Uncharted

Kritik zur am meisten erwarteten Spieleverfilmung

Wenn ihr den Titel Uncharted hört, woran denkt ihr dann? Natürlich an Nathan Drake. Abenteurer, Draufgänger, Schatzsucher. An große Schätze, exotische Schauplätze, rasante Kletterpartien und wilde Schießereien. Nicht an Spiderman und Max Payne. Bisher. Denn was bisher so ziemlich gar nichts miteinander zu tun hatte gehört auf einmal unweigerlich zusammen. Aber lohnt sich das? Ist die lang ersehnte Verfilmung ein Erfolg wie die Videospiele zuvor, oder geht sie unter wie jeder große Schatz, den Nathan je geborgen hat? Nun, das erfahrt ihr hier.

 

Die Story von Uncharted

Nathan Drake ist der Nachfahre des großen Sir Francis Drake. Zumindest sagen das seine Eltern. Sagt sein Bruder Sam. Nachdem dieser aus dem Waisenhaus geflogen ist, hat Nathan niemanden mehr von ihnen gesehen. Stattdessen arbeitet er als Barkeeper und stiehlt seinen Kunden ihren Schmuck. Bis Victor Sullivan auf den Plan tritt und ihm ein unschlagbares Angebot macht. Ferdinand Magellan, seine Weltreise, und das Gold, das er versteckt hat. 5 Milliarden Dollar. Der größte Schatz, der niemals gefunden wurde. Victor will ihn finden, und Nathan soll ihm dabei helfen. Der Haken? Die beiden sind nicht die einzigen, die danach suchen. Und nach den Regeln spielt niemand, denn bei dieser Jagd gibt es keine Regeln.

 

Unsere Kritik zu Uncharted

Spieleverfilmungen haben nicht gerade den besten Ruf, und das leider zurecht. Jeder der Max Payne, Assassin’s Creed oder irgendetwas von Uwe Boll gesehen hat kann das bestätigen. Dennoch begann die Entwicklung der Uncharted Verfilmung bereits ein Jahr nach Erscheinen des ersten Spiels, 2008. Nachdem nun der zwölfte (!) Regisseur den Film tatsächlich gedreht hat und zwischendurch Mark Wahlberg selbst für die Rolle des Nathan Drake vorgesehen war, bekommen wir hier einen tatsächlich sehr unterhaltsamen Film geliefert. Aber der Reihe nach.

Der richtige Stoff

Beginnen wir mit einer guten und wichtigen Entscheidung, die ganz zu Beginn gefallen ist. Das richtige Spiel für eine Verfilmung zu wählen. Warum war Max Payne so ein gutes Spiel? Wegen der Bullet Time Schießereien. Wann waren solche Effekte jemals cool im Film umgesetzt? Nie. Was war der Fokus des Assassin’s Creed Films? Die Geschichte in der Gegenwart. Was ist für jeden Fan der Spiele mehr Pflicht als Spaß? Richtig, die Gegenwartsstory. Zu oft haben Studios Spiele für Verfilmungen gewählt, die dafür nicht geeignet sind, oder den Fokus des Films katastrophal falsch gesetzt. Sowas kann bei Uncharted höchstens passieren, wenn man es aktiv darauf anlegt. Coole Action und große Abenteuer an exotischen Schauplätzen? Es gibt genügend Filme, die beweisen, wie gut das funktioniert.

Die altbewährte Formel

Und damit meinen wir die Uncharted Formel. Dafür nehme man einen großen Schatz aus der Geschichte der Menschheit, einige Rätsel für eine Schnitzeljagd um den Globus, einen gefährlichen Gegenspieler, der den Schatz um jeden Preis finden will, und natürlich einen exotischen Schauplatz für das große Finale. Fertig ist das altbewährte und sehr erfolgreiche Konstrukt. Wenn man jetzt noch Nathan Drake, Victor Sullivan und Chloe Frazier hinzufügt, kann eigentlich nichts schiefgehen. Tut es auch nicht. Vieles ist offensichtlich an bekannte Szenen aus den Spielen angelehnt, zum Beispiel die großartige Sequenz im (und um das) Flugzeug. Auch Nathans Und Sullys Zusammenspiel ist stets amüsant und erinnert etwas an Indiana Jones und seinen Vater in Der letzte Kreuzzug. Und dann ist da noch Chloe. Sie und Sully trauen sich ungefähr so weit wie sie sich werfen können, und beide erwarten an jeder Ecke mehr Verrat als John le Carré in all seinen Büchern zusammen hätte unterbringen können. Es gibt da nur eine kleine Sache.

Prequel, Sequel, oder eine alternative Geschichte?

Die Geschichte des Films passt nicht ganz zum Kanon der Spiele. Im Vorfeld wurde bereits häufiger erwähnt, dass es sich bei dem Film um eine Vorgeschichte zu den Spielen handeln soll. Nur blöd, dass manches dieser Vorgeschichte bereits erzählt worden ist. So ist aus den Spielen bereits bekannt, wie Nathan und Sully sich kennengelernt haben, und Sams Rolle in Nathans Leben ist auch eine andere. Das war bereits früh ein Punkt für Kritik, und das nicht zu Unrecht. Schließlich haben die Spiele über vier Teile hinweg immer stärker ihre Geschichte ausgebaut, da wäre es unangebracht, vieles davon einfach zu verwerfen. Aber sind wir mal ehrlich. Uncharted ist nicht gerade für eine umfassende, tiefgründige Hintergrundgeschichte bekannt. Solange man dieses Manko hier ausblendet, oder einfach sagt, dass der Film und die Spiele unterschiedliche Versionen der Geschichte von Nathan Drake erzählen, kann man hier viel Spaß haben.

 

Informationen zu Uncharted

  • Originaltitel: Uncharted
  • Laufzeit: ca. 116 Minuten
  • Kinostart: 17. Februar 2022
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Tom Holland, Mark Wahlberg, Antonio Banderas, Sophia Taylor Ali, Tati Gabrielle

 

Trailer zu Uncharted

  • Uncharted
    Fazit zu Uncharted

    Ich war anfangs ein wenig skeptisch, denn gute Spieleverfilmungen sind eine Ausnahme. Dabei bin ich positiv überrascht worden. Zwar habe ich keinen einzigen Teil selbst gespielt (Igitt, Shooter auf der Konsole), aber um diesen Film genießen zu können ist das auch gar nicht nötig.

    Lennart Hoffmann, Redakteur

 

Rasante Action, große Abenteuer, tolle Schauplätze - alles was Uncharted ausmacht
Fühlt sich genauso an, wie man sich einen Uncharted Film vorstellt
Auch für Neulinge der Reihe ein großer Spaß
Einziges Manko: passt storytechnisch nicht ganz mit der Spielereihe zusammen, aber das ist verkraftbar

Ab in die Filmsammlung?

Wenn ihr Action und Abenteuer mögt, dann sollte dieser Film irgendwie seinen Weg in eure Sammlung finden. Wer starke Charakterdramen sucht – lest nochmal worum es hier geht.

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Geschrieben von Lennart Hoffmann
diskutiert mit Tarantino über Trinkgeld.
1 Kommentar

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