Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Kritik zum verstörenden Einblick ins Multiversum

Doctor Stranges’ zweites Soloabenteuer mit dem Titel Doctor Strange in the Multiverse of Madness startet am 04. Mai 2022 in die deutschen Kinos. Dabei knüpft der Marvel-Titel neben dem ersten Teil vor allem an WandaVision und Spiderman: No Way Home an. Dr. Stephen Stranges Reise führt ihn diesmal hinein in die Multiversen, die bislang nur rudimentär im MCU erreicht wurden. Inwieweit die Geschehnisse aus der Serie Loki mit der Möglichkeit von mehreren parallelen Universen zusammenhängen, wird sich noch zeigen. Fest steht aber, dass Strange nach seinem Abenteuer mit Peter Parker bereits in Berührung mit den Multiversen kam und dass Wanda nach den Ereignissen in Westview ihre eigenen Pläne mit diesen hat.

 

Die Story von Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Der Film startet mit der Verfolgung der jungen America durch ein fieses Dämonenmonster. Eine Version von Doctor Strange will ihr helfen, scheitert jedoch. America gelangt durch ihre mysteriöse Kraft, die sie noch nicht beherrschen kann, in dem Universum, das wir alle kennen. Sie trifft auf den Stephen Strange, der im letzten Spiderman-Film zu sehen war. Strange stellt schnell fest, dass America über eine außergewöhnliche Gabe verfügt: Sie kann scheinbar als einzige durchs Multiversum reisen. Aber sie hat keine Kontrolle, wann und wie dies geschieht. Zudem wird sie weiterhin von Dämonen verfolgt, die komische magische Zeichen tragen, die von einer mächtigen Hexe stammen müssen. Strange kennt eine solche Hexe: Wanda Maximoff aka Scarlet Witch.

So sucht er Wanda auf, die nach den Vorkommnissen in Westview scheinbar ein ruhiges Leben als gute, magielose Frau lebt. Doch bereits nach kurzer Zeit offenbart sich Wanda als die Hexe, die Jagd auf America macht. Sie will ihre Kraft für sich haben, um ein Universum aufzusuchen, in dem ihre irgendwie existierenden und doch nur magisch erzeugten Kinder noch leben. Doctor Strange will America beschützen, jedoch ist Wanda zu stark für ihn, den Sorcerer Supreme Wang und ihre Verbündeten. Durch unkontrollierten Einsatz ihrer Fähigkeiten teleportiert America sich und Strange in ein anderes Universum. Während sie dort nach einem weiteren Strange und einer Möglichkeit, Wanda aufzuhalten, suchen, terrorisiert die Scarlet Witch die Zurückgebliebenen und versucht, einen Traumzauber zu wirken, mit dem sie America finden kann.

Es folgen wirre Verfolgungsjagden und Begegnungen mit alten und neuen Bekannten, ehe Wanda schließlich doch das bekommt, was sie will. Strange erfährt währenddessen, zu welcher Macht er und seine Doppelgänger in der Lage sind. Er muss sich und seine Willenskraft, der dunklen Magie zu widerstehen, prüfen, bevor er America retten kann. Gleichzeitig fragt er sich immer wieder, was im Leben zählt und ob er wirklich glücklich ist. Das Ende hält dann noch ein paar spannende Wendungen und Auftritte parat, auf die ihr euch bei eurem eigenen Kinobesuch freuen könnt.

 

Unsere Kritik zu Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Doctor Strange führt wie immer beeindruckende Magietechniken aus, bei denen es nie langweilig wird, zuzusehen. So überzeugt er auch in diesem Soloabenteuer. Gerade, da hier die Welt der Multiversen weiter für den Zuschauer und für Zuschauerinnen ausgebreitet wird, ist Doctor Strange in the Multiverse of Madness sehr empfehlenswert. Der Film führt Stranges eigene Geschichte fort und zeigt ihm zugleich neue Wege auf, die er bzw. seine Doppelgänger gegangen sind und auch noch gehen können. Somit bleibt genügend Spielraum für Fortsetzungen offen.

Ebenso erfreulich sind Auftritte von Dr. Reed Richards alias Mr. Fantastic und Prof. Charles Xavier, der sogar von Patrick Stewart gespielt wird. Damit öffnen sich noch mehr Fenster für weitere Filme und Crossover, die in Zukunft möglich sein könnten. Somit könnten bald die X-Men und vielleicht auch die Fantastic Four eine wichtigere Rolle im MCU einnehmen. So oder so hat der Film jede Menge zu bieten. Er spinnt nicht nur neue Handlungsstränge, sondern führt auch den Strang von Wanda fort. Gekonnt knüpft hier das Erlebte aus WandaVision an. Wanda ist nun die Scarlet Witch und präsentiert sich als mächtige Feindin, die jedoch von der Sehnsucht nach ihren Kindern und nicht nach Weltherrschaft getrieben wird. Doctor Strange 2 webt somit die Schicksale bekannter und neuer Helden ineinander und führt sie fort, was Lust auf mehr macht.

