Hard Kill

Kritik zum neuen Bruce-Willis-Film

Was haben Death Wish, Trauma Center und Survive the Night gemeinsam? Dumme Frage – Film-Connaisseure wissen natürlich längst, dass es sich bei diesen Filmen um die jüngsten Superhits von Actionlegende Bruce Willis handelt. Okay, Spaß beiseite. Dass Willis in Zusammenarbeit mit Regisseur Matt Eskandari mit Trauma Center und Survive the Night die wohl schlechtesten Filme seiner Karriere abgeliefert hat, haben wir in der Vergangenheit bereits beleuchtet. Umso größer war die Freude, als bei uns das Sichtungsexemplar zu Hard Kill eintraf – eine erneute Zusammenarbeit vom Dreamteam Eskandari und Willis. Wieder eine Direct-to-DVD-Arbeit und wieder so ein Murks wie bei den vorherigen Projekten – wir klären euch auf!

 

Die Story von Hard Kill

Wenn wir die Geschichte von Hard Kill in der Emotion zusammenfassen, die wir nach dem Anschauen empfunden haben, würde sich das in etwa so anhören: Das ist eine Gruppe Soldaten, die sollen irgendeinen Typen – das ist Bruce Willis – beschützen, weil der eine K.I. besitzt, die irgendein anderer böser Typ haben will, um damit irgendwas böses zu machen.

Da wir euch aber möglichst gut informieren wollen, fassen wir euch die Story natürlich einmal ordentlich zusammen: Eine Gruppe Ex-Soldaten wird von einem reichen Geschäftsmann – das ist Bruce Willis – angeheuert, um ihn bei einem ominösen Deal zu beschützen. Bei diesem Deal trifft die Gruppe Ex-Soldaten auf ihren Erzfeind, der mit einer übermächtigen K.I. die Welt umstürzen will.

 

Unsere Kritik zu Hard Kill

Vielleicht konntet ihr es in unserer Storyzusammenfassung subtil zwischen den Zeilen herauslesen: Die Geschichte von Hard Kill passt auf einen Bierdeckel – was bei der bisherigen Arbeit von Regisseur Matt Eskandari keine große Überraschung darstellt. Dieser Film ist dermaßen beliebig und austauschbar, dass es schon weh tut. Die Soldatentruppe rund um den Teamanführer Derek hat die Ausstrahlung eines platten Autoreifens. Gerade Obersoldate Derek ist dermaßen plump, austauschbar und beliebig, dass wir für diese Kritik nochmals nachlesen mussten, wie der Charakter nochmal heißt.

Knallt’s?

Aber gut, kommen wir zum eigentlichen Film. Dass ein Actionfilm auch gut sein kann, ohne eine große komplexe Story zu haben, haben in der Vergangenheit schon Perlen wie The Raid bewiesen – wichtig ist schließlich, ob es kracht. Und hier müssen wir tatsächlich zugeben, ja es kracht. Der Film umfasst viele Schießereien, manchmal explodiert sogar was. Ihr merkt schon, wirklich euphorisch klingt das nicht. Schießerei ist halt nicht gleich Schießerei.

Ja, in Hard Kill knallt es und ja Hardcore-Militärfans haben vielleicht ihre Spaß damit. Aber keine der Actionsequenzen in diesem ausgewiesenen Actionfilm hat Dynamik, Spannung oder einen interessanten Verlauf. Schüsse, Waffen und Explosionen an sich machen einen Actionfilm noch lange nicht zu einem guten Actionfilm. Doch um auch mal ein gutes Wort zu lassen: Optisch und effekttechnisch ist das alles durchaus ansehnlich. Zwar kein wirklicher Augenöffner, aber immer noch besser als beim grandios schlechten Search and Destroy.

Budget Willis

Fast and the Furious, James Bond und Co. sind unter anderem coole Actionfilme, weil sie rund um den Globus spielen und die volle Varianz an exotischen Schauplätzen aufzeigt. Hard Kill macht das nicht. Bei diesem Film scheinen 85 Prozent des Budgets für die Gage von Bruce Willis draufgegangen zu sein – anders können wir uns nicht erklären, warum der Film rund 90 Minuten in der gleichen Industrieanlage/halle spielt.

Es ist kein Witz: Der gesamte Film spielt in einem Gebäudekomplex, in dem beide Soldatenparteien ihre “Basen” eingerichtet haben. Wir sehen also vor allem graue Wände mit Rohren, graue Wände ohne Rohren und graue Hallen mit und ohne Rohren an den Wänden. Also auch hier kann der Film nicht wirklich punkten.

Das war’s schon?

Und tatsächlich kommen wir damit schon zum Fazit. Hard Kill ist dermaßen nichtssagend, austauschbar und beliebig, dass wir nicht viel mehr dazu sagen können. Die Story ist plump und langweilig, die Action ist mit viel Wohlwollen in Ordnung, ausnahmslos alle Charaktere sind unsympathisch oder bleiben erst gar nicht im Gedächtnis hängen.

Immerhin konnte Eskandari einen Kritikpunkt ausmerzen, der vor allem in Trauma Center gigantisch groß war: Bruce Willis ist nicht nur fünf Minuten zu sehen. Dieses Mal sind es bestimmt sieben oder acht – und trotzdem wird Hard Kill als Bruce-Willis-Kracher verkauft. Unser Tipp: Guckt euch einfach nochmal Stirb Langsam 1 bis 3 an.

Informationen zu Hard Kill

  • Originaltitel: Hard Kill
  • Laufzeit: ca. 95 Minuten
  • Heimkinostart: 20, Mai 2021
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Bruce Willis, Jesse Metcalfe, Lala Kent

Extras auf der Blu-ray:

  • Trailer, Making-Of

Fazit zu Hard Kill

von Lukas Hesselmann

“Das ‘Erfolgs’duo aus Bruce Willis und Matt Eskandari schafft es auch im dritten Anlauf nicht, einen ansehbaren Film abzuliefern. Auf den ersten Blick mag das einfach nur ärgerlich sein, aber gerade Willis schadet mit solchen Machwerken mehr und mehr seiner Legacy. Hoffen wir, dass das Trio-Infernale nun endgültig abgeschlossen ist und diese Regisseur-Darsteller-Konstellation so nicht noch ein viertes Mal zustande kommt.”

Fazit:

Langweilige Geschichte
Langweilige Charaktere
Graue Industriehallen
Keine einzige frische, eigene oder innovative Idee

Ab in die Filmsammlung?

Selbst die weltgrößten Bruce-Willis-Fans sollten sich überlegen, ob sie ihr Geld für Hard Kill ausgeben wollen.

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Geschrieben von Lukas Hesselmann
Redakteur im Bereich: Movies

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