eure Ritter trainieren oder Gesetze erlassen könnt. Mit den auf euren Abenteuern gesammelten Ressourcen könnt ihr die Gebäude verbessern und so verschiedene Boni freischalten. Besonders umfangreich ist das alles nicht, aber es fühlt sich auch nicht viel zu kurz gedacht an. Alles in allem ein nettes Feature, dass euch das Gefühl gibt eine angemessene Basis für die Rettung Avalons zu haben.

Ebenfalls einsehbar auf der Weltkarte ist das Moralsystem. Dabei stehen sich einmal der alte Glaube und das Christentum, sowie Rechtschaffenheit und Tyrannei gegenüber. Ihr als Mordred könnt euch im Laufe des Spiels mit euren Handlungen entscheiden, was für ein Ritter Mordred in Avalon sein will. Habt ihr genug Punkte für eine Richtung gesammelt, so werden verschiedene Boni für Camelot oder neue Charaktere freigeschaltet, wobei hier die Charaktere am interessantesten sind. Für diese erhaltet ihr dann eine Mission um sie zu rekrutieren. Dabei sind einige aber spannender als andere, so hat etwa Lady Morgan le fay deutlich mehr Persönlichkeit und gesprochenen Dialog als die meisten anderen Ritter.

 

Endlich mehr als nur grauer Todesnebel

In unserem Angespielt hatten wir kritisiert, dass die Karten zumeist ein Albtraum aus grau in grau waren. Jetzt können wir jedoch mit Freude verkünden, dass sich das nach Akt I ändert. Sobald nicht mehr nur Untote auf eurer Gegnerliste stehen, ändern sich auch die Karten. Endlich könnt ihr durch einen magischen Wald der Seelie streifen, in dem ein ewiger Sommer zu herrschen scheint. Es gibt viel mehr Abwechslung und gerade die Passage mit den Seelie setzt sich optisch deutlich vom tristen ersten Akt des Spiels ab, was aber auch perfekt in die Geschichte des Spiels passt.

Grundsätzlich gut gelungen ist die, leider ausschließlich englische, Synchronisation der Charaktere. Gerade die Sprecher von Mordred und der Herrin vom See, die beide am meisten Text haben, stechen wirklich positiv hervor und passen perfekt zu ihren Rollen. Die Herrin vom See begleitet euch mit ihren Monologen vor so gut wie jeder Mission durch das ganze Spiel, ein Glück, dass ihre Sprecherin einen sehr guten Job macht.

Diverse Nebencharaktere wie Morgan le fay oder Sir Lancelot und Merlin werden auch wunderbar gesprochen, selbst wenn ihr ihnen im Kampf Befehle erteilt. Umso trauriger ist es, dass manche Ritter nur in ihrer Rekrutierungsmission vertont sind und ansonsten stumm bleiben. Ebenfalls auffällig ist, dass es im Grunde nur drei Sprecher gab, die alle NPC’s in den Nebenmissionen vertont haben. Und ja, man mag sich viel Mühe geben um eine alte Hexe zu sprechen, man hört aber leider deutlich, dass die Sprecherin von Lady Dindrain einfach nur schlecht ihre Stimme verstellt. Alles in allem ist das aber verschmerzbar.

Erwähnt sie hier auch die absolut wunderschöne Musik, die euch das ganze Spiel begleitet. Ob in einem dunklen Grab, den geheimnisvollen Wäldern der Seelie oder einer Staubwüste, überall untermalt mittelalterliche Fantasy Musik eure Reise. Dabei muss man sie nur kurz gehört haben und weiß direkt, man befindet sich im alten Britannien, bzw einer magischen Spiegelung davon in Avalon.

