Twelve Minutes

Test zum narrativen Zeitschleifen-Thriller

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Releasedatum: 19. August 2021

Genre: Adventure, Indie Game

USK: Keine Freigabe

Publisher: Annapurna Interactive

Plattformen: Xbox One, Xbox Series X|S, PC

Beinahe zwei Jahre lang, nach Erscheinen des ersten Trailers, warteten Fans des düsteren Point-and-Click-Thrillers auf dessen Veröffentlichung. Zwischenzeitlich wurde es sogar verdächtig still um den Debut-Titel des portugiesischen Entwicklers Luis Antonio. Schließlich meldete er sich mit einem echten Knaller zurück, denn die Stimmen seines Indie-Adventures erhielten ausschließlich Starbesetzung. Nun hat die lange Wartezeit ein Ende und Twelve Minutes hat das Licht der Welt erblickt. Ob es den hohen Erwartungen gerecht werden kann, erfahrt ihr im folgenden Test.

 

Und täglich grüßt…

Die Handlung von Twelve Minutes lässt sich sehr schnell zusammen fassen. Als Protagonist kommen wir nach der Arbeit nach Hause. Dort wartet unsere Frau mit einem romantischen Abend auf uns. Doch werden wir von einem mysteriösen Polizisten in unserer Zweisamkeit gestört, der unsere Frau des Mordes an ihrem Vater beschuldigt. Blitzschnell überwältigt er sowohl uns als auch unsere Frau.

Wehrlos müssen wir dabei zusehen, wie er sie brutal zusammenschlägt, während er nicht nur die Mordvorwürfe fallen lässt, sondern auch Fragen nach einer geheimnisvollen Uhr stellt. Da die Misshandlung unserer Frau keine Früchte trägt, nimmt er sich uns vor und plötzlich sind wir wieder am Anfang des Abends. Nun sind wir dazu verdammt in Täglich-grüßt-das-Murmeltier-Manier diese brutalen 12 Minuten immer und immer wieder zu durchleben und dabei das Rätsel um unsere Frau und den mutmaßlichen Polizisten zu lösen.

Twelve Minutes

Innerhalb der nächsten Minuten wird sich das Leben des Protagonisten schwerwiegend verändern.

 

Klassisches Point-and-Click mit einigen Abstrichen

Da bei diesem Titel der Fokus hauptsächlich auf der Geschichte und dem Lösen des Rätsels liegt, beschränken sich die Spielmechaniken auf ein einfaches Point-and-Click-System. Mit der Maus steuern wir den Protagonisten und lassen ihn mit Objekten und Personen interagieren. In der Regel punkten guten Point-and-Click-Adventures auch nicht mit ihrer Spielmechanik, sondern mit einer packenden Geschichte, einer mitreißenden Atmosphäre, sympathischen Figuren oder einer wunderschönen Spielwelt. Leider bietet Twelve Minutes nichts von alledem. Zugegeben, es hat eine wirkliche schöne Grafik und der Overlook-Teppich im Hausflur als Hommage an den Horrorklassiker Shining lässt Nostalgieherzen höher schlagen, doch ist das kleine Zwei-Zimmer-Appartment recht trist. Spätestens nach der zweiten oder dritten Schleifen haben wir als Spieler alles gesehen und es ist nur noch eintönig und fad.

Auch ist das Spiel außerordentlich still. Wenn nicht gerade eine der Figuren spricht, ist kaum etwas zu hören. Man nimmt so gut wie keine Hintergrundgeräusche wahr, noch einen anderen Sound irgendeiner Art. Damit wird keinerlei Atmosphäre aufgebaut oder Stimmung übermittelt. Selbst storyrelevante Tracks, die aktiv von den Charakteren angesprochen werden, sind kaum wahrnehmbar und verlieren somit jegliche Bedeutung. Außerdem ist der Hauptcharakter schwer zugänglich, da wir praktisch nichts über ihn erfahren, außer, dass er vergesslich ist. So fällt es sehr schwer sich mit ihm zu identifizieren. Noch dazu wird seine Frau mit jeder Schleife unsympathischer, sodass man sich irgendwann nur noch genervt die Frage stellt, wieso man ihr Leben eigentlich retten sollte. Wäre da nicht die Zeitschleife, aus der man endlich ausbrechen will.

