The Last of Us – Review zum Endzeitspektakel

Eine Konsolenära nimmt langsam aber sicher ein Ende und deshalb brauchen wir noch einen letzten exklusiven Titel dafür. Mit “Uncharted 3” hatte „Naughty Dog“ einen exklusiven Toptitel für die PS3 veröffentlicht, doch wie sieht es mit ihrem neusten Werk aus? Kann „The Last Of Us“ mithalten oder versinkt es in einer Epidemie voller Pilze. Wir spielen im Jahr 2033, welches zwei Jahrzehnte nach der „Cordyceps-artigen“ Pilz Mutation handelt. Diese forderte Millionen Menschenleben und langsam versucht die Natur die verlassenen Städte zurück zu erobern.  Die Überlebenden und nicht infizierten Menschen leben in einer Quarantänezone, wo sie unter Aufsicht des Militärs hausen. Das Militär sperrt die Menschen rigoros weg und sucht nach infizierten Menschen. Der Schwarzhändler „Joel“, der in genau so einer Zone lebt, trifft nach einem geplatzten Deal unfreiwillig auf die 14-jährige „Ellie“. Er soll sie weg von der brutalen Regierung und hin zu den „Fireflies“ bringen. Und hier beginnt die Reise durch die infizierten Staaten, wo pilzartige Kreaturen sie vorm Überleben hindern. Außerdem warten außerhalb der Zonen Plünderer, denen man lieber nicht über den Weg läuft.

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Ein schöner Sonnenaufgang

Zombiespiele gibt es genug auf der Welt, doch mit diesem Spiel hat damals wohl keiner bei der Ankündigung gerechnet. „The Last Of Us“ soll es heißen, das letzte Playstation 3 Spiel von „Naughty Dog“. Mit „Crash Bandicoot“ haben sie angefangen und wurden mit „Uncharted“ noch berühmter. Klettereinlagen, perfekte Atmosphäre und Deckungsschießereien waren der Erfolg für die Reihe. Dies soll nun in ein Endzeit-Szenario gepackt und mit einer dichten Story veröffentlicht werden. Man mag nicht aufhören das Spiel zu spielen, denn die Geschichte versetzt einen immer wieder in die Lage der beiden Personen, die um ihr Leben kämpfen. Sie haben nur ein Ziel, welches sie immer wieder verfolgen. Es macht Spaß zu zusehen, wie die Geschichte sich entwickelt und vor allem, wie sich die Charaktere entwickeln. Dabei kommt Spannung auf, die bis zum Ende vorhanden ist. Auch wenn an vielen Stellen die nächste Aktion schon vorhersehbar ist, möchte man wissen, wie die Geschichte um Joel und Ellie endet. Man wird direkt in die dramatische Lage der Menschen versetzt. Egal wo man hinschaut, es ist Armut und Angst vor der Infizierung vorhanden. Infizierte Menschen werden auf brutaler Weise umgebracht und man selbst kann nur zusehen. Die brutale Weise wird allerdings das ganze Spiel lang begleitet, denn nicht nur das Zusehen bringt oftmals den Magen zum Drehen, sondern auch das Interagieren mit deinen Waffen. Um es kurz zu beschreiben: Man sieht alles… Die brutale Ader des Spieles ist wirklich sehr hart und man sollte das Spiel nicht zum Abendbrot spielen. Außerdem sollten Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren das Spiel auch eher nicht in die Finger bekommen.

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Keine Ladezeiten führen zum Erfolg

Das Spiel ist grafisch wirklich sehr sehr sehr sehr gut. Es ist das schönste Spiel auf der aktuellen Konsolengeneration. Wahrscheinlich haben wir das auch schon bei anderen Spielen gesagt, aber dieses schlägt einfach alle. Die Weitsicht und die dabei angewendete Kantenglättung, bringt die Playstation ordentlich ins Schwitzen. Auch die tollen Zwischensequenzen und Gesichtsanimationen sind so gut in das Spiel integriert, dass man die ab und zu nicht vorhandene Lippensynchronisation einfach übersieht. Die Freude war ebenfalls groß, als keine Installation für das Spiel nötig war und vor allem, dass das Spiel nie geladen werden musste. So will man ein Playstation 3 Spiel am liebsten immer sehen. Auch das Deckungssytem wurde perfekt in die Stealthaction eingebunden. So kann man sich gut vor seinen Gegnern verstecken und warten, bis sie vor einem stehen. Ein Kopfdruck reicht, bis sie auf dem Boden liegen. Dabei hat man zusätzlich noch die Auswahl, ob man sie in drei verschiedenen Varianten umbringt. Die Nahkampfsituationen sind immer verschieden und man interagiert oftmals mit den Gegenständen oder einer Hauswand. Was allerdings ein dicker Dorn im Auge ist, ist die KI (künstliche Intelligenz). Die Gegner sehen dich oftmals einfach nicht oder laufen dumm an dir vorbei. Zum Teil hängen sie auch an einem Tisch oder an einem Stein fest, sodass sie eigentlich keine Hindernisse mehr darstellen. Doch noch schlimmer hat es Ellie getroffen. Die 14-jährige weiß nämlich nichts mit sich anzufangen. Mal rennt sie vor deine Füße, sodass du nicht weitergehen kannst, das andere Mal rennt sie einfach vor einen Gegner, der sie wiederum nicht sieht. Auch die Deckung von ihr ist eher schlecht als gut, da sie oftmals genau vor deinem angestrebten Platz hockt. Dadurch wird es schwieriger an den Gegner ranzukommen.

