Anno 1800 – Test zur vermutlich stärksten Überseefahrt der Anno-Geschichte

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLC´s

Anno 1800 Sonderausgabe (inkl. Soundtrack und Lithographien) - [PC]
  • Die Anno 1800 Sonderausgabe enthält neben dem Hauptspiel einen ausgewählten Spiel-Soundtrack sowie drei hochwertige Lithographien
  • Beweisen Sie sich im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Industrialisierung, Diplomatie und Entdeckungen
  • Anno 1800 kombiniert beliebte Funktonen aus der 20-jährigen Geschichte von Anno

Releasedatum: 16. April 2019

Genre: Strategie

USK: ab 6 Jahren freigegeben

Publisher: Ubisoft

Plattformen: PC

Der neuste Teil der Anno-Reihe ist ein Spiel, das vor allem in unserer Redaktion sehr präsent ist. Bereits auf der gamescom 2017 und in der Closed Beta konnte ich einen Blick auf das neuste Abenteuer werfen. Entwickler Ubisoft kehrte vom futuristischen Setting zurück zu den Wurzeln und siedelte das neue Anno 1800 zur Zeit der Industrialisierung an. Wie sich die Rückkehr in alte Gefilden anfühlt, erfahrt ihr im folgenden Test.

 

Eine Seefahrt, die ist lustig

Doch jede Metropole hat mal klein angefangen und so starten wir auch in Anno 1800 bei Null. Na ja, nicht ganz, denn die mithilfe der Voreinstellungen lässt sich anpassen, was unser Startkapital ist und wie viele Ressourcen uns zu Beginn zur Verfügung stehen. Entweder werft ihr euch direkt in die rund zehnstündige Kampagne, bei der ihr auch nach Beendigung noch Missionen erfüllen müsst, oder startet direkt mit dem Sandbox-Modus. Egal, wofür ihr euch entscheidet, ihr beginnt mit der Besiedlung eurer eigenen Insel. Die Wahl der richtigen Insel sollte dabei gut bedacht sein, denn jedes Territorium beinhaltet andere Furchtbarkeiten. So solltet ihr euch eine Insel nehmen, die die Furchtbarkeit zur Verfügung stellt, die ihr gerade am Anfang eures Bauens benötigt. So startet ihr mit Holzfällern und Sägewerken, um erste Ressourcen zu sammeln. Die passenden Arbeitskräfte liefern euch Wohnhäuser, in denen Bauern beheimatet sind. Doch um die Bewohner weiterzuentwickeln, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden, damit diese zufrieden sind. Als Nahrung wird beispielsweise Fisch gewünscht, später benötigen die Bewohner ein Wirtshaus, um ihren Ballast des stressigen Arbeitstages, fallen zu lassen. Je mehr dieser Bedingungen ihr erfüllt, umso mehr füllen sich die Wohnhäuser und schon steht ihr kurz vor der nächsten Entwicklungsstufe.

Handelsketten werden mit der Zeit immer komplexer.

 

Ordnung ist das halbe Leben

Doch ihr könnt die Gebäude nicht einfach kreuz und quer bauen, wie ihr wollt, sondern müsst den euch gebotenen Platz effektiv nutzen. Häuser sollten nah beieinander gebaut werden, denn besondere Gebäude wie Wirtshäuser oder die Feuerwehr haben einen bestimmten Wirkungsbereich, in dem sich möglichst viele Häuser befinden sollten. Dahingegen sollten Gebäude, die euch Ressourcen verschaffen, weiter außerhalb mitsamt einer Lagerhalle gebaut werden. Denn der Holzfäller arbeitet effizienter, wenn sich um ihn herum Bäume befinden statt Gebäude. Auch die Felder der Höfe benötigen einen bestimmten Platz. So müsst ihr zu Beginn noch nicht viel managen, mit der Zeit wird das Ganze jedoch komplexer und ihr müsst sogar ganze Städte umbauen. Besonders nervig ist dies in fortgeschrittenen Zeitaltern, in denen ihr plötzlich Strom benötigt oder ein Eisenbahnnetzwerk ausbauen müsst. Ihr könnt euch also merken: je fortgeschrittener eure Bevölkerung, desto komplexere Ketten müsst ihr im Auge behalten und desto komplizierter wird euer Städteaufbau. Wirklich realistisch ist auch, dass ihr nicht einfach von Beginn an in dem Tempo bauen könnt, in dem ihr es möchtet. Baut ihr eure Bevölkerung zu schnell aus, sinken die Gebrauchsgüter mit der Zeit und es entsteht ein Notstand, den ihr ausgleichen müsst, indem ihr mehr Güter herstellt. Mehr Bevölkerung bedeuten dafür mehr Steuern, die ihr wieder in Gebäude und Materialienherstellung stecken könnt. Die Kunst des Spiels besteht darin, dieses Gleichgewicht im Auge zu behalten. Das Prinzip wird auch noch nach mehreren Spielstunden nicht langweilig und motiviert über längere Zeit.

