Test: Saint Kotar

Baphomets Fluch trifft Lovecraft

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Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall Standard [Nintendo Switch]
  • Eine packende Mischung aus Krimi, historischen Details und finsterer Verschwörungstheorie;Handgemalte Hintergründe und aufwendige Echtzeiteffekte bei der Charakteranimation verbinden sich zu einem hochwertigen 2D-Comic Look;Die ikonische Adventure-Reihe endlich mobil erleben. Mit der Switch ist dies nun überall möglich;Nach sechs Jahren endlich ein neuer Teil der Erfolgsserie Baphomets Fluch. Ein Must-Have für Adventure-Freunde!
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

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Releasedatum: 28. Oktober 2021

Genre: Abenteuer, Indie

USK: keine Altersfreigabe

Publisher: SOEDESCO

Plattformen: PlayStation 5, PlayStation 4, Nintendo Switch, Xbox One, Xbox Series, PC

Saint Kotar ist ein psychologisches Horror-Detektivspiel von Red Martyr Entertainment, bei dem ihr die Rollen des Mönchs Benedek und des gescheiterten Diakons Nikolay übernehmt, um Benedeks Schwester und Nikolays Frau Viktoria in einem kleinen Dorf in Kroatien zu finden. Ihr startet ohne Erinnerung und mit vielen Fragen und findet immer mehr über den Ort und seine Leute heraus.

 

Das idyllische Örtchen Saint Kotar als Ausgangspunkt

Kroatien – ein Land voll schöner Landschaft, historischer Gebäude und jeder Menge besonderer Traditionen. So lässt sich auch das fiktive Örtchen Sveti Kotar beschreiben, das in Kroatien liegt und in das uns Saint Kotar verschleppt. Die Stadt ist nach dem im 13. Jahrhundert verstorbenen Heiligen Ivan Kotar benannt. Er opferte sich für die Bewohner wie ein Märtyrer und wurde von den Saboren, einem kultischen Kannibalenstamm, getötet. Die Saboren beteten verschiedene Gottheiten aus einem Pantheon an, der Mondgott K’asag war ihr wichtigster.

In diese spannende historische Umgebung begeben sich Benedek und Nikolay zusammen mit Viktoria, um einen Ausflug in das ortsansässige Schloss zu machen. Was nach einem wundervollen Urlaub klingt, wird allerdings schnell zum reinsten Grauen. Nicht nur, dass das “Hotelzimmer” keiner Sternebewertung standhalten würde – die Hygiene ist aufgrund zermatschter Fleischreste und geköpfter Krähen als sehr schlecht zu bewerten – die Landschaft ist kaum begehbar und der See ist selbst für Fische ein Todesurteil. Gleich am nächsten Tag verschwindet auch noch Viktoria spurlos.

Saint Kotar

Sveti Kotar ist eine idyllische Stadt mit ihren eigenen Traditionen.

 

Wie der Fall ins Rollen kommt

Das interessiert Benedek aber wenig. Für ihn ist Sveti Kotar ein gottloser Ort voller kranker Menschen. Er versteht ohnehin nicht, warum er hierher kommen sollte. Er ist ein Mönch und kennt nur die Zurückgezogenheit seines Klosters in Budapest. Zu seiner Schwester hat er seit ihrer schwierigen Kindheit kaum Kontakt mehr. Er ist nur widerwillig mitgekommen und als Viktoria verschwunden ist, will er sofort zurückkehren. Seinen Schwager Nikolay, der ihn immer wieder als “Freund” bezeichnet, kann er nicht ausstehen. Da Nikolay aufgrund seiner Liebe zu Viktoria sein Diakonen-Dasein aufgegeben hat, ist er für Benedek genauso gottlos.

Benedek kann aber nicht zurückkehren, da er und Nikolay beim Verlassen ihrer Unterkunft sofort verhaftet werden. Die beiden machen Bekanntschaft mit den lokalen Gepflogenheiten und irgendwie wird Benedek nicht so richtig warm mit den Leuten. Im Gegensatz zu Nikolay wurde er eigentlich kaum von den Ermittlern verprügelt, und dass ihn der Polizeichef über eine lokale Tradition aufklärt, freut ihn auch überhaupt nicht. Er zeigt den beiden den aufgehängten Bürgermeister – die Haut vom Gesicht gezogen, die Augen und Zunge ausgerissen und der Bauch aufgeschlitzt. Das waren die Saboren, die man heutzutage Mondghule nennt.

Warum er das den beiden Fremden zeigt? Weil Viktoria zu diesem Kannibalenstamm gehören soll. Ganz nebenbei erfahren die Zwei, dass Viktoria ihr Ungeborenes entbunden und aufgegessen haben soll, vermutlich um sich der hiesigen Tradition anzupassen. Benedek hält diese Erklärung sofort für plausibel, schließlich hat er seine Schwester schon längere Zeit nicht mehr gesehen und mochte sie sowieso nie. Verständlich, dass er sogleich denkt, sie wäre jetzt eine Kannibalin geworden. Nikolay will die Unschuld seiner Frau beweisen. Es kommt aber noch besser: Die beiden sind nun ebenso verdächtig und sollen verhört werden. Stattdessen werden sie aber von einem Detective freigelassen, um Viktoria finden zu können. Benedek will abhauen, Nikolay bleiben.

Saint Kotar

Nikolay und Benedek (links) sind die beiden spielbaren Charaktere von Saint Kotar und müssen Viktoria finden.

