Thor: Love and Thunder

Kritik zum zweiten Frühling der Marvel-Filme

In den DC Comics gibt es die “Holy Trinity”. Dazu gehören Superman, Wonder Woman und Batman. Im MCU gibt es sowas ähnliches. Captain America, Iron Man und Thor bildeten immer die Speerspitze und waren die wichtigsten Helden der Marvel Filme. Von den ursprünglichen drei Figuren ist nur noch Thor übrig. Und dass, obwohl der nordische Gott den schwierigsten Stand innehatte. Erst mit Taika Waititi und “Thor: Tag der Entscheidung” avancierte sich Chris Hemsworth zu einem Fanliebling. Nun ist das Dream-Team zurück und präsentiert “Thor: Love and Thunder”. Wir hatten die Chance den Film frühzeitig zu sehen und verraten euch jetzt, warum, dass einer der besten Marvel Filme der letzten Jahre ist.

 

Die Story von Thor: Love and Thunder

Nach “Avengers: Endgame” ist für Thor so einiges passiert. Er gab seinen Thron an Valkyrie ab und schloss sich den Guardians of the Galaxy an. Warum? Thor musste endlich herausfinden, welche Bestimmung und welche Aufgabe er in diesem Universum hat. Fast so als ob auch ein Gott mental eine Auszeit braucht und versucht zu sich selbst zu finden. Gesagt getan. Ein übermenschliches Workout und einige Abenteuer mit den Guardians später wird für Thor klar, dass er trotzdem dazu geboren wurde der Held zu sein, der den Tag retten muss. Währenddessen schlachtet Gorr mit dem Nekroschwerter Götter im ganzen Universum ab. Ein Grund für Thor auf eigene Faust loszuziehen und die anderen Asgardianer zu warnen. Dort angekommen stellt er jedoch fest: Es gibt einen anderen Thor! Eher gesagt eine andere. Ähnlich wie in den Comicbüchern wurde Jane Foster als würdig anerkannt und konnte Mjölnir wieder zusammensetzen. So beginnt das neue Abenteuer mit zwei Thors, Valkyrie als Anführerin von Neu Asgard und nicht zu vergessen Korg.

 

Unsere Kritik zu Thor: Love and Thunder

Marvel Filme hatten es in den letzten Jahren sehr schwierig. Aufgrund der Flut an Produktionen, die auch auf Disney+ und teilweise nur auf dem Streamingdienst erschienen, entwickelte es sich oftmals zu einer richtigen Aufgabe hinterher zu sein. Vor allem da irgendwie alles miteinander zu tun hat. Und dann noch das Viele “Name-Dropping”, nur um auf zukünftige Aspekte hinzudeuten. Sehr investierte Fans sehen das nicht als Problem an, aber über die Jahre wird es immer wieder neue Fans geben und sie fast schon zu zwingen 30 Filme und 15 Serien nachzuholen, könnte negative Folgen haben. Außerdem wirkt es oftmals so, als ob viele kreative Köpfe hinter den Filmen mit einem engen Korsett arbeiten müssen. Handlungsstränge müssen unbedingt vorkommen, Charaktere müssen sich in eine bestimmte Richtung entwickeln und einige Ereignisse müssen angedeutet werden für künftige Produktionen. Dazu kommt auch noch die typische Marvel Formel, welche nicht vernachlässigt werden darf. Und dann passiert sowas wie “Thor: Love and Thunder”.  Auf den ersten Blick ist es nichts Besonderes. Typische Marvel Kost. Aber ganz viele Kleinigkeiten sprengen die MCU Grenzen und man spürt förmlich wie Taika Waititi und sein gesamtes Team dachten: “Naja lass einfach mal unser Ding durchziehen Disney vertraut uns haben wir dich jemals enttäuscht?” Und man kann sagen: Es ist ihnen wieder gelungen! Taika Waititi präsentiert eine ganz klare Abgrenzung zu den vorherigen Marvel-Filmen.

 

Wer braucht schon große über allem ragende Handlungsstränge?

Eine der äußerst erfrischenden Facetten an dem neuen Thor Ableger ist, dass das gesamte MCU eigentlich keine große Rolle spielt. Mal abgesehen davon, dass Thor mit den Guardians mitgegangen ist und Valkyrie nun über Neu Asgard herrscht, erzählt “Thor: Love and Thunder” eine runde und in sich geschlossene Geschichte ohne neue große Andeutungen. Ebenso gibt es nur eine Handvoll Figuren die wichtig sind für die gesamte Handlung. Diese sind Thor, Jane Foster, Valkyrie und Korg. Daneben tauchen einige Charaktere auf, die interessant sind und viel für die Handlung des Films tun, aber keine Auswirkungen außerhalb des Films haben werden. Selbst der Götterkönig Zeus, welchen wir bereits aus den Trailern kennen, könnte im besten Fall nie wieder vorkommen. Es wäre jetzt böse zu sagen, er würde auch nicht vermisst werden, aber manchmal ist das auch gut so. Wen wir aber künftig vermissen werden, ist definitiv Christian Bale als Gorr der Götterschlächter.

