The Last of Us Part II – Test zu Naughty Dogs Sequel (Spoilerfrei)

The Last of Us Part II im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Angebot
The Last of Us Part II - Standard Edition [PlayStation 4] (Uncut)
  • Eine intensive, von starken Charakteren getragene Geschichte, durch das Erfolgsstudio Naughty Dog perfekt inszeniert
  • Langerwartete Fortsetzung von "The Last of Us" kommt endlich auf PS4
  • Dank modernster Motion-Capturing werden die Emotionen noch realistischer transportiert
  • Unberechenbare Begegnungen mit Feinden durch das erstklassige KI-System

Releasedatum: 19. Juni 2020

Genre: Action Adventure

USK: ab 18 Jahren freigegeben

Publisher: Sony Interactive Entertainment

Plattformen: Playstation 4

The Last of Us stellte damals einen starken Kontrast zu Naughty Dogs anderem Hit Uncharted dar. Düsterer und deutlich ernster brachte uns der erste Teil die Welt von Joel und Ellie näher. The Last of Us Part II bringt uns jetzt zurück und wir haben Ellie durch das Spiel begleitet. Doch kann der zweite Teil wirklich überzeugen? Ist das Setting noch immer so überwältigend und überragend? Erfahrt es in unser spoilerfreien Review.

 

Die Konsequenzen von Besessenheit

Gleich zu Beginn sei gesagt, wer den ersten Teil nicht gespielt hat, sollte nicht mit dem zweiten einsteigen. Die neue Story baut direkt auf den Handlungen des Originals auf und man erklärt euch nur sehr wenig in der neuen Story. Vier Jahre nach dem Ende des ersten Teils finden wir uns in Jackson wieder, der Siedlung an der Joel und Ellie zum Ende des ersten Teils ankamen. Ellie, inzwischen 19 Jahre alt, hat sich sichtbar gut in die Gemeinde eingefügt, doch die Beziehung zu Joel scheint sichtlich angespannt. Während einer normalen Patrouille kreuzen sich allerdings die Wege von Ellie und einer Gruppe Fremder, die in einem Haus Unterschlupf gefunden haben. Unter ihnen ist die junge Frau Abby. Was Ellie in diesem Haus vorfindet, traumatisiert sie und dient fortan als Triebfeder für die Story. Ellie ist besessen davon, Rache zu nehmen und verfolgt mit diversen Begleitern an ihrer Seite, als auch allein, jede mögliche Spur, um die unbekannte Gruppe und Abby wiederzufinden. Was als offensichtliche Rachestory beginnt, entwickelt sich aber mit der Zeit deutlich über diesen Aspekt hinaus. Vielmehr bekommt man einen Einblick in die Parallelen der Lebensläufe der einzelnen Charaktere sowie den Entscheidungen, die die Geschichte in Gang gesetzt haben. Während der etwa 25 Stunden scheut das Spiel dabei nicht davor zurück, euch mit sehr unkomfortablen Situationen und Entscheidungen zu konfrontieren. Es geht dabei nicht um Gut oder Böse, sondern vielmehr um Motivation und die schon erwähnte Besessenheit. Ohne Zweifel mag die Story einige Spieler abschrecken, doch für mich persönlich war es eine Erfahrung, wie ich sie noch nie zuvor hatte. Die seltenen fröhlichen Moment im Spiel, sind diesmal deutlich stärker, da sie im starken Kontrast zum Rest der Geschichte stehen. Es gab mehrere Situationen im Spiel, die schwer für mich waren und ich nicht wusste, wie ich dazu stehen soll. Am Ende jedoch machte plötzlich jede Entscheidung und jede qualvolle Szene Sinn. Naughty Dog wird es euch nicht leicht machen.

 

