Time Loop

Kritik zum Zeitreisenmüll

Filme zum Thema Zeitreisen haben es immer schwer. Ein Phänomen schlüssig zu erklären, das wissenschaftlich noch lange nicht greifbar ist, gelingt eigentlich nie und geht nicht selten nach hinten los. Oder hat irgendjemand Source Code, Edge of Tomorrow oder Avengers Endgame wirklich verstanden? Diese Filme zeigen aber auch, dass es trotzdem funktionieren kann, wenn alles andere stimmt. Was aber, wenn alles andere überhaupt nicht funktioniert? Dann kommt Time Loop dabei heraus.

 

Die Story von Time Loop

Und da geht’s auch schon los. Time Loop handelt von dem jungen Wissenschaftler Ricky und seinem Vater, die in einer Scheune in irgendeinem italienischen Dorf eine Zeitmaschine gebaut haben. Wie sie das gemacht haben? Keine Ahnung, aber das ist auch egal. Denn dann passiert….ja, was eigentlich genau? Nach einem kleinen Ausflug ins Dorf wird Ricky von seinem Vater durch die Zeitmaschine geschubst und reist eine Stunde in die Vergangenheit. Von da an tut er Dinge, von denen niemand weiß warum, vermutlich nichtmal er selbst. Also belassen wir es einfach dabei und gehen weiter zur Kritik.

 

Unsere Kritik zu Time Loop

Wo fang ich da nur an? Am besten erstmal was positives. Das Dorf ist schön. Zumindest in den paar Minuten, die man es sieht. Da hört es mit dem positiven aber auch schon auf. Wenn ihr also nicht lesen wollt, wie wir – rein verbal natürlich – schlimmer auf diesen Film einschlagen als belarussische Polizisten auf Demonstranten, dann solltet ihr vielleicht nicht weiterlesen. Ansonsten schön, dass ihr hier seid, macht es euch bequem, und genießt meine Darstellung von Wut aus Alles steht Kopf.

Schon beim Start aufs Maul gelegt

Es ist ein bekanntes Stilmittel, eine Geschichte ohne große Erklärung scheinbar mittendrin beginnen zu lassen. Gerade Kurzgeschichten bedienen sich dessen häufig, aber auch viele Filme. Wenn es richtig aufgezogen wird zieht es den Zuschauer direkt in den Bann und man ist von der ersten Sekunde an gefesselt und will wissen, wie es dazu kam und wie es weitergeht. Das ist hier nicht der Fall. Ich versuche es mal so zu beschreiben. Erinnert ihr euch noch an den Sportunterricht in der Schule? An den 100m Sprint aus diesen komischen Startblöcken? Stellt euch vor, ihr startet aus den Dingern, und legt euch nach ein paar Schritten mit vollem Tempo der Länge nach auf die Schnauze. So ungefähr startet dieser Film. Nichts ist erklärt, nichts ist verständlich, so als wäre es das normalste der Welt, eine Zeitmaschine in der Scheune zu haben. Falls ihr jetzt denkt, die Erklärung käme noch, muss ich euch enttäuschen. Es geht nur noch bergab.

Aneinandergereihter Schwachsinn

Denn normalerweise hat jede Geschichte einen roten Faden, der sich einmal komplett hindurchzieht. Hier haben sich die Drehbuchautoren gedacht, es sei eine super Idee, diesen Faden aus einem Haufen Einzelstücke zusammen zu knoten. Nichts passt zusammen, die Figuren verhalten sich durch die Bank weg komplett inkonsequent und man weiß nie, was sie jetzt eigentlich voneinander halten und was ihr Plan ist. Wahrscheinlich wissen sie das selbst nicht, so wie sie sich benehmen. So viel zum roten Faden, drei Mal abgeschnitten und immer noch zu kurz. Was eine Überraschung. Achso, und dass die Auflösung der ersten Szenen direkt offensichtlich ist brauch ich nicht zu erwähnen oder? Selbst mein Neffe würde das sofort schnallen. Selbst mein Neffe würde eine bessere Geschichte schreiben können. Und mein Neffe ist drei Monate alt.

Die Ironie der Trägheit

Kaum zu glauben, aber der Film dauert eigentlich nicht einmal 90 Minuten. Uneigentlich fühlt es sich mindestens viermal so lang an. Das liegt vielleicht daran, dass der Protagonist jedes Mal um eine Stunde zurück reist und jedes Mal denselben Schwachsinn aus einem anderen Blickwinkel erlebt. Irgendwo ist da bestimmt ein total toller Metakommentar versteckt, aber ich habe nach 20 Minuten aufgehört dem Film zu folgen und mich stattdessen darauf konzentriert, meine restlichen Gehirnzellen vom Massenselbstmord abzuhalten. Statt diesen Film zu gucken hätte ich lieber noch einmal ein ganzes Semester Verwaltungsrecht an der Uni gemacht. Und ja, das ist so spannend wie es klingt. Alternativ hätte ich auch eine Zeitmaschine bauen können, um zu verhindern, dass dieser Dreck jemals produziert wird. Stattdessen sollte ich vielleicht langsam einsehen, dass ich die Zeit, die ich für diesen Film verschwendet habe, niemals zurück bekommen werde. Da hilft wohl nur noch Alkohol. Vielleicht ist ja noch etwas von dem Smirnoff da.

 

Informationen zu Time Loop

  • Originaltitel: Time Loop
  • Laufzeit: ca. 83 Minuten
  • Heimkinostart: 14. Oktober 2021 Digital EST, 21. Oktober 2021 Digital TVOD
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Sam Gittins, Mino Sferra, Ellie Poussot

Trailer zu Time Loop

  • Time Loop – Kritik zum Zeitreisenmüll
    Fazit zu Time Loop

    Dieser Film war blöd. So lautet das Fazit in unserer Vorlage. Diesen Film als blöd zu bezeichnen wäre allerdings die größte Untertreibung, die diese oder irgendeine andere Zeitlinie jemals gesehen hat. Um es mit den Worten von Jack Nicholsons Joker zu sagen: “Mist, Mist, Mist, Mist.”. Das einzig gute war der Abspann, denn da war diese Verfilmung der Sinnlosigkeit endlich vorbei.

    Lennart Hoffmann, Redakteur

 

Geschichte? Schlimmer als ein Fiebertraum
Dialoge? Hölzerner als der Schwarzwald
Schauspiel? Schlechter als ich in der 1. Klasse
Der ganze Film? Absolute Zeitverschwendung

Ab in die Filmsammlung?

Nein. Auf gar keinen Fall. Lasst es einfach. Für eure eigene Gesundheit, macht einen Bogen um diesen Film.

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Geschrieben von Lennart Hoffmann
diskutiert mit Tarantino über Trinkgeld.

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