 

Bitte mehr von Christian Bale als Bösewichten

Marvel hat früher ausgefleischte Antagonisten mit realistischen Beweggründen und echter Tiefe schaffen können. Man denke an Eric Killmonger aus “Black Panther” und die Thanos Version aus “Avengers: Infinity War”. Leider waren vor allem die in letzter Zeit deutlich schwächer oder passten nie in die Logik des Films oder des Universums. Auftritt Christian Bale als Götterschlächter Gorr. Nicht nur, dass Christian Bale unglaublich gut schauspielert, so gut, dass seine Schauspielerei ein wenig deplatziert wirkt, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ein wenig hat Gorr auch etwas vom Joker. Welcher Christian Bale natürlich nicht unbekannt ist. Zusätzlich dazu überlegte sich Taika Waititi eine gelungene Einführung des neuen Widersachers. Man kann komplett nachvollziehen warum Gorr so handelt wie er das eben tut. Allgemein hat man bei den Figuren vieles richtig gemacht. Thor knüpft da an wo er in “Thor: Tag der Entscheidung” aufgehört hat. Er ist nicht mehr der eindimensionale Donnergott, welcher komplett losgelöst vom gesunden Menschenverstand agiert. Daneben hat mich persönlich Natalie Portman überrascht. Ihre Figur der Jane Foster und der “Mighty Thor” ist um Lichtjahre besser als in ihren vorherigen Auftritten. Man wünscht sich fast, dass Taika Waititi schon früher ins MCU eingestiegen wäre, um die Figur zu produzieren. Endlich ist sie mehr als eine Wissenschaftlerin, die nach Thor schmachtet. Vor allem für alle Marvel-Fans schön, wurde sich sehr nah an den Comics orientiert, warum Jane Foster nun Mjölnir rumschwingt. Ihr Zusammenspiel mit Schauspiel-Kollegin Tessa Thompson wirkt sehr frisch und fühlt sich wie eine echte Freundschaft an. Ähnlich wie die von Thor und Korg. Korg agiert im neuen Film als eine Art Erzähler in vielen Momenten und beschreibt die Geschehnisse auf seine witzige Art und Weise.

 

Manchmal ist Inszenierung einfach alles

Großer Pluspunkt am gesamten Film ist die Inszenierung. Sehr viele kleine Dialoge, Witze, und Aktionen der Figuren wirken so ungezwungen und realistisch, wie man es lange von Marvel nicht mehr gesehen hat. Thors Axt, die eifersüchtig auf Mjölnir ist? Ein wenig seltsam, aber sie bringen es zum Funktionieren. Jede Szene mit Christian Bale als Gorr erzeugt genau das, was Gorr den Göttern und Menschen vermitteln soll. Das Nekroschwert und er sind die Dunkelheit, die Finsternis und der Schatten, welche alles verschlingen können und für Angst und Schrecken sorgen. Der Planet der Götter, wo das Team auf Zeus trifft, sieht atemberaubend schön aus und man kauft den Bildern total ab, dass dort die wichtigsten Götter vereint leben. Das Versteck von Gorr sticht auf vielen Ebenen visuell und akustisch stark heraus und passt perfekt in die allgemeine Darstellung der Figur rein. Als aufmerksamer Leser*in merkt man vielleicht, dass mich dieser Film sehr eingenommen hat. Als großer Marvel-Fan bin ich froh darüber was dieser Film macht. Zusätzlich dazu explodiert der Film förmlich vor 80s Atmosphäre und das nicht nur wegen der unzähligen Guns ‘n Roses Liedern. Die Rocklieder passen dann auch treffend zu ihren Szenen und verstärken auf unbeschreibliche Weise das Gefühl, dass man währenddessen hat. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass Marvel an Regisseur*innen festhält. An Taika Waititi sieht man, wenn man den kreativen Köpfen einfach mehr Raum zur Entfaltung bietet, können wunderbare Kinoerlebnisse entstehen.

Informationen zu Thor: Love and Thunder

  • Originaltitel: Thor: Love and Thunder
  • Laufzeit: ca. 119 Minuten
  • Heimkinostart: 06. Juli 2022
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Chris Hemsworth, Taika Waitit, Natalie Portman, Tessa Thompson, Christian Bale

 

Trailer zu Thor: Love and Thunder

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  • Thor: Love and Thunder – Kritik zum zweiten Frühling der Marvel-Filme
    Fazit zu Thor: Love and Thunder

    „Thor: Love and Thunder“ ist genau der Film, den ich gebraucht habe. So viele Marvel Produktionen versuchten mehr zu sein als sie sind und auch wenn keiner wirklich schlecht war, sorgten viele Punkte für viel negative Kritik. An Thor kann man auch viele Dinge kritisieren. Aber warum sollte man? Es ist ein schönes und spektakuläres Erlebnis für zwei Stunden und man geht mit guter Laune aus dem Film heraus. Es gibt viel intelligenten Humor, starke Actionszenen und auch Momente für die gesamte Familie. Dazu dieser absolut bemerkenswerte Soundtrack, bei dem ich wirklich nicht erwartet habe, dass sie so sehr an den 80s Rock Lieder festhalten werden.

    Alexander Weinstein, Redakteur
Doppelter Gott des Donners gleich Doppelter Spaß
Wer die 80s liebt wird Thor: Love and Thunder lieben
Taika Waititi zeigt warum Marvel ihn als neuen Chef engagieren sollte
Christian Bale sollte definitiv öfter einen Antagonisten verkörpern

Ab in die Filmsammlung?

Für jeden Marvel-Fan vielleicht so etwas wie eine Offenbarung. Aber für jeden der das MCU schon aufgegeben hat, könnte “Thor: Love and Thunder” ein Grund sein, sich das Film-Universum nochmal anzutun.

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Alexander Weinstein
Geschrieben von Alexander Weinstein
Hat den Kesselflug in weniger als 10 Parsec geschafft

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