 

Es bleibt nur Jammern auf hohem Niveau

Dafür, dass es sich bei King Arthur: Knight’s Tale um ein Indie Spiel handelt, bewegt es sich auf einem wirklich hohen Level. Die Videosequenzen, mit denen jeder Akt endet sind technisch wirklich gut und sehr hübsch anzusehen. Bugs gibt es kaum, lediglich kleine fragwürdige Entscheidungen im Gameplay und Fehler in der Übersetzung.

Warum kann man etwa immer nur vier Charaktere mitnehmen, bei der großen Auswahl die man hat? Ja, in einigen Missionen schließt sich temporär ein weiterer Streiter der Gruppe an, aber dann wäre trotzdem noch Platz für eine weitere Person und die Gegner sind sowieso so zahlenmäßig weit überlegen, dass ein weiterer Schwertarm auch nicht schaden würde. Außerdem stört es, dass man nur eine begrenzte Anzahl an Mitgliedern seiner Tafelrunde haben kann. Rekrutiert man jemanden, obwohl alle Plätze besetzt sind, wird dieser ein Aspirant. Um ihn auf Missionen mitnehmen zu können, muss jedoch eine Person aus den aktiven Plätzen verbannt werden. Diese wechselt dann nicht etwa auf den Apsirantenplatz, sondern ist das gesamte Spiel nicht mehr verfügbar. Das ist absolut nicht nachvollziehbar, an der Tafelrunde wäre sicher Platz, außer Mordred hat einen sehr, sehr kleinen Küchentisch in Camelot aufgestellt.

Schwierig für Spieler die nicht des Englischen mächtig sind, dürfte auch die fehlerhafte Lokalisation ins Deutsche sein. Diese ist bis zu Akt drei nahezu fehlerfrei, driftet dann jedoch völlig ab und viele Texte sind einfach trotzdem komplett auf Englisch. Das ist dann sehr ungünstig, da die Audioausgabe ausschließlich auf Englisch verfügbar ist. Das könnte jedoch ohne großen Aufwand herausgepatcht werden, ist jedoch für rein deutschsprachige Spieler ein großes Hindernis. Solltet ihr also kein Englisch können oder lieber auf Deutsch spielen, empfehlen wir noch auf einen Patch zu warten um das Spiel dann richtig genießen zu können.

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  • King Arthur: Knight’s Tale – Test zur preisverdächtigen Strategie-Sage
    Fazit zu King Arthur: Knight's Tale

    Als Kind habe ich die Artussage geliebt und die Herrin vom See war immer mein Lieblingscharakter. Selbstredend habe ich mich ich die Geschichte von King Arthur: Knight’s Tale verliebt und bin absolut begeistert. Es kann sich dem Vergleich mit anderen Genrevertretern wie XCOM und Phoenix Point problemlos stellen und macht einfach sau viel Spaß. Da verzeihe ich dem Indie Studio auch kleine Fehlerchen wie die verbaselte deutsche Übersetzung.

    Tobias Mehrwald, Redakteur

Positiv:

Tolle Geschichte mit richtig gut recherchierte Mythologie Britanniens
Gute Auswahl an verschiedenen Klassen und Fähigkeiten
Richtig schöne Viedeosequenzen als Belohnung nach jedem Akt
Sehr gute Synchronisation der Hauptrollen
Wundervoller Soundtrack mit mittelalter-fantasy Flair

Negativ:

Fehlerhafte deutsche Übersetzung ab der Mitte des Spiels
Charaktere müssen sinnloser Weise komplett entlassen werden wenn kein Platz mehr für neue da ist
Simples Moralsystem, das keinen so großen Einfluss hat wie es vorgibt
Relativ schlechte Synchronisation einiger unwichtiger Nebencharaktere

Ab in die Sammlung?

Absolute Kaufempfehlung für alle Fans von Mythologie und britannischer Folklore! Aber auch Gamer die einfach nur Gefallen an einem Mix aus Rollenspiel und Strategie haben, kommen hier voll auf ihre Kosten.

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Geschrieben von Tobias Mehrwald
entkommt in unter fünf Minuten aus der Unterwelt.

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