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Lange Schießereien erinnern stark an etwas anderes

Die Waffenauswahl ist wirklich groß für ein Endzeitspiel und auch die Möglichkeit diese aufzubessern gefällt. Das Crafting System und die anpassbaren Fähigkeiten bringen dem Spieler allerdings nichts. Die Kämpfe werden dadurch nur minimal einfacher. Wer mit einer fetten Zombiehorde rechnet, den müssen wir hier leider enttäuschen. Die meiste Zeit kämpft man gegen die Menschen, die noch nicht infiziert sind. An manchen Stellen, ist man allerdings auch auf sich alleine gestellt und muss gegen mehrere Kreaturen kämpfen. Diese kann man dann aber auch mit dem „Lauschmodus“ beobachten. Die Schießerei mit den Waffen kommt leider etwas zu oft und zu lange vor. Ähnlich wie bei „Uncharted“ fehlt hier die Abwechslung, auch wenn die excellente Story die Schießeinlagen oftmals unterbricht. Rätsel, wie in “Uncharted” fehlen leider auch, obwohl man doch eine Idee hatte: Ellie kann nicht schwimmen. Das bedeutet, dass ein See oder ein Abgrund nur mit einem Floss oder einem Brett überbrückt werden kann. Dafür sucht man immer wieder im Spiel genau diese Gegenstände. Auch Leitern sind oftmals der gesuchte Gegenstand. Das machte am Anfang auch noch relativ Spaß, am Ende wiederholte sich dies aber zu oft.

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Zusatz: Der Koop-Modus hat gefehlt

Im Laufe des Spieles kam immer wieder die Frage hoch: „Warum kein Koop-Modus?“. Joel und Ellie passen wirklich sehr gut zusammen und besonders die Dialoge sind sehr ausführlich und oftmals auch lustig. Leider gibt es davon aber schlussendlich zu wenig. An manchen Stellen sagen sie einfach mal gar nichts, was die Stimmung dann etwas runterzieht. Die Stimmen der beiden Hauptfiguren sind wirklich super vertont, bei den Nebenrollen wurde da aber deutlich gespart, das merkt man besonders im mittleren Teil des Spieles. Doch zurück zu der Frage mit dem Koop-Modus. Hätte der Koop-Modus noch mehr Abwechslung in das Spiel gebracht? Hätte er auf jeden Fall. Das ganze Spiel läuft zu zweit und viele Aktionen, hätte man auch mit zwei Spielern erledigen können. Besonders die Stellen, an dem das Spiel wieder richtig spannend wird, hätte genau dieser Modus gepasst. Dies kann man natürlich nur als guten Zusatz sehen, der dem Spiel gut getan hätte.

 

Fazit:

Ich muss zugeben: Von The Last of Us habe ich viel erwartet, denn nach der wirklichen grandiosen “Uncharted-Reihe”, sollte dieses Mal doch wieder alles stimmen. Aber nein, ganz rund ist es leider nicht. Die Geschichte um Joel und Ellie ist packend, ergreifend und vor allem wird sie auch wirklich spannend erzählt. Die Grafik hat mich bereits im Ladebildschirm umgehauen und die Atmosphäre in den dunklen Gassen und Häusern ist einfach perfekt. Doch ein perfektes Spiel muss eben auch eine gute Abwechslung bieten. Auch die KI sollte auf jeden Fall besser mitspielen, als hier. Trotzdem ist The Last of US ein würdiger “Abschluss” für die dritte Playstationgeneration.

 

88

Good
  • Packendes Endzeitszenario
  • Klasse Charaktere
  • Brillanter Sound
  • Detailreiche Levels
Bad
  • KI-Aussetzer
  • Abwechslungsarme Schießereien
  • Fehlender Coop-Modus
88
Tobias Liesenhoff
freut sich sehnsüchtig auf das Finale in diesem Jahr.

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