Beim Ranzoomen kann man seine Bewohner genauer beobachten.

 

Die Piraten!

Als ob dies nicht genug wäre, müsst ihr verschiedene Routen einrichten, um eure Inseln miteinander zu verbinden. Im späteren Verlauf gelangt ihr in die Neue Welt, die mit ganz anderen Ressourcen dient als die Alte Welt. Doch die Bewohner der Neuen Welt haben plötzlich Lust auf Bier und so müsst ihr eine Route zwischen den beiden Welten mithilfe eures Schiffes einrichten. Selbst innerhalb der einzelnen Welten müsst ihr Inseln aufgrund ihrer unterschiedlichen Fruchtbarkeiten miteinander verknüpfen. Hier gilt es dann, das richtige Maß an Lieferungen zu bestimmen, damit kein Notstand an Materialien auf einer der Inseln besteht. Dies müsst ihr über längere Zeit im Auge behalten und ständig der wachsenden Bevölkerung anpassen. Hinzu kommen nervige Mitspieler, die einem einen Strich durch die Rechnung machen können. Die kampfwütigen Piraten befinden sich beispielsweise im Dauerkrieg mit uns, es sei denn, wir sind gewillt, eine Menge Geld zu zahlen. Tun wir dies nicht, greifen uns ständig Piratenschiffe auf unseren Routen an. Wird dabei unser Schiff zerstört, ist dies supernervig und frustrierend, weil dann wieder erst ein neues Schiff gebaut werden muss, für das viele Arbeiter und noch mehr Materialien benötigt werden. Ihr solltet den Piraten also irgendwie entgegenkommen oder zumindest gewachsen sein, um ohne Frust durch die Weltmeere zu schippern. Natürlich könnt ihr euch selbst mit einer stattlichen Flotte ausstatten und Kriege gegen die anderen Parteien führen. Denn ob ihr ein Handelsabkommen, Krieg oder Waffenstillstand mit den anderen NPCs wollt, könnt ihr selbst bestimmen, indem ihr Sympathiepunkte bei den einzelnen Fraktionen sammelt. Doch die Interessen der Mitspieler sind oft zwiegespalten und ihr könnt es oft nicht jedem Recht machen.

Ein weiter Ozean trennt die Welten voneinander.

 

Auf ins Eldorado

Ihr habt immer noch nicht genug? Dann könnt ihr eure Schiffe auf eine Expedition schicken, bei der ihr verschiedenste Items erhalten könnt, die ihr beispielsweise in Gebäuden einsetzen könnt, um die Produktivität zu steigern. Bei einer Expedition erscheint ab und an ein Text, der die Handlung der Expedition beschreibt und auf den ihr mit einer von drei Antwortmöglichkeiten reagieren könnt. Oft stehen eure Chancen auf einen Erfolg neben den einzelnen Optionen, diese sind aber keine Garantie für ein Gelingen oder Scheitern eurer Expedition. Im Laufe dieser müsst ihr nämlich mehrere solcher Entscheidungen treffen, die sich auf die Moral eurer Mannschaft auswirkt. Hat diese keine Moral mehr, wird die Expedition abgebrochen und ihr müsst die Expedition von vorne starten. Schade ist zudem, dass die Spielwelt beim Durchlesen der Texte einfach weiterläuft und ihr keinen Einfluss mehr auf eure Städte nehmen könnt in der Zeit. Schlimmer sogar, es kann sogar sein, dass ihr zuvor die zeit beschleunigt habt und diese dann in einem Affenzahn weiterläuft, sodass ihr viele wichtige Ereignisse verpasst. So ist man oft gewillt, die Texte einfach durchzuklicken, um schnell wieder ins Spiel zu gelangen. Beim genaueren Durchlesen der Texte wirken diese zunächst abwechslungsreich, wiederholen sich aber nach einer gewissen Zeit.