 

Die Spiel-, Darstellungs- und Erzählweise von Saint Kotar

Soweit das Tutorial und der Prolog der Geschichte. Nun müssen Spieler*innen mit Point-and-Click wie in Baphomets Fluch die Gegend erkunden und Gegenstände finden. Viele Rätsel zu lösen gibt es dabei allerdings nicht. Zusätzlich gibt es noch jede Menge Dialoge mit den Einwohner*innen zu führen. Dabei kommen Geschichten des Orts, der Menschen und der Vergangenheit ans Licht, die überraschen und auch verstören. Falls ihr es noch nicht gemerkt haben solltet: Saint Kotar ist nichts für schwache Nerven. Leichen, Körperteile, Blut und Verstümmelung stehen hier an der Tagesordnung.

Langweilig oder gar eintönig wird der Horror à la Lovecraft aber nicht. Immer wenn ich dachte, ich hätte das Spiel verstanden, irritierte es mich aufs Neue. Da liegt etwas unter der Plane, was ich mir anschauen soll? Das ist doch sicherlich eine Leiche – oh, ich hatte Recht und wer ist das? Die kleinwüchsigen Eltern eines Einwohners – DAMIT hätte ich nicht gerechnet. Der handgezeichnete Stil und die teils klobig wirkenden Charaktere machen das Ganze aber ertragbar. Manchmal ist es nur schwierig zu erkennen, wo sich die Spielfigur befindet. Im einen Bild sehe ich sie noch von nahem und im nächsten ist sie plötzlich ganz klein in der Mitte eines Ortskerns. Manche Szenen finden außerdem in Häusern statt, man starrt die ganze Zeit über aber nur auf das Äußere des Hauses und bekommt nicht mit, was drinnen geschieht. Ebenso nervig ist es, dass das Tutorial zwar erklärt, man könne die Figuren manuell wechseln, diese Funktion wird aber nahezu nie gebraucht. Stattdessen spielt man Nikolay und Benedek abwechselnd, wobei wir überwiegend mit Benedek vorlieb nehmen müssen.

Dafür ist die Erzählweise sehr interessant und spannend gehalten. Im richtigen Moment gibt es einen Cliffhanger bei Benedek und das Geschehen schaltet zu Nikolay. Die Hinweise, die beide finden können, entfalten eine riesige, eigene Welt, die hier geschaffen wurde. Jeder in Sveti Kotar scheint Dreck am Stecken zu haben und man kann niemandem trauen. Doch hin und wieder müssen Spieler*innen Entscheidungen treffen, wem sie welche Information oder Gegenstand geben wollen oder eben nicht. Dass ich da zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, durchzublicken, war für mich ein Pluspunkt. Die Menschen sind genauso mysteriös wie ihre Welt. Viel selbstständiges Erkunden war nicht möglich. Es gibt nur zu wenigen Momenten die Gelegenheit, sich umzuschauen, um einige Geheimnisse zu lüften. Deshalb empfehle ich: Schaut euch um, wenn ihr die Möglichkeit habt! Nur so entdeckt man auch die dunkelsten Ecken von Sveti Kotar.

Fleisch an den Wänden sind nur eine Abscheulichkeit im Spiel.

 

Releasehistorie zu Saint Kotar

Bereits 2020 wurde Saint Kotar – The Yellow Mask veröffentlicht. Dieser Titel ist ein spielbarer, kostenloser Prolog, der die ersten Minuten des Spiels zeigt. 2021 folgte das Hauptspiel und seit dem 14. Oktober gibt es das kostenlose DLC Saint Kotar – The Ritual, in dem ihr Viktorias Sicht der Geschehnisse seht. Das DLC ist bislang nur für PC verfügbar. Eine Konsolenversion soll folgen. Ebenso vor kurzem gab es das Void-Update, mit dem vier erspielbare Enden für Saint Kotar möglich wurden, nachdem mehrere Spieler*innen sich das gewünscht hatten. Am 2. Dezember kommt zudem der erste Comic zu Saint Kotar – The Crawling Man, in dem es um einen weiteren Charakter aus dem Hauptspiel geht. Das Team von Red Martyr Entertainment hat sich anscheinend tief in die eigene Lore eingelebt und gestaltet ihre Figuren lebendig aus. Ob da noch ein zweiter Teil kommen wird? Möglich scheint alles in einer Welt wie der von Sveti Kotar.

 

  • Test: Saint Kotar – Baphomets Fluch trifft Lovecraft
    Fazit zu Saint Kotar

    Ich hatte mit einem spannenden Detektivspiel gerechnet, aber dass ich an einem Ort wie Sveti Kotar lande definitiv nicht. Jeder Charakter hat seine Geheimnisse und die Spielewelt war für mich durch und durch grotesk und absurd. Das Spiel war nahezu von Anfang bis Ende voller Spannung, nur der Twist am Schluss und der abrupte Ausgang waren nicht ganz so überzeugend für mich.

    Ann-Kathrin Günther, Redakteurin

Positiv:

Zwei sehr unterschiedliche Spielfiguren
Verschiedene Wahlmöglichkeiten in Dialogen und bei Handlungen
Merkwürdige Bewohner*innen mit eigenen Geheimnissen
Gruseliges Setting in Sveti Kotar
Verstörende Elemente, die immer wieder aufs Neue überraschen
Spannung durch und durch

Negativ:

Der im Tutorial vorgestellte Wechsel zwischen Charakteren wurde leider nicht so oft gebraucht
Das Ende war für mich zu abrupt
Für den ein oder anderen könnte die religiöse Thematik zu viel sein

Ab in die Sammlung?

Wer grotesken Horror und spannende Dialoge liebt, aber auf Rätsel verzichten kann, der wird mit Saint Kotar seine Freude haben.

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Geschrieben von Ann-Kathrin Günther
Ihr Motto: Das Game kenne ich, gespielt habe ich es aber nicht.

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