 

Frust, Frust, Frust

Wer den Film “Und täglich grüßt das Murmeltier” gesehen hat, weiß, dass jemand, der in einer Zeitschleife gefangen ist, unter Umständen früher oder später ausgesprochen gereizt auf sich immer wiederholende Ereignisse reagiert. Wer den Film nicht gesehen hat, hat es spätestens nach ein-zwei Stunden Spielzeit in Twelve Minutes am eigenen Leib erfahren. Denn diese Zeit braucht man in etwa um alles gefunden und mit jedem möglichen Objekt interagiert zu haben. Nun stellt sich die Frage, was nun? Auch wenn wir die sich immer wiederholenden Textzeilen spulen können, frustriert und nervt es zum x-ten Mal das Gedudel der Frau aus dem Bad zu hören. Immer wieder ihre Selbstbeweihräucherung über sich ergehen zu lassen, weil sie Nachtisch gezaubert hat und so weiter. Selbst wenn wir an neue Informationen und Erkenntnisse gelangt sind, sind die Textzeilen teilweise die gleichen, sodass die Charaktere nicht auf neue Informationen eingehen, sich der Situation nicht anpassen und dadurch teilweise völlig unpassende Reaktionen an den Tag legen.

Auch ein Großteil der Rätsel, oder besser gesagt deren Lösung, wirkt völlig undurchdacht und willkürlich. Mit Logik und Kombinatorik ist uns hier oft nicht geholfen. Jegliche vernünftige Optionen an Informationen zu kommen und das Geheimnis zu lüften scheitern auf ganzer Linie. Nachdem also Logik und Vernunft an unserem Frust zerschellten, wie Wellen an einem Felsen, probieren wir eben die absurdesten Dinge aus, die uns einfallen. Und siehe da, es funktioniert. Doch leider ist diese Erfahrung alles andere als befriedigend. Denn nicht nur, dass viele Informationen völlig irrelevant sind, wir bekommen sie nicht aufgrund von intelligentem Kombinieren und Schlussfolgern, sondern weil wir praktisch kopflos Amok laufen.

Twelve Minutes

Der Protagonist wartet versteckt im Wandschrank auf den Killer, nachdem er diesem bereits zuvor kam.

 

Nach Durchbrechen der Zeitschleife

Rückblickend lässt sich sagen, dass Twelve Minutes wirklich stark anfängt, aber leider nach spätestens einer Stunde Spielzeit ebenso stark abnimmt. Die Ansätze der Geschichte sind durchaus interessant und erwecken Neugier. Doch die Auflösung und die Gründe für die Geschehnisse hat man alle bereits in anderen Geschichten gesehen/gehört/gelesen, nur dass sie dort meist kreativer verpackt wurden. Noch dazu fällt es sehr schwer Empathie für die Charaktere zu entwickeln, da man stets sehr distanziert auf alles blickt.

Es findet keine Identifizierung mit dem Hauptcharakter statt, der nicht mal einen Namen spendiert bekam. Und auch die Beziehung zu seiner Frau, deren Name ebenfalls nicht erwähnt wird, lässt uns recht ungerührt. Dazu kommt ihr vermehrt unsympathischer werdendes Verhalten, welches irgendwann dem eines bockigem Kindes gleich kommt. Zusammen mit einem kaum vorhandenen Soundtrack fehlt es dem Spiel an Atmosphäre und Sympathie, da retten namhafte Synchronsprecher wie Willem Dafoe, James McAvoy und Daisy Ridley leider auch nichts mehr.

 

*Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

 

 

  • Twelve Minutes
    Fazit zu Twelve Minutes

    An dieses Spiel hatte ich hohe Erwartungen. Der Trailer versprach einen interessanten Thriller in hübscher Grafik. Leider wurde nur eines dieser Versprechen gehalten. Die fehlende Atmosphäre und Spannung konnte auch eine Starbesetzung der Synchronsprecher nicht ausgleichen.

    Vivien Ziermann, Redakteurin

Positiv:

Hübsche Grafik mit Shining-Hommage mittels des Overlook-Teppichs im Hausflur
Starbesetzung der Synchronsprecher mit Willem Dafoe, James McAvoy und Daisy Ridley

Negativ:

Kaum wahrnehmbarer Soundtrack und damit fehlende Stimmung und Atmosphäre
Sehr große Distanz zwischen Charakteren und Spieler, kaum Indentifizierung oder Empathie mit bzw für die Figuren möglich
Unkreative Entwicklung der Geschichte, ausschließlich Zurückgreifen auf bereits Bekanntes
Sehr willkürliche Rätsel, die sich weder durch Logik noch durch Kombinatorik lösen lassen

Ab in die Sammlung?

Selbst Hardcore-Fans von Point-and-Click-Adventures würde ich davon abraten. Es gibt weitaus kreativere, charmantere Genrevertreter, die eher einen Blick wert sind.

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Geschrieben von Vivien Ziermann
Redakteurin im Bereich: Games, Movies

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