Bei großer Zufriedenheit feiern die Bewohner ein Fest.

 

Kommt in den Zoo

Eine wichtige Geldeinnahmequelle im späteren Spielverlauf sind Touristen. Je attraktiver eure Insel ist, desto mehr Touris lockt sie an. Deshalb solltet ihr darauf achten, keine CO2 produzierenden Dreckschleudern mitten in eurer Stadt zu platzieren. Was Touristen mögen, sind beispielsweise kulturelle Angebote. So könnt ihr ein Museum mit allerlei Artefakten eröffnen oder einen Zoo bauen. Den Zoo könnt ihr mit vielen exotischen Tieren füllen, je seltener diese sind, umso interessanter wird der Zoo. Aber auch unberührte Natur oder Parkanlagen verbessern die Attraktivität eurer Stadt. Doch nicht nur die Touristen erfreuen sich an eurer Stadt, auch Spieler erleben mit Anno 1800 eine bis dato noch nie so hübsch aufpolierte Grafik und so viele Einzelheiten bei den Bewohnern, dass es Spaß macht, zwischenzeitlich einfach mal das Treiben der Stadt zu bewundern. Das Geschehen kann sogar aus der Ego-Perspektive durch die Tastenkombination STRG+Umschalttaste+R erlebt werden, dadurch eröffnen sich aber die eher schäbigen Einzelheiten eurer Welt, lasst es also besser bleiben.

 

Anno 1800 Sonderausgabe (inkl. Soundtrack und Lithographien) - [PC]
  • Die Anno 1800 Sonderausgabe enthält neben dem Hauptspiel einen ausgewählten Spiel-Soundtrack sowie drei hochwertige Lithographien
  • Beweisen Sie sich im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Industrialisierung, Diplomatie und Entdeckungen
  • Anno 1800 kombiniert beliebte Funktonen aus der 20-jährigen Geschichte von Anno

 

Positiv:

Aufpolierte Grafik mit städtischem Treiben
Komplexes Wirtschaftssystem, was auf lange Zeit motivieren kann
Unterschiedliche Bevölkerungsstufen mit anderen Bedürfnissen
Multiplayer-Komponente fügt sich gut in Anno 1800 ein
Technisch zwar nicht einwandfrei, aber die Bugs stören den Spielfluss nicht
Optionale Kampagne

Negativ:

Expeditionen werden auf Dauer nur zum Beiwerk
Technisch nicht ganz sauber
Kampagne endet abrupt und führt nur die ersten drei Bevölkerungsstufen ein
Frieden mit manchen Parteien scheint unmöglich (oder ist sehr teuer…)
  • Anno 1800
    “Anno 1800 zählt zu den besten Teilen der Spielreihe. Zum Glück hat Ubisoft zu den Wurzeln der Reihe zurückgefunden und das Optimale aus dem Spiel herausgeholt. Auch nach unzähligen Stunden Spielzeit wird man als Spieler immer weiter gefordert, sodass keine Langeweile aufkommen kann. Ein besonderer Pluspunkt ist der beliebte Multiplayer-Modus, in welchen man mit Freunden zusammen eine Partie Anno spielen kann. Obwohl es wohl nicht bei einer Partie bleiben wird!”
    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Auf in die Neue und Alte Welt?

Der Segeltrip lohnt sich für alle Fans der Anno-Reihe. Hier handelt es sich um den vermeintlich besten Teil der Reihe.

Jasmin Paskuda
Geschrieben von
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

1 Kommentar

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