Verbessertes Gameplay mit Schwächen

Am generellen Gameplay hat sich seit dem Vorgänger nicht viel getan, außer dass ihr jetzt auch auf dem Boden kriechen könnt oder Ellie nun dauerhaft über ein Messer verfügt. Nicht mehr nach jedem Stealth-Kill ein neues Messer craften zu müssen ist sehr willkommen. Noch immer stehen euch diverse Schusswaffen zur Verfügung, die ihr im Verlauf der Geschichte findet oder erhaltet. Auch leise Waffen, wie der Bogen oder auch eine Armbrust stehen euch zur Verfügung. Interessant ist, dass ihr das Spiel abschließen könnt, ohne alle Waffen gefunden zu haben. Denn nicht alle befinden sich auf dem direkten Weg. Es lohnt sich also, die Ruinen von Geschäften und Wohnhäusern zu durchsuchen. Wobei ihr dann auch die Ressourcen für die Crafting-Funktion findet. Von Medkits zu besseren Nahkampfwaffen und Spezialmunition ist alles dabei. Was ihr herstellen könnt, hängt aber davon ab, ob ihr spezielle Trainingsbücher findet. Wer nicht die Umgebung erforscht, kann also auch hier Probleme bekommen. Und ihr solltet gut ausgerüstet sein, denn die Gegner im Spiel werden es euch nicht leicht machen. Menschliche Feinde sind dieses Mal deutlich zahlreicher und kommen nicht nur mit unterschiedlichen Fertigkeiten, sie erhalten auch Unterstützung durch Hunde. Sind Hunde dabei, müsst ihr in Bewegung bleiben, da sie sonst eure Spur aufnehmen und ihr es plötzlich mit einer ganzen Gruppe an Feinden zu tun bekommt. Seraphites oder auch Scars genannt, kommunizieren mit Pfeiflauten und können euch schnell umzingeln, solltet ihr deren Aufmerksamkeit erregen. Aber auch die Infizierten haben Zuwachs bekommen. Runner, Klicker und Stalker sind wieder dabei. Mit dem Shambler kommt ein großer Brocken hinzu. Der Shambler ist blind, hört aber umso besser und sprintet sofort wie ein Stier auf euch zu, solltet ihr einen Laut von euch geben. Mensch und Mutant werden sich euch auch in dem einen oder anderen “Bosskampf” stellen, indem ihr häufig von der neuen Ausweichmechanik gebrauch machen müsst. Diese ist leider nicht immer zuverlässig und so müsst ihr immer wieder ungewollt einstecken. Insgesamt ist der Mix aus Kampf, Schleichen und Klettern im Vergleich zum Vorgänger verbessert, könnte aber noch immer etwas mehr Feinschliff vertragen. Zudem hätte man für mein Empfinden die Gegnerkonfrontationen etwas abkürzen können. In manchen Kapiteln fühlen sich einige Bereiche, in denen Feinden vorkommen, etwas zu lang an. Insbesondere wenn ihr zum wiederholten Mal einen Umweg suchen müsst.

 

Barrierefreiheit als neuer Industriestandard

Abseits des Spiels hat Naughty Dog mit The Last of Us Part II ohne jeglichen Zweifel etwas geschafft, dass in Zukunft als Industriestandard gelten sollte. Immer mehr Spiele haben in der jüngeren Vergangenheit, Anpassungsmöglichkeiten angeboten, um Spielern mit visuellen Einschränkungen das Spielen zu erleichtern oder gar zu ermöglichen. Naughty Dog ist aber weit über alles bisher Dagewesene geklettert. Auf dem Basislevel könnt ihr allgemein den Schwierigkeitsgrad ändern, was nicht weiter überrascht. Von Survivor bis hin zu Ganz einfach ist alles möglich. Ihr habt darüber hinaus aber auch die Möglichkeit für individuelle Stufen dazwischen. Ihr wollt volle Schwierigkeit, aber nicht, dass Begleiter von Feinden gegriffen werden können? Kein Problem. Ihr könnt euren Schadensoutput hoch oder runter drehen, Gleiches gilt für Feinde. Und das ist noch lange nicht alles. HUD Farben können geändert werden, optische und akustische Marker, um die Richtung anzuzeigen, und diverse Kontrastmodi sind ebenfalls dabei. Die Optionen sind so umfangreich, dass es eine Weile dauern würde, um alle aufzulisten. Ob man nun selbst audiovisuelle oder physische Einschränkungen hat oder die Features auch nur aus Komfortgründen nutzen will, die Möglichkeiten, die sich euch hier bieten sind beeindruckend. Ich persönlich fand zum Beispiel den Kontrastmodus sehr gut, um Ressourcen und Collectables im Spiel zu identifizieren. In diesem Modus wird die gesamte Welt grau dargestellt, wobei euer Charakter blau und Feinde rot eingefärbt werden. Pickups und Sammelbares werden in diesem Modus gelb eingefärbt. Wer eine spezielle Farbblindheit hat, kann wiederum aber auch diese Farben ändern. Ich würde mir wünschen, die gesamte Breite an Features zukünftig in allen Spielen wiederzufinden, um Spiele mehr Menschen zugänglich zu machen.

