The Legend of Zelda: Link’s Awakening – Test zum Remake des 26 Jahre alten Gameboy-Klassikers

The Legend of Zelda: Link's Awakening

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 20. September 2019

Genre: Action-Adventure

USK: Ab 6 Jahren freigegeben

Publisher: Nintendo

Plattformen: Nintendo Switch

Vor sage und schreibe 26 Jahren erschien mit The Legend of Zelda: Link’s Awakening für den kleinen Gameboy ein vollwertiges Zelda, welches sich selbst vor dem großen Bruder A Link to the Past für den SNES nicht verstecken musste. Fünf Jahre später erschien noch eine farbige Version für den Gameboy Color und nun kommt das Spiel erneut in komplett neuem Gewand zurück, diesmal für die Switch. Wir haben das Remake dieses recht wegweisenden Zelda-Titels mal begutachtet.

 

Cocolint – Ein träumerisches Paradies

Abseits vom typischen „Rette Prinzessin Zelda aus den Klauen von Ganon“-Plot kommt The Legend of Zelda: Link’s Awakening mit einer magischen und etwas anderen Story daher. Link erwacht als Schiffbrüchiger auf der wunderschönen Insel Cocolint. Er wird von einem Mädchen namens Marin gefunden, die Zelda zum Verwechseln ähnlich aussieht. Die Insel, so schön sie auch ist, scheint jedoch keine gewöhnliche zu sein. Viele Kreaturen streifen durch die Gegend, eine sprechende Eule taucht immer wieder auf und auf dem Gipfel eines Berges thront ein riesiges Ei. Die Eule verrät euch auch direkt, was es damit auf sich hat. In ihm schlummert der Windfisch und wenn Link die Insel verlassen möchte, muss er acht magische Instrumente finden, um ihn aufzuwecken. Klingt vielleicht ein wenig nach Schema F: Erkundet acht Dungeons, besiegt fiese Monster und erreicht mit acht magischen Gegenständen euer Ziel. Doch Link’s Awakening ist noch weitaus mehr als das. Die Bewohner und die Insel selbst wachsen euch so ans Herz und das liegt an dem einzigartigen Charme, den sie versprühen. Einige Wendungen in der Geschichte waren für damalige Verhältnisse unvorstellbar für ein Zelda-Spiel und können auch heute noch für emotionale Momente sorgen. Die Tatsache, dass ein altes Handheld-Zelda mit einer der besten Geschichten der Reihe daherkommt, sollte einem vielleicht ein wenig zu denken geben. Nun, mittlerweile ist es ja viel mehr als „nur“ ein Handheld-Zelda und die Switch-Version hat so einige Upgrades erhalten.

The Legend of Zelda: Link's Awakening

Auf Cocolint lernt ihr so einige skurrile Charaktere kennen, wie zum Beispiel die weise Eule.

 

Einfache, doch wirksame Verbesserungen

Es wurde sich gar nicht erst gewagt, am Grundprinzip des Originals zu rütteln. The Legend of Zelda: Link’s Awakening ist auch auf der Switch ein Action-Adventure aus der Vogelperspektive. Im Laufe des Spiels findet ihr diverse Items, mit denen ihr an anderen Stellen weiterkommt. Dazu kommen viele Collectibles wie Zaubermuscheln, die ihr am Muschelbasar gegen Belohnungen eintauschen könnt oder Herzteile, die eure Lebensenergie erweitern. Wo jedoch am Remake gerüttelt wurde, ist die sogenannte „Quality of Life“, viele Mechaniken, die einfach Sinn ergeben, damals auf dem Gameboy aber aus technischen Gründen nicht möglich waren. Ihr hebt euren Schild nun mit der R-Taste, ihr rennt mit der L-Taste, schlagt mit dem B-Knopf mit dem Schwert zu und könnt Krüge und Felsen hochheben, ohne jedes mal das Kraftarmband ausrüsten zu müssen. Damit verbringt ihr viel weniger Zeit im Inventar, einer der größten Kritikpunkte des Gameboy-Originals. Abseits vom Inventar-Handling ist noch so einiges mehr neu im Remake. Da wären zum Beispiel die Minispiele, die allesamt ein Facelift bekommen haben. Die Kran-Kemenate gibt es nun mit realistischer Physik, in den Stromschnellen könnt ihr nun mit eurem Greifhaken hantieren und am Angelteich schwimmen viele neue Fische. Auch eine Flasche findet ihr hier, die ebenfalls neu im Spiel sind. Des Weiteren wurde das Teleportersystem überarbeitet, so dass ihr euch nun den aktivierten Teleporter aussuchen könnt, zu dem ihr möchtet. Die Übersichtskarte ist übersichtlicher denn je und lässt euch sogar wichtige Orte markieren. Sammler kommen ebenfalls auf ihre Kosten, denn statt 30 gibt es nun 50 Zaubermuscheln zu finden, die Zahl der auffindbaren Herzteile wurde von gerade mal 12 auf satte 32 erhöht. Dazu kommen Mario-Figuren, die ihr in der Kram-Kemenate gewinnen könnt. Viele Monster, Zwischen- und Endbosse haben neue Angriffe und Bewegungsmuster und stellen nun eine viel größere Herausforderung dar und da Link nun auch diagonal laufen und hantieren kann, ergeben sich einige neue Möglichkeiten. Ihr merkt also, Nintendo hat bei diesem Remake nicht an Neuerungen und Upgrades gespart, ohne jedoch dem Grundgerüst des Originals Schaden zuzufügen.

