Ghostbusters: Legacy

Kritik zum großen Geisterrevival

Aktuell liegt es sehr im Trend, Fortsetzungen zu längst vergangenen Filmen zu drehen. Jurassic World, Blade Runner 2049, Halloween, sie alle knüpfen an große Filme an, die mindestens 25 Jahre zurückliegen. Gleiches tut nun auch Ghostbusters: Legacy. Über 30 Jahre nach dem zweiten Teil von 1989 angesetzt, wächst hier eine neue Generation an Geisterjägern heran. Ob sie die Welt wieder einmal retten können, oder untergehen wie ein Marshmallow Männchen im Mixer, das erfahrt ihr hier.

 

Die Story von Ghostbusters: Legacy

Die alleinerziehende Mutter Callie zieht mit ihrem 15jährigen Sohn Trevor und ihrer 12jährigen Tochter Phoebe auf eine alte Farm irgendwo in Oklahoma, die sie von ihrem Vater, Egon Spengler, geerbt hat. Während sie alle auf ihre Weise mit der neuen Situation zu kämpfen haben, entdeckt Phoebe immer mehr Spuren, die sie zur Vergangenheit ihres Großvaters führen. Mit der Hilfe ihres Lehrers Mr. Gooberson entdecken sie ein großes Geheimnis, das nur waschechte Ghostbusters lüften können.

 

Unsere Kritik zu Ghostbusters: Legacy

In der Einleitung hatten wir bereits einige Beispiele genannt, doch nicht alle waren gleich erfolgreich. Manche sind kaum noch wieder zu erkennen, andere ein fast identischer Aufguss des Originals (ich gucke dich an, Star Wars). Wie gut, dass die Verantwortlichen bei Ghostbusters alles richtig gemacht haben.

Die richtige Balance

Denn Ivan Reitman und sein Sohn Jason wissen ganz genau, was sie hier machen. Der ganze Film ist bis zum Rand vollgestopft mit Anspielungen zum Original von 1984. Manche davon sind sehr offensichtlich, andere gut versteckt. Doch egal wie groß oder klein die Anspielungen sind, sie lenken nie von der eigentlichen Geschichte ab. Denn dieser Film ist nicht über die Ghostbusters. Also, natürlich schon irgendwie. Aber die Ghostbusters gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es eine neugierige und jederlei Hinsicht großartige Phoebe, die erst alles entdecken muss, was die Ghostbusters ihrerzeit hinterlassen haben. Sie ist die Hauptfigur, dies ist ihre Geschichte, und das ist den ganzen Film über klar. That being said, natürlich gibt es Geister. Und zwar nicht gerade wenige.

Ein wunderbarer Look

Und auch die sehen super aus. Zugegeben, es dauert ein wenig, bis tatsächlich der erste auftaucht, aber das tut dem ganzen keinen Abbruch. Denn auch die Geister spielen ihre Rolle, und die spielen sie alle super. Generell passt der Look des Films perfekt. Die Effekte, das Licht, die Szenerie, die Ausstattung, alles sieht toll aus und ist mit Liebe zum Detail gestaltet. Man merkt in jeder Sekunde, mit wie viel Herzblut die Produzierenden an dieses Projekt gegangen sind. Seien es die vielen, liebevollen Anspielungen wie oben angesprochen, oder die digitalen Geister, allen voran ein herrlich schräger Schwarm an Mini Marshmallow Männchen. Das Wichtigste jedoch kommt ganz ohne Effekte aus.

Eine realistische Familie

Denn das Wichtigste, der Kern des ganzen Films, ist die Familie von Carrie, Trevor, und Phoebe. Im Grunde ist Legacy kein Film über Geisterjäger, Gespenster und das Ende der Welt. Im Grunde ist Legacy ein Familienfilm. Es ist ein Film über eine alleinerziehende Mutter, die das Leben eines Vaters aufräumen muss, den sie nie kennengelernt hat. Über einen pubertären Sohn, der irgendwie versucht, zu den coolen Kids zu gehören. Und um eine 12jährige, die ganz nach ihrem Großvater kommt und endlich eine Chance sieht, sie selbst zu sein.

Eine Coming of Age Geschichte und Familienfindung, erzählt anhand einer Geistergeschichte, die beinahe nahtlos an den ersten Teil anknüpft. Da hilft es bestimmt, dass diese Familienbande auch hinter der Kamera bestehen. Denn Ivan Reitman, der Regisseur des Originals, hat diesen Platz nun für seinen Sohn Jason geräumt. Dadurch bekommt die Familiendynamik nochmal eine ganz neue Perspektive. Die Anerkennung, die Verbeugung der alten Generation, aber gleichzeitig auch das klare Statement, dass ihre Zeit vorbei ist. Und am Ende eine neue Generation von Ghostbusters, die uns hoffentlich noch lange begleiten wird, und Redakteure, die vor Rührung Tränen in den Augen haben.

 

Informationen zu Ghostbusters: Legacy

  • Originaltitel: Ghostbusters: Afterlife
  • Laufzeit: ca. 124 Minuten
  • Kinostart: 18. November 2021
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Mckenna Grace, Finn Wolfhard, Paul Rudd, Carrie Coon, Logan Kim, Celeste O’Connor

Trailer zu Ghostbusters: Legacy

  • Ghostbusters: Legacy – Kritik zum großen Geisterrevival
    Fazit zu Ghostbusters: Legacy

    Kurz vor meinem Kinobesuch habe ich nochmal das Original von 1984 gesehen, und es gab viel gutes, aber auch viel aus heutiger Sicht kritisches. Zu unser aller Glück hat Jason Reitman das kritische nicht nur gestrichen, sondern aktiv anerkannt, und nur das Gute übernommen. Herausgekommen ist ein toller Familienfilm, angereichert mit herrlich vielen Anspielungen, einer sehr gesunden Prise Humor und einer tollen Message. Und Phoebe, dem Highlight des ganzen Films. Die Kleine rockt.

    Lennart Hoffmann, Redakteur

 

Anspielungen ohne Ende für alle Fans des Originals
Spannende neue Generation, die wir hoffentlich nicht zum letzten Mal sehen
Offensichtliches Herzensprojekt, und das ist jede Sekunde spürbar
Wunderbare Verbeugung vor dem Original, ohne die neue Generation aus dem Fokus zu nehmen

Ab in die Filmsammlung?

Ja. Wenn ihr das Original mochtet, dann guckt diesen Film. Wenn ihr herzerwärmende Familienfilme mögt, dann guckt diesen Film. Und selbst wenn ihr noch emotionsloser seid als ich (und das will was heißen), guckt diesen Film.

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Geschrieben von Lennart Hoffmann
diskutiert mit Tarantino über Trinkgeld.
1 Kommentar

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