 

Next-Gen Feeling schon jetzt

Ich spiele noch immer auch meiner Launch-PS4 und nutze einen 4K und HDR fähigen Fernseher. Mir ist absolut bewusst, dass meine PS4 kein 4K ausgeben kann, und dennoch sieht The Last of Us Part II sehr nach 4K aus. Das ist hauptsächlich dem extrem hohen Detailgrad zu verdanken. Selbst der kleinste Grashalm sieht bei normaler Distanz extrem scharf aus. Licht und Schatteneffekte insbesondere in Gebieten mit dichter Flora, lassen ihre Muskeln spielen. Charakteranimation sowie Animationen für die scheinbar kleinsten Dinge sind auf dem höchsten Niveau. Gesichter, Kleidung, Interaktionen zwischen Charakteren oder mit Gegenständen wirken sehr realistisch, ohne dabei in die Akzeptanzlücke  abzurutschen. So oft blieb ich stehen, um meine Fußstapfen im Schnee anzuschauen oder zu beobachten wie Kleidung sich ohne jegliches Zeichen von Clipping an Charakteren bewegt. Bei der optischen Brillanz beeindrucken die Ladezeiten sogar noch mehr. Zu Beginn braucht das Spiel (zumindest in meinem Fall) etwa eine Minute, um ins Spiel zu kommen. Einmal im Spiel bekommt ihr fließende Übergänge ohne echte Ladebildschirme. Solltet ihr einmal sterben, müsst ihr ebenfalls nicht lange warten. Schon nach wenigen Sekunden könnt ihr sofort wieder einsteigen und die Einstiegspunkte sind oft so gesetzt, dass ihr kaum Fortschritt verliert. Die Vertonung durch die englischen Sprecher ist erstklassig und das gilt ebenso für den Soundtrack.

Angebot
The Last of Us Part II - Standard Edition [PlayStation 4] (Uncut)
  • Eine intensive, von starken Charakteren getragene Geschichte, durch das Erfolgsstudio Naughty Dog perfekt inszeniert
  • Langerwartete Fortsetzung von "The Last of Us" kommt endlich auf PS4
  • Dank modernster Motion-Capturing werden die Emotionen noch realistischer transportiert
  • Unberechenbare Begegnungen mit Feinden durch das erstklassige KI-System

 

Positiv:

Düstere und herausfordernde Story um Besessenheit und deren Konsequenzen
Das Gameplay ist solide und hat ein paar willkommene Upgrades erhalten
Optik/Animation, Design, Soundtrack und Voice Acting sind auf Topniveau
Die Barrierefreiheit-Optionen sind enorm beeindruckend und sollten zum Standard für alle Spiele werden

Negativ:

Story hat stellenweise Pacing Probleme und Feindinteraktionen könnten etwas kürzer ausfallen
Ausweichmechanik ist nicht immer zuverlässig
  • The Last of Us 2
    “The Last of Us Part II ist eine düstere und herausfordernde Geschichte, die dem Spieler einiges abverlangt. Was als klassisches Rache Story startet entwickelt sich aber schnell in eine Geschichte über die Konsequenzen von Besessenheit. Während ich dem Verlauf folgte, zwang mich das Spiel immer wieder in unbequeme Situationen und ich wusste nicht, ob ich dies gut fand oder nicht. In dem Moment, indem die Credits aber über den Bildschirm liefen, war mir klar, dass es die Achterbahnfahrt absolut wert war. Die Story mag kontrovers sein und nicht jedem gefallen, wer sich aber darauf einlässt, bekommt einen tieferen Einblick in die Welt und dessen Charaktere, in der nichts so eindeutig schwarz oder weiß ist. In Sachen Gameplay gibt es nicht viel Neues im Vergleich zum Vorgänger, jedoch funktionieren die Mechaniken unverändert. Optisch hat sich Naughty Dog erneut übertroffen und liefert das beeindruckendste Spiel der aktuellen Generation ab. Die Animationen und das Design der Welt wirken extrem realistisch und bieten Details, die eher an einen Next-Gen-Titel erinnern sollten. Zusammen mit dem Soundtrack und der Originalvertonung, ist es audiovisuell nicht mit anderen Titeln zu vergleichen. Besonderes Lob sollte zudem den Barrierefreiheit-Optionen zukommen. Diese sind so umfassend und großartig implementiert, dass ich hoffe, diese in Zukunft als Standard in allen Spielen zu sehen. The Last of Us Part II ist hart, düster und großartig, wenn man bereit ist, sich für die Erfahrung zu öffnen.”
    Marco Schmandt, Redakteur

The Last of Us Part II erhält den NAT-Games Award

Ab in die Sammlung?

The Last of Us Part II ist Naughty Dogs kontroversester Titel bisher, gleichzeitig aber auch einer, der neue Meilensteine setzt. Must Play!

Marco Schmandt
Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Passwort vergessen?

Bitte gebe deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse ein. Du erhälst per E-Mail einen Link zum Erstellen eines neuen Passworts.