The Legend of Zelda: Link's Awakening

Dungeons erkunden und Monster besiegen gehört zu Links Tagesgeschäft.

 

Legend of Zelda Maker

Eine Neuerung in The Legend of Zelda: Link’s Awakening habe ich bisher noch nicht erwähnt und das ist der Dungeon-Baukasten in Boris Hütte. Ja, Boris der Totengräber gibt sich die Ehre und lässt euch eure eigenen Zelda-Dungeons basteln. So aufregend, wie sich das anhört, ist das jedoch leider nicht. Ihr bekommt lediglich alle Räume aus den Dungeons, die ihr bisher geschafft habt, zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen einige Steinplatten, die ihr im Laufe eures Abenteuers findet. Damit müsst ihr die Dungeons erstellen, oft mit bestimmten Voraussetzungen. Es muss immer mehr Truhen als verschlossene Türen geben und die letzte Truhe, die ihr öffnet, enthält immer den Boss-Schlüssel. Ausgefallene Rätsel oder herausfordernde Aufgaben könnt ihr hier nicht kreieren, ihr spielt lediglich immer die Räume, die ihr eh schon kennt. Da ihr die erschaffenen Dungeons auch nicht online teilen, sondern lediglich auf amiibos speichern könnt, macht es auch keinen Sinn, besonders komplizierte Dungeons zu erschaffen. Will man Boris Belohnungen, baut man sich lieber Dungeons, durch die man so schnell wie möglich kommt. Hier wurde eine Menge Potential verschenkt, aber immerhin kann man im Ansatz erkennen, wie ein Zelda Maker funktionieren könnte. Was mir ebenfalls übel aufstößt ist die Tatsache, dass Boris Hütte dort platziert ist, wo in der DX-Version des Originals die Fotomaus wohnte. Diese hat es nicht ins Remake geschafft und so gibt es nicht die ganzen versteckten, witzigen Zwischensequenzen mit dem lustigen Foto-Minispiel.

The Legend of Zelda: Link's Awakeningv

Eine Runde Angeln zwischendurch geht immer.

 

Das Framerate-Problem

The Legend of Zelda: Link’s Awakening sieht auf der Swich einfach nur umwerfend aus. Das liegt an dem einzigartigen Stil, in dem sich das Spiel präsentiert. Der Look mag nicht jedermann zusagen und sorgte bei den ersten Trailern schon für einigen Unmut, bei mir stößt man allerdings auf Unverständnis, wenn man diesen knuffigen Look kritisieren will. Es ist, als spiele man in einer liebevoll gestalteten Welt aus Knetmasse, was durch die Kameraansicht nur verstärkt wird. Die Mimik der Charaktere ist ebenfalls so gelungen und das trotz der mangelnden Möglichkeiten aufgrund des Stils. Auch wenn alles wunderschön aussieht, so stark kann die Konsole trotzdem nicht beansprucht werden. Trotzdem hat Link’s Awakening ein Problem: Die Framerate. Während das Spiel zwar zum größten Teil in 60 FPS läuft, stürzt es nicht zu selten merklich bis in die 30 FPS ab. Dies geschieht vor allem dann, wenn ein neues Gebiet betreten oder geladen wird und wenn viel auf dem Bildschirm los ist. Dies ist auf keinen Fall ein Dealbreaker, aber dennoch wundert es mich, dass Nintendo dieses Problem nicht aufgefallen ist. Man darf wohl davon ausgehen, dass ein Update folgen wird. Dieser kleine Makel mindert allerdings keineswegs die Tatsache, wie perfekt dieses Spiel ansonsten ist. Die komplett neu interpretierten Musikstücke hatte ich hier zum Beispiel noch gar nicht erwähnt, genau wie die Tatsache, dass fast alle Easter Eggs übernommen wurden. Bei diesem Remake stimmt also wirklich fast alles.

 

Positiv:

Ein wunderbarer Nostalgie-Trip
Bildhübsche Knet-Optik
Komplett überarbeiteter Soundtrack
Für Zelda-Verhältnisse tiefgründige Story
So viele Quality of Life-Verbesserungen
Viel mehr zu finden und sammeln als im Original
Minispiele mit Redesign

Negativ:

Einige Framerate-Schwierigkeiten
Die Foto-Maus ist fort
Der Dungeon-Baukasten bleibt hinter den Erwartungen zurück
  • The Legend of Zelda: Link’s Awakening
    “Als die Credits von The Legend of Zelda: Link’s Awakening über den Bildschirm rollten, musste ich schon ein Tränchen verdrücken, denn selbst hier wurde ein musikalisches Easter Egg versteckt. Solch kleine Details sollten zeigen, wie viel Liebe Nintendo in dieses Remake gesteckt hat. Es wurde an so vielen Ecken geschraubt und das ohnehin schon großartige Gameboy-Spiel noch großartiger gemacht. Der Look sollte Niemanden irreführen, wir haben hier einen Muss-Titel für die Nintendo Switch.”
    Maarten Cherek, Redakteur

The Legend of Zelda: Link's Awakening erhält den NAT-Games Award

Ab in die Sammlung?

Wer als Switch-Besitzer nicht dieses Spiel spielt, macht etwas falsch. Man kann von Remakes halten, was man will, aber Nintendo zeigt, wie man es richtig macht und stimmt so alle Zelda-Fans glücklich.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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