Marvel setzt dabei auf eine ungekannte Brutalität, mit der Wanda vorgeht. Auch wenn diese teilweise unnötig wirkt, zeigt das dennoch eine neue Seite der Filmemacher. Es kommt also keineswegs Langeweile auf bei Marvel. Vielmehr scheinen bereits die Weichen für viele weitere Abenteuer von Doctor Strange und anderen Helden wie Feinden gelegt worden zu sein.

Eins, zwei, Wanda kommt vorbei

Wanda Maximoff gespielt von Elizabeth Olsen legt eine wirklich beeindruckende Rolle in dem Film hin. Sie ist getrieben von dem Wunsch, ihre Kinder wieder zu sehen. Dabei hat sie diese nur aus ihrer eigenen Magie geschaffen. Fest davon überzeugt, echte Versionen ihrer Söhne in anderen Universen zu finden, nutzt sie all ihre Macht dafür, an ihr Ziel zu gelangen. Wanda geht dabei über Leichen – und das nicht nur im sprichwörtlichen Sinne. Auf brutale Art und Weise mordet sie mehrere tausend Zauberermönche zu Beginn und je näher sie ihrem Vorhaben kommt, desto bestialischer scheint sie zu werden. Dabei werden für einen Marvel-Film relativ bizarre Tötungsmöglichkeiten in Szene gesetzt, die die verrückt gewordene Wanda ausübt. Auf der einen Seite schafft es dabei Elizabeth Olsen, ihre unerhörten Muttergefühle als plausibel darzustellen und Mitleid mit ihr zu erzeugen. Gleichzeitig überzeugt sie aber auch als psychopathische Mörderin, die nur Ausreden zu suchen scheint, um ihre unkontrollierbare Macht zu praktizieren.

Krieg, aber ohne Frieden

Das ist aber auch das Problem am Film. Wanda ist sehr mächtig und scheut nicht vor Gewalt, um das zu bekommen, was sie will. Natürlich leuchtet es ein, einer Psychopathin nicht zu erlauben, quer durch Multiversen reisen zu können. Aber wie sie selbst immer wieder betont: Ist das Leben eines Mädchens den Schmerz Tausender wert? Je mehr Personen Wanda umbringt, desto fragwürdiger erscheint Doctor Stranges Vorhaben, America um jeden Preis zu beschützen. Sie hätten dem Mädchen vielmehr früher beibringen sollen, mit ihren Kräften umzugehen, oder sie hätten ihr diese gleich wegnehmen sollen. Ebenso wäre es möglich gewesen, Wanda auf andere Weise zu ihren Kindern zu bringen, da diese ihre Schwachstelle sind. Alles in allem erscheint die immense Gewaltanwendung nicht ganz im Verhältnis zu dem Leben eines Menschen zu stehen, das gerettet wurde.

Da aber Olsens Schauspiel überzeugend ist und sie blutüberströmt, ihre Feinde verfolgend wirklich gruselig aussieht, kann man darüber hinwegsehen. Zudem ist es spannend, wie die Marvel Studios solch eine mächtige Hexe in Szene setzen. Bei all der Gewalt stellt sicherlich niemand mehr Wandas Macht in Frage. Vielmehr bleibt der Gedanke übrig: Wie wird es auch mit der Scarlet Witch weitergehen? Und was ist mit der Macht aus dem Darkhold?

 

Informationen zu Doctor Strange in the Multiverse of Madness

  • Originaltitel: Doctor Strange in the Multiverse of Madness
  • Laufzeit: ca. 130 Minuten
  • Heimkinostart: 04.05.22
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Benedict Cumberbatch, Elizabeth Olsen, Xochitl Gomez, Benedict Wong, Patrick Stewart

 

Trailer zu Doctor Strange in the Multiverse of Madness

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  • Doctor Strange in the Multiverse of Madness – Kritik zum verstörenden Einblick ins Multiversum
    Fazit zu Doctor Strange in the Multiverse of Madness

    Ich habe den Film sehr genossen, wobei ich wirklich überrascht war von den heftigen Kämpfen mit Wanda. Ich fand es aber auch gut, mal eine andere Seite von dem Marvel Studios zu sehen, und ich bin gespannt, wohin die Reise noch gehen wird.

    Ann-Kathrin Günther, Trainee

 

Überzeugendes Schauspiel
Ungewohnte Brutalität
Viele Gastauftritte, die Lust auf mehr machen

Ab in die Filmsammlung?

Als Marvel- und Doctor Strange-Fan ein Muss! Hier laufen einige Handlungsstränge vergangener Filme und Serien zusammen und es werden weitere gesponnen, die ihr nicht verpassen solltet.

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Geschrieben von Ann-Kathrin Günther
braucht kein Buch, sie hat schon eins.
1 Kommentar

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