Yooka-Laylee – Test zum lustigen 3D Jump’n’Run

Die Geschichte von Yooka-Laylee begann als Kickstarter-Kampagne. Ein Entwicklerteam aus ehemaligen Mitarbeitern von Rare machte sich daran, einen geistigen Nachfolger von Banjo-Kazooie zu entwickeln. Doch diesmal sollten nicht der Bär und der Vogel auf Abenteuerreise gehen, diesmal dürfen die Spieler ein Chamäleon und eine Fledermaus steuern. Auf der Suche nach unzähligen Objekten kämpft ihr euch durch allerlei Welten des 3D Jump’n’Run-Titels. Ob Yooka-Laylee noch zeitgerecht ist und ob uns das Spiel überzeugen konnte, verrät euch unser Test.

 

Bunte Welten voller Details

In Yooka-Laylee müsst ihr verschiedene Objekte in unterschiedlichen Welten sammeln. Zu Beginn des Spieles wird euch ein wertvolles Buch gestohlen, dessen Seiten (sogenannte Pagies) überall in den Welten verstreut wurden. Die goldenen Federn, die ihr sammeln könnt, helfen euch dabei, an diese Seiten zu gelangen. Auch bunte Geister und Verbesserungen lassen sich im Spiel einsammeln. Dabei könnt ihr die verschiedenen Welten betreten, indem ihr mit den einsammelbaren Pagies Großwälzer öffnet. Innerhalb dieser Bücher befinden sich Eis, Sumpf- oder auch Tropfenwelten. Allerdings ist die Anzahl der Welten nicht annähernd so groß wie zu Banjo-Kazooie Zeiten. Zwar sind die Welten viel größer als zuvor und detailreicher gestaltet, allerdings erwartet man hinsichtlich der Gestaltung der Welten viel mehr Abwechslung. Die Welten sind gefüllt mit allerhand Rätsel, die es zu lösen gilt. Allerdings bestehen diese meistens aus einem Geschicklichkeitsteil, der oft mit einem Zeitlimit gekoppelt ist. Ein bisschen Abwechslung bietet dabei das Quizz von Dr. Quack: In diesem müsst ihr 10 Fragen richtig beantworten, um im Spiel weiterzukommen. Die Fragen umschließen die unterschiedlichen Welten als auch euren Spielstand. So müsst ihr beispielsweise up to date sein, was eure Spielzeit und die Gesamtzahl eurer Federn anbelangt.

Die Welten in Yooka-Laylee sind riesig

 

Das dynamische Duo

Statt eines behaarten Bären und einem knallroten Vogel steuern wir dieses Mal Yooka, ein grünes Chamäleon und Laylee, eine lilafarbene Fledermausdame. Die beiden passen zusammen wie die Faust aufs Auge, da Laylee durch Yooka transportiert werden kann. Haut man in die Tasten seines Controllers können die beiden miteinander interagieren. Denn im Verlaufe des Spieles lassen sich bei Schlange Trowzer allerlei unterschiedliche Aktionen erlernen, die ihr durch Tastenkombinationen auslösen könnt. Dabei benötigt ihr einige, um in den Welten weiterzukommen oder bestimmte Objekte einsammeln zu können. Doch die Steuerung in Yooka-Laylee ist sehr schwammig. Die Kurven werden teilweise sehr eng genommen, sodass euch nach dem einen oder anderen Sprung der Abgrund erwartet. Auch die Kamera trägt ihr Übriges dazu bei, denn an vielen Stellen lässt sich die Kameraansicht nicht drehen, sodass ihr gerne mal gegen eine Wand starrt. Besonders ärgerlich ist es, wenn man einen hohen Berg erklimmen will und kurz vor Ende herabstürzt, sodass ihr eure Sprungsession von vorne beginnen müsst.

Pagies wollen und müssen gesammelt werden

 

Viele bunte Charaktere

Das Highlight von Yooka-Laylee sind für mich die vielen Nebencharaktere. Jeder Einzelne wirkt liebevoll gestaltet und hat meist einen einschlagenden Charakter. So kann euch eine Ente in einem Kaugummiautomaten oder ein sprechender Einkaufswagen begegnen. Dr. Puzz beispielsweise verwandelt Yooka und Laylee in jeder Welt im Austausch gegen ein Molekül in ein anderes Wesen. Die vielen Charaktere beleben die Welten von Yooka-Laylee zusätzlich und haben viele Rätsel parat. Auch die Dialoge, die die Nebencharaktere mit unserem Duo führen, sind äußerst lustig gestaltet und lesenswert. Dabei findet sich eine Vielzahl an Anspielungen der Entwickler, beispielsweise, dass Bösewicht Capital B. in einem späteren Spiel auftauchen soll. Die Vertonung der Charaktere orientiert sich dabei an Banjo-Kazooie: Statt der Dialoge ertönt aus eurem Lautsprecher nur eine „Au au au“ oder ein „Öü öü öü“. Dabei wurde sehr darauf geachtet, dass die Geräusche zu den einzelnen Figuren passen. Auch auf die Musik der einzelnen Welten wurde wertgelegt. Läuft man so durch die Welten von Yooka-Laylee, fühlt man sich in die 90er zurückversetzt. Einzig und alleine die langen Ladezeiten zwischen den Welten sind ungewohnt und stören auf Dauer. Doch selbst darauf wird im Ladebildschirm hingewiesen – mit einem Modul wäre die Welt schon lange geladen.

Rextro betreibt einen Arcade-Bereich

 

Moderne Auflage mit Retro-Charme

Die großen verzweigten Spielwelten nehmen natürlich auch größere Laufwege in Kauf. Dabei ist es ungünstig, wenn für ein später zu lösendes Rätsel ewig den gleichen langen Weg laufen müsst. Doch innerhalb und auch außerhalb der Größwälzer wurden Abkürzungen eingerichtet. Diese bestehen entweder aus Wegen, die nur mit erlernbaren Fähigkeiten betreten, werden können, oder aus Schaltern, die neue Öffnungen erscheinen lassen. Eine Schnellreise, wie man sie aus heutigen Spielen kennt, wäre bei der Größe der Spielwelt übertrieben gewesen und würde dem Spiel sein Retroflair nehmen.  Doch da die Anzahl der spielbaren Welten geschrumpft ist, hätten die Bosskämpfe spektakulärer und anspruchsvoller gestaltet werden können. Im Gegensatz zu den Bossen ist so manches Rätsel schwieriger gestaltet, denn bei den meisten Bossen reicht die „Hau-Drauf“-Taktik. Eigentlich ist keine Taktik nötig. Auch der Tod bringt keine Konsequenz mit sich: Zwar verliert ihr bei Stürzen oder gegnerischen Angriffen eure Schmetterlingslebensenergie, allerdings startet ihr das Spiel von dem letzten Tor, was ihr passiert habt.

 

Positiv:

Riesige Spielwelten, die viele Rätsel beinhalten
Detailreiche Umgebungen und lustige Charaktere
Retro-Charme durch die vielen Parallelen zu Banjo-Kazooie
Sammel-Wahn bringt ständig Abwechslung in das Spiel

Negativ:

Viel zu leichte Bossmechaniken, wenn man die restlichen Rätsel betrachtet
Ungünstige Kameraperspektiven, vor allem am Rande von Plateaus
Wenig Spielwelten vorhanden
Lange Ladezeiten im Ladebildschirm, wenn man ein anderes Areal betritt
  • Yooka-Laylee – Test zum lustigen 3D Jump’n’Run
    “Man merkt dem Spiel an, dass es von ehemaligen Entwicklern von Rare geschaffen wurde. Überall findet man Parallelen und Gemeinsamkeiten zu Banjo-Kazooie. Also falls ihr dem Retrocharme erliegen wollt, ist dieses Spiel ein Pflichtkauf. Die vielen sammelbaren Objekte spornen einen dazu an, dem Sammelfieber zu erliegen und Welt für Welt nach Federn, Ghostwritern und mehr abzugrasen. Doch neben den vielen tollen Parallelen haben sich auch negative Dinge ins Spiel eingeschlichen. Eine schwammige Steuerung, zickige Kameraperspektiven und viel zu leichte Bosskämpfe sind nur einige der Dinge, die den Spielspaß trüben. Doch trotz alledem ist Yooka-Laylee ein spielenswerter Titel, der das Herz der 90er Generation höher schlagen lässt.”
    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Auf in den Kampf gegen Capital B?

Alle Fans des Retrocharmes, die keinen Komfort der modernen Spiele vermissen würden, können hier beruhigt zuschlagen.

